KT Jahrgang. ]Vo. 1. Januar 1902. \ DER I TEOPENPFLANZER. ZEITSCHRIFT FÜR TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT ORGAN DES KOLONIAL-WIRTSCHAFTLICHEN KOMITEES. HERAUSGEGEBEN VON' O. WARBURG, F. WOHLTMANN, BONN-rOprELSBORF. 1 n Iiihiiltsvorzeicliiiis. Zum neuen Jahr. _^ J)r. Stuhl manu: Über die Ansiedelung europäischer Bauern den (rebirgen von Ceylon und Deutsch-Ostafrika. Dr. A. Preyer: Rotan. Mit 4 Abbildungen. R. Schlechter: Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk- Expedition nach den Südsee-Kolonien. Pflanzungsgesellschaften: Kaffeeplantage Sakarre, A. - G., Berlin. — Gesellschaft Süd-Kamerun. — Plantagen-Gesellschaft Süd-Kamerun in Hamburg, G. m. b. H. — Guatemala-Plantagengesellschaft in Hamburg. — Osuna-Rochela-Plantagengesellschaft in Hambui'g. Aus deutschen Kolonien: Elefanten als Kakaoschädlinge in Kamerun. — Sansevierafasern aus Deutsch-Südwestafrika. — Kautschuk von Clitandra kilimandjarica Warb. — Bockkäferlarven als Schädlinge von Castilloa elastiea. — Jute in Deutsch-Ostafrika. fremden Kolonien: Landwirtschaft auf der Insel S. Miguel. — Banm- wollkultur in Angola. mischtes: Westafrikanische Brennhülsen — Mucunas. e Litteratur. — Auszüge und Mitteilungen. — Marktbericht. Nachdruck und Übersetzung nur mit Quellenangabe gestattet. Erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis jährlich 10 Mark, einschliefslich der „Wissenschaftlichen und praktischen Ba|hefte* (Postzeitungsliste No. 7CI4.) Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflanzer* Berlin NW., Uuter den Lindeu 40 >• 6. Jahrgang. TVo. 1. Januar 1902. Mitarbeiter: Dr. K. DO VE, Professor an der Universität Jena. Dr. M. FESCA, Professor, Witzenhausen, Docent für tropische Landwirtscliaft. Dr. R. HIN DORF, Köln, Mitglied des Eolonialrates. Dr. A.KIRCH HOFF, Professor der Erdkunde an der Uniyersität Halle. Dr. J. KUHN, Geheimer Oberregiemngsrat, Professor der Landwirtschaft und Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Halle. Dr. C. LAUTERBACH, Landwirt, Stahelwitz bei Breslau. Dr. M. MAERCKER, Geheimer Regierungs- rat , Direktor der Agrikultur - chemischen Versuchsstation, Professor an der Universität Halle. a. PARKINSON, Landwirt, Ealum in Neu- Pommern. B. und K. PERROT, Wiesbaden— Lindi. Dr. P. PREUSS, Direktor des Botanischen Gartens in Victoria, Kamerun. Dr. n. SA DE BECK, Professor der Botanik, Direktor des Botanischen Museums und des Laboratoriums für Warenkunde in Hamburg. Dr. H. SCHINZ, Professor der Botanik, Direktor des Botanischen Gartens in Zürich. Dr. K. SCHUMANN, Professor der Botanik, Kustos am Kgl. Botanischen Mnseum in Berlin. Dr. G. SCHWEIN FÜRTH, Professor, Berlin. Dr. P. SORAUER, Professor der Botanik, Redakteur der Zeitschrift für Pflanzenkrank- heiten, Berlin. Dr. A. STUTZER, Professor der Agrikultur- Chemie, Königsberg. Dr. H. THOMS, Professor der Chemie, Leiter des Pharmazeutisch-chemischen Laboratorinms der Universität Berlin. Dr. A. TSCHIRCH, Professor der Pharmako- gnosie und angewandten Chemie, Direktor des Pharmazeutischen Instituts, Bern. Dr. L. WITTMACK, Geheimer Regierungsrat, Professor an der Landwirtschaftlichen Hoch- schule, Berlin. Einladung zum Abonnement der Zeitschrift für tropische Landwirtschaft „DER TROPEIPFLANZER". Zweck des „Tropenpflanzer''. Der „Tropenpflanzer'' bezweckt, die landwirtschaftlichen Interessen Deutschlands in den Tropen und Subtropen zu sammeln, zu fördern und zu vertreten. Der „Tropenpflanzer" bezweckt insbesondere, die wirt- schaftliche Entwickelung unserer Kolonien thatkräftig zu unterstützen. Inhalt des „Tropenpflanzer". Der „Tropenpflanzer" enthält Origi na 1- A rtikel: Land- wirtschaft der Europäer in den Tropen und Subtropen — Kul- turen der Eingeborenen und deren Hausindustrien — Förderung der AusnutzungderUrprodukte, der Viehzucht etc. — Original- abbildungen. — Mitteilungen über „Pflanzungsgesell- schaften" — »Aus deutschen Kolonien" — »Aus fremden Kolonien" — „Vermischtes" — „Neue Lit- teratur" — „Marktbericht" — „ Personalnotizen " — „Auszüge und Mitteilungen" — „Mitteilungen des Komitees* — „Anzeigen". Bezug des „Tropenpflanzer". Die monatliche Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" wird bestellt durch die Post (Postzeitungsliste No. 7614), im Buch- handel oder beidem Komitee, Berlin NW., UnterdenLinden40 1- Bezugspreis jährlich 10 Mk. Sendungen für die Redaktion und Expedition sind zu richten an das Kolonial-Wirtschaft- liche Komitee zu Händen des Sekretärs Th. Wilckens, Berlin NW., Unter den Linden 40 1- Der Tropenpflanzer Zeitschrift fÜl' Tropische Landwirtschaft. Organ des Kolonial - Wirtschaftlichen Komitees. Herausgegeben von O. Warburg, F. Wohltmann, Berlin. Bonn-Poppelsdorf. VI. Jahrgang 1902. "^^Ä^ Inhaltsverzeichnis. Die arabischen Ziffern geben die Seitenzahlen an. Die mit * versehenen ZiflFern beziehen sieh anf die Beihefte. Abacä siehe die Kultur des Manilahanfes auf den Philippinen 175. Acacia albida siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *116. — . — arabica siehe Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika 204. - Brosigii siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *97, *98, *114. . — decurrens siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- Indien 194, 197. . — horrida siehe Akazienschädling in Deutsch-Südwestafrika 254. . — Kirkii siehe Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika 203. melanoxylon siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 194. . — Seyal siehe Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika 203. . — spirocarpa siehe Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika 203. stenocarpa siehe Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika 204. - Suma siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Oatafrika *97, 98. • usambarensis siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *97, *98, *101, *114. - — . — siehe Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika 204. verec siehe Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika 202. . — siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 520. — . — verugera siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *98. Acanthophorus Hahni Dohrn siehe Akazienschädling in Deutsch-Südwest- afrika 254. Adenanthera pavonina siehe Die Wirkung eines Tox'nados im botanischen Garten zu Victoria 339, 340. Aerua scandens Roq. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. Affenbrotbäume siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *114. Afzelia cuanzensis siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *99. Agathis siehe Kauriharz 149. — .— australis siehe Die Kaurifichte 237. Agave americana siehe Studien über den Röstprozefs der Jute sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fermentation 297. — IV — Agave rigida var. sisalana siehe Öfifentliche Prüfung einer deutschen Eut- faserungsmaschine iu Paris 58. — . — tequilana Web. siehe die Tequila-Agave in Mexiko 429. Agavenkultur siehe Indigokultur und Fabrikation in Britisch-Indien 132. Akazienschädling in Deutsch-Süd westafrika 254. Albizzia stipulata siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. — . — — . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 340. Aleurites moluccana siehe die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. Alexia striata F. siehe Baurawollschädlinge aus Deutsch-Ostafrika 2Ü0. Alsophila crinita siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- Westindien 194. Alternanthera sessilis R. Br. siehe Viehfntterpflanzen aus Java 427. — . — strigosa Moq. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 427. Alysicarpus vaginalis L. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 427. Amarantns Blitum L. siehe Nutz- und Medizinalpflauzen aus Deutsch- Südwestafrika 535. — . — spinosus L. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. — . — viridis L. siehe Viehfutterpflauzen aus Java 426. Amblyomma unipunctata Pack, siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 270. Amomum siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indieu 184. Anabäume siehe Über eine am Kunene zu errichtende Versuchsstation 110. Anacardium Orientale siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 183, 197. Ananaskultur siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 40. — .^ siehe Über die Kultur der Batate auf den Azoren 286. — . — Über die — auf den Azoren. Von Korps-Stabsapotheker L. Ber- negau 388. Anatolien. Von Professor Dr. M. Fesca *1 bis *o5. Vorbemerkung *1. — Geologischer Bau und Oberflächengestaltung *3. — Flüsse und Seen *6. — Klima *8. Vegetation *10. — Wald *12. — Bewässerung *lo. — Landwirtschaftliche Produktion *15. — Wirtschaftliche Verhältnisse und Rechtszustände *29. Andropogon acicularis Retz. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. — . — citratus und Nardus siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 196. — . — Nardus siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. — . — saccharatum siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 522 — . — Sorghum siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 524. Aneilema nudiflorum R. Br. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. Angoraziegen siehe Anatolien *28. — . Zucht siehe Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Süd westafrika 418. Ankolib (Andropogon saccharatumj siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 522. Anoua siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 249. — .— muricata siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 388. Ansiedelung europäischer Bauern in den Gebirgen von Ceylon und Deutsch-Ostafrika. Über — von Dr. Stuhlmann 10. Anthores leuconotus Pascol siehe Neue Litteratur 432. Apfelsinen siehe Die Besiedelunorsfähigkeit von Westnsambara 502. — .— siehe Die Orano^engärten von Jaffa 348. — . — siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 40. — . — siehe Siedelungsgesellschaft von Deutsch-Südwestafrika 417. Arauearia brasiliensis siehe Mate aus Brasilien 125. Arbol de Canamo iMusa textilis) siehe Xultur des Manilahanfes 175. Areca siehe Studiem-eise nach Niederländisch- und Britisch-Westindien 183, 184, 191. — . — Catechu siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 247. Arenga saccharifera siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 247. — . — — .— siehe Ötudieni'eise nach Niederländisch- und Britisch-Westindien 183. Artocarpus incisa siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- Westindien 183. — . — integrifolia siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. Asa foetida siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 375. Asinus taeniopus siehe Aussichten Für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 281. Asparagus africanus Lam. siehe Die Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Siidwestafrika 53G, 539. Aspidiotus- Arten siehe Die Orangegärten in Jaffa 354. Aus deutschen Kolonien 34, 89, 142. 200, 245, 305, 3f)9, 421, 481, 533, 584. 636. Aus fremden Kolonien 40, 93. Aus fremden Produktionsgebieten 146, 205, 255, 314, 371, 424, 482, 541, 589, 640. Aussichten des Kaffeebaues in den Usambara-Bergen. Von Professor Dr. Wohltmann 612. Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe Sc Co. April 1902 375. Auszüge und Mitteilungen 43. Averrhoa carambola siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoiüa 249. Badische Anilin- und Soda-Fabrik siehe Indigokultur 128. Balata siehe Export von Ciudad Bolivar 255. Balata-Baum i Mimusops Balata) siehe Guttapercha-Kultur in Kamerun 562. Bambus siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. — . — siehe Rotau 12. Bambusen siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-West- indien 184. Bananen siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. — . — Schädigung von — durch Nematoden von Dr. Axel Preyer 240. — . Stämme siehe Öffentliche Prüfung einer deutschen Bntfaserungsmaschine in Paris 55, 62. Baobab siehe Über eine am Kunene zu errichtende Versuchsstation 110. Bassia siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-lnseln 222. Batata do9e ohne Ranken, neue Züchtung, siehe Über die Kultur der Bataten auf den Azoren 294. Batate. Über die Kultur der — auf den Azoren von Korpastaba- apotheker Bernegau 285 bis 295. Tropenpflanzer 1902. b — VI — Bataten siehe Einiges über Zuckerrohr- und Batatenkultur 591. — . — (Ipomoea batatas) siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 41. — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 230. — . — siehe Über Fortschritte in der Ernährung der schwarzen Arbeiter in Ka- merun 477. — . — siehe "Weitere Mitteilungen über Dörrbataten 642. Batocera albofasciata siehe Castilloaschädlinge in Kamerun 201. Bauhin ia Burkeana Benth siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch- Südwestafrika 537. Baumtomaten siehe Studienreise nach Niederländich- und Britisch-Tndien 194. Baumwolle siehe Anatolien *24. — . — siehe Companhia de Mogambique 199. — . — siehe Landwirtschaft in Gaza 95. — . — siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 521. — . — siehe Zum neuen Jahr 7. Baumwoll-Expedition nach Togo. Bericht 1901 *39 bis *90. Bericht des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees *39. , „ Baumwoll-Experten James N. Calloway *46. „ „ Stationsleiters Dr. Grüner, Misahöhe *80. „ „ „ Schmid, Atakpame *85. „ „ , Dr. Kersting, Bassari-Sökode *87. „ an die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes über Mafs- nahmen zur Bekämpfung der Viehsterbe *89. — .— -Expertise nach Smyrna. Von Dr. Rudolf Endlich *121 bis *154. Baumwollvarietäten *125. — Klima *126. — Boden *130. — Bodenbearbeitung *131. — Bestellung *132. — Pflege der Baum- wollfelder *133. — Ernte *134. — Ertrag *134. — Die Möglichkeit für die Ausdehnung der Baumwollkultur im Wilajet Aidin *144. — Die Errichtung von Baumwoll-Erwerbsgesellschaften *147. — . kultur. Die staatlichen Bestrebungen zur Förderung der — in Turkestan, Transkaspien und Transkaukasien. Von Borchardt, landwirtschaftl. Sachverständigen der Kaiserlich Deutschen Botschaft in Petersburg 327 bis 337. Geschichtlicher Rückblick 327. — Staatliche Mafsnahraen neuester Zeit 329. — Zukünftiges Programm staatlicher Mafsnahmen 331. — Allgemeine Bemerkungen 332: Zum zukünftigen kultur- technischen Programm; private Thätigkeit russischer Firmen; russische Kolonisation; Dichte der Bevölkerung; Bewässei-ungen; Turkestan; Transkaspien; Buchara; Chiwa; Transkaukasien; Baura- wollsorten; Landpreise, Arbeitslöhne, Getreidepreise. — 3 Anlagen 336, 337. • — . — in Angola 41. . — siehe Deutsche Togogesellschaft 243. - — . — siehe Neue Litteratur 99. . proben aus Deutsch-Ostafrika 309. - -Schädlinge aus Deutsch-Ostafrika 200. Behandlung der Eingeborenen und Kulis auf Sumatra. Die . Von Henry Schmidt 567 bis 580. Bergkulturen siehe Zum Neuen Jahr 9. Bergpapaya (Carica cundinamarcensis) siehe Studienreise nach Nieder- ländisch- und Britisch-Indien 194. - VII — Bergwerksunternehmeii. Ein neues — in Deutsch-Ostafrika 479. Bericht über die Forstkultur in Deutsch-Südwestafrika. Von Dr. Gerber-Windhoek 564. Berichte über 'Land- und Forstwirtschaft in Deutsch-Ostafrika, herausj^egeben vom Kaiserl. Gouvernement in Där-es-Saläm, siehe Neue Litteratur 432. Berlinia Eminii siehe Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika 204. — . . — siehe Kino aus Deutsch-Ostafrika 307. Besiedelung des Ngamilandes durch Buren 483. Besiedelungsf ähigkeit von Westusambara. Die — . Von Dr. Neubaur 496 bis 513. Bibundi-Pflanzungsgesellschaft siehe Zum neuen Jahr 2. —. .— 635. Bixa orellana siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 197. Bixadus sierricola White siehe Kafifeeschädlinge in Westafrika 145. Blasenfufs, Über einen dem Kakao schädlichen — in Guade- loupe 206. Blattkohl siehe Über die Kultur der Batate auf den Azoren 292. Bockkäfer siehe Kaffeeschädlinge aus Westafrika 145. — . — käferlarven als Schädlinge von Castilloa elastica 36. Boehmeria nivea siehe Studien über den Röstprozefs der Jute sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fermentation 301. Bohnen siehe Compagnie von Boror 199. — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *109> — . — siehe Über die Kultur der Batate auf den Azoren 288. Bohrkäfer siehe Kakaokultur auf alten Kafifeeländereien 96. — . — siehe Kautschukkultur in Kamerun 309. Bolifamba-Pflanzung siehe Zum neuen Jahre 1, — . .— siehe Molyko-Pflanzung 88. Bombax rhodognaphalon siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *99, *118. Boophilus bovis Ourtice siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texas- fiebers und der Tsetsekrankheit 270, 273. Borassus flabellifer siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 191. Boscia Pechuelii 0. Kuntze siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch- Südwestafrika 534. Botanischer Garten in Amani siehe Zum neuen Jahre 4. — . . — in Victoria, Bemerkungen über den — 245. Brachystegia-Arten siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *104. Brennhülsen, westafrikanische 42. Brotfruchtbaum siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 183. Brucea sumatrana siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk- Expedition 29, 216, 223. Budargana siehe Das mongolische Kamel 443. Buea siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 394. — . — siehe Cocakultur in Kamerun 422. Büffel siehe Anatolien *27. Bulu-Pflanzung G. m. b. H. siehe Ein neues Pflanzungsunternehraen in Kamerun 198. b* — v]n — Buren-Kolonisation am Ngami-See 640. Buschhühner siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 230. Busseella caryophylli P. Henn siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *94. Caeao siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 375. Caculovar siehe Über eine am Kunene zu errichtende landwirtschaftliche Versuchsstation 110. Caesalpinia dasyrhaehis siehe Castilloa als Kakao-Schattenbaum 146. — .— sappan siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 197. Cajanus Indiens siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *113. Cajew-nuts (Anacardium) siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 197. Calaraus siehe Rotan 18. — . — montanus And. siehe Rotan 16. Calophyllum inophyllum siehe Zum neuen Jahre 7. — .— — . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. — . — sp. siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 194. Cananga odorata Hook, siehe Ylang-Ylang-Kultur auf den Philippinen 372. Canarium ceylanicum siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 247. — . — edule siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. Carica cundinamarcensis siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 194. Carludovica palmata siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 247. Caryophyllus aromaticus L. siehe Gewürznelken in Fernando Pö 255. Caryota urens siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 191. Caschewbäume (Anacardium Orientale) siehe Studienreise nach Nieder- ländisch- und Britisch-Indien 183, 197. Cassia mimosoides L. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 427. — . — obovata siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 523. — . — — . — CoUad. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch -Südwest- afrika 535. — .— siamea siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339, 340. — . — -rinde siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 375. Castilloa elastica siehe Companhia de Mo9ambique 199. — . — — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk - Expedition nach den Südsee-Inseln 225, 395 AT. — . — — . — siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246, 247, 248. — .— — . — siehe Kautschukkultur in Kamerun .309. — . — — .— siehe kautschukartige Stoffe aus St. Thome 315. — . — — . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 340. — . — als Kakao-Schattenbaum in Java 146. — .— zwischen arabischem Kaffee 542. — IX — Castilloa, Käferplage der — siehe Kautschukkultur in Kamerun 637. — . Kautschuk aus Neu-Guinea 89. — . — kultur in Mexico, Über — 589. — .- Schädlinge in Kamerun 201. Casuarina muricata siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 249. — .— — . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. Casuarinen siehe Erfahrungen über Kultur und Präparation der Vanille 166. Oeara-Kautschukkultur in Deutsch-Ostafrika 369. Cedratcitrone siehe Die Orangengärten von Jafifa 349. Celosia argentea siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. Oentotheca lappacea (L) Deso. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. Centralafrikanische Seen-Gesellschaft 86, 198. Ceylon siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Iudien 181. Charmyk siehe Das mongolische Kamel 443. Chicu siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk -Expedition nach den Südsee-Inseln 218. Chinarinde siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 188. — . — siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 375. Chinin siehe Neue Literatur 150. — .— bäume siehe Zum neuen Jahre 9. — . — monopol, holländisches — 430. — . — Prophylaxe siehe Auszüge und Mitteilungen 43. Chloroxylon swietenia siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 197. Chrysobalanus Icaco siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 249. Cinchona ledgeriana — .— officinalis > siehe Cinchona- und Theekultur in Ceylon 362. — . — succirubra — . — bäume siehe Neue Literatur 150. — . — Pflanzungen siehe Holländisches Chininmonopol 430. — .— - und Theekultur in Ceylon. Von Ch. Böhringer 361—867. Cinchonas siehe Compauhia da Ilha do Principe 245. Cissus sp. siehe Nutz- und Medizinalpflanzungen von Deutsch- Süd westafrika 535, 538. Citrone siehe Die Orangengärten von Jaffa 349. — . — siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 388. — .— siehe Siedeluugsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 417. — . — siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502. Citronellagras siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 223. — . — öl siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 196. Citrullus vulgaris siehe Einiges über die Kaifermelone in Südvvestafrika 423. Citrus aurantium — . — bigaradia — . — decumana — .— limonumRisso ( ^^^^^ ^^® Orangengärten von Jaffa 348—350. — . — medica — . — nobilis - X — Cladosporium herbarum auf Thee siehe Studienreise nach NiederländiscL- und Britisch-Indien 185. Clitandra Kilimandjari^^a Warb., Kautschuk von — 35. Coea siehe Zum neuen Jahre 9. — .— blätter siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 376. — . — kultur in Kamerun 421. Cocain siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. Coelogyne siehe Reisebericht der Guttapercha und Kautschuk-Expedition 26. Coffea arabica et liberica siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 185. — . — canephora siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 248. — . — Schumanniana Busse siehe Eine neue KafiFeeart aus Deutsch-Ost- afrika 142. — .— Schumanniana Busse siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *116. — . — Zanguebariae Lour. siehe Eine neue Kafieeart aus Deutsch -Ost- afrika 144. Cola astrophosa Warb. — . — snblobata Warb. > siehe Die Togo-Kolanüsse 628, 630. — . — vera K. Schum. Colombo siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 181. Compagnie von Boror 199. Compauhia da Ilha do Principe 245. — . — de Mozambique 199. Condurangorinde siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 376. Copaifera Guiboratiana siehe Kauriharz 149. — .— raopane siehe Über eine am Kunene zu errichtende Versuchsstation 110. — . . — Kirk. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Südwest- afrika 533. Copernicia cerifera siehe Verwertung der Karnauba-Palme 256. Corchorus capsularis siehe Jute in Deutsch-Ostafrika 36, 38. — . . — siehe Studien über den Röstprozefs der Jute sowie über die Sepa- rierung von Pflanzenfasern durch Fermentation 296. ■ — . — olitorius siehe Jute in Deutsch-Ostafrika 36, 38. — . . — siehe Studien über den Röstprozefs der Jute etc. 296. Cordia subcordata siehe Zum neuen Jahre 7. Cordyla africana Lour. siehe Forschungsreis durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *118. Corypha (Copernicia) cerifera siehe Verwertung der Karnauba-Palme 256. — . — umbraculifera siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 191. Craterispermum montanum Hiern. siehe Nutzhölzer von S. Thome 541. Crescentia cujete siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 246. Crotalaria juncea siehe Kultur und Verwendung von Sunnhanf in Indien 513 — . — — . — siehe Sunnhanf auf den Karolinen 637. — . — Pechueliana Schinz siehe Nutz- und JSledizinalpflanzen aus Deutsch- Südwestafrika 535. — . — sp. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Südwestafrika 538. — ■. — tenuifolia siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Südwest- afrika 513. - XI — Cr ton siehe Cocakultur in Kamerun 421. — . — tiglium siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 196. — . . — siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. Crotonsamen aus Kamerum 91. Cryptomeria siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 388. Cu beben siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 376. Curcuma sp. siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inselu 222. Cynodon dactylon siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- Indien 181, 195. Cynometra Mannii siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. — . . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. Cyperus compressus L. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. — . — Iria L., siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. — . — umbellatus Bth. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. Cyphomandra betacea siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 194. Dadap (Erythrina) siehe Castilloa als Kakao-Schattenbaum in Java 146. — . — siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. Daemia extensa R. Br. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch- Südwestafrika 535, 538. Daemonorops siehe Rotan 13. Dalbergia melanoxylon siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *97. Dari (Sorghum) siehe Anatolien *17. Dattelpalme siehe Bericht über die Forstkultur in Deutseh-Südwestafrika 565. Dermacentor americanus L. siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 270. Derris Stuhlmannii siehe Kino aus Deutsch-Ostafrika 307. Deutsche Handels- und Plantagengesellschaft der Südsee-Inseln zu Hamburg 302. Deutsche Kamerun-Gesellschaft m. b. H., Hamburg 582. Deutscher Kolonialkongress 1902 161. Deutsches Kolonial-Handbuch siehe Neue Litteratur. Deutsches Kolonistenleben im Staate Santa Catharina. Von H. Leyfer siehe Neue Litteratur 207. Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft 528. Deutsche Samoa-Gesellschaft 87. Deutsche Sied'elung über See. Von A. Funke siehe Neue Litteratur 592. Deutsche Togo-Gesellschaft m. b. H. Berlin 243, 583. Dialiopsis africana Radi, siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *113. Diamanten, Eine neue Gesellschaft zur Gewinnung von — in Deutsch-Südwestafrika 632. Dichopsis gutta siehe Über Vorkommen und Kultur des Guttapercha 113. — . — sp., neue — siehe Reisebei-icht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 229. Diospyros ebenum siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 197. — .— quaesita siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 197. - XII — Diplodia gossypina Cooke siehe Baumwollproben aus Deutscli-Ostafrika 312. Dolichos biflorus siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 191. — .— lablab siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *113. Dörrbataten, Weitere Mitteilungen über — 642. Dracaenen siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 247. Dromedar siehe Das mongolische Kamel 442. Duhn (Panicum) siehe Handelspüauzen des ägyptischen Sudan 524. Dumpalmen (Hyphaene Busseil siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *1Ü5, *114. Durian siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-lnseln 218. Durio zibethinus siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 249. Durrah siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 524. Dyrisun (Graminee) siehe Das mongolische Kamel 443. Dysdercus fasciatus siehe Baumwollschädlinge aus Deutsch-Ostafrika 201. Dysenterie siehe Über Fortschritte in der Ernährung der schwarzen Arbeiter in Kamerun 477. Dysenterie mittel (Brucea sumatrana) siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-lnseln 29. Ebenholzbaum (Dalbergia) siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *97, *114. Eichen siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee Inseln 230. Eierfrüchte siehe die Besiedelungsfähigkeit von AVestusambara 502. Eingeborenenkulturen siehe Zum neuen Jahre 7. Ekona-Pflanzung siehe Zum neuen Jahre 1. Elaeis guineensis siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. — -. — — . — siehe Die wirtschaftliehe Bedeutung der Ölpalme 450 ff. Elefanten als Kakaoschädlinge in Kamerun 34. Elektrokultur etc. Von Dr. Selim Lemström s. Neue Litteratur 378. Elephantorrhiza Burchelli Benth. siehe die Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Südwestafrika 534, 538. Elettaria cardamomum siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 24(). Eleusiue coracana siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- ludien 191. — . — — . — siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 524. — . — indica Gärtn. s. Viehfutterpflauzen aus Java 426. Elfenbein siehe Wiederausfuhr portugiesischer Kolonial produkte 424. Erapresa Agricola do Principe in Lissabon 244. Entfaserungsmaschine, Öffentliche Prüfung einer deutscheu — in Paris. Von H. Boeken 53. Epepeotes luscus Fabr. siehe Castilloaschädlinge in Kamerun 201. Eragrostis minor Host, siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. Erdbeeren siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502. Erderbsen siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *113, *118. Erduufs siehe Compagnie von Boror 199» — XIII — Brdnufs siehe Companhia de Mo^ambique 199. Erdnüsse siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *101, *103, *113. Erdnufskultur siehe Über die Kultur der Batate auf den Azoren 286. Erythrina siehe Castilloa als Kakao-Schattenbaum in Java 146. — . — als Schattenbaum siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 190. — . — lithosperraa siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 338. — . . — siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. — . — umbrosa siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. — . — — . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Vic- toria 338. Erythrophloeum guineense siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *105. Erythroxylon coca siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. Eucalyptus siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 388. — . — als Windbrecher siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britiscli- Indien 186, 192. — . Anpflanzung, Über — 644. — .— Stämme siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expe- dition nach den Südsee-Inselu 221. Eugenia caryophyllata siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 190. — . — Jambolana, Gerbstoffrinde siehe« Indigokultur und Fabrikation in Britisch -Indien 85. Euphorbia Stuhlmannii siehe Neue Litteratur 257. Export von Ciudad Bolivar (Venezuela). Von 0. Engelhardt 255. Farbepflanzen siehe Anatolien *23. Feigen siehe Anatolien *21. Feigenbäume, wilde siehe Über eine am Kunene zu errichtende Versuchs- station 110. Feigenkultur in den Tropen 485. Ficus chlamydodora siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *108. Ficus elastica siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 29, 225, 395 £f. — . — — . — siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 190. — .— — . — siehe Kautschukkultur in Kamerun 309, 637. — .— — . — siehe Kautschukartige Stoffe aus S. Thome 315. — . — — . Saat siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expe- dition nach den Südsee-Inseln 218, 221, 234. — . — hirta Vahl siehe Viehfntterpflanzen aus Java 426. — . — thomeensis Warb, siehe Kautschukartige Stoffe aus S. Thome 815. Fimbristylis diphylla Vahl siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. — . — miliacea Vahl siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. Fischfang siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *113. Flachkielmotorboote für China 591. Forschungsreise durch den südlichen Teil von Ueut.sch-Ostafrika. Von Dr. Walter Busse *93 bis *119. Tropenpflanzer 19ü2. C — XIV - Forstkultur, Bericht über die — in Deutsch-Südwestafrika 564. Forststation Okahandja siehe Bericht über die Forstkultur in Deutsch- Südwestafrika 564. Fortschritte in der Ernährung der schwarzen Arbeiter auf den Pflanzungen in Kamerun. Von J. Weiler 476. Fourcroyablätter siehe Öffentliche Prüfung einer deutschen Entfaserungs- niaschine in Paris 55, 60. Fumagine siehe Die Orangengärten in Jaffa 354. Futterpflanzen aus Java 425. Galeriewälder siehe Über eine am Kuneue zu errichtende Versuchsstation 110. Gambirsämliuge siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk- Expedition nach den Südsee-Inseln 218. Gartenbau. Die Hauptschwierigkeiten des — in Deutsch-Südwest- afrika. Von GentZ; Leutnant a. D. 234. Gelbbeere (Rhamnus tinctorius) siehe Anatolien *23. Gemüse siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502. — . — siehe Anatolien *18. Geographische Wanderbilder aus dem Orient siehe Neue Litteratur 9H. Gerste siehe Anatolien *17. Gesellschaft Süd-Kamerun 32. Gesundheitslehre und Heilkunde, Tropische siehe Neue Litteratur 316. Gewürznelken plan tagen siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk- Expedition nach den Südsee-Inseln 216. Gewürznelken in Fernando Pö. Von Ad. F. Moller 255. — .— siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 376. • — . — aus Kamerun 481. — . — bäume siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *94. Glimmer siehe Ein neues Bergwerksunternehraen in Deutsch-Ostafrika 479. Gliricidia sepium siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 248. Gloriosa virescens Lindl. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch- SüdVestafrika 537. Glossina fusca siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 279. — . — longipalpis siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 279. — . — morsitans siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 278. — . — — . — siehe Neue Litteratur 432. — . — tabaniformes siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 279. — . — — . — siehe Neue Litteratur 432. — . — tachinoides siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 279. Gold siehe Besiedelung des Ngamilandes durch Buren 483. Goldfeld-Station siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk- Expedition nach den Südsee-Inseln 228 fi". Gossypium barbadense L. siehe Baumwollproben aus Deutsch-Ostafrika 309. — . — herbaceum L. siehe BaurawoUproben aus Deutsch-Ostafrika 309. — . . — siehe Die staatlichen Bestrebiuigen zur Förderung der Baumwoll- kultur in Turkestan. Transkaspien und Transkaukasien 327. — XY — Gossj'pium herbaceuiu L. siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 521. — . — hirsutum L. siehe Baumwollprobeu aus Deutsch-Ostafrika 309. — . — peruvianum Cav. siehe Baumwollproben aus Deutsch-Ostafrika 309. Granaten siehe Neue koloniale Unternehmungen in Deutsch-Ostafrika 531. Graphit siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 196. Grevillea robusta als Windbrecher siehe Studienreise nach Nie der] ändisch- und Britisch-Indien 186, 192. Guajaven siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 249. — . — siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 388. Guatemala-Plantagengesellschaft in Hamburg 33. Guia del Immigrante en el Peru 486. Gummi siehe Sterculia tragacantha als westafrikauisches Nutzholz 373. Gummi arabicum siehe Neue Litteratur 99. — . . — siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 376. — . .— - siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 519. — .— — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ost- afrika *98. Gummiarten aus Deutsch-Ostafrika. Von Karl Mannich 201. Gurken siehe Einiges über die Kaffermelonen in Südwestafrika 424. Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Kolonien, Reisebericht der — 22, 213. — . — , Über Vorkommen und Kultur des — . Von W. Burchard 112. — . — siehe Kautschukartige Stoffe aus S. Thome 315. — . — , Die Anpflanzung von — in der Residentschaft Banjoemas auf Java 374. — . kultur in Kamerun. Von 0. Warburg 561. — . — von Tabernaemontana 95. — . — aus Tabernaemontana 483. Haematopus pluvialis siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 278. Hafer siehe Anatolien *17. Hakgalla- Garten siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 194. Hamburg — Afrika-Gesellschaft m. b. H. 244. Handels- und Plantageugesellschaft der Südsee - Inseln zu Ham- burg 87. Handelsbericht, Auszug aus dem — . Von Gehe & Co. 375. Handelspflanzen des ägyptischen Sudan, Über einige — . Von Dr. J. J. David-Basel 517. Hanf siehe Anatolien *23. Hanseatische Kolonisationsgesellschaft m. b. H, Hamburg 242. Helopeltis (Blattwanze) siehe Kakaokultur auf alten Kaffeeländereien 96. Hemileia siehe Kaffeeplantage Sakarre 31. siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 190. — ■ — vastatrix siehe Gefährdung der Kakaokultur auf Samoa 632. Herveros siehe Mate aus Brasilien 124. Heuschrecken siehe Die Hauptschwierigkeiten des Gartenbaus in Deutsch- Südwestafrika 234. Heuschreckenpilz siehe Neue Litteratur 433. Hevea brasiliensis siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk- Expedition 226, 396 ff. c* — XVI — Hevea brasiliensis siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Yictoria 246, 247. — . — — . — siehe Kautschukartige StoflFe aus S. Thome 315. — . . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 340. — . . — siehe Kautschukkultur in Kamerun 637. — . — Sieberi siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. Hibiscus siehe Studien über den Röstprozefs der Jute sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fermentation 300. Hibiscushanf siehe Jute und — in Deutsch-Ostafrika 252. Hirse (Panicumi siehe Anatolien *17. Holländisches Chininmonopol 430. Honiggewinnung siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *104. Hopfen siehe Anatolien *22. Hotea subfasciata Westw. siehe BaumwoUschädlinge aus Deutsch- Ost- afrika 201. Hoya siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition 26. Hühner, verwilderte siehe Verwilderte Haustiere in S. Thome 205. Hunde, verwilderte siehe Verwilderte Haustiere in S. Thome 206. Hutpilze siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ost- afrika *113. Hyphaene ansata Damm, siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *116. — . — Bussei Daramer siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *105. — . — coriacea siehe Neue Litteratur 257. — . — guineensis siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 247. — . — rovumensis Damm, siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *116. Iraperata arundinacea Cyrill. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. In die an siehe Indigokultur und Fabrikation in Britisch-Indien 70, 75, 137. Inaigo siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 523. Indigofera tinctoria siehe Indigokultur und Fabrikation in Britisch-Indien 70, 71. Indigogewinnung siehe Neue Litteratur 99. Indigokultur und Fabrikation in Britisch-Indien. Von Dr. A. Schulte im Hofe 70 bis 86, 128 bis 137. Kultur des Indigos 71. — Ernte und Fabrikation 74. — Einflufs des künstlichen Indigos auf die Indigo-Industrie Indiens 128. — Die Indigoauktionen in Oalcutta 133. — Anhang: Studien über den Gehalt der Indigofera tinctoria an Indican sowie über die Ge- winnung des Indigo. Inesida leprosa F. siehe Castilloaschädlinge in Kamerun 201. Inga Saman siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 184, 185. Ingwer siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 376. Intsia (Afzelia) bijuga siehe Zum neuen Jahre 7. Ipomoea batatas siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 41. Ischaemum timoreuse Kth. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. — XVII - Ixodes ricinus L. siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 270. Jaarverslag der Gouvernement Kine-Onderneming indeResidentie Preanger -Regentschappen 150. Jackbäume siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 183. Jaffa, Die Orangengärten von — 341 bis 361. Jaluit-Gesellschaft, Hamburg 368. 416. Jambosa vulgaris siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. Japan-Kampfer. Von Moritz Schanz 126. Jatropha curcas siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 246. — . . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ost- afrika *93. Jubaea spectabilis H. B. et Kunth 41. Jute in Deutsch-Ostafrika 36. — . — siehe Studien über den Röstprozels der Jute sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fermentation 295 ff. — . — und Hibiscushanf aus Deutsch-Ostafrika 252. — . — sacke siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 181. Kaffee siehe Landwirtschaft in Gaza 95. - Marogogipe — 96. - Pflücken des — siehe Einiges über die Kontrolle auf Plantagen 121. - siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 185. - siehe Wiederausfuhr portugiesischer Kolonialprodukte 424. . — siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 510. - Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *104, 110- - art. Eine neue — aus Deutsch-Ostafrika (CoffeaSchumanniana) 142. - art, wilde — (Coffea Schumanniaua Busse) siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *116. - bäume siehe Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft 529. - bau siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 188. . — baues, Die Aussichten des — in den Usambara-Bergen 612. - bohr er (Anthores leuconotus) siehe Neue Litteratur 432. düngungsversuche in Brasilien. - krank heit siehe Gefährdung der Kakaokultur auf Samoa 632. . — kultur, Rückgang der — in Costarica 94. - kultur siehe Kultursystem des Generals Graf van den Bosch auf Java 413. - kultur siehe Sigipflanzungsgesellschaft 530. - pflanzen siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. - plantage Sakarre A.-G., Berlin 31. .— Produktion und -Konsum 431. - Schädlinge aus Westafrika 145. Kaffermeloue, Einiges über die — in Südwestafrika 423. Kakao siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 185, 189, 190, 192. — XYIII — Kakao siehe Ein neues Pflauzungsunternehraeu in Kamerun 198. — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 219, 221. — . — siehe Empresa Agricola do Principe 244. — .— aus Togo 249. - siehe Export von Ciudad Bolivar 255. . — siehe Cinchona- und Theekultur in Ceylon 366. - siehe Kamerun-Land- und Plantagen-Gesellschaft 581. - siehe Moliwe-Pflanzungsgesellschaft 583. - siehe Kulturwert der Samoaböden 606 if. . — Analyse des — von Cabinda 641. - siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deütsch-Ost- afrika *93. - Rindenlaus im — in Kamerun 144. - Helopeltis Antonii auf — Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 186. - Nectria auf — Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 186. - Thrips auf — Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 186. - Über einen dem — schädlichen Blasenfufs in Guadeloupe 206. - bäume siehe Companhia da Ilha do Principe 245. . — bäume siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. - ernte in Kamerun — Die 254. ernte siehe Sociedade de Agricultura Colonial in Lissabon 244. - kultur siehe zum neuen Jahre 7. - kultur siehe Deutsche Samoa-Gesellschaft 87. ,— kultur auf alten Kaffeeländereien 96. . — kultur, Gefährdung der — auf Samoa. Von Dr. F. Reinecke 632. - Pflanzungen in Samoa 197. - Pflanzungen siehe Die wirtschaftliche Bedeutung der Ölpalme 454. .— Schädling, Eine Rindenwanze als — 638. - Schattenbaum, Castilloa als — in Java 146. Kalanchoe paniculata Haro siehe Nutz- und Medizinalpflanze aus Deutsch- Südwestafrika 536. Kalidüngung, Erfolge der — im Obstbau siehe Neue Litteratur 593. Kamel, Das mongolische — Von Frhr. von Stauffenberg 441 bis 450. Kamerun. Sechs Kriegs- und Friedensjahre etc. Von H. Dominik siehe Neue Litteratur 317. — . — Land- und Plantagen-Gesellschaft, Hamburg 581. Kampher, Japan — Von Moritz Schanz 126. — . — siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 377. — . — bäume siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 185. — . — öl siehe Japan-Kampher 126, 128. — . — Pflanzung siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 195. Kaokofeld siehe Über eine am Kunene zu errichtende Versuchsstation 111. Kapok siehe Zum neuen Jahre 7. Kardamom siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 188. — . — siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. — XIX — Kardamom siehe Cinchona- und Theekultur in Ceylon 366. — _ — siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. Karnauba-Palme, Verwertung der — in Deutsch-Brasilien 256. Kartoffeln siehe Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 417. — . — siehe die Besiedelungsfähigkeit von AVestusambara 502 ff. — . — siehe Anatolien *18. Kaurifichte, Die — Von Ernst Henning 237. Kauriharz 146. Kauri Tiraber Company Ltd. siehe Die Kaurifichte 239. Kautschuk, Castilloa — aus Neu-Guinea 89. — . — siehe Landwirtschaft in Gaza 95. — .— siehe Stadienreise nach Niedei-ländisch- und Britisch-Indien 191. — . — siehe Export von Ciudad Bolivar 255. — .— siehe Wiederausfuhr portugiesischer Kolonialprodukte 424. — .— siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 523. — . — von Castilloa siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. — .— von Clitandra Kilimandjarica "Warb. — .— von Landolphien vom Kamerungebirge 539. — . — Parä siehe Bemei'kungen über den botanischen Garten in Victoria 246. — .— artige Stoffe aus S. Thome 315. — .— bäume siehe Companhia da Ilha do Principe 245. — . — export in Benguella 93. — . — export aus Brasilien 146. — . — kultur siehe zum neuen Jahre 6. — . — — . — in Kamerun 308, 636. — .— — .— in Deutsch-Ostafrika 369. — .— lianen siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 215, 229, 232. — .— und Guttapercha-Expedition siehe Zum neuen Jahre 6. — .— und Guttapercha-Expedition nach den Südsee-Kolonien Reisebericht der 22, 213. Kickxia siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 248. — . — siehe Kamerun Land- und Plantagen-Gesellschaft 581. — . — siehe Moliwe-Pflanzungsgesellschaft 583. — . — africana Benth. siehe Kantschukartige Stoffe aus S. Thome 315. — .— — . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten in Victoria 339. — . — elastica siehe Kautschukkultur in Kamerun 308, 636. — . — kautschuk siehe Ein neues Pflanzungsunternehmen in Kamerun 198. — . — kultur in Kamerun 145, 423. Kina (Calophyllum sp.) siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 194. Kina-Onderneming, Jaarverslag der — siehe neue Litteratur 150. Kino aus Deutsch-Ostafrika 305. Kitopeni- Plantage siehe Vanille aus dem Gouvernementsbezirke in Där-es- Saläm 92. Kitulpalme siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 191. Kleinasien siehe Anatolien. Von Prof. Dr. B. Fesca *1 bis *35. Koetei-Company siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Ex- pedition 22. — XX — Kohl siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502. Kohle siehe Besiedelung des Ngamilandes durch Buren 483. Kokablätter siehe Cinchona- und Theekultur in Ceylon 366. Koka-Pflanzung siehe Zum neuen Jahre 1. Kokosmatten siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 181. — . — öl siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 181. — . — palmen siehe Landwirtschaft in Saga 95. — . — — . — siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 188. — . . — siehe Companhia de Mozambique 199. — . . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 222. — . — — . — siehe Plantage Kpeme in Togo 304. — .— — . — siehe Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft 529. — . — — . — Schädigung von — durch Dürre 644. Kokosnuss siehe Zum neuen Jahr 7. — . — nüsse siehe Cinchona- und Theekultur in Ceylon 361. — . — wälder siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 195. Kola siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Oet- afrika *93. Kolanussptlanzungen siehe Über die Kultur der Batate auf den Azoren 285. Kolanüsse, Die Togo — Von Prof. Dr. 0. Warburg 626. Kolondj onogras siehe Kakaokultur auf alten Kafifeeländereien 96. Kolonial-Handbuch, deutsches — siehe neue Litteratur 42. — . — haus, Das Deutsche — in Berlin 592. — . — kongress, Deutscher — 1902 161, 495. Koloniale Gesellschaften 31, 86, 141, 197, 242, 302, 367, 416, 478, 528, 581, 635. — . — Unternehmungen in Deutsch-Ostafrika, Neue — 531. Kontrolle auf Plantagen, Einiges über die — . Von J. Kumpel, Costa- rica 119. Kopalbaum siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *118. Kopra siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 181. Korallengärten siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 217. Korthalsia robusta Bl. siehe Rotan 13. Kpeme-Pflanzung siehe Zum neuen Jahre 1. — .— Plantage — in Togo 303. Krapp, siehe Anatolien *23. Kronentauben siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 230. Krotonpflanzen siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. Kulis, Behandlung der Eingeborenen und — auf Sumatra 567^580. Kultursystem des Generals Graf van den Bosch auf Java. Von J. van Taack-Trakranen 403—416. — . — wert der Samoa-Böden. Der — Von Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Wohltmann 601—612. Kunene, Über eine am — zu errichtende landwirtschaftliche Ver- suchsstation. Von Dr. G. Hartmann 109. Kurasini, Pflanzung siehe Zum neuen Jahre 3. Kürbisse siehe Einiges über die Kaffermelone in Südwestafrika 424. — XXI - Kürbisse siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika n03, 109, 113, 117, 118. Kylliugia raonocephala Rottb. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426- Landolphia dondeensis siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *99, 101. — . — Kirkii siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Oätafrika *118. — . — lucida K. Seh. var. hispida Hallier f. siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *118. — . — scandens var. rotundifolia siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *119. — . . . — Tubeufii siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutseh-Ostafrika *115. Landolphien siehe Landwirtschaft in Gaza 95. — . — siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 524. — . — -Kautschuk vom Kamerungebirge 539. Landwirtschaft auf der Insel S. Miguel 40. — . — in Gaza i Mozambique). Die — 94. Landwirtschaftliche Ausstellung in Windhoek 587. — . — Produktion der Distrikte Angra do Heroismo und Ponta Delgada (Azoren). Von Ad. F. Moller 482. Lecaniuraarten siehe Die Orangengärten in Jaö'a 354. Lein siehe Jute in Deutsch-Ostafrika 39. — . — siehe Anatolien *23. Lissertia benguellensis Bak. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Südwestafrika 537. Limone, süsse siehe Die Orangengärten von Jaffa 349. Lindi-Hinterlandgesellschaft 198. Linum usitatissimum siehe Jute in Deutsch-Ostafrika 39. Lisoka-Pflanzung siehe Zum neuen Jahre 1. Lisombe (Elaeis guineensis var.) siehe Die wirtschaftliche Bedeutung der Ölpalme 45G, 465-467. — . — -Ölpalme, Eine Versuchspflanzung der — in Kamerun 588. Litchi siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 218. Litteratur, neue 42, 97,. 150, 207, 257, 316, 378, 431, 485, 542, 592, 645. Lobelien (Rhynchopetalum) siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 194. Lomadera, eine Art von Texasfieber in Venezuela 482. Lonchocarpus sericeus siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 340. Lorbeer siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 388. Luzerne siehe Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 417. Mafuta-Krankheit siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *107, 111, 119. Maguey de Tequila (Agave tequilana Web.) siehe Die Tequila- Agave in Mexiko 429. Mais siehe Über die Kultur der Batate auf den Azoren 288. --. — siehe Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 417. — . — siehe Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502 fl'. — . — siehe Anatolien *18. - XXII — Mais siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *103, 109, 112, 113, 118. — . — kolben als Packmaterial siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 391. Malaria, die Verhütung der M. im Kongo-Gebiet 43. Mandarine siehe Die Orangengärten von Jaffa 350. Mandarinen siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 388. Mangistan siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 218. Mangobäume siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. Manihot Glaziovii siehe Companhia de Mogambique 199. — . — — . — siehe Kautschukartige Stoffe aus S. Thome 315. — . — — . — siehe Ceara-Kautschukkultur in Deutsch-Ostafrika 369 Manilahanf, Die Kultur des — auf den Philippinen. Von Moritz Schanz 175. — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 223. — . — harz siehe Kaurihai'z 149. Maniok-Kultur in Deutsch-Ostafrika 251. — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *101, 103, 113, 117. Manuia Samoa von R. Deeken siehe Neue Litteratur 258. Maragogipe-Kaffee 96. Marktbericht 44, 100, 152, 208, 260, 318, 379, 433, 487, 543, 594, 646. Mascarenhasia elastica siehe Kautschukkultur in Kamerun 637. Massaiesel siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 281. — . — , Ist der — immun gegen die Tsetsekrankheit? Von Dr. Kummer- Nguelo 525. Mastix siehe Anatolien *23. Mate aus Brasilien. Von A. Papstein, Curityba-Paranä 124. Mattenflechterei .siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *94. Maulbeerkultur siehe Anatolien *24. Meanja- Pflanzung siehe Zum neuen Jahre 1. Medizinalpflanzen, Nutz- und — aus dem Nordbezirk von Deutsch- Südwestafrika 533. Meerschaumlager siehe Anatolien *5. Metopodontus Savagei Hope s. Castilloaschädlinge in Kamerun 201. Mezcal siehe Die Tequila- Agave in Mexiko 429. Mimosa pudica L. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 427. Mimusops Balata siehe Guttaperchakultur in Kamerun 562. Mittelamerikanische Reisen und Studien aus den Jahren 1888 — 1900 Von Dr. Karl Sapper, siehe Neue Litteratur 645. Mkussa-Baum (Uapaca Kirkiana) siehe Forschungsreise durch den süd- lichen Teil von Deutsch-Ostafrika *101. Moecha Büttneri Kolbe siehe Kaffeeschädlinge in Westafrika 145. — . — molator F. siehe Kaffeeschädlinge in Westafrika 145. Mohn s. Anatolien *22. Moliwe-Pflanzung siehe Elefanten als Kakaoschädlinge in Kamerun 34. — . . — siehe Bockkäferlarven als Schädlinge von Castilloa 36. — . . — siehe Rindenlaus im Kakao in Kamerun 144. — XXIII — Moliwe-Pflanzung siehe Kickxiakultm* in Kamerun 145, 423. — . — — . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. — . .— siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 394. — .— jjflanzungs-Gesellschaft, Hamburg 582. Molyko-Pflanzung siehe Zum neuen Jahre 1. — . — Kamerun 88. Mongolische Kamel, Das — . Von Lt. Frhr. v. Stauffenberg 441—450. Monohammus sartor; M. sutor siehe Kaffeeschädlinge in Westafrika 145. Moringa pterygosperma siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339, 340. Motorboot für Kamerun 205. Muavi (Parkia Bussei) siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *105. Mucuna pruriens DO. siehe Westafrikanische Brennhülsen 42. — . — urens DO. siehe Westafrikanische Brennhülsen 42. — . — utilis siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ost- afrika *93. Musa siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 41. — . — sapientum siehe Studien über den Röstprozefs der Jute sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fermentation 299. — . — textilis siehe Die Kultur des Manilahanfes auf den Philippinen 175. Musaceae von K. Schumann siehe Neue Litteratur 259. Maskatbäume siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. — . — nufs siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 189. — . — nüsse siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inaeln 21G, 217, 223. — . . — siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 377. — . — — . — Überführung von Banda -Muskatnüssen nach Neu- Guinea 91. Myombo- (Brachystegia) Wald siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *101, 104, 111. Myrobalanen siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 197. Nargana (Tsetsek rankheit) siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 280. Nectria auf Kakao siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 186. Nelkenbaum siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 190. Nelumbium speciosum siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 183. Nematoden, Schädigung von Bananen durch — . Von Dr. Axel Preyer 240. Nespera (Sterculia tragacantha Lindl.) als Nutzholz 373. Neue koloniale Unternehmungen auf Samoa 478. Neue Litteratur 42, 97, 150, 207, 257, 316, 378, 431, 485, 542, 592, 645. N eu-Guinea-Konipagnie siehe Zum neuen Jahre 6, 7. — . . — — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 218 ff. Ngamiland, Besiedelung des — durch Buren 483. — . See, Burenkolonisation am — 640. Nutzhölzer von S. Thome 541. — XXIV — Nutz- und Medizinalpflanzen aas dem Nordbezirk von Deutsch- Süd westafrika 533. Odontopyge Attemsi n. sp. siebe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *94. Okahandja, Forststation siehe Bericht über die Forstkultur in Deutsch- Südwestafrika 564. Öl (Oliven) siehe Anatolien *21. Oleum Gynocardiae siehe Auszug aus dem Handelsbei-icht von Gehe & Co. 377. Oliven siehe Anatolien *21. Ölpalme, Die wirtschaftliche Bedeutung der — . — . Von Dr. P. Preuss 450—476. — . — siehe Die Bekämpfung der Tsetsekrankheit 622. — . — siehe Eine Versuchspflanzung der Lisombe — in Kamerun 588. — . — Samen, Wiederausfuhr portugiesischer Kolonialprodukte 424. Opium siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 377. Oplismenus Burmanni Beauv. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. — . — compositus Beauv. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. Orangenbäume, Pilzkrankheit der, siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren .389. — .--gärten von Jaffa, Die. Von A. Aaronsohn und Dr. S. Soskin 341—361. A. Orangenexport und Orangenhandel 341. B. Kultur des Orangenbaumes 348. 1. Arabische Kulturmethode 350. 2. Euro- päische Kulturmethode 357. C. Zukunft der Orangenkultur von Jafla 360. — . — kultur siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 388. — .^Wälder und Petitgrain-Öl in Paraguay 314. Orchideen siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südseeinseln 517. Oreodoxa oleracea siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 247. Orlean (Bixa orellana) siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 197. Orseille siehe Wiederausfuhr portugiesischer Kolonialprodukte 424. Orthanthera j asminiflora (Burch.i K. Schura. siehe Nutz- und Medizinal- pflanzen aus Deutsch-Südwestafrika 536. Ost- und Südafrika von M. Schanz siehe Neue Litteratur 542. Osuna-Rochela-Plantagengesellschaft in Hamburg 33. Otavi-Minen- und Eisenbahn-Gesellschaft 141. Ovahiraba siehe Über eine am Kunene zu errichtende Versuchsstation 110, 111. Ovambo-Frage siehe Über eine am Kunene zu errichtende Vei'suchsstation 111. Pagani-Gesellschaft 141. Palaquiura borneense siehe Guttaperchakultur in Kamerun 563. — . — gutta siehe Guttaperchakultur in Kamerun 563. — . — — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk -Expedition 25, 28, 215, 223. — . — — . — siehe Über Vorkommen und Kultur des Guttapercha 113, 116. — . — oblongifolium siehe Die Anpflanzung von Guttapei-cha in der Resident- schaft Banjoemas auf Java 374 — . . — siehe Guttaperchakultur in Kamerun 563. - XXY — PalaquiumPisangBui-ck. siehe Reisebericht dei- Guttapercha- und Kautschuk- Expedition nach den Südseeinseln 28, 29. — .— spec. nova siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südseeinseln 229. — . — Treubii siehe Guttaperchakultur in Kamerun 563. — . — — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südseeinseln 215. Palaquiumstecklinge siehe Zum neuen Jahre G. Palmbohrer (Rhynchophorus phoenicisl siehe JDie wirtschaftliche Be- deutung der Ölpalme 452. Palmkerne siehe Companhia da Uha do Principe 245, 450 ff. — . — siehe Empresa Agricola do Principe 244. — . — siehe Wiederausfuhr portugiesischer Kolonialprodukte 424. — . — öl siehe Die wirtschaftliche Bedeutung der Ölpalme 4 50 ff. Palmyrapalme (Borassus flabellifer) Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 191. Panax ginseng, Über die Kultur von — . — in Shantung 539. Pandanussumpf siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südseeinseln 228. Pauicum colonum siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *113. Panicum miliaceum siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 524. — . — miliare und — . — psilopodium siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 191. — . — sanguinale L. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. Paradeniya-Sorten siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 185, 188, 192. Parameria sp. siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südseeinseln 229. Parinarium Hahlii Warb., Nüsse von — . — 370. — . — sp. siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *104. Parkia Bussei Harms siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *105. Paspalum scrobiculatum siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 191. — . — sp. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. Patchouli siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südseeinselu 223. Payena Leerii siehe Guttaperchakultur in Kamerun 562. — . -. — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk -Expedition 28, 29, 215, 223. — .— — . — siehe Über Vorkommen und Kultur des Guttapercha 113, 116. — .— Stecklinge siehe Zum neuen Jahre 6. Penicillaria siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 524. Pennisetumhirse siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *101, 113. Perlhühner siehe Verwilderte Haustiere in S. Thom6 206. Peru, Guia del Immigrante en el — . — 486. — XXVI — Perubalsam siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 377. — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk- Expedition nach den Südseeinseln 219. Pestalozzia Guepini siehe Studienreise nach Xiederländisch- und Britisch- indien 185. Petitgrain-Öl in Paraguay 314. Peucedanum araliaceuui Benth. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Südwestafrika 534, 538. Pfeffer siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 377. — . — pflanzen siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. Pflanzungsgesellschaften (vergl. auch Koloniale Gesellschaften) 31. —.— unternehmen, Ein neues — . — in Kamerun 198. Phaseolus mungo siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 191. — . — — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ost- afrika *113. — . — vulgaris siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *113. Philippinen, Die wirtschaftliche Entwickelung der — siehe Neue Litteratur 43. Phoenix reclinata siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *95, 104. Phyllanthus Niruri L. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 427. Physopus rubrociucta Giard siehe Über einen demKakao schädlichen Blasen- fufs 206. Pistacia tentiscus siehe Anatolien *23. — . — terebinthus siehe Anatolien *23. Pithecolobium Saman siehe Erfahrungen über Kultur und Präparation der Vanille 166. — . — — . — siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. — . . — siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 340. Plantage Kpeme in Togo, G. m. b. H., Berlin 303. Plantagen, Einiges über die Kontrolle auf. Von J. Kumpel. Costarica 119. Plantagengesellschaft Clementina, Hamburg 533. — . — gesellschaft Süd-Kamerun in Hamburg, G.m.b.H. 33. Plectocomia elongata Bl. siehe Rotan 13. Poa Brownii siehe Kauriharz 148. Poinciana regia siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. — . . — siehe Die "Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339. — . — — . — siehe Erfahrungen über Kultur und Präparation der Vanille 166. Polygala bracteolata L. siehe Nutz- und Medizinalpflauzen aus Deutsch- Süd westafrika 537. ^. — tinctoria siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 523. Polytrias praemorsa Hackel. siehe Viehfutterpflauzen aus Java 425. Pompelmus siehe Die Orangengärten von Jaffa 350. Portalaca oleracea L. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 427. — XXYII — Pterocarpus Bussei Harms siehe Kino aus Deutsch-Ostafrika 305. — , — — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *98, *101, *118. Pyrosoma bigeminum Smith siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 270. Pyrosoraen siehe Lomadera, eine Art von Texasfieber in Venezuela 483. Quai, Kulturstation siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 497 0'. Quebrachoholz siehe Zum neuen Jahre G. Radieschen siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502. Eamboetan siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südseeinselu 218. Ramie siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südseeinselu 219, 323. — .— siehe Studien über den Röstprozefs der Jute sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fermentation 301. — . — kultur siehe Indigokultur und Fabrikation in Britisch-Indien 132. Randia Engleriana K. Schum. siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *111. Raphiabast, Der, von R. Sadebeck siehe Neue Litteratur 207. Raphia Monbuttorum Drude siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Oatafrika *98, 104, 111. Ravensara aromatica siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 190. Reis siehe Kultursystem des Generals Graf van den Bosch auf Java 144, 406, 408. — .— siehe Über Fortschritte in der Ernährung der schwarzen Arbeiter in Kamerun 476. — .— siehe Anatolien *18. — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *103, 105, 113. — . — -fei der siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 183. 184, 192. Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Kolonien. Von R. Schlechter 22, 213, 394. Expertise nach dem Finisterre-Gebirge 394. — Gutachten über • Guttapercha aus Neu-Guiuea 396. — Gutachten über Kautschuk aus Neu-Guioea 400. Rhamnus tinctoriua siehe Anatolien *23. Rhea siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 185, 190. Rhinoceros siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition 29. Rhipicephalus annulatus siehe Lomadera, eine Art von Texasfieber in Venezuela 483. Rhododendron arboreum siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 194. Rhynchophorus phoenicis siehe die wirtschaftliche Bedeutung der 01- palme 452. Rhynchosia caribaea (Jacq.) DC siehe Nutz- und Medizinalpflaozen aus Deutsch-Südwestafrika 536, 589. Ricinus siehe Compagnie von Boror 199. — . — siehe Cocakultur in Kamerun 421. — .— -Öl, Kultur und Fabrikation von — in deutscheu Kolonien 144. — XXVIII — Rindenlaus im Kakao in Kamerun 144. — . wanze. Eine — als Kakaoschädling in Kamerun 638. Rindvielizucht siehe Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 418. — . — siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 499. — .— siehe Anatolien *27. — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *106. Rosellinia radiciperda auf Thee siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 185. Rot an. Von Dr. Axel Preyer 12. — . arten siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition 25, 216. Rüben siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502 ff. Rum siehe Pangani-Gesellschaft 141. Sagosurapf siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition 228. Sakarre, Kaffeeplantage 31. — . — siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 501 ff. Salinen siehe Anatolien *7. Salzquellen siehe Central- Afrikanische Seen-Gesellschaft 86. Saman siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. Samoa. Neue koloniale Unternehmungen auf — 478. — . — Manuia — von R. Deeken siehe Neue Litteratur 258. — . — von Dr. F. Reinecke siehe Neue Litteratur 485. — . — -Böden. Der Kulturwert der — 601. — . — -Gesellschaft, Deutsche 87. Sandstein siehe Über eine am Kunene zu errichtende landwirtschaftliche Ver- suchsstation 110. Sanseviera guineensis 34. — . — Ehrenbergii und guineensis siehe Forschungsreise durch den süd- lichen Teil von Deutsch-Ostafrika *98. — . fasern aus Deutsch-Südwestafrika 34. Sapanholz siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 181, 197. Sapium utile siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 248. Sapotaceen siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 215, 230. Saxaul siehe Das mongolische Kamel 443. Schafe siehe Anatolien *27. Schäferei-Gesellschaft, Südwestafrikanische — siehe Zum neuen Jahr 1. -. .- 141. Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft 367. Schattenbäume siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 339 bis 340. — . — siehe Neue Litteratur 433. — . — siehe Kautschukkultur in Kamerun 636. Schellack siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 378. Schweine. Wilde — siehe Verwilderte Haustiere in S. Thome 205. — . — -zucht siehe Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 419. Seidenzucht siehe Anatolien *24. Sennehblätter siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 523. Sennesblätter siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 378. Serehkrankheit siehe Neue Litteratur 97, 99. — XXIX — Sesam siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 196. — . — siehe Corapaguie von Boror 199. — . — siehe Companhia de Mogambique 199. — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *113, 118. Sesam um indicum siehe Beiuerkungeu über den botanischen Garten in Victoria 246. Sesbania aegyptiaca Pers. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 427. Sideroxylon siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Kolonien 222. Siedelungsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 417. Sigi-Pflanzungsgesellschaft 530. Sisalagaven siehe Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft 529. — . — siehe Westdeutsche Handels- und Plautagengesellschaft 529. — .— ^ -blätter siehe Öffentliche Prüfung einer deutschen Entfaserungsmaschine in Paris 58. Sociedade de Agricultura Colonial in Lissabon 244. Solanum äff. rigescens Jacq. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Südweatafrika 535. — . — saepiacum Damm, siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *108. Soppo-Pflanzung, siehe Zum neuen Jahr 3. — . — — . — siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 394. Sorghum siehe Anatolien *17. — . — -bau siehe Foi'schungsreise durch den südlichen Teil von Deutscli-Ost- Ostafrika *103, 109, 113. — . — guineense siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- Indien 183. Sorindeia acutifolia Engl, siehe Nutzhölzer von S. Thome 541. South African Territories Ltd. 89, 420. Spanisches Rohr siehe Rotan 13. Spargel siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502. Spinat siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 502. Spondias lutea als Stützbaum siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. Sporobolus Indiens R. Br. 4° siehe Viehfutterpflanzen aus Java 425. Spritfabriken siehe Über die Kultur der Batate auf den Azoren 287. Sterculia tragacantha Lindl. als westafrikanisches Nutzholz. Von Ad. F. Moller 373. Sterculien siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 184. — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *114. Strophanthus-Arten, Über die pharmakognostisch wichtigen — . Von Dr. Ernst Gilg 551 bis 560. — . — Courmontii siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *98. 105. — . — gratus (Wall, ei Hook.) Franc h. siehe Über die pharmakognostisch wichtigen Strophanthus-Arteji 557. — . — hispidus P. De. siehe Tiber die pharmakognostisch wichtigen Strophan- thus-Arten 556. — .— Kombe Oliv, siehe Über die pharmakognostisch wichtigen Strophanthus- Arten 553. — XXX — Strophanthus Korabe Oliv, siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *98, *99. — . — sarraentosus P. De. siebe Über die pharmakognostisch wichtigen Strophanthus-Arten 557. — . — Thollonii Franc h. siehe Über die pharmakognostisch wichtigen Stro- phanthus Arten 560. Strychnos Goetzei siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *101. — . — pungens siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *101. Studien über den Röstprozefs der Jute sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fermentation. Von Dr. A. Schulte im Hofe 295. Corchorus olitorius und C. capsularis 296. — Agave americana 297. — Musa sapientum 299. — Corchorus und Hibiscus 300. — Boehmeria nivea 301. Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Iudien. Von Regie- rungsarzt Dr. Stuhlmann 181 bis 197. Stuhlrohr siehe Rotan 18. Sudan, Über einige Handelspflanzen des ägyptischen — 517. Südkamerun-Gesellschaft 32. Südwestafrikanische Schäfereigesellschaft siehe Zum neuen Jahre 1. — . .— 141. Sunnhanf in den Südsee-Kolonien 481. — . — , Kultur und Verwendung von — in Indien. Ton Dr. Schulte im Hofe 513. Swakopmunder Immobiliengesellschaft m. b. H. 88. — . — Minengesellschaft m. b. H. 89. Systates poUinosus Gerst. siehe Baumwollschädlinge aus Deutsch- Ostafrika 200. Tabak siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 41. — . — siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 197. - siehe Companhia de Mocambique 199. - (Barinas) siehe Export von Ciudad Bolivar 255. . — siehe Anatolien *22. - siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *209. Tabakbau in Deli siehe Neue Litteratur 97. — . — siehe Behandlung der Eingeborenen und Kulis auf Sumatra 567 fif. Tabakfabriken siehe Über die Kultur der Batate auf den Azoren 287. Tabakproduktion in den deutschen Schutzgebieten 371. Tabakscultuur op Sumatras Oostkust siehe Neue Litteratur 97. Tabernaemontana angolensis Stapf siehe Kautschukartige Stoffe aus S. Thome 315. — . — Donnell-Smithii siehe Guttaperchakultur in Kamerun 562. — .— , Guttapercha von — 95, 483. Talipotpalme (Corypba urabraculifera) siehe Studienreise nach Nieder- ländisch- und Britisch-Indien 191. Tamarinde siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 518. Tamarinden siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *114. Taro-Pl . I "• n siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expe- dition nach den Südsee-Inseln 227 fif. — XXXI — Tauben siehe Verwilderte Haustiere in S. Thome 206. Tausend füfsler als Schädling siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *94. Teakholz siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 181. — . schwellen siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 183. Tectona grandis siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expe- dition nach den Südsee-Iuseln 234. Telabun (Eleusine) siehe Handelspflauzen des ägyptischen Sudan 524. Telfairia pedata siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *118. Tephrosia apollinea siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 523. Tequila- Agave in Mexiko, Die — 429. Terebinthe siehe Anatolien *23. Termin alia belerica siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- indien 197. — . — chebula siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 197. — . — catappa siehe Bemerkungen über den botanischen Garten zu Victoria 248. Tetrapleura tetraptera siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 340. Texasfieber siehe Zum neuen Jahre 9. — .— , Die Aussichten für die Bekämpfung des — und der Tsetse- krankheit. Von Dr. Rud. Endlich 269 bis 285. — .— , Lomadera, eine Art von — in Venezuela 482. Thalerkürbis iTelfairia pedata) siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *118. Thee siehe Zum neuen Jahre 9. — . — siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 378. — .— siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *104. Thee, Pilzkrankheiten des — siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 185. Theeernte und Fermentation siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 187. Theekultur siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 41. — . — Cinchona- und — in Ceylon. Von Ch. Böhringer (361) 364 bis 366. Theepflanzungen siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britiscb- Indien 184, 186. Themeda Forskalii Hackel. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. — • — gigantea Hackel. siehe Viehfutterpflanzen aus Java 426. Thrips siehe Über einen dem Kakao schädlichen Blasenfufs in Guadeloupe 206- Togogesellschaft 243. — . — , Deutsche 583. Togo-Handelsgesellschaft m. b. H., Berlin 584. Togo-Handels- und Plantagengesellschaft 528. Togo-Kolanüsse, Die — . Von Professor Dr. 0. Warburg 626. Tonkabohnen siehe Export von Ciudad Bolivar 255. — . — siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 378. Tornados, Die Wirkung eines — im botanischen Garten zu Vic- toria 338. — .— siehe Die wirtschaftliche Bedeutung der Ölpalme 452. Tove, Bauniwoll-Versuchsstation siehe Zum neuen Jahre 4. Traganth siehe Anatolien *23. Tremusso (Lupinus) siehe Über die Kultur der Bataten auf den Azoren 292. — XXXII — Trichilia emetica siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *105. Tropenhygiene mit spezieller Berücksichtigung der deutschen Kolonien siehe Neue Litteratur 151. Tropische Gesundheitslehre und Heilkunde von Dr. C. Menge siehe Neue Litteratur 316. Trypanosoma siehe Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 278. — . — Brucei siehe die Bekämpfung der Tsetsekrankheit 617. Tsetsefliegen siehe Neue Litteratur 432. Tsetsekrankheit siehe Zum neuen Jahre 9. — . — , Die Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der — . Von Dr. ßud. Endlieh (269), 278 bis 284. — . — , Ist der Massaiesel immun gegen die — ? Von Dr. Kummer- Nguelo 525. — .--, Die Bekämpfung der — und ihre wirtschaftliche Bedeutung. Von Dr. Schilling, Regierungsarzt 616. Turnera ulmifolia L. var elegans Urban siehe Viehfutterpflanzeu aus Java 427. Tylenchus siehe Schädigung von Bananen durch Nematoden 241. Uapaca Kirkiana siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *101, 111. Unoiia odoratissima siehe Ylang-Ylang-Kultur auf deu Philippinen 372. Uredo Gossypii Lagerh. siehe Baumwollproben aus Deutsch-Ostafrika 312. Usambara-Kaffeegesellschaft siehe Zum neuen Jahre 1. — .— -Kaffeebau-Gesellschaft, Berlin 581. Vahea siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 524. Vanille, Erfahrungen über Kultur und Präparation der — in Deutsch-Ostafrika. Von Reinh. Blitzner 164. Auswahl des richtigen Platzes für die Pflanzung. Die An- pflanzung. Die Behandlung nach dem Pflanzen. Feinde der Vanille. Die Blüte und die Befruchtung. Die Ernte. Die Präparation. Das Brühen. Trocknen. Schwitzprozefs. Nachtrocknea. Das Fer- mentieren. Messen. Bündeln. Die Verpackung. — .-- aus dem Gouvernementsgarten in Där-es-Salam 92. — . — siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 190. — . — siehe Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 223. — . — siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. — . — siehe Auszug aus dem Handelsbericht von Gehe & Co. 379. — . — siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *93. — . — Pflanzung siehe Sigipflanzungsgesellschaft 530. Vanillier, sa culture, preparation et commerce de la vanille von Lecomte et Chalot siehe Neue Litteratur 317. Vateria in die a siehe Kauriharz 149. Vegetarische Samoa-Siedelungsgesellschaft 479. Vegetationsansichten aus Deutsch-Ostafrika siehe Neue Litteratur 257. Velvet-bean (Mucuna utilis) siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ostafrika *93. Vermischtes 42, 95, 146, 375, 430, 483, 542, 590, 642. Versuchsstation, Über eine am Kunene zu errichtende landwirt- schaftliche — . Von Dr. G. Hartmann 109. — xxxni — Verwilderte Haustiere in S. Thome 205. Victoria, Bemerkungen über den botanischen Garten in — 245. Yiehfutterpflanzen aus Java 425. — . — ^ncht siehe Erfahrungen über Kultur und Präparation der Vanille 167. — . — zucht siehe Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 497, 499. Vigna sinensis siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *113. Yitis Labrusca siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 40. Vorkommen und Kultur des Guttapercha, Über — . Von W. Bur- chard 112. Wuchs siehe W^iederausfuhr portugiesischer Kolonialprodukte 424. Wanderungen und Forschungen im Nord-Hinterlande von Kamerun siehe Neue Litter atur 431. Wassermelone siehe Einiges über die Kaffermelone in Südwestafrika 423. Wein siehe Landwirtschaft auf S. Miguel 40. siehe Über die Ananaskultur auf den Azoren 888. — .— siehe Siedelnngsgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika 417. — . — siehe Anatolien *18. Weizen siehe Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 524. — . — bau siehe Anatolien *16. Westafrikanische Pflanzungsgesellschaft „Bibundi", Hamburg G35. — . . -Victoria", Berlin 304. Westdeutsche Handels- und Plantagengesellschaft 529. Wiederausfuhr portugiesischer Kolonialprodukte aus den Häfen Portugals 424. Wiedhafen siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *10G. Wirbel Sturm siehe Die Wirkung eines Tornados im botanischen Garten zu Victoria 338. Withania somnifera ( L.) Dun. siehe Nutz- und Medizinalpflanzen aus Deutsch-Südwestafrika 534, 537. Xanthoxylon rnbescens Planch. siehe Nutzhölzer von S. Thome 541. Ylang-Ylang-Kultur auf den Philippinen 371. Zanzibar siehe Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch- Ostafrika *93. Zibetkatze siehe Verwilderte Haustiere in S. Thome 205. Ziegen, wilde, siehe Verwilderte Haustiere in S. Thome 205. — . — siehe Anatolien *28. Zimmet siehe Cinchona- und Theekultur in Ceylon 361. — . — blätteröl siehe Cinchona- und Theekultur in Ceylon 587. — .— kultur, Ergebnis der — im Versuchsgarten von Victoria, Kamerun 584. — .— öl siehe Ergebnis der Zimmetkultnr im Versuchsgarten von Victoria 585. —.— pflanzen siehe Bemerkungen über den botanischen Garten in Victoria 246. — .— Pflanzung siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch- Tndien 195. Zuck er bau siehe Kultursystem des Generals Grafen van dem Bosch auf Java 410. — . — hirse siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 522. — XXXIV — Zucker röhr siehe Pagani-Gesellschaft 141. — . .— siehe Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien 197. — . .— siehe Export von Ciudad Bolivar 256. — . .— siehe Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudan 522. — • .— siehe Einiges über Zuckerrohr- und Batatenkultur 590. — •— — •— , Blütenstände als Gemüse siehe Reisebericht der Guttapercha - und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Inseln 228. — • •— , Die chemische Selektion des — - siehe Neue Litteratur 97. — . . — kultur siehe Neue Litteratur 99. Zum neuen Jahre. Von Prof. Warburg 1. Aufsätze und Abhandlungen. Aaronsohn, A. und Soskow, Dr. S.: Die Orangengärten von Jaffa 341—361. Bernegau, L., Korpsstabsapotheker: Über die Kultur der Batate auf den Azoren 285—295. — Über die Ananaskultur auf den Azoren 387—394. Blitzner, A.: Erfahrungen über Kultur und Präparation der Vanille in Deutsch- Ostafrika 164—174. Boehringer, Gh.: Cinchona- und Theekultur in Ceylon 361—367. Boeken, H., Civilingenieur: Öffentliche Prüfung eiuer deutschen Ent- faserungsmaschine in der französischen Regierungs- Versuchsstation in Paris 53—64. Borchardt, landwirtschaftlicher Sachverständiger: Die staatlichen Be- strebungen zur Förderung der Baumwollkiütur in Turkestan, Traiis- kaspien und Transkaukasien 327 — 334. Burchard, W. : Über Vorkommen und Kultur des Guttapercha 112 — 123. Busse, Dr. W.: Forschungsreise durch den südlichen Teil von Deutsch-Ost- afrika *93— *119. Dafert, Dr. F. W. : Kaffeedüngungsversuche in Brasilien 65—69. David Dr. J. J. : Über einige Handelspflanzen des ägyptischen Sudans 517 — 525. Endlich, Dr. A. : Die Aussichten für die Bekämpfung des Texasfiebers und der Tsetsekrankheit 269—285. Fesca, Prof. Dr. M.: Anatolien *1— *35. Gentz, Leutnant a. D: Die Hauptschwiei-igkeiten des Gartenbaues in Deutsch- Südwestafrika 234—237. Gerber, Dr.: Bericht über die Forstkultur in Deutsch-Südwestafrika 564 — .566. Gilg, Dr. E.: Über die pharmakognostisch wichtigen Strophanthus- Arten 551 — 560. Hart mann, Dr. G.: Über eine am Kunene zu errichtende landwirtschaftliche Versuchsstation 109 — 112. Henning, E.: Die Kaurifichte 237—240. Kolonial-Wirtschaftliches Komitee: Baumwoll-Expedition nach Togo, Bericht 1901 *37— *91. — Deutscher Kolonial-Kongrefs 1902 161—163. — Der deutsche Kolonial-Kongrefs 495—496. Kumpel, J. : Einiges über die Kontrolle auf Plantagen 119—123. Kummer, Dr.: Ist der Massai-Esel immun gegen die Tsetsekrankheit 525 — 528. Lewin, Prof. Dr. L.: Gutachten über den arzneilichen Wert von Strophanthus hispidus und Kombe 560—561. — XXXY — Neubaur, Dr.: Die Besiedelungsfähigkeit von Westusambara 496—513. Papstein, A.: Mate aus Brasilien 124—126. Preuss, Dr. P., Leiter des botanischen Gartens Victoria-Kamerun: Die Wir- kung eines Tornados in dem botanischen Garten zu Victoria auf die dort angepflanzten Gewächse 338 — 341. — Die wirtschaftliche Bedeutung der Ölpalme 450—476. Preyer, Dr. A. : Rotan 12 — 21. — Schädigung von Bananen durch Nematoden 240-242. Reinecke, Dr. F.: Gefährdung der Kakaokultur auf Samoa 632—635. Schanz, M. : Japan-Kampfer 126—128. — Die Kultur des Manilahanfes auf den Philippinen 175—181. Schilling, Dr : Die Bekämpfung der Tsetsefliegenkrankheit und ihre wirt- schaftliche Bedeutung 616—625. Schlechter, A.: Reisebericht der Guttapercha- und Kautschuk-Expedition nach den Südsee-Kolonien: Amboina 22—30. — Stephansort 213—284. — Expertise nach dem Finisterregebirge 394 — 402. Schmidt, H.: Die Behandlung der Eingeborenen und Kulis auf Sumatra 567-580. Schulte im Hofe, Dr. A.: Indigokultur und Fabrikation in Britisch-Indien 70—86, 128—137. — Studien über den Röstprozefs der Jute sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fermentation 295—302. — Kultur und Verwendung von Sunnhanf in Indien 513-516. Stauffenberg, Frhr. v.: Das mongolische Kamel 441—450. Stuhlmanri, Regierungsrat, Dr.: Über die Ansiedelung europäischer Bauern in den Gebirgen von Ceylon und Deutsch-Ostafrika 10—12. — Studienreise nach Niederländisch- und Britisch-Indien (Ceylon) 181-197. Taack Trakranen, J. van: Kultursystem des Generals Graf van den Bosch auf Java 403—416. Warburg, Prof. Dr. 0.: Zum neuen Jahre 1—10. — Guttaperchakultur in Kamerun 561—564. — Die Togo-Kolanüsse 626—631. Weiler, J.: Über Fortschritte in der Ernährung der schwarzen Arbeiter auf den Pflanzungen in Kamerun 476 — 478. Wohltmann, Geheimer Regierungsrat, Prof. Dr. F.: Der Kulturwert der Samoa-Böden 601—612. — Die Aussichten des Kaffeebaues in den Usambara-Bergen 612 — 616. XXXYI — Abbildungen. Ananas: 1. Doppel- Ananas 389. — 2. Ananas-Estufe auf den Azoi-en 390. — 3. Ananas in der Frachtbörse zu Hambursr 392. Batate: 1. Anordnung der Batatenbeete 289. — 2. Querschnitt eines fertigen Beetes 290. — 3. Mutterknolle mit Keimlöchern 291. — 4. Bataten- spröfslinge 291. — 5. Abstände in der Batatenpflanzung 293. — ß. Benutzung des Fufses beim Auspflanzen der Batata 293. — 7. Beim Auspflanzen der Batata gebrauchte Hacke 293. — 8. Blatt der kriechenden Batata 294. — 9. Blüte und Blatt der nicht kriechenden Batata 294. Baumwolle: 1. Verbrauch Deutschlands *38. — 2. Versuchsstation Tove: Urbarmachen und Pflügen des Landes 50. — o. Pferde und Ochsen aus dem Hintei'lande auf dem Baumwollfeld 51. — 4. Baumwollfeld, teils reif, teils in Blüte 52. — 5. Aufbruch der ersten Gespanne der Baumwoll-Expedition von Lome nach Tove 53. — 6. Wohnhaus der Baumwoll-Experten 56. — 7. Baumwollfeld 57. — 8. Reife Baum- wolle 62. — 9. Baumwollballen, fertig zum Versand 63. — 10 Durch- schnitt einer Entkernungsmaschine (Saw-Gini 70. — 11. Ginhaus und Ballenpresse 71. — 12. Personal der BaumwoU-Pjxpedition nebst Uegierungsbeamten und Dorfhäuptlingen 81. — 13. Regentabellen von Togo, hinter 90. — 14. Baumwoll- und Verkehrskarte von Togo, hinter 90. Boekensche Entfaserungsmaschine: 1. Seitenansicht 57. — 2. Vorder- ansicht 59. — 3. Rückansicht 61. Indigobereitung: Skizze der Wasserreservoirs, der Extraktionsbottiche und des Schlagbottichs 67. Kaffee: Eine neue Art aus Deutsch-Ostafrika. CofFea Scliumanniana Busse 143. Kaffeedüngung: Ungedüngter Kaffeebaum auf humusarmem Sandboden 66. — 2. Gedüngter KafFeebaum auf humusarmem Sandboden 67. — 3. Un- gedüngter Kaöeebaum auf humusreichem Sandboden. 68. — 4. Ge- düngter KafFeebaum auf humusreichem Sandboden 69. Kola: Cola astrophora, Kpandu-Kola 627. Manilahanf: 1. Schneiden der Musa textilis 176. — 2. Abnehmen der Blatt- stiele 177. — 3. Durchziehen der Baststreifen unter dem Messer 178. 4. Zweites Durchziehen der Baststreifen unter dem Messer 179. Mbulabaum: Parinarium sp., bei Songea *103. Raphiapalfne: Raphia Monbuttorum am Liwale-Flufs *99. Rindenstoffbäume, junge: Ficus chlamydodora Warb, in Araakitas Dorf 109. Rot an 1. Im botanischen Garten von Buitenzorg 14. — 2. Wäscherei und Trocknung, Singapore 15. — 3. Bereitansr, Trocknen an der Sonne, Singapore 18. — 4. Sortierung durch Chinesen, Singapore 19. Strophantus: 1. S. Kombe Oliv. 554. — 2. S. hispidus P. DO. 555. — 3. S. gratus Franch. (Wall et Hook) 559. Strychnosbaum: Strychnos pungens Soler. *102. Sunnhanf: Crotalaria juncea .515. Wiedhafen, Mbongo-Bucht •■"106. Namenverzeichnis. Aaronsohn, A. 341. Adams, Alfons, Pater Superior *118. Afzelius 628. Albinus, Oberleutnant *108. Aldinger, Dr. 243. Alexander *93. Antelmann, Bruno 250. Anton, Dr. G. K., Privatdozent 403, 404. Arndt, Prospektor 87. Arnstadt, B., Direktor 198. Baker, Sir S. White 10, 11. Baudissin, Graf Otto 89. Baumann, Botaniker 617. Bernegau, Korpsstabsapotheker 205, 387, 477, 590, 629, 644, 645. V. Besser, Hauptmann a. D. 305. Blank, Pflanzungsassistent *87. Blitzner, Reinh. 164. Boedecker & Meyer *49. Boehringer & Söhne 421. Roeken. H., Ingenieur 53. Boettger, Paul, Direktor 142. Boghos Pascha Nubar 64. Böhringer, Ch. 361. Böltink, Ernesto 589. Borchardt, landwirtschattl. Sach- verständiger 327. Bornhardt, Bergmeister 480. van den Bosch, General Graf 403 ff'. Boshmann 640. Bosm ann 483. V. Brandenatein. Curt, Oberst a. D. 89. Brandis, D. 13. Breil, Landmesser 417. Brettschneider, H. P. K 244. Broden, H., Direktor 43. Bruce, Dr. 280, 617. I Bünnemeyer 22, 24. Burchard, W. 112. Burks, Allen *42, *47. Busse, Dr. Walter 99, 143, 201, 305, 317, *93. van dem Bussche, Generalvertreter 420. Buttler, Ingenieur 82. Buzzacott, Plantagenleiter *93. Cadbury 197. Calloway, James N. 621, *42, *80, *85. Carruthers, J. B. 185. Chalot, Ch. 317. Chevalier 485. Clarke, Ingham 149. Clemm, Dr. Fritz 32. C off in, Pflanzungsleiter 129, 295 Anm. Coventry, B., Pflanzer 85, 129. Coupe, Bischof 222. Cresswell & Co. 133. Daendels, Marschall 413. Dafert, Dr. F. W. 65, 68, 97. Dannenberg, H. 528. Darymple (Morgan und Dodaoni 272, 273, 275. David, Fr., Söhne 249. David, Dr. J. J. 99, 517. Davis, Edmund 142. Decken, R. 87, 198, 258, 485. Deistel, Gouvernementsgärtner 421. 423, 430. Delannoy, Resident 213, 215. Der n bürg, Friedr. *31. Diguet, Leon 429. Dilthey. Richard 582. Dingler *10. Dinter, Leiter der Forststation Okahandja 423. — XXXYIII — Dodson 272, 273, 275. Doerck, Direktor 243. Dominik, Oberleutnant 317, 478. Dove, Prof. Dr. Karl 496. Dürckheim, Graf 295. Durhara, E. 278. Dybowski, Generalinspektor 55, 63, 64. Eckerlin *19. Ehlert, Dr., Chemiker 603. Eiffe, F. F. 198. Eigen, Pflanzungsleiter 34, 145, 309, 588, 636, 638. Bndlich, Dr. Rud. 269, 525, *122. Engelhardt, 0. 256. Engler, A., Prof. Dr.. Geh. Reg. Rat 257, 373. Erdmann, Direktor der Koetei- Company 29. Erfling, Generalmajor 32. Erhard, Otto, Kaufmann 89. Esser, Dr. 198. Ewerbeck. Bezirksamtmann *96. Falkenstein 316. Fe 11 mann, Missionar 224. Feiten & Guilleaume 253, 397. Fesca, Prof. Dr. M. *1. Ficalho, Graf von, Prof. 373. Fischer, E. 244. Fischer, Dr. Paul, Wirkl. Geh. Rat 142. Fitzuer, Dr. Rudolf 42, *148. Flemming, Rieh. 582. V. Flottwell *23. V. Flügge, Referent beim Gouverne- ment *94. Fox 215. Frank, Leutnant *96. Fräser 551. Funke, A. 592. Gehe & Co. 91. Geisler 221. Gelpeke, Dr., Rechtsanwalt 198. Gentil, Louis 245. Gentz, Leutnant a. D. 145, 234, 254, 421, 483, 641. Gerber, Dr. 564. Gercke, G., Ingenieur 198. Gilg, Dr. Ernst 551. 642. Gleim, Dr., Konsul 279, 280, 283. Godeffroy-Lebeuf 95. i Goetze, Walter 257. Goetzen, Graf, Gouverneur 36, 38, 480. V. der Goltz *30. Granger, Paul 593. Grafs, Forstassessor 36, 38. Green, E. Ernest 186. Grisebach *10. Grub er, Plantagenleiter 369, 370. Grüner, Dr., Stationsleiter 39, 626, 629, *49. H aarsma, G. E. 97. Haeuig & Co. 480. Haensel, Heinrich 481, 585. Hahl, Dr., Gouverneur 30, 218, 220. Hahndorf 629. Haman, Francis 197. Hamel 53. Hancock 130, 141. v. Hanse mann. Geh. Kommerzienrat 142. Harms, Dr. H. *105. Harries, Shepard *42, *47. Hartmann, Dr. G. 109, 142. Hasenkamp, H. 244. Hegewald, Dr. A. 0. 582. Hegi, Dr. G. 257, 425. Heine 234, 395. Hei mr ich, G. 65. Henniger, Fritz 479. Henning, Ernst 146. Hennings, P., Custos 312. Henriques, Prof. Dr. J. 373. V. Her man, Freiherr 495, *39. Herrmann, Richard *135. Hertert *19. Hildebraud & Sohn 92, 249. V. Hiller, Max 32. Hindorf, Dr. 496. Hirschfeld *20. Hoffmann 395. Hohenlohe-Oehringeu, Fürst Christian Kraft zu 32. Hollrung, Prof. Dr. 304, 639. Holmes 556. Holst, Bohrmeister 6. Holzmann & Cie. 420. Hern, Gouverneur ^47, *61. Hösel & Keller *3. Houfsfeld 141. — XXXIX Hudson, Sir William 83, 129. Hupfeld, Fr., Bergassessor a. D. 244, 304, 584, 626. Hutter, Franz, Hauptmann a. D. 431. Hyde, John *136. II lieh, C, Oberpflanzer 81. Inman. James, Captain 89. Jaeger, H. 584. James, C. Ingenieur 141. Kaeppel, C 584. Kaerger. Dr. Karl *6 ff., *135, *145. Kannenberg *10, *13, *30, *34. v.Kauffmann, Generalgouverneur 328. Kersting, Dr. 557, *53, *87. Kilborne 270, 273. Kinsau, D. Daniel 255. Kirk, T., Professor 147, 239. Klendgen 141. Klink 229. Knoop, G. 484. Knutson & Valdau 463. Kobus, J. D. 97, 98. Koch, Robert 271, 275, 280, 281, 283, 526, 617. Kolbe 223. Kolbe, Prof. 201, 254. Koschny, Th. F. 271. Kosselt 270. Kotschy nO. Kragerüd 272, 273. Küderling 33. Kuhn, A., Ingenieur 420. Kuhn, Heinrich *122. Kumpel, J. 129. Kurella, Oskar 582. Kuropatkin 331. Laos, D. Ricardo 486. Lauterbach, Dr. 229. Lecomte, Prof. 317. Ledeboer, Dr. 115. Leersum, P. van, Direktor 150. Lewin, Prof. Dr. L. 560. Leyfer, Hermann 207. Lieder ■n07, *110. Lierke, E. 593. Lingard 281, 617. L a g , Vertreter der Guinea-Compaguie 218, 225. Lommel, Ingenieur-Chemiker 433. Lotsy 150. Low, H. E., Pflanzer 95. Lubach, J. H. 142. Ludwig, John 417. Lup, Dr. 139. Lynen, 6. V., Kommerzienrat 582. Maafs de Scherrinsky, Benno 288, 295. Mac Gillivray 96, 146. Maercker, Professor 287, 643. M a e r c k e r , Haus, Majoratsbesitzer 82. Mannich, Carl, Chemiker 90, 96, 201, 315, 369, 371, 399, 402, 484. Marggraff 225. Massalski, Fürst 332 Anm. Matschie 526. Meifsner, Carl 592. Meunier 53. Meyer, Dr., Bezirkshauptmann .394. Mildbraed 484. Möbius, Prof. Dr., Geh. Reg. Rat 200. Molisch, Hans 71, 85. Moller, Ad. F. 41, 42, 93, 95, 199, 200, 206, 244, 245, 315, 373, 425, 482, 642. Money, J. W. B. 403. Moran, William, & Co. 133. Morgan, A. 270, 272. 273, 275. Naumann *29. Neubaur, Dr. Paul, Direktor 32, 496. Niedermeyer, Kapitän 216. Nikolai Konstantinowitsch, Grofsfürst 330. Nitze, Oberamtmann 417. Nock, Leiter des Hakgalla-Gartens 194. Ohnefalsch-Richter *14. Parkinson 223. Patzer, W. 528. Per rot, Bernhard 198. Perrot, Karl 198. Plehn, Leutnant 626. Plehn, Prof. Dr. F. 151, 316. Ploetz, Carl, Eisenbahndirektor 142. xxxx — Preufs, Dr. P., Direktor des bota- nischen Gartens zu Yictoria, Kame- run 36, 95, 96, 246, 248, 254, 308, 338, 393, 423, 483, 495, 562, 583, 585, 588. Preyer, Dr. A. 425. Prince, Hauptmann 510. V. Puttkamer, Gouverneur 477, 643. V. Rabe, Generalmajor 32. Radke *10. Ran da d, H., Kaufmann 582. Rascher, Pater 220. Rawson 130, 141. Reese & Wichmaun 92. Reh, Dr. L. 639. Reh bock, Theodor, Prof. 419. Reichel, Fr. Volkm. 590, 643. Reid 388, 391. Reinecke, Dr. F. 485, 632. Renk er, Gustav, Fabrikbesitzer 32. Rennert, Dr. 528. Rhode, Max, Dr. jur. 88. Rhodes, Cecil 640. Ridley 563. Ringelmann, Ma.\, Prof. 55, 63, 64. Ritter *23. Robert 274. Robinson, John *42, *47, *69. Rodatz 219. V. Rode, Bezirkshauptmann *95, *96. Rohde & Co. 481. Rohustock *29. Romburgh, Dr. van 24, 563. Rosenbach, General 328. Rost & Co. 398. Ruhlaud & Alschier 589. Sadebeck, R. 207. Saelz, Ligenieur 142. Salsinha, F. H., Pflanzer 641. Sander, Dr., Marine-Stabsarzt a. D. 495. Sapper, Dr. Karl 645. Schade, Kapitän 142. Schaer, Prof. Dr. 305. Schanz, Moritz 175, 496. Scharlach, Dr. 142, 495. Scheibler, Kulturinspektor *13. V. Scheve, Oberst z. D. 198. Schilling, Dr., Regierungsarzt 283, 616, *89. Schimmel & Co. 314, 371. Schinz 640. S chipmann, Direktor 32. Schlagintweit *17, *34. Schlechter, R. 7, 22, 91, 116, 117, 394, 562, 583. Schleifer, Oberleutnant 86, 198. Schluckwerder, Georg, Kaufm. 89. Schmid, Stationsleiter *85. Schmidt, Regierungs-Tierarzt 284, 432. Schmidt, Edmund 582. Schmidt, Henry 567. Schmidt-Breitenstein, Walther 371. Schnee, Dr., Gouverneur 632. Schoeller, Dr. Max 32. Schoepke, R, Pflanzungsleiter 635. Schönig, Pater *80. Schroeder, E. C. 273, 275. Schröder, Pflanzuugsassistent *87. Schrotky 83. Schulte im Hofe, Dr. A. 37, 38, 70, 128, 144, 250, 295, 513. Schumann, Prof. Dr. Karl 142, 259, 373, 628. Schwabach, Dr. Paul, Geuei*alkonsul 142. Schwarz, Wilhelm, Bergtechniker 480. Seil in. A. AV. 207. Seyfried, Hauptmann *96. Shaw, David N. 89. Siemens & Halske 398. Skutari, Ingenieur 420. Smend, Leutnant *61. Smith (und Kilborne) 270, 273. Soskin, Dr. S. 341. Soysa, De 182, 183. Stark, E, Direktor 313. Stein thal, Dr. Max, Kommerzienrat 142. Still 129. StoUwerck, Gebr. 93, 250. Stofs 417. V. Stösse), Freiherr 6. 582. Strandes, Justus 198. Strunck, Dr., Chemiker 421, 460, 462. Stuhlmann, Regierungsrat, Dr. 9, 10, 181, 200, 430, 432, 433. Succow, Pflanzer 479. Supf, Carl *39. -^V^VjiV^ van Taack Trakraneii, J. 403. Tappenbeck, Ernst 316. Thienemann *49. Thierry, Oberleutnant 557. Thomas & Co. 133. Thoms, Prof. Dr. 315, 371, 393. Thormählen, Johannes 495. Tidswell 272 ff. Tiemann, Walther 38. V. Tippeiskirch & Co. 151. Toennesen, T., Ingenieur 142. Tornow, Max L. 43. Trabut, Dr. 55. Traun, Dr. Heinrich 90. Treub, Prof. Dr. 29. Tschiatscheff *5, *10, *20. Uhlig, Dr. Carl 433. Ullmann, E., Kaufmann 198. Upmann, Heinr. 635. Valdau (Knutson & Valdau) 463. Veith, J., Leiter der Station Mombe 252. Yerhoeff, Dr. *94. Veth, P. J., Professor 403. Victor, J. K. 495. Volkmann, Oberleutnant 34. Wallace, Rob. 279, 281. Wallerstein, Konsularvertreter 286. Warburg, Prof. Dr. Otto 10, 35, 36, 42, 43, 96, 97, 99, 151, 207, 208, 259, 309, 317, 318, 370, 379, 423, 424, 425, 430, 432, 485, 486, 487, 510, 539, 542, 561, 588, 590, 593, 626, 637, 638, 640, 646. Wardesky, Eduard, Kaufm. 89. Washington, Booker T. *39, *47. Watermeyer, landwirtschaftl. Sach- verständiger 418. Watkins, James L. *136. Wutt, Dr. George 129. Weber, Dr. 429. Weber, Albert 582. Weber, Otto 582. Weber & Schaer 36, 90, 315, 369, 370, 398, 400, 582. V. Wechmar, Freiherr 198. AVehlau, Pflanzer 369. Weiler, J. 476, 635. Weise, Gouverneraentsgärtner 433. Weizenbauer, Fabrikleiter 287. W e r n e c k e , Regierungslandmesser 220. v. VVerner, Konti'Cadmiral 198. Westermann, W. 97. Westphal, Dr. Eduard 89. Willis, Direktor des botanischen Gartens in Peradeniya 186. Winter & Co. 196. Woeckel *53. Woermann, A. 32. Wohltmann, Prof. Dr , Geh. Re- gierungsrat 433, 496, 510, 602, 612. Worlee & Co. 91. Zache, Bezirksamtmann 495. Zech, Graf 626. Zehntner, Dr. 96. Zeitzschel, Karl, Bankier 32. Ziemann, Dr., Marinestabsarzt 482 Zimmermann, Prof. Dr. A. 4, 151. 201, 612, 639. Gedruckt in der Königlichen Hofbuchdruckerei von E. S. Mittler & Sohn, Berlin SW., Kochstrafse 68-71. DER TEOPENPFLANZEK. ZEITSCHRIFT FÜR TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. 6. Jahrgang. Berlin, Januar 1902. No. 1. Zum neuen Jahr. Wie üblich soll auch der neue Jahrgang dieser Zeitschrift mit einem Rückblick auf unsere Beobachtungen und Erfolge im letzten Jahre eröflnet Averden. Es läfst sich nicht leugnen, dafs die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse, welche in der deutschen Industrie und im deutschen Handel sich immer mehr geltend machen, auch stark lähmend auf die Grofskulturen in unseren tropischen Kolonien gewirkt haben; trotzdem sind einige neue Pflanzungsgesellschaften in dem Berichts- jahre in unseren Kolonien gegründet worden, die Molyko- und die Bolifamba- Pflanzung, beide am Kamerunberg gelegen, freilich jede nur mit einem Kapital von 300 000 Mk. versehen, also finanziell bedenklich schwach ausgerüstet. Aus der früheren Esser-Oechel- häuserschen Lisoka-Pflanzung wnirden vier Gesellschaften mit je 600 000 Mk. Kapital gebildet: die Meanja-Pflanzung, die Lisoka- Pflanzung, die Ekona-Pflauzung und die Koke-Pflanzung, alles Gesell- schaften mit beschränkter Haftung. Auch die Südwest-Afrikanische Schäferei-Gesellschaft, deren Kapital zunächst 500 000 Mk. beträgt, ist eine Neugründuug dieses Jahres, doch mufs bemerkt werden, dafs sie ohne eine bedeutende Unterstützung seitens der Kolonial- gesellschaft wohl kaum zu Stande gekommen sein würde. In Togo ist durch die Togo -Handels- und Plantagengesellschaft m. b. H. wenigstens der Grund zu einem gröfseren Plantagenbetrieb gelegt; freilich ist das bisherige Kapital noch zu gering zur ernsten Inan- griffnahme eines Pflanzungsunternehmens, und die geplante Erhöhung des Kapitals auf 500 000 Mk. konnte wegen der Schwierigkeit der Geldverhältnisse bisher nicht durchgeiührt werden. Einer anderen Pflanzung in Togo gelang es, das Kapital wesentlich zu vergröfsern, nämlich der Plantage Kpeme, die ihr Kapital von 300 000 Mk. auf 480 000 Mk. erhöhen konnte, während zwei andere, die Usambara- Tropenpflanzer. 1902, Heft 1. 1 — 2 — Kaffeebaugesellschaft und die Westafrikanisclie Pflanzungsgesellschaft Bibundi schon zur Ausgabe von Vorzugsaktien schreiten mufsten; trotzdem erhielt erstere statt der gewünschten 300 000 Mk. nur 142 200 Mk., letztere statt 750 000 Mk. nur 600 000 Mk. Es unterliegt überhaupt gar keinem Zweifel, dafs sowohl die ostafrikanischen Kaffeepflauzungen, als auch die Kameruner Kakao- plautagen recht ernsten Zeiten entgegengehen. Die meisten Gesell- schaften haben in der Hoffnuug auf baldige Dividenden zu schnell gepflanzt und befinden sich jetzt in dem ungünstigsten Moment am Ende ihrer Geldmittel oder nicht weit davon entfernt. Dazu kommt noch eine Reihe Fehler, die sie gemacht haben, besonders die Kaffeeplantagen üsambaras, die vielfach darauf los gepflanzt haben, ohne die Tiefe der Krume an den verschiedenen Stelleu zu berück- sichtigen, was sich jetzt durch vorzeitiges Eingehen ganzer Kaffee- bestände rächt. Vor allem sind es aber Momente, gegen die nur schwer anzukämpfen ist, welche die frühere Kalkulation zu irrigen gemacht haben. In Kamerun sind die nach wie vor überaus traurigen Verhält- nisse der Arbeiterbeschaffung, sowie namentlich die hohen Kosten und die schlechte Qualität der Arbeiter das grösste Hinderniss. Wenn in Bibundi im letzten Jahre bei einem Kakaobestande von 600 ha nicht weniger als 650 Arbeiter gebraucht wurden, trotzdem erst ein kleiner Teil der Pflanzung das tragfähige Alter erreicht hatte, so läfst sich daraus ermessen, wie viel Arbeiter nötig und wie hoch die Unkosten sein werden, Avenn erst das ganze Areal abgeerntet werden mufs. Wenn nicht bald die Arbeiterfrage besser als bisher gelöst wird, was nur durch einträchtiges Zusammenwirken aller da- bei beteiligten Faktoren, der Pflanzer und Pflauzungsleiter, der Re- gierung und der Missionen möglich ist, so haben wir sehr ernsten Grund zu der Befürchtung, dafs trotz der ganz hervorragend gün- stigen und für die Kakaokultur besonders geeigneten klimatischen und Bodenverhältnisse des Kamerun-Gebirges eine profitable Kakao- Grofskultur dort nicht möglich sein wird. Was den Tabak der Bibundi-Pflanzungsgesellschaft betrifft, so hat der im grofsen unternommene Versuch im letzten Jahre dieser Gesellschaft einen Verlust von nicht weniger als 200 000 Mk. gebracht: trotzdem läfst sich noch nicht sicher entscheiden, ob das Land nicht doch vielleicht dermaleinst ein Vorzugs- gebiet auch für Tal)ak sein wird, da die Qualität desselben, soweit der Tabak nicht durch Regen gelitten hat oder mangelhaft fermen- tiert wurde, als hervorragend gut bezeichnet werden kann. Wir fürchten nur, dafs auch hier die Nachlässigkeit der Arbeiter und die Unmöglichkeit, sie alle einzeln zu beaufsichtigen, noch auf viele — 3 — Jahre hinaus die schönsten Hoffnungen zu Grabe tragen wird; man kann der Bibundi-Gesellschaft nur beipflichten, Aveun sie weitere Versuche auf ein ganz kleines Terrain beschränken will. Auch auf der Pflanzung Soppo sind Versuche im kleinen Mafsstab mit Tabak gemacht; es wurden die Proben teilweise auf 3.50 Mk. und 4 Mk. per Pfund bewertet. Was die neu angelegten Kautschukkulturen Kameruns betrifft, so läfst sich vorläuflg die Castilloa noch nicht empfehlen, da die Larve eines grofsen Bockkäfers die jungen Bäume durch Abnagen der Rinde tötet. Da die Moliwe-Pflanzung aber Versuche im grofsen Mafsstab mit dieser Pflanze angestellt hat, so werden wir bald näheres über die Gefährdung dieser Kultur durch den Schädling bezw. über die Bekämpfung desselben erfahren. Die Bäume wachsen jedenfalls dort ausgezeichnet, ebenso aber auch die dort heimische Kickxia, deren Blätter übrigens von einer freilich relativ wenig schädlichen Raupe angegriffen werden. Die Castilloa eignet sich nicht als Schattenbaum, vielleicht aber die Kickxia. Über die gleichfalls für Kamerun gut passende Hevea und Ficus elastica liegen noch keine Versuchsresultate von Anpflanzungen im grofsen Mafs- stabe vor. Es ist also in Anbetracht der schwierigen Arbeiter- und Geld- verhältnisse den Pflanzungen anzuraten, mit der Anpflanzung von Kakao von jetzt an nur sehr langsam vorzugehen, daneben aber die steileren Hänge mit Kickxia zu bepflanzen und letztere versuchsweise auch im Kakao als Schattenbäume zu gebrauchen. Läfst der Ertrag der Kautschukpflanzungen auch länger auf sich warten, als derjenige der Kakaobäume, so kostet doch nach wenigen Jahren die Instand- haltung der Kautschukpflanzung sowie später die Ernte nur aufser- ordentlich wenig Mühe und Geld und stellt, was für Kamerun das wich- tigste ist, nur sehr geringe Anforderungen an die Zahl und Qualität der Arbeiter. Möglicherweise läfst sich die Kickxia auch in Schneisen des Urwaldes kultivieren, was die Pflanzung noch weiter verbilligen würde. Was die Grofskulturen Ostafrikas betrifft, so hat sich leider der Mauritiushanf bei dem jetzigen Stand der maschinellen Bearbeitung als unrentabel erwiesen, und es wurde deshalb die Pflanzung Kurasini von der Haudei-Plaiitagen- Gesellschaft, in deren Besitz sie vor kurzem gelangt war, aufgegeben. Die verschiedenen Sisal- pflanzungen Ostafrikas entwickeln sich gut weiter, und es ist nur zu hofleu, dafs nicht auch sie später ein ähnliches Schicksal triÜ't; es sollten deshalb schon jetzt die umfassendsten Versuche gemacht werden, um eine passende Maschine für die Bearbeitung der äufserst schnell anwachsenden Ernten ausliudig zu machen. — 4 — Während die wenigen Liberia -Kaffeepflanzungen Deutsch-Ost- afrikas sowie die Kokosplantagen sich ruhig weiter entwickeln, scheint die Vanillenkultur in Ostafrika nicht auf einen grünen Zweig kommen zu können. Recht betrübend ist es aber, dafs auch die Pflanzungen arabischen Kafl:ees, trotz der momentan etwas besseren Kaffeepreise, nicht genügend weiter kommeu, und zwar scheinen es vor allem neue, noch unbekannte tierische Schädlinge zu sein, welche den Pflanzungen ganz aufserordentlich grofsen Schaden zufügen. Die Berichte der Pflanzer sprechen teils von Bockkäfern, teils von Rüsselkäfern, teils von Motten, wieder anderswo sind es in den Blättern lebende Minir-Larven; da man die Lebensweise der Schädlinge nicht kennt, weifs man auch keine Mittel dagegen. Es ist hohe Zeit, dafs ein Pflanzeupathologe die Pflanzungen bereist und Untersuchungen darüber anstellt, ehe der Schaden gar zu grofs wird. Das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee kann es sich zur Ehre an- rechnen, diese Kafleeexpertise in die richtigen Bahnen gelenkt zu haben. Nach den neuesten Nachrichten hat Prof. Zimmermann, langjähriger Chef der Abteilung für Kaflee des botanischen Gartens in Buitenzorg, der sich hauptsächlich mit den Schädlingen des Kaffees befafst hat, den Auftrag des Kolonial-Wirthschaftlichen Komitees angenommen und ist schon auf der Reise nach Deutsch-Ostafrika be- griffen. Wenn somit auch auf den Augenblick das unbedingt Nötige geschehen wird, so ist doch die dauernde Stationierung eines Pflanzenpathologen in den Plantageudistrikten Ostafrikas dadurch nicht weniger notwendig, und es ist deshalb dringend zu horten, dafs der Reichstag die hierfür von der Regierung ausgeworfenen Gelder bewilligen wird. Es ist jedem Kenner tropischer A^erhältnisse ohne weiteres klar, dafs der beabsichtigte botanische Garten nebst Laboratorium in Amaui (Usambara) von unschätzbarem Werte für die wirtschaft- liche Entwickelung Deutsch-Ostafrikas sein wird, und wir können mit berechtigtem Stolz behaupten, dafs unser fortwährendes Mahnen in dieser Zeitschrift sowie auch manche privatim von uns gethanen Schritte sehr wesentlich dazu beigetragen haben, endlich die Sache so weit zu bringen, dafs nur noch die Bewilligung des Reichstages zur Schaffung der Station nötig ist. In Togo ist vor allem die Entwickelung der vom Kolonial- Wirtschaftlichen Komitee begründeten BaumwoU-Versuchsstation in Tove von Bedeutung. Ein detiuitives Urteil wird sich erst dann fällen lassen, wenn die schon alsbald erwartete erste Ernte hier eingetroffen sein wird, immerhin hat die Pflanzung schon jetzt Re- sultate gehabt, welche für eine eventuelle zukünftige Baumwollkultur im Grofsen recht wichtig sind. Selbstverständlich genügen diese ein- — 5 — inaligen Versuche nicht, sie müssen unbedingt noch wenigstens ein Jahr fortgesetzt werden, und es ist zu hoffen, dafs später diese Station durch die Regierung zu einem allgemeinen botanischen Versuchsgarten umgestaltet wird, damit es auch später in Togo an ernsten und sachverständigen wissenschaftlichen Beratern nicht fehlt. Vorläuhg mufs freilich die noch vollständig ungelöste Trans- portfrage im Brennpunkt aller Bestrebungen stehen, da das Vieh auf dem Weg von der Küste nach Tove fast stets eingeht. Es giebt, wie die Vorarbeiten des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees deutlich erweisen, keine andere, jedenfalls keine für die gegenwärtig vorliegenden realen Verhältnissen passendere Lösung der Transport- frage als den Bau einer Eisenbahn, und wenn irgendwo in deutschen Kolonien eine Eisenbahn in ökonomischer Beziehung eine Zukunft hat, so ist es die etwa über 120 km lange Stichbahn von Lome nach dem Agu und dem Misahöhe-Bezirk, da durch dieselbe eine stark be- völkerte produktenreiche Gegend aufgeschlossen wird. Eine bedeu- tendere Baumwollkultur ist nur nach Fertigstellung dieser gar keine gröfseren Schwierigkeiten in der Ausführung bietenden Eisenbahn möglich. Für Deutschland ist aber die Begründung einer aus- gedehnten ßaumwollkultur in seinen Kolonien — und bei weitem am meisten Aussicht hierzu hat Togo — eine der wichtigsten wirt- o^ schaftlichen Fragen der nächsten Zukunft. In Anbetracht der aufser- ordentlichen Bedeutung dieser Frage hat das Kolonial-Wirtschaft- liche Komitee die vorbereitenden Schritte für die Stichbahn in Togo in die Hand genommen; wir sind in der angenehmen Lage, schon jetzt mitteilen zu können, dass die notwendigsten Mittel für die Vorarbeiten gesichert sind, und letztere in ganz kurzer Zeit schon in Angriff genommen werden sollen. Es ist dringend zu hoffen, dafs auch die Bahn selbst und zwar bald zur Ausführung gelangt. Erst nach Eröffnung der Bahn wird mau in Togo au eine riantagenkultur in gröfserem Mafsstabe denken können, da es da- selbst einige ganz gute Gebiete an den Abhängen und am Fufs des Gebirges zu geben scheint, wo Kaffee, Tabak, Kautschuk und viel- leicht auch Kakao gedeihen werden, aber auch ohne solche Gross- kulturen wird die Bahn zweifellos einen ganz gewaltigen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwickeluug nicht nur der von ihr berührten Gegenden, sondern auch des ganzen Hinterlandes ausüben und sich wahrscheinlich sogar in kurzer Zeit schon rentieren, da an Einge- borenenkulturen kein Mangel ist und für den Export Palmkerne, Palmöl, Erdnüsse, Kolanüsse, lleis, Vieh etc. in Betracht kommen. Über Deutsch-Südwestafrika ist wenig zu berichten: die Entwickelung dieses Gebietes wird durch die bald fertiggestellte — 6 — Eiseubalin uach Windhoek sehr gefördert werden, da viele Hände, die jetzt im Trausportdienst Verwendung fanden, zu produktiven Zwecken frei werden, und da namentlich die bisher überaus hohen Preise aller importierten Gegenstände wesentlich sinken werden. Das Land wird vor allem in der Viehzucht und im Bergbau die Quellen seines zukünftigen Wohlstandes zu suchen haben, Getreide- und Gemüsebau wird nur in kleinerem Mafsstab daneben in Betracht kommen. Eine Vorbedingung fiJr eine gedeihliche Viehzucht ist die Schafi'ung von Tränkstellen. Dem Kolonial-Wirtschaftlichen Komitee gebührt das Verdienst, eine Bohrkolonne mit Diamantbohrern unter Führung des Bohrmeisters Holst aus Kapstadt ausgerüstet zu haben, welche im Dezember ihre Thätigkeit im Schutzgebiet aufge- nommen hat. Ausserdem ist die Einrichtung einer Forststation in der Nähe von Windhoek seitens der Regierung dankbar anzuerkennen; ihre weitere Ausbildung wird der Kolonie von grofsem Nutzen sein, da durch Aufforstung wertvoller Bäume gutes Nutzholz für die Kolonie, sowie Gerbstoffe, Gummi und Harze für den Export erzielt werden dürften. Es wird unsere Aufgabe sein, die für die Aufforstung passenden Pflanzen ausfindig zu machen und in grossen Mengen hinüberzusenden; besonders werden wir bestrebt sein, die Kultur des für die deutsche Gerberei so notwendigen und im Preise immer höher steigenden Quebrachoholzes in Deutsch-Südwestafrika anzubahnen. In Neu-Guinea soll, wie wir hören, die Kultur des Tabaks als nicht rentabel gänzlich aufgegeben werden; es ist zwar sehr bedauerlich, dafs dieser so intensive und viele Hände beschäftigende Produktionszweig kein finanzielles Resultat gebracht hat, immerhin kann man es einer Privatgesellschaft nicht verdenken, wenn sie die Lust verliert, immer von neuem Gelder in eine Kultur zu stecken, die vielleicht für das Land dermaleinst recht segensvoll sein wird, aber wegen der schwierigen Arbeiterverbältnisse vorläufig noch veifrüht zu sein scheint. Erfreulich ist es aber, dafs die Kautschuk- kultur, sowohl von Castilloa als von Ficus elastica, in Neu-Guinea gut fortschreitet und w^eiter ausgedehnt werden soll, ebenso gedeiht die Hevea dort recht gut; auch die Guttaperchakultur wird von der NeuGuinea-Compagnie aufgenommen werden, und es ist kein Zweifel, dafs die von unserer Kautschuk- und Guttapercha-Expedition nach den Südsee-Kolonien gerade in der allerletzten Zeit überführten Palaquium- und Payena-Stecklinge sehr wesentlich dazu beitragen werden, diese für die Kabelindustrie immer notwendiger werdende Kultur dort einzuführen. Wir freuen uns, schon im Februarheft dieser Zeitschrift eine genaue Kulturanweisung seitens eines der wenigen Kenner der Guttaperchakultur bringen zu können. Im übrigen wird die Kokosuufs die Hauptkulturpflanze der Südsee bleiben und entwickelt sich auch immer weiter zur wich- tigsten Plantagenkulturpflanze durch fortgesetzten Anbau seitens der europäischen Gesellschaften. Auf Samoa scheint hingegen infolge der guten Beurteilung der ersten Kakaoernte seitens der Sachver- ständigen des Kolonial-Wirthschaftlichen Komitees auch die Kakao- kultur jetzt in Flufs kommen zu wollen, während die prächtige Baumwolle wegen der Unsicherheit der Ernten und der schwierigen Arbeiterverhältnisse nicht mehr, weder in Neu-Guinea noch im Bismarck-Archipel kultiviert wird. Die Neu-Guinea-Compagnie gedenkt anstatt dessen jetzt auch der Liberia-Kaffee- und Kakaokultur mehr Interesse zuzuwenden; die bisherigen Proben von Liberia-Kaffee aus Neu-Guinea haben gute Preise erzielt. Der Holzexport nimmt hingegen ab, da CalophyUum inophyllum nicht mehr von der Mode verlangt wird und Cordia subcordata zu selten ist; nur Intsia (Afzelia) bijuga steht hoch im Preise und wird nach wie vor exportiert. Von Interesse ist, dafs jetzt auch Kapok von den in Alleekultur gepflanzten Bäumen der Xeu-Guinea-Compagnie gewonnen wird und zu guten Preisen Absatz findet. Die Ramieversuche sind durch einen die Blätter fressenden Käfer mifsgiückt und die Ver- suche mit Sisal werden auch kaum ein Resultat haben. Es ist zu hoffen, dafs schon das nächste Jahr praktische und auch der Regierung annehmbare A^orschläge zur Anlegung einer Versuchsstation, namentlich im Bismarck-Archipel, zeitigen wird, und es ist erfreulich, dafs der Leiter unserer wirtschaftlichen Süd- see-Expedition, Herr Schlechter, auch seitens der Regierung beauftragt ist, diese Frage au Ort und Stelle zu studieren. Die nächsten Jahre werden aber sicherlich in allen unseren Kolonien hauptsächlich der Ausbildung der Eingeborenenkulturen gewidmet sein, und es wird eine der wichtigsten Aufgaben sowohl der Regierung als auch der kolonialen Gesellschaften bilden, hier fördernd einzugreifen. Da die Eingeborenen schon von selbst stets so viel bauen, als sie zu benötigen glauben, so handelt es sich für uns im wesent- lichen nur um Vermehrung des Anbaues zum Zwecke des Exports. Eine solche Vermehrung des Anbaues kann erreicht werden einer- seits durch Zwang, andererseits durch A^ermehrung der Bedürfnisse der Eingeborenen. Als Zwang würden wirken direkte Zwangsarbeit und Strafandrohung. Es ist aber klar, dafs Zwangsarbeit bei freien Leuten nur für öffentliche Arbeiten in Betracht kommen kann und ebenso, dafs von Strafandrohung für zu geringe landwirtschaftliche Leistung überhaupt keine Rede sein kann. Als indirekte Zwangs- mafsregeln kommen vor allem die Steuern (Hütten- oder Kopfsteuer) — 8 — in Betracht, andererseits auch ein durch Prämien an die Häuptlinge beförderter Zwang seitens letzterer. Die Hüttensteuern haben sich bekanntlich in Deutsch-Ostafrika aufserordentlich bewährt, und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, wann sie auch in Togo und viel- leicht in einigen Distrikten Kameruns eingeführt werden dürften. Was die Vermehrung der Bedürfnisse der Eingeborenen betrifft, so sind häufig schon einfache Regierungsverordnungen wirksam, wie z. B. der Bekleidungszwang, der Zwang, den hygienischen Anfor- derungen entsprechende Hütten zu bewohnen etc.; weit mehr werden aber noch Anregungsmafsregeln wirken, z. B. der durch die Förde- rung des Verkehrs steigende Einflufs der Sitten der bedürfnis- reicheren Küstenbewchner, ferner die Änstacheluug des Ehrgeizes durch landwirtschaftliche Distriktsausstellungen mit Prämienvertei- lung, Feste, Wettrennen etc., unter ausschliefslicher Zulassung gut gekleideter oder kleine Eintrittspreise zahlender Eingeborenen, sowie überhaupt planmäfsige Förderung der Gelegenheiten für die Ein- geborenen, Geld auszugeben oder den Mangel desselben schmerzlich zu empfinden. Anders liegt die Sache, wenn es gilt, Bedürfnisse, die schon vorhanden sind, zur Entfaltung zu bringen. Thatsache ist, dafs es häufig nicht an dem Wollen der Eingeborenen, sondern an äufseren Umständen liegt, wenn die Eingeborenen nicht mehr anbauen, als zur Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse genügt. Oft fehlen ihnen für die Gegend passende Exportartikel, oft sind solche zwar vorhanden, aber den Händlern entweder nicht als solche bekannt, oder infolge mangelhafter Verbindung nicht erreichbar oder für den Weltmarkt zu teuer. Hier kann man häufig durch einfache Mittel mit Erfolg bessernd eingreifen. Die Grundlage hierzu ist freilich die Kenntnis der Reutabilitätsgrenzen und Rentabilitätsbedingungen der einzelnen Ausfuhrartikel. Die Vermehrung der Produktion der Handelsartikel sowie die Verschiebung der Rentabilitätsgrenze läfst sich bewerkstelligen 1. durch Einführung neuer l)ezw. Verbesserung der bisherigen Exportartikel, z. B. durch probeweise Anzucht bei den Regierungs- stationen: 2. durch Verteilung von Saatmaterial an zuverlässige Eingeborene: 3. durch Ausbildung intelligenter Eingeborener an den landwirtschaftlichen Versuchsstationen; 4. durch Übersiedelung von Eingeborenen abgelegener Distrikte nach Gegenden, die inner- halb der Rentabilitätsgrenze liegen; 5. durch Besiedelung unserer Kolonien mit bedürfnisreicheren Eingeborenen anderer Länder, z. B. durch Überführung von Indern nach Ostafrika, von ameri- kanischen Negern nach Togo, von Malajen und Chinesen nach der iSudsee, von Deutschen und Buren nach Südwestafrika: 6. durch — 9 — Einführung neuer Handelsprodukte mit weiteren Rentabilitätsgrenzen; 7. durch Erweiterung der Rentabilitätsgrenzen infolge der Einführung von ergiebigeren Varietäten oder vollkommenerer Erntebereitung; 8. durch Verbesserung der Transportverhältnisse, insbesondere durch den Bau von Eisenbahnen. An all diesen Fragen, die für unsere Kolonien von fundamen- taler Bedeutung sind, wird unsere Zeitschrift und das Kolonial- Wirtschaftliche Komitee im nächsten Jahre in gesteigertem Mafse arbeiten, es mufs früher oder später gelingen, die meisten tropischen Produkte, die Deutschland braucht, aus den eigenen Kolonien be- ziehen zu können. Zu diesen Bestrebungen gehört die Durch- forschung unserer Kolonien auf Kautschuk- bezw. Guttapercha- pflanzen, die Baumwollversuche in verschiedenen Teilen Togos, die demnächst hofleutlich zu entsendende Bananeuexpedition nach Togo und Kamerun, die Mafsregeln betreuend die Förderung der Pro- duktion guter Gerbstoffe und Nutzhölzer in den Kolonien, die Hinaussendung von Saatmaterial, das Studium der Erdnufskultur in Senegambien, der Kolakultur im Aschantilande, der Gewinnung von Gummi arabicum am Senegal; zu der Verbesserung der Transport- verhältnisse dürfte beitragen die Einführung von Galla-Kamelen in Ostafrika sowie vor allem die oben skizzierte Togo-Eisenbahn nach dem Misahöhe-Bezirk. Auch die Überwindung des Texas-Fiebers und der Tsetsekrankheit durch ernste Studien über Immunisirung sowie durch Einführung immuner Transporttiere wird uns dauernd zu beschäftigen haben. Als letzter Punkt mufs noch die Besiedelung der Berg- gegenden unserer Tropenkolonien erw^ähnt werden. Für die Ansiedelung deutscher Bauern ist die Zeit noch nicht gekommen; es handelt sich vorerst noch um Versuche, speziell was die Vieh- zucht daselbst betrifft. Es ist unser Wunsch, die ersten Versuche zu machen mit schon in den Tropen seit mindestens einer Generation akklimatisierten Deutschen, wie sie sich in Venezuela auf der Kolonie Tovar, in Peru auf der Kolonie Pozugu linden. Hand in Hand hiermit mufs die Einführung von Bergkulturen gehen, z. B. Coca, Chininbäume, Thee und Bergkautschuk. Gelder für private Pflanzungen werden sich vorläufig nicht so leicht hier- für finden; da ist es denn Pflicht der Regierung, den Weg hierfür zu ebnen und kleine Versuchspflanzungen dieser Art anzulegen. Die Reise von Dr. Stuhl mann hat uns ja gezeigt, in welcher Weise die indische Regierung ihre eigenen gar nicht schlecht ren- tierenden Cinchonapflanzungen in den Nilgherries und im Hiraalaya bewirtschaftet, deren Produkte im wesentlichen zur Herstellung des Chinins für die Hospitäler und für die Eingeborenen dienen : ebenso — 10 — bat die niederländiscli-indische Regierung ihre eigenen PHanzungen, die erst der privaten Cinchonakultur den Weg gebahnt haben. In ähnlicher Weise sollten nun die Gouvernements in Deutsch-Ostafrika und in Kamerun verfahren; es ist kaum zu bezweifeln, dafs die Erfolge gleich gute sein werden. Durch Hinaussendung vorzüg- licher Cinchonasameu nach Kamerun und Ostafrika haben wir schon den Grund hierzu gelegt, auch Sendungen von Coca- und Berg- kautschuksamen werden bald folgen. An Arbeit fehlt es also auch im nächsten Jahre nicht; möge sie fruchtbar und der kolonialen Entwickelung förderlich sein. Warburg. Über die Ansiedelung enropäischer Bauern in den Gebirgen von Cejion und Deutsch - Ostafrika. Von llegierungsrat Dr. Stuhlmann. Während meines Aufenthaltes in Ceylon besuchte ich etwa auf dem halben Wege zwischen Kuwara Elija und Hakgalla, 272 Meilen von ersterem Orte entfernt, wo der Weg nach Badulla absteigt, den Platz, an dem im Jahre 1848 ein Versuch mit der Ansiedelung europäischer Bauern gemacht wurde, und zwar von keinem Ge- ringeren als Sir Samuel White Baker, dem Entdecker des Albert Nyansa. Nachdem er zuerst eine Zeit lang zu Jagdzwecken sich in Ceylon aufgehalten und das Gebiet von Nuwara Eliya kennen ge- lernt hatte, kam er mit acht Ansiedlern Anfang 1848 heraus und brachte Ackergeräte und Zuchtvieh mit. Die Unternehmung wurde zuerst von vielem Mifsgeschick verfolgt, und die meisten Zucht- tiere starben. Elefanten und wilde Schweine vernichteten die Ernten, aber nach etwa einem Jahre hatte er es doch fertig gebracht, die Ansiedelung zu begründen. Bei allen Versuchen stellte es sich heraus, dafs der Boden sehr arm war, und dafs ohne Düngung nichts gedieh, Dünger war aber sehr schwer zu beschaifen, da die Weiden mit ihrem kurzen Grasteppich zu dürftig waren, um Vieh in einiger- mafsen gröfserer Zahl zu ernähren. Er mufste sogar die Weide mit Guano düngen, der mühsam heraufgeschaflft werden mufste. Die Anbauversuche auf diesen Weidenflächen (Pattan) mifslangen voll- ständig, obgleich nach dem ersten Anschein und Urteil von land- wirtschaftlichen Sachverständigen gerade sie die besten Resultate versprachen. Auf den sogenannten Moon-Plains wurden diese Ver- suche gemacht, wobei zum Pflügen und Eggen mit grofsem Erfolg Elefanten verwendet wurden. Was schliefslich aus Bakers An- siedelung geworden ist, geht aus seinem Bericht (Eight years in Ceylon, London, Longraans-Green & Co., 1884) nicht hervor. Er — li- schreibt um-, dafs seine Ausiecller alle gute Stellungen fanden bezw. sich selbständig machten und Gemüse oder Kartoffeln bauten und ganz wohlhabend zurückkehrten. Es seien seitdem viele kleine Unternehmungen im Lande, besonders Gemüsegärtuereien. Kultur im Grofsen sei unmöglich, der Düngerfrage wegen; mit Düngung gedieh alles mit Ausnahme von Weizen, Baker richtete auch eine kleine Bierbrauerei ein, wohl die Vorläuferin der jetzigen. Zu sehen ist jedenfalls von der Ansiedelung nichts mehr, auch nichts von den Kreuzungsprodukten des eingeführten Viehes, es scheint eben, dafs die äufserst mangelhafte Weide das Haupthindernis war. Dagegen giebt es noch jetzt eine Menge kleiner Gemüse- gärtnereien, die die Station selbst sowie Colombo versorgen und scheinbar gut gedeihen. Aber man hat die Eisenbahn auf 6 bis 7 km Entfernung. Sollen wir aus solchen Mifserfolgen auch auf die Versuche in Usambara schliefsen und sie aufgeben? Ich glaube, das ist noch nicht nötig, denn dort gedeiht alles sehr gut, allerdings auch nur mit Düngung, und die für den Pflug brauchbaren Flächen sind klein. Wenn wir die Verbindung mit der Küste haben, so können sich kleine Gärtnereien dort jedenfalls halten und dort gedeihen. Die klimatischen Bedingungen sind ebenfalls ganz andere, denn in Nuwara Eliya gedieh z. B. absolut kein Obst aufser Erdbeeren. Kirschen, Pfirsiche etc. machen nur lange Wasserschüsse, blühen selten und tragen nie. Die Verteilung der Jahreszeiten und Regen mufs eine ganz andere als in Csambara sein. Im heifsen Boden von Ceylon (JaÖ'na) zieht man z. B. gute Trauben, in Nuwara Eliya nicht, dasselbe ist in den Nilgiris und Darjeeling der Fall. Es fehlt die Wärme zum Reifen der Früchte, und die Feuchtigkeit ist zu grofs. Es kommt vielleicht hinzu, dafs der Engländer sich in den Tropen nicht so zum Kolonisten eignet wie z. B. der Franzose. Ich bin überzeugt, in Re'imion wäre schon eine ganze Anzahl kleiner, sehr kleiner Ansiedler in solchem Lande ansässig. Der Franzose geht in Mengen aufser Landes, um sich auf immer im fremden Laude anzusiedeln, er nimmt Familie und alles, was er hat, mit und baut sich ein definitives Haus, bei dem er durch Anpflanzen von Bäumen, Früchten etc. auch für seine Nachkommen sorgt. Er hat das Talent, sich leicht im fremden Lande einzugewöhnen, den Ein- geborenen aber seine Art zu leben anzugewöhnen. So sind Röuuion und Mauritius eben ganz französisch geworden, auch die Farbigeu, so werden es auch wohl Madagascar und Tonkin werden. Der Engländer aber wird nur eine Zeit lang bleiben, um Geld zu ver- dienen, um dann baldmöglichst nach Old England zurückzukehren. Es giebt zwar Pflanzer in Ceylon, die ihr ganzes Leben bleiben, — 12 — aber das sind Ausnahmen, während bei den Franzosen grofse Mengen fester Ansiedler da sind. Wir Deutsche haben leider auch den Trieb der Engländer; am stärksten darin sind unsere Beamten mit ihren häufigen Urlaubsreisen. Der Engländer mufs das erste Mal 8 Jahre drüben bleiben, ehe er Urlaub bekommt, wir nur 2V2 Jahre. Aufser- dem ist man bei uns der Meinung, die Tropen seien nur ein Durch- gangsstadium der Beamtenlaufbahn, keine Lebensaufgabe und be- gründet dies damit, dafs wir nicht Stellungen genug haben, um einen eigenen Beamtenkörper für die Kolonien zu bilden. Ich stelle dagegen fest, dafs Ceylon einen eigenen Civil-Service besitzt, aber auch nur 80 Beamte hat (Gehalt 3000—24 000 Mk.), Verhältnisse, die sich sehr wohl mit unseren in Afrika vergleichen lassen; Indien darf man nicht zum Vergleich heranziehen. Das ist keine Kolonie, sondern ein grofses Reich, das sich ganz erliält und eine enorme Zahl von Beamten beschäftigt, die so'grofse Gehälterbeziehen, dafs die Lebenshaltung auf das Aeufserste luxuriös getrieben ist. Ceylon ist viel einfacher, allerdings hat jedermann sein bequemes Haus für sich und nicht, wie in Ostafrika, 1 bis 2 Zimmer. Solange wir in Ostafrika nicht auch dauernde Beamtenverhältnisse haben, die nur möglich sind, wenn man dafür sorgt, dafs die Beamten sich wirklich heimisch fühlen können und nicht nur Charabre garni wohnen, so lange werden wir keine Kolonisatoren werden, sondern höchstens Verwalter eines Landes. Um nochmals auf Hoch-Usambara zurückzukommen, so glaube ich, dafs die landwirtschaftlichen Versuche dort mit Ausnahme der Viehzucht ziemlich abgeschlossen sind, und dafs man auch hier keine grofsen Mittel mehr verwenden darf, dafs vielmehr die Hauptkraft auf Cinchona und Theekultur, Kampher, Kola etc. zu legen ist neben der Viehzucht und dem rein botanischen Garten, dafs wir aber vor allem die Strafse zur Eisenbahn fertig stellen müssen, damit kleine Ansiedler ihr Gemüse, Zwiebeln etc. absetzen können. Rotaii. Von Dr. Axel Preyer-Cairo. Mit 4 Abbildungen. Bambus und Rotan sind für die farbige Bevölkerung ganz Südostasiens von unschätzbarem Wert, sie dienen zu zahllosen ver- schiedenen Zwecken, vom Haus- und Brückenbau angefangen bis zur Verfertigung feiner Instrumente und Geflechte, oder zur Speise. Wie ich bereits an anderer Stelle*) betonte, sollten diese beiden Pflanzen *) ,.Einiges über Südasiatische Agrikultur". Vortrag im Ansehlufs an die Malayische Ausstellung des Kolonialwirtschaftliclien Komitees, Berlin 1801, S. 17. — lo — wegen ihres enormen, durch nichts Anderes zu ersetzenden Nutzens für den farbigen Menschen in allen warmen Ländern, in denen sie noch nicht oder nur spärlich vorkommen, vom Malayischen Archipel oder Britisch-Indien her eingeführt und möglichst schnell verbreitet werden. Ueber den „Anbau der grofsen Bambusen in Deutsch-Afrika" hat D. Brandis in einem früheren Jahrgang dieser Zeitschrift*) wertvolle Anhaltspunkte gegeben. Ueber Rotan dagegen, über dessen Wachstumsbedingungeu, Vermehrung, Bereitung und Ver- wendung ist bisher meines Wissens noch nirgends eine Zusammen- stellung des praktisch Wissenwerten veröfi'entlicht worden. Eine solche wird daher ohne Zweifel für unsere afrikanischen Pflanzer von Interesse seiu. „Rotan" (oder „Rottan") ist ein malayisches Wort und ist die Bezeichnung sowohl für die ganze Palme als auch für die geschälten Stengel oder für das durch Spalten derselben gewonnene Flecht- material. Der Rotan heilst sundanesisch „Hoeh", holländisch „Rottan" oder „Rottiug", englisch „Rattan" oder „Malacca-cane", und wird auf Deutsch „Stuhlrohr", „spanisches Rohr", zuweilen fälschlich auch „Pfeffeirohr", oder „Rotang" genannt; das End-G ist im letzteren Falle ganz unberechtigter Weise hinzugesetzt worden (ebenso wie z. B. das End-G in „Orang-Utang" statt Orang-Utan). Die wichtigsten Rotanpalmen gehören zu der Gattung Calamus, welche im indo-malayischen Florengebiet in über 200 Arten, im tropischen Afrika nur in einer Spezies, in Kamerun, vorkommt. Im Malayischen Archipel ist Calamus Rotang eine der verbreitetsten Arten, und sie liefert wohl auch mit die besten Qualitäten Stuhl- rohr. Daneben kommen aber zahlreiche andere Arten**) in Betracht, die ebenfalls geschätztes Material erzeugen: C. asperrimus Bl., C. heteroideus Bl., C. javensis Bl., C. littoralis Bl., C. rhom- boideus Bl. Aufser der Gattung Calamus sind besonders Daemonorops- arten***) als Rotanlieferanten zu nennen, z. B. D. melanochaetes Bl., D. niger BL, D. oblongus Bl., D. palembanicus Bl. Letzterer ist die Stammpflanze des zu Spazierstöcken gesuchten starken Palem- bang-Rotans. Endlich wird noch Rotan gewonnen von Korthalsia robusta Bl., sowie von Plectocomia elongata Bl., eine der stärksten und längsten Sorten. *i Juhrgaiig 1899, S. 438. ■**) Proben von den meisten dieser Arten wie auch von den vevscliiedeueu Sortierungen des Handels befinden sich jetzt im Besitze des Kolonial-Wirtscbaft- liclien Komitees. A. P. ***) Die Gattung Daemonorops wird von den Botanikern neuerdings mit Calamus vereinigt. A. P. — 14 — Die Eotaiipalmeu klettern an hohen Urwaldbäumen in die Höhe, indem sie sich vermittels spitzer Widerhaken überall festhaken, und Fig.l. Rotan im botanischen Garten von Buitenzorg (nacli einer Photographie von Prof. Zimmermann). sie überwuchern zuweilen (z. B. in manchen Strecken Mittel-Javas) auf weite Flächen alle höheren Gewächse. Sie haben relativ dünne. 15 — 'oC CD m ■ di O CM bß — 16 - 0.6 bis 4 cm dicke Stengel, bei einer Länge von oft 100 bis 150 m und darüber. Die Länge der Internodien ebenso wie die Beschaöen- heit der Rinde ist bei den verschiedenen Arten verschieden. Die Blätter sind paarig gefiedert und besitzen bei vielen Arten lang ausgezogene Spitzen, welche mit scharfen Widerhaken besetzt sind. Die Früchte haben 2 bis 4 cm Durchmesser, sind rund oder ge- drungen eiförmig, geschuppt, gelb, braun oder rötlich, ein oder zweisamig. Zu normalem Wachstum bedürfen die Rotanpalmen eines feucht- warmen Klimas, wie es in der tropischen Tiefebene sich findet. Es giebt zwar einzelne Arten, die z. B. wie Calamus montanus And. im Himalaja auf 2000 m Meereshöhe steigen sollen, aber an ein üppiges Gedeihen ist unter solchen Verhältnissen nicht zu denken. Dagegen ist das Feuchtigkeitsbedürfnis nicht bei allen Arten so grofs, dafs ein Fortkommen in einem Gebiet mit längerer aus- gesprochener Trockenzeit ausgeschlossen wäre. Es ist richtig, dafs die wertvollsten Sorten aus den sumpfigen, häufig überfluteten Urwäldern West-Borneos (Bandjermassinag, Pontianak) sowie des östlichen Büttel-Sumatra (Palembang) kommen, und die in Singapore iibliche Handelsbezeichnung „Rotan ayer" (Wasser-Rotan) deutet auch auf die Herkunft aus feuchten Gebieten hin. Aber den Gegen- satz dazu bilden andere Sorten, der „Rotan sega" (aus dem Portu- giesischen, soviel wie trockener Rotan), welcher von der Nordost- küste Borneos oder von Mittel-Java stammt. Dieser wächst in über- schwemmungsfreiem, nur mäfsig regenreichem Gebiet, und nicht nur im geschlossenen Wald, sondern auch auf offenen Flächen, auf denen die langen Stengel sich am Boden kriechend übereinander- legen. Angepflanzt wird der Rotan in gröfserem Umfange nirgends. Er wächst auf den meisten Inseln des Malayischen Archipels und in Hinter-Indien in so reichlichen Mengen überall wild, dafs eine regelrechte Kultur ganz überflüssip; ist. Nur die wertvollsten, dünnsten Sorten werden neuerdings von europäischen Pflanzern einigermafsen geschont, so dafs z. B. bei der Neuanlage einer Plantage vorhandene Bestände von feinem Rotan beim Roden des Urwaldes umgangen werden. Eine Verminderung der wilden Be- stände ist auch nicht zu befürchten, da die Rotanpalmen überaus zähe und schnellwüchsig sind. Die Vermehrung wird leicht durch Stecklinge bewerkstelligt; ebensowohl kann sie aber wahrscheinlich auch durch reife Samen geschehen, obgleich diese nicht immer zu bekommen sind. Reichliche Wasserversorgung und Beschattung der Pflänzlinge sind in trockneren Klimaten erforderlich. Später fällt iede weitere Pflege der Rotanpflanzuug fort. Bei der Auswahl der — 17 — Lage einer AnpflanzuDg' ist zu berücksichtigen, dafs die feuchtesten Stellen, selbst sumpfige Strecken sehr wohl geeignet sind, und dafs ein vorhandener Bestand von wertlosen Bäumen für die Entwicklung des Rotans sehr erwünscht ist. Wertvolle Bäume dagegen dürfen sich nicht in der Nähe befinden, da sie von der aufwachsenden Schlingpalme stark geschädigt würden. Das Schneiden des Rotans geschieht im Malayischeu Archipel mit einem einfachen einwärts gebogenen Waldmesser („golok"), indem ein Stengel der Palme durchhauen und die Rinde abgeschält wird. Da dieselbe nur lose mit dem Stengel zusammenhängt, geht das Abschälen leicht von statten, indem der Letztere durch irgend eine schmale Oeffnung hindurchgezogen wird; hierbei streift sich die Rinde von selbst ab. Der geschälte Rotan wird dann in Stücke von 3 bis 5 m Länge geteilt. Jedes Stück mufs aber eine möglichst gleichmäfsige Dicke haben, und aus diesem Grunde, sowie wegen der geringeren Qualität werden die jüngsten Enden der Stengel in einer Länge von 20 bis 30 m überhaupt nicht benutzt. In diesem Zustand wird der „rohe Rotan" von den Händlern aufgekauft und nach den grofsen Exporthäfen Singapore, Batavia, Soerabaya etc. gebracht. Dort findet zunächst die Sortierung nach Qualitäten statt, die sich nach Gleichmäfsigkeit, Dicke, Oberflächen- beschaffenheit (glänzende, harte Oberfläche wird bevorzugt) und Farbe (dunkel gestreifte und getigerte Rotaue sind sehr gesucht) richtet. Bei guten Sorten werden die Stengel bei gleicher Herkunft für sich sortiert, und infolgedessen bekommen vorzügliche Sorten unter dem Namen ihres Ursprungsortes einen gewissen Ruf; in Singapore z. B. Rotan Singkulilang (Distrikt in Borneo); Rotan Minturo (Sarawak) u. a. Geringere Qualitäten werden dagegen ge- mischt. Abfall wird in kleine Stücke zerschnitten und als Faser- material zur Anfertigung von Besen und Bürsten oder zum Polstern verkauft. Ein grofser Teil des Rotans wird im Grofshandel gleich im rohen Zustande exportiert, während ein anderer Teil erst zubereitet und nochmals sortiert wird. Die Preise, welche in Singapore für rohen Rotan bezahlt werden, bewegen sich zwischen 4 bis 15 V2 Mex. Doli, per Pikul (61.8 kgj. Die Zubereitung des rohen Rotans geschieht in verschiedener Weise. Man kann speziell drei Arten unterscheiden: 1. Der rohe Rotan wird in fliefsendem Wasser gewaschen und dabei mit scharfem Sand abgerieben. Hierbei werden Rindenreste und Schmutz entfernt. Die gewaschenen Stengel werden darauf 3 Tage lang in der Sonne auf niedrigen Gestellen getrocknet und Tropenpflauzer 1902, Heft 1. 2 — 18 — 05 05 so o c-(- P Cd CO uq o n et >-l 00. ts; P W 3? o 19 ■)* — 20 - kommen dabei nachts unter Dach. Auf diese Weise gereinigt kostet der Rotan etwa 18 Mex. Doli, per Pikul. 2. Der rohe Rotau wird ebenso gewaschen und dann nafs ge- schwefelt. Zu diesem Zweck werden die nassen Stengel in eine dicht schliefsende Hütte aus Stein gebracht und auf bis zur Decke reichende Gestelle gelegt. Auf dem Fufsboden wird Schwefel in grofsen Stücken angebrannt, und durch Hinzufügen von Schwefel von aufsen wird dieser Prozefs 12 Stunden lang unterhalten. Hierauf wird der Rotan herausgenommen und ebenso wie 1. getrocknet. 1 Pikul kostet 19 Mex. Doli. 3. Der rohe Rotan wird nicht gewaschen, sondern 24 Stunden in Wasser eingeweicht; dann wird mittelst einer einfachen Vor- richtung die glatte, glänzende Oberflächenschicht abgeschabt. Ein Kuli zieht dabei einen Stengel durch zwei winklig gegeneinander gestellte scharfe Bambusmesser durch. Die Bambusmesser sind natürlich nach Abnutzung leicht zu erneuern. Nach mehrfachem starken Durchziehen wird der Rotan nafs geschwefelt und getrocknet wie 2. Der auf diese Weise bearbeitete Rotan kommt alsdann zur zweiten Sortierung. Diese geschieht ausschliefslich nach der Dicke, und zwar folgendermafsen: Jeder Kuli hat vor sich 11 senkrecht stehende Stäbe, deren 10 Zwischenräume die verschiedenen Sortierungen bezeichnen. Zur Seite liegt ein Haufen der zu sortierenden Stengel, und in der Hand hat der Kuli eine Leere, d. i. eine kleine, längliche Stahlplatte, in der sich Ausschnitte von verschiedener Gröfse befinden. Jeder Stengel wird durch Einlegen in die Ausschnitte der Leere gemessen, und je nach seinem Durch- messer in den betreifenden Zwischenraum zwischen den senkrechten Stäben gelegt. Die Dickenmafse sind: 2, 3, 372, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 engl. Linien (= 5.08, 7.62, 8.89, 10.16, 12.70, 15.24, 17.78, 20.32, 22.86, 25.40 mm). Das Sortieren geht unter den geübten Händen der chinesischen Kulis sehr schnell von statten. Die dünnsten, nur 2 bis 3 Linien dicken Rotansorten sind die teuersten, sie bringen bis zu 60 Doli, per Pikul, während die anderen Qualitäten „I und 11 mixed" 40 Doli., „III" 28 Doli., „IV" 10 Doli, kosten. Der Rotanexport von Singapore richtet sich hauptsächlich nach London, Hamburg und anderen europäischen Häfen, Die besten Qualitäten gehen nach New-York, die geringsten und der Abfall nach Hongkong. Soviel über den Grofshaudel in Rotan. Für eine Anpflanzung in Afrika kommt aber vor allen Dingen, wie bereits zu Anfang ge- sagt wurde, der grofse praktische Nutzen für die einheimische Be- völkerung in Betracht. Vom Rotan gilt hier ebenfalls, was Brandis vom Anbau des Bambus sagte: „Dies ist nicht ein Unternehmen, — 21 — aus dem man erwarten kann, viel Geld herauszuschlagen." Aber andererseits ist die eigene Rotanerzeugung in einer afrikanischen Kolonie nicht nur ein Geschenk, welches man den Schwarzen macht, sondern sie wird sich gerade zu allererst für den Pflanzer lohnen, der mit Hiilfe dieses kostenlosen Flecht- und Bindemateriales be- deutende Summen erspart. Nur eine kleine Auswahl der unzähligen Verwendungsarten des Eotan im Malayischen Archipel sei hier mit- geteilt: Beim Bau von Wohnhäusern, Ställen und Scheunen wie von Brücken dient Rotau zur Verbindung aller Teile. Bänke, Sofas, Longchairs (die bekannten von Singapore kommenden Schiffsstühle, die dort etwa 2 bis 3 Dollar kosten), Tische und Stühle, Etageren, kurz alle möglichen Möbel werden aus Rotan hergestellt, in einfacher ebenso wie in sehr eleganter Ausführung. Reitpeitschen aus dünnem Rotan sind unverwüstlich und allen anderen vorzuziehen. Spazier- stöcke in feiner wie in kräftigster Form, geflochtene schwere Peitschen, beliebig lange Mefsstöcke werden aus Rotan verfertigt. Der dünne Rotan dient als allgemeines und treffliches Ersatzmittel für Stricke und Taue. Die Warenballen, Kisten, Säcke werden mit Rotanstricken zusammengebunden. Bei dem üblichen Tragen von Lasten an den Enden einer über die Schulter gelegten, fedei^nden Bambusstange werden Gegenstände oder Behälter mit Rotan befestigt. Die kleinsten Packete werden mit einem Rotanfaden umwunden, der durch Spalten eines dickeren Stengels leicht herzustellen ist. Aus gespaltenem Rotau werden mannigfache Flechtwerke angefertigt: Körbe, Matten und Teppiche (die im Osten gesuchten, auch im feuchten Tropenklima sehr haltbaren Palembangteppiche bestehen ganz aus Rotan), Umhängetaschen u. a. m. Die kurzen Fasern werden, wie schon erwähnt, zur Herstellung von Besen und Bürsten verwendet, und der Abfall kann als Stopfmaterial für Kissen und Matratzen gebraucht werden. Die schätzenswerten Eigenschaften des Rotanstengels, seine kolossale Zugfestigkeit, Biegsamkeit, Dünne und Länge, seine glatte glänzende Oberfläche, seine unbegrenzte Spaltbarkeit in der Längs- richtung, die grofse Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und Insektenfrafs, alle diese Eigenschaften machen den Rotan zur viel- seitigsten Verwendung geeignet. Und wenn auch mit seiner Kultur nicht im grofsen Stile Geld zu verdienen ist, so sollten doch in Gegenden, wo der Rotan noch nicht vorkommt, die Pflanzer den- selben im Kleinen anpflanzen zu ihrem eigenen Nutzen und Vorteil und zu dem der eingeborenen Bevölkerung. — 32 — Reiseberieht der Gattapereha- und Rantschuk - Expedition naeli den Siidsee - Kolonien. Von R. Schlechter. Amboina, den 2. Oktober 1901. Eudlicli komme ich wieder dazu, einen ausfiihrlicbereu Beriebt an das Komitee zu senden, da ich nun, auf der Fabrt nacb Neu- Guinea begriffen, auf dem Dampfer nacb längerer Zeit zum ersten Male wieder Mufse dazu finde. Die kleineren Notizen, welche ich dem Komitee hin und wieder einschickte, werden ja richtig einge- troffen sein und dasselbe im Grofsen von meinen Zügen unter- richtet haben. Ich schicke hiermit einen detaillierteren Bericht zu- nächst über meine Reise ins Innere Borneos. Am 14. Juli verliefs ich auf dem Dampfer „Samarinda" der Koetei-Company zusammen mit einem Angestellten derselben, Herrn Bünnemeyer, die Stadt Samarinda. Da wir an diesem Tage bei Tengaron, der Stadt des Sultans, noch Kohlen für die Flufsfahrt einzunehmen hatten, beschlossen wir, als wir diese am Nachmittage erreichten, über Nacht daselbst zu verweilen, um so mehr, da uns noch Briefe vom Sultan an die Dayak- Häuptlinge im Innern ver- sprochen worden waren. Alles regelte sich hier vorzüglich. Ich erhielt vom Sultan einen Brief an seinen Bruder, den Pangeran Mangoeh Negoro, und an die Dayak - Häuptlinge am oberen Long Wahau, aus dem zur Zeit das beste Guttapercha zur Küste hin- unterkommt. Zeitig am Morgen fuhren wir am 15. Juli von Tengaron ab, den Mahakam hinauf, und sagten somit der Civilisation für längere Zeit Lebewohl. Da die Strömung infolge des hohen Wasserstandes eine aufsergewöhnlich starke war, konnten wir an diesem Tage unser Ziel Moeara Kaman nicht mehr erreichen und waren gezwungen, am Abend am Uferrande vor Anker zu gehen. Erst um 9 Uhr am folgenden Tage passierten wir Moeara Kaman und fuhren dann kurz darauf in den Kelindjan-Flufs ein, der durch Zusammen- flufs des Long Wai und Long Wahau gebildet wird. Die Ufer des unteren Laufes des Kelindjan standen teils noch unter Kultur (be- sonders Reisfelder und Bananeuanpflanzungen waren recht häufig), teils waren sie mit dichtem Buschwalde bedeckt, der bewies, dafs die Bevölkerung früher hier dichter gewesen, und mit dem Anlegen ihrer Reisfelder beständig ihre Wohnorte gewechselt, so dafs beide Uferseiten zu verschiedenen Zeiten einmal allenthalben unter Kultur genommen worden waren. Auch auf der Fahrt weiter stromauf änderte sich wenig an dieser Physiognomie der Ufer. Nur selten kam uns eine kurze Strecke wirklichen Urwaldes zu Gesicht. Dieses — 23 — Ausroden der Wälder beschränkt sich hier in Ost-Borneo, wie ich wiederholt zu beobachten Gelegenheit hatte, nur auf die Flufsufer bezw. einen schmalen Streifen zu beiden Seiten derselben. Inner- halb dieser Zone ist natürlich auch von Guttabäumeu und Kautschuk- lianen nichts zu sehen, da beim Anlegen der Reisfelder alles mit Ausnahme einiger Waldrieseu abgeschlagen und niedergebrannt wird. Der später erscheinende Sekundärwald setzt sich dann fast nur aus Bäumen und Sträuchern zusammen, deren Samen entweder durch Vögel oder andere Tiere und durch Wind leicht verschleppt werden oder eine so lange Lebensdauer besitzen, dafs sie imstande sind, die Zeit der Eeisbepflanzung des Terrains zu überstehen. Gutta- und Kautschukpflanzen, mit Ausnahme von einigen Lianen aus den Gattungen Parameria und ürceola gehören zu keiner dieser Pflanzen- arten. Da die „Samarinda" vom frühen Morgen bis zur Dunkelheit während der nächsten Tage durchlief, hatte ich keine Gelegenheit in die richtigen Urwälder einzudringen. Aufserdem waren nach Aussage der Malayen (Koetinesen) die sämtlichen Guttapflanzen ausgerottet. Also auch hier wiederholen sich dieselben Übelstände wie am Kongo. Auch hier mufs man weit über das Gebiet irgend welchen europäischen Einflusses vordringen, um noch Gelegenheit, zu haben, die Gewinnung des Guttaperchas zu beobachten. Am 18. Juli trafen wir in Moera Kelindjau, am Zusammenflusse des Long Wai und Long Wahau ein, und somit hatte die Dampfer- fahrt ihr Ende erreicht. Der Pangeran Mangoeh Negoro, welcher durch den Sultan bereits von unserer bevorstehenden Ankunft be- nachrichtigt worden war, wartete hier bereits auf uns. Noch am selbigen Tage gelang es mir, dank dem Einflüsse des Pangerans ein Canoe aufzutreiben, mit dem ich, um möglichst wenig Zeit zu ver- lieren, bereits am folgenden Tage die Reise fortzusetzen gedachte. Viel schwieriger gestaltete sich die Leutefrage. Malayen mit in die Gebiete der Dayaks zu nehmen war erstens doch nicht ange- bracht, zweitens aber wäre es auch wohl sehr schwer gewesen, dazu willige Leute zu linden. Die Dayaks vom Long Wai, welche bis hierher herunterkommen, hätten sich auch gefürchtet, in die Gebiete anderer Dayaks zu gehen, denn noch heute herrscht die Kopfjägerei unter diesen Leuten. Sehr willkommen war mir daher der Umstand, dafs eine Anzahl Hebau-Dayaks aus Sarawak, welche als Gutta- und Rotansammler nach Koetei gekommen und mit den anderen Stämmen in Frieden lebten, sich zur Zeit in Moera Ke- lindjau aufhielten und nach einigen Unterhandlungen sich bereit erklärten, mich nach Wahau zu bringen. Der Pangeran beabsichtigte, erst noch den Häuptling der Dayaks am Long Wai zu besuchen und wollte später nachfolgen. - 24 — Herr Bünnemejer und ich fuhren im Laufe des nächsten Tages den Long Wahau hinauf. Die Prau, welche ich hatte^ war sehr geräumig und in Anbetracht meines grofsen Gepäckes und des Proviantes mit den neun Leuten, welche ruderten, nicht sehr schnell vorwärts zu bringen. Da das Wasser stieg und die Befürchtung nahe lag, dafs es uns schwerlich gelingen würde, die Stromschnellen vor uns zu passieren, blieb Herr Bünnemeyer am folgenden Tage zurück. Ich setzte die Reise daher allein fort, wurde aber im Laufe der nächsten Tage wieder von der Prau des Herrn Bünnemeyer eingeholt. Am 22. Juli kamen wir glücklich zu den Schnellen. Die Prauen wurden mit langen Rotauseilen unter dem Gejubel der Dayaks hindurchgezogen und dann die Reise ohne weiteren Unfall bis nach Moeara Marah, einem Dorfe der Kenya-Dayaks an der Mündung des Long Marah, der sich in den Long Wahau ergiefst, fortgesetzt. Am 26. Juli, also nach Stägiger Canoefahrt, trafen wir in Wahau, dem Hauptdorfe der Wahau-Dayaks, ein. Da ich einen Brief an den Raden Mas, das Haupt dieser Dayaks, vom Sultan be- kommen, und von ihm nun neue Leute zu erhalten hoffte, um in die guttahaltigen Wälder einzudringeu, war ich gezwungen, bis zum 29. Juli mit den Leuten zu verhandeln. Ein Verkehr mit diesen Leuten erfordert unglaublich viel Geduld. Immer und immer wieder wird man vertröstet auf den folgenden Tag. Dann läfst sich einmal ein Unglücksvogel sehen oder hören, und sofort werden die sämt- lichen Verhandlungen abgebrochen und für den Rest des Tages nichts mehr unternommen, „da es doch unglücklich ablaufen würde". Ich atmete daher begreiflicherweise auf, als ich am Nachmittage des 29. Juli meine Reise wirklich wieder flufsaufwärts fortsetzen konnte. Die Ufer, welche bis dahin meist mit sekundärem Wald be- deckt waren oder als Reisfelder etc. unter Kultur gestanden hatten, zeigten am zweiten Tage hinter Wahau bereits andere Physiogno- mien, und bald waren wir in der ununterbrochenen Urwaldzone. Da mir daran lag, möglichst weit auf diesem Flusse nach oben vor- zudringen (denn nur dort war noch Aussicht vorhanden, die Ge- winnung des Gutta zu studieren und selbst an gröfseren Stämmen zu experimentieren), so nahm ich mir während dieser Fahrt nur wenig Zeit zu kleineren Exkursionen. Von Gutta war noch immer keine Spur zu entdecken, obgleich ich den Leuten für die ersten Anzeichen eine Belohnung versprochen hatte. Es hiefs, allenthalben seien die Guttapflanzen ausgerottet. Ich mufste also dieselbe Erfahrung machen, wie Dr. van Romburgh am Barito in Süd-Borneo. — 25 — Am 2. August erreicliteu wir, nachdem wir einen Tag vorher vom Long Niya ein kleineres Canoe geholt, in dem ich mit einigen Leuten vorausgefahren, den Long Sele. Da am oberen Laufe dieses Flusses noch Gutta zu finden sein sollte, fuhren wir in denselben hinein und schlugen dann, als wir mit dem Sampan nicht mehr weiter konnten, ein Lager auf. Am 4. August traf meine Prau auch daselbst ein. Von diesem Lager aus unternahm ich nun nach verschiedenen Richtungen hin Streifzüge, um einige Bäume fällen zu lassen und auch kleine Pflanzen für Neu-Guinea zu sammeln. Soweit es meine Zeit erlaubte, beschäftigte ich mich auch mit Anlegen botanischer Sammlungen. Hier gelang es mir nun endlich einmal festzustellen, wie viel reine Gutta ein Stamm von Palaquium Gutta liefert. Die Art der Gewinnung des Guttas werde ich weiter unten beschreiben. Eine Flasche mit Milch, welche ich von einem zweiten gefällten Stamme einsammeln liefs, sowie Blätter für chemische Unter- suchungen sind auf dem Wege nach Europa. Die Milch koagulierte leider, wie ich später feststellen konnte, trotz des reichlichen Zu- satzes von Ammoniak. Kleine Pflanzen waren leider nur spärlich vorhanden, ich mufste mich hier mit 150 Stück trösten. Aufser Palaquium Gutta gab es noch eine andere Art, die aber kein brauchbares Gutta lieferte. Rotanarten gab es in Mengen. Es gelang mir, nicht weniger als 15 Arten zusammenzubringen. Zur wissenschaftlichen Bestimmung derselben habe ich dem Produkt je auch einen jungen Schöfsling und Blätter beigefügt. Bis zum 9. August hielten wir uns in diesem Lager auf und zogen dann mit interessanten Resultaten, Kautschuk und Gutta be- treffend, sowie einer wertvollen botanischen Ausbeute wieder nach Wahau zurück. Da ich sehr gern einen besonders starken Guttastamra fällen lassen wollte, und hörte, dafs solche noch am Long Dett anzutreifeu seien, beschlofs ich auch dorthin noch eine Reise zu machen. Die Vorbereitungen zu dieser Reise dauerten bis zum 15. August. Da das Oberhaupt der Wahaus, Raden Mas und einer seiner Radjas mich selbst begleiteten, hatten wir diesmal drei Boote. Am ersten Tage ging es nur bis zur Mündung des Long Dett und am folgenden denselben so weit hinauf, als es möglich war. Ich hatte am Morgen eines der Boote unter Radja Lias vorausgeschickt, um einen Wasser- weg frei zu schlagen. Der hohe Wasserstand machte diese Fahrt weiter hinauf möglich, als sie wohl sonst je gemacht war. Europäer waren weder hier noch im Long Sele je vor mir gewesen. Da wir befürchteten, dafs die Boote später nicht wieder zurückkehren könnten, liefs ich sie sofort weiter flufsabwärts zurückbringen. — 26 - Einis'e Stunden Marsch durch dichten Urwald brachten uns bald an die Stelle, wo ein den Eingeborenen bekannter grofser Gutta- baum (Palaquium Gutta) stand. Die vorausgeschickte Kolonne hatte hier bereits eine Buschh litte für mich und eine solche für meine Leute gebaut. Da es schon zu spät war, als wir mit der Herstellung des Lagers fertig wurden, beschlofs ich, den Baum erst am nächsten Morgen fällen zu lassen. Die Leute schickte ich aus, um nach jungen Guttapflanzen zu suchen. Ich selbst machte einige Exkur- sionen, um die Flora dieses Waldes näher in Augenschein zu nehmen. Auffallend war hier allenthalben der Wildreichtum. Der Wald war Stelleuweise buchstäblich zertreten von Hirschen und Wildschweinen. Auch Spuren vom Rhinozeros sahen wir verschiedentlich. Die Flora war äufserst interessant. Orchideen gab es beson- ders längs der Bachufer in Menge. Eine herrliche Coelogyne mit grofsen weifsen Blüten war auf grofsen Bäumen geradezu gemein. Ebenso zeigte die Gattung Hoya einen merkwürdigen Artenreichtum, Nie vorher bekannte Formen traten auf Am Morgen des 15. August begannen die Leute schon früh den Platz um den zu fällenden Guttabaum zu reinigen. Besonders an der Seite, wohin der Baum fallen sollte, erforderte dies viel Arbeit, da dort die übrigen Bäume auch umgeschlagen werden mufsten. Damit der Stamm nicht direkt auf den Boden falle und dadurch das Einsammeln des Guttas erschwert würde, wurden in Abständen Baumstämme quer niedergelegt. Das Fällen des Riesen (wenigstens als Guttabaum konnte er auf diese Bezeichnung Anspruch machen) erforderte einige Zeit. Man schlug ihn etwa in einer Höhe von IV2 m ab. Unter grofsera Gekrach und Getöse hei der Stamm endlich, mit sich noch einige kleinere Stämme zu Boden reifsend. Typisch für den abergläubischen Dayak war es, dafs ein Mann, während die anderen mit dem Fällen des Baumes beschäftigt waren einen kleinen Opfertisch baute, auf dem den Waldgeistern ein Opfer, bestehend aus Reis, Sirih und Cigaretten, dargebracht wurde. Wie mir der Raden Mas erklärte, „um die Waldgeister zu bitten, möglichst viel Getah zu geben". In Abständen von etwa 1 bis 1.5 Fufs wurde der Stamm nun geringelt. Der Teil, welcher bearbeitet wurde, hatte eine Länge von 110 Fufs. Da, wo die Aste begannen, hörte man auf. Der Stammumfang betrug 2 m, über dem Boden 253 cm. Meines Wissens ist dies somit der gröfste Guttabaum gewesen, der bis jetzt bekannt geworden. Zum Ringeln des Stammes bediente man sich eines ebenso praktischen wie einfachen Instruments, das zum Anzapfen von Kautschukbäumen in Plantagen auch empfehlenswert erscheint. — 27 — Dasselbe besteht aus einem stemmeisenähnlicheu Instrumente, welches Vorn mit einer halbkreisförmigen Schneide versehen ist. Mittelst eines Holzhammers wird mit diesem Instrument genau so gearbeitet wie mit einem Stemmeisen. Es ist besonders dabei darauf zu achten, dafs die Schneide sehr scharf ist, da nur an ganz P glatten Schnittflächen die Guttamilch leicht austreten kann. Auch zum Anzapfen von Kickxia und Castilloa würde ich dieses leicht herstellbare und billige Instrument sehr em- pfehlen. Das Auffangen der Milch geschah nicht, wie man gewöhnlich hört, in Töpfen, sondern in zusammengefalteten grofsen Blättern, besonders denen von einer Licualapalme. Es ist dies insofern praktischer, als dieselben einen gröfseren und vor allen Dingen längeren Raum zum Auffangen der herab- tropfenden Milch darbieten. Etwa nach zweistündigem Warten ist das Gutta, soweit es überhaupt bei dieser Methode ge- wonnen werden kann, zu Tage getreten. Das in den Rinnen sitzende Gutta, welches zumeist zu einer flockigen Masse ^^ koaguliert ist, kann man nun entweder mit dem Finger oder noch besser mit einem vorn abgerundeten stumpfen Kratzer entfernen. Die gesammelte, teilweise koagulierte Milch wird nun am besten mit etwas Wasser vermischt und dann gekocht, bis sie koaguliert ist. Merkwürdigerweise bleibt aber hierbei stets ein Rückstand, der noch viel Gutta enthält, aber von den Leuten ni verarbeitet wird. Ich selbst hatte nicht genügend Zeit, um mit diesem Rück- stande viel zu experimentieren. Fortgesetztes Kochen selbst nach Zusatz von verschiedenen Säuren (Essigsäure, Ameisensäure und Salzsäure) hatte fast gar keinen Erfolg. Ich habe einige Flaschen dieses Rückstandes zu weiteren Versuchen nach Europa gesandt. f>ie koagulierte flockige Masse wird nun zusammengeprefst und, so lange sie noch warm ist, auf einem Brett oder einer Matte in ein breites Fell ausgetreten, welches dann zusammengerollt wird. In anderen Gegenden wurden rundliche Blöcke oder wurstähnliche Formen geprefst. Um eine Oxydation zu verhüten, ist es ent- schieden zu empfehlen, möglichst grosse Blöcke zu formen, da die Dicke des Guttaklumpens bezw. die Gröfse der der Lufteinwirkung ausgesetzten Oberfläche bei der Oxydation natürlich von Bedeutung ist. Die Menge des von mir aus jenem Guttariesen gewonnenen Guttas erwies sich in diesem Falle als ausnahmsweise grofs. Ich stellte ein Gewicht von etwa 4250 g (etwa 8V2 Pfd.) fest. Die Waldgötter hatten also das Opfer der Dayaks gnädig aufgenommen. Nachdem ich noch eine Anzahl junger Guttapflanzen zusammen- gebracht hatte, brachen wir am 16. August wieder auf. Die Wahau- Dayaks unter dem Raden Mas blieben in Wahau, ich setzte mit — 28 — einigen Hebaus die Reise noch bis zum Dorfe des Radja Temmang- goeng fort, von wo aus ich eine kurze Exkursion zu den am Long- Pantoon gelegenen Kalksteinhöhleu zu machen gedachte. Es ging nämlich die Sage im Lande umher, dafs diese Höhlen mit Hindu- Altertümern geschmijckt seien. Beim Temmanggoeng angelangt, hatte ich noch am späten Abend eine längere Unterhandlung mit ihm betreffs der für die Exkursion nötigen Träger. Trotz aller möglichen Versprechen bekam ich die Leute am nächsten Tage erst um 9 Uhr. Der Marsch führte erst durch verlassene Reisfelder, dann durch Wald, in dem auffallend viel Bambus vorhanden war. In Abständen von einigen Stunden stiefsen wir immer wieder auf verlassene Lager von Guttasammlern. Die Leute hatten hier unglaublich gewüstet, nicht einmal wertlosere Gutta-Arten, wie Palaquium Pisang Burk(?) und Djera-Arten, waren geschont worden. Vom Palaquium-Gutta waren schon seit Jahren nach Erzählungen von Eingeborenen die letzten Exemplare ab- geschlagen. Junger Nachwuchs war nicht vorhanden. Ich wunderte mich überhaupt, dafs in diesen Teilen Borneos so wenige junge Guttapflanzen zu finden waren. Die einzige Erklärung, welche mir glaubwürdig erschien, ist die Möglichkeit der Vorliebe der Wild- schweine für die Samen. Diese Erklärung erscheint um so begrün- deter, als allenthalben die Wälder von Schweinen buchstäblich zertreten sind. Payena Leerii ist nur noch in wenigen jungen Exemplaren vorhanden, soll aber stellenweise weiter im Innern in kleinereu Exemplaren noch häufig vertreten sein. Es \\^ar mir interessant, von einer Djera hier einen frischgefällteu Stamm zu messen, welcher 3 m über dem Boden einen Stammumfang von 7.95 m besafs. Am Nachmittage erreichten wir den Long-Pantoon und am Abend die am Long-Gambeng gelegenen Höhlen. Auf dem Wege dorthin schofs ich meinen zweiten Orang - Utan. Zu meiner grofsen Enttäuschung war von Hindu-Altertümern in der grofsen Höhle, die ich nicht nur als erster Europäer, sondern wohl auch als erster Mensch betrat, keine Spur zu sehen. Die Erklärung der im Lande herumgehenden Sage schien mir unmöglich, es sei denn, dafs die Eingeborenen, welche sich nur bis zum Eingange wagen, die Stalaktiten für künstliche menschenähnliche Gebilde gehalten haben. Wie mir späterhin der Radja Temmanggoeng erklärte, seien die Altertümer in der Nähe im Walde. Danach scheint es, als ob man mir aus Furcht vor den bösen Geistern absichtlich nicht die richtige Stelle, welche übrigens fern von jenen Höhlen liegen soll, zeigen wollte. — 29 — Da ich sah, dafs hier nichts von besonderem Interesse für mich zu finden war, kehrte ich am folgenden Tage wieder zu dem Dorfe des Radja Temmanggoeng zurück. Am 19. August trat ich zu- sammen mit dem Pangeran Mangoeh, der unterdessen hierher ge- kommen war, die Rückfahrt an. Da ich die ganze Nacht hindurch fahren liefs, trafen wir bald in Moeara Marah ein, und von dort aus ging es ohne weiteren Aufenthalt nach Moeara-Kelindjau. Bei den Stromschnellen schofs ich ein Rhinozeros. Am 24. August fuhren wir mit dem Dampfer „Emerald", welcher bereits seit einigen Tagen vom Sultan geschickt worden war, um uns abzuholen, den Kelindjau-Flufs hinab und trafen in der Nacht zum 25. August in der Sultanstadt Tengaron ein. Am folgenden Tage legte ich dem Sultan noch einige Vorschläge zur Verhütung der Zerstörung sämtlicher Guttabestände dar und fuhr dann noch an dem selben Tage nach Samarinda zurück. Am 28. August verliefs die „Älting" Samarinda. Vorher hatte ich von Herrn Erdman, dem Direktor der Koetei-Company, welchem ich für sein Interesse und die Unter- stützung, die er meiner Reise angedeihen liefs, viel Dank schulde, noch einige interessante Guttastücke und Rotanproben erhalten. Über Palo-Laut, Bandjermassin, Bawean und Soerabaja trafen wir am 5. September in Batavia ein. Mit einem Teile meines Gepäcks siedelte ich noch an dem selben Tage nach Buitenzorg über, da ich daselbst noch Saat von Ficus elastica und einigen anderen Nutz- pflanzen zu bekommen hoÖ'te. Dasselbe herzliche Entgegenkommen wie bei meinem ersten Aufenthalte fand ich auch wieder bei Herrn Professor Treub. Er hatte mir nach Singapore 5000 Korn von Payena Leerii geschickt, wie er versprochen, und wollte auch noch trockene Guttablätter zu Untersuchungen in Berlin besorgen lassen. Eine Frage, welche mich hier in Buitenzorg auch noch be- schäftigte, war die Möglichkeit der Besorgung frischer Saat von Brucea sumatrana, einer Simarubacee, welche nach Versuchen eines Arztes in Saigon ein vorzügliches Dysenteriemittel geben soll. Im botanischen Garten waren nur wenige Samen zu erhalten; auf dem Markte aber gab es solche zu kaufen, so dafs ich mit einigen Tausend Korn abreisen konnte. Rambongsaat (Ficus elastica) gab es im botanischen Garten nicht, da die sämtlichen Früchte, selbst von Bäumen, die früher gute Saat lieferten, taub waren. Wohl aber gelang es mir, einige Tage vor meiner Abreise in der Nähe von Sindanglaya einige fruchttragende Bäume zu finden und von dem Besitzer derselben etwa 4 Pfund Saat zu erstehen, welche ich zum gröfseren Teile nach Neu-Guinea mitzunehmen beabsichtige. — 30 — Am 13, September verliefs ich Java und traf am 16. d. Mts. in Singapore wieder ein. Am 19. September trat ich meine Reise nach Riouw an, welche bis zum 26. September sich ausdehnte. Dafs ich auf derselben erfolgreich gewesen bin, habe ich bereits in meinem Briefe vom 27. September mitgeteilt. Ich werde einen Bericht über diese Tage in Riouw in Kürze einschicken. Die „Stettin", welche am 28. September Singapore verliefs, wird voraussichtlich am 18. Oktober in Herbertshöhe eintreffen. Die Pflanzen, welche ich an Bord habe, stehen noch recht gut. Ich habe also berechtigte Hoffnung, dafs sie gut in Neu-Guinea eintreffen werden, obgleich von den Indragiri-Guttapflauzen ein Teil in Singapore einging, wie es ja auch nicht anders zu erwarten war. Jedenfalls ist zu erwarten, dafs wir in Neu-Guinea einen Pflanzen- stock bekommen, durch den die Vermehrung und spätere Anzucht von Guttapflanzen aus Samen ermöglicht wird. Aufser Kautschukpflanzen habe ich noch Muskatnüsse, Vanille, Ramie, Cinnamomum, Manilahanf, diverse Fruchtbäume, Brucea sumatrana etc. In Bauda soll ich noch etwa 100 bis 150 Stück frischer Muskatnüsse erhalten. Was die Guttapflanzen für Kamerun betrifft, so habe ich im botanischen Garten zu Singapore etwa 100 Stück zurückgelassen, damit dieselben im nächsten Frühling an das Komitee geschickt werden können. Die Guttapflanzen sind, bis sie vollständig an- gewachsen sind, so empfindlich, dafs ich es nicht für ratsam hielt, sie vorher zu senden. Als ich von Borneo zurückkehrte, war es zu spät; die Sachen wären bei zu grofser Kälte in Deutschland ein- getroffen. Es ist doch besser, lieber mit der Überführung der- selben noch ein halbes Jahr zu warten, als nachher alles zu ver- lieren. Sobald ich in Neu-Guinea eingetroffen und die überbrachten Pflanzen verteilt haben werde, werde ich dem Komitee weitere Mitteilung machen. Da ich doch erst nach Herbertshöhe gehen werde, um mit dem Herrn Gouverneur Dr. Hahl Rücksprache zu nehmen, werde ich daselbst sogleich die Umgebung auf die Möglichkeit der Anlage eines botanischen Gartens hin untersuchen. Ol rfC^-CvCvCv^^r- Pflanz Uli gsge sellscliafteii» ^ ^ ^ Kaffeeplantag'e Sakarre, A.-G., Berlin. Der vorliegende Bericht über das dritte Gescliäftsjahr 1900/1901 giebt in gedrängter Kürze ein recht übersichtliches Bild über die günstige Entwickelung des Unternehmens. Die erste grössere Ernte brachte trotz der während der Erntezeit herr- schenden aufsergewöhnlichen Trockenheit in Verbindung mit Hemileia 530 Ctr. Kaffee I. Qualität und ca. 200 Ctr. II. Qualität. Der letztere Posten besteht hauptsächlich aus infolge der Trockenheit abgefallenen Kaffeekirschen. Dieser Kaffee wurde in Deutsch-Ostafrika verkauft, die nach Deutschland verschiffte I. Qualität brachte trotz der ungünstigen Kaffeepreise im Durchschnitt 65 Pfg. per Pfund. Bei Beginn des dritten Geschäftsjahres standen 723441 Kaffeebäunie im Felde, von denen infolge der Trockenzeit bezw. der dadurch begünstigten Hemi- leia 35000 Bäume im Laufe des Jahres eingingen. Aufser dem Ersatz für diese ausg:egangenen Bäume wurden weitere 136000 Bäume ausgepflanzt, so dafs Ende des dritten Geschäftsjahres 860000 Bäume im Felde standen. Inzwischen hat die Auspflanzung schnelle Fortschritte gemacht, so dafs nunmehr bereits die vorgesehene Anzahl von einer Million Kaffeebäume im Felde stehen wird. Die Trockenhäuser werden nunmehr unter Fortnahme der bisherigen Well- blechwände, welche infolge zu grofser Wärmeausstrahlung sich als nicht praktisch erwiesen haben, aus Mauerwerk in Eisengerüst hergestellt. Aufserdem wurde für den maschinellen Betrieb eine Turbinenanlage für 100 Pferdekräfte, ferner eine grofse Anderson'sche Schäl- und Poliermaschine aus dem Grusonwerk Magdeburg, sowie ein vierter Kaffeepulper hinausgesandt. Für eine Kaffee- transportrinne aus verzinktem Eisenblech, welche in einer Länge von 41/2 km den Transport der Kaffeefrüchte aus der Pflanzung nach der Fabrik erleichtern soll, gelangte das Material zum Versand. Die Aufstellung der Maschinen etc. geschieht unter Leitung eines Ingenieurs. Die Kaitoffelbau-VersHche brachten 2000 Ctr., von Rüben wurden noch erheblich mehr erzielt. Beide Produkte fanden hauptsächlich als Viehfutter Verwendung. Der Anbau soll vorläufig so weit, als für den Bedarf der Euro- päer und für Futterzwecke notwendig, eingeschränkt werden. Die Viehzucht macht gute Fortschritte, u. a. wurde von der im Jahre 1899 angeschafften arabi- schen Zuchtstute das erste Maultier in Deutsch-Ostafrika geworfen. Aul'ser dem Oberpflanzer Herrn C. lUich beschäftigt die Gesellschaft zur Zeit 4 Pflanzer, 1 Ligenieur und 1 Buchhalter. Die Bilanz schliefst mit 1 236 950,42 M. in Aktiva und Passiva ab. Die Aktiven umfassen u. A. 50% noch nicht eingeforderter Aktien von 500000 M. = 250 000 M., Plantagen-Conto 739 315 M., Gebäude-Conto 67 877 M., Wirt- schafts- und Maschinen-Inventar 54 067 M., Vieh-Conto 11 528 M., Lagerbestand an Kaffee 16 460 M., Bankguthaben und Cassa-Saldo 52 519 M., Debitoren 27,301 M., die Passiven bestehen aus Aktienkapital 1 200 000 M., Kreditoren 36 950 M. Die Ausgaben für das Geschäftsjahr betragen 173 018,82 M. und verteilen sich auf Gehälter der Beamten in Afrika 33 596,61 M., Löhne für Erweiterung der Pflanzung 58 656,56 M., Löhne für Unterhaltung der Pflanzung 40 084,69 M., Unkosten etc. 7007,48 M., Verwaltungskosten iu Berlin 24 005,29 M.. Pro- — 32 — Visionen 246,15 M., Abschreibungen 9 404,14 M. ; Zinsen sind 3 785;60 M., aus Ernten 27 848,91 M. eingenommen, der Saldo von 141 384,41 M. wird auf Plan- tagenkonto überschrieben. Bei einem Bestände von rund 1 Million Bäume kommt der Baum ein- gerechnet aller Baulichkeiten und Maschinen auf etwa eine Mark zu stehen. Der Fahrweg von der Pflanzung nach der Eisenbahnstation Korogwe in Länge von 87 km ist mit erheblichen Schwierigkeiten und Mitteln nahezu fertig- gestellt. Es sind Verhandlungen mit dem Kaiserlichen Gouvernement im Gange, dass der Fahrweg bezw. dessen Unterhaltung von dem Gouvernement über- nommen wird, da dieser Weg die einzige fahrbare Aufschlufsstrafse für das Plantagengebiet von West-Usambara bildet. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht aus Rittergutsbesitzer Dr. Max Schoellei-, Berlin, Voi"sitzender,Generalmajor Rudolf v.Rabe,Berlin, stellvertretender Vorsitzender, Sr. Durchlaucht Fürst Christian Kraft zu Hohenlohe-Oehringen, Berlin, Generalmajor Karl Erfling, Hochheim bei Erfurt, Majoratsbesitzer Hans Maercker, Rohlan (Westpreufsen), Fabrikbesitzer Gustav Renker, Düren, Bankier Karl Zeitzschel, Berlin, Dr. Fritz Clemm, Berlin, Max von Hiller, Pforzheim. Den Vorstand bildet Direktor Dr. Paul Neubaur, Charlottenburg. Gesellschaft Süd-Kamerun. Die Generalversammlung der Gesellschaft fand am 2. Dezember in Ham- burg statt. Über die Thätigkeit der Gesellschaft im verflossenen Geschäftsjahr berichtete der Vorsitzende Herr A. Woermann wie folgt: Die Geschäfte haben sich nicht in der gehofften Weise entwickelt, es ist deshalb beschlossen, den Direktor Herrn Schi p mann zu einer Inspektionsreise nach dem Ngokogebiet zu entsenden. Nach seiner Rückkehr soll dei'selbe Vor- schläge für die Weiterführung und Ausdehnung der Geschäfte machen, alsdann wird eventuell auch erst die beabsichtigte Verlegung der Geschäftsleitung von Brüssel nach Hamburg erfolgen. Da die Arbeiten der deutsch-französischen Grenzkommission noch nicht beendet sind, so herrscht noch nicht völlige Klarheit wegen der Grenzgebiete, und ist für die Gesellschaft die Möglichkeit ins Auge zu fassen, eine teilweise Verlegung der Stationen vorzunehmen. Besondere Bedeutung für die Gesell- schaft hat es, wenn sich die Annahme bewahrheiten sollte, dafs der Weg zur Küste aus den nördlichen Teilen des Kouzessionsgebietes keine grofsen Schwierig- keiten bietet. Schwierigkeiten macht noch die Beschaffung der Arbeiter. Die mit vielen Kosten in Liberia angeworbenen und nach dort geschafi"ten Arbeiter konnten bei weitem den Bedürfnissen nicht genügen. Durch den in den Dienst der Ge- sellschaft getretenen früheren Oberleutnant der Schutztruppe in Kamerun, Herrn V. Carnap, ist Anfang 1901 ein gröfserer Transport Arbeiter in Liberia und anderen Küstengegenden am Meerbusen von Guinea angeworben und hingebracht. Mit diesen hofft die Gesellschaft ihre geschäftlichen Unternehmungen erheblich ausdehnen zu können. Diese Transporte sind aber bei der verhältnismäfsig kurzen Vertragszeit der Arbeiter so teuer, dafs alles versucht wird, um die Eingeborenen des Gebietes zur Arbeit heranzuziehen. Der Flufstransport wird durch zwei Heckraddampfer betrieben, zu denen nächstens ein dritter treten wird, welcher bei der Schiffswerft von Holtz in Harburg in Auftrag gegeben ist. — 33 — Bei der wirtschaftlichen Aufschliefsung des Konzessionsgebietes handelt es sich vorläufig ausschliefslich um Handelsgeschäfte, insbesondere Aufkauf von Elfenbein und Kautschuk; andere Produkte würden die hohen Transport- kosten zur Küste nicht vertragen. Plantagen-Gesellscliaft Süd-Kamerun in Hamburg, G. m. b. H. Die in der Generalversammlung vom 23. Juli 1901 beschlossene Erhöhung des Stammkapitals von 80000 Mk. auf 160 000 Mk. ist durch Übernahme neuer Stammeinlagen gedeckt. Für die von ihm eingebrachte Plantage an den oberen Campo-Fällen (etwa 2000 ha) sind Herrn Küderling als voll eingezahlte Stammeinlage 15 000 Mk. angerechnet. Guatemala-Plantagengesellschaft in Hamburg. Nach dem Bericht für das mit dem 30. September 1901 beendete Geschäfts- jahr betrug die Kaffeeernte nur 14128 Quintales Kaffee, für welche infolge der niedrigen KafleepreJse nur 506 515,90 Mk. erzielt wurden. Der erhöhte Kaffee- exportzoll und die schwankenden Guatemala-Wechselkurse brachten der Gesell- schaft weitere erhebliche Einbussen. Den Einnahmen aus der Kaffeeernte stehen 512 960 Mk. Unkosten gegen- über, welche sich auf Betriebsspesen 400 765 Mk., Zinsen für Prioritätsanleihen 46 875 Mk., Abschreibungen 65328 Mk. verteilen. Während für das Vorjahr eine Dividende von 8 pCt zur Verteilung gelangte, ergiebt sich für dieses Jahr ein kleiner Verlust, so dafs sich der Gewinn Vortrag von 22 262 Mk. auf 15809 Mk. verringert. Die Ernte des laufenden Jahres dürfte auf der Pflanzung El Porvenir wie in Guatemala im allgemeinen eine recht kleine sein, der Leiter schätzt dieselbe auf 10 000 Quintales, wovon bereits ein Teil zu günstigen Preisen auf Lieferung verkauft wurde. Osuna-Rodiela-Plantagengesellschaft in Hamburg. Die im vorjährigen Bericht ausgesprochene Hoffnung, dass die Kaffeeernte 1900/1901 erheblich gröfser sein würde, hat sich nach dem vorliegenden Bericht für das mit dem 30. September abgeschlossene Geschäftsjahr vollauf bestätigt. Die Ei'nte betrug 20 617 Quintales, für welche jedoch infolge der niedrigen Preise nur 653 469 Mk. erzielt wurden. Den Einnahmen stehen 640 569 Mk. Ausgaben (Betriebsspesen 519 832 Mk., Zinsen für Prioritätsanleihe 74 287 Mk., Abschreibungen 46 449 Mk.) gegenüber, so dafs sich ein kleiner Gewinn von 12 899 Mk. ergeben würde, doch hat die Gesellschaft mit Rücksicht auf die stark schwankenden Währungsverhältnisse in Guatemala es für richtig erachtet, für das Arbeitervorschufskonto eine Speziaireserve in Höhe von 50 000 Mk. zu schaffen, wodurch der Verlustsaldo um 37100 Mk., von 649121 auf 686 222 Mk. erhöht wird. Die diesjährige Kaffi^eernte verspricht leider im allgemeinen und zwar in- folge überaus ungünstiger Witterungsverhältnisse eine reclit kleine zu werden. Dieselbe dürfte auf den Plantagen San Andres-Osuna und La Rochela zusammen nur wenig über 10000 Quintales erreichen, von denen bereits ein Teil zu günstigen Preisen im Vorverkauf begeben wurde. Tropenpflanzer 1902, Heft 1. 3 — 34 — ^r-. r— -^ -- ■ ■ — VI ■ ■^»»>»:»->» V Aus (leutsclien Kolonien. CCCCcC««C«C ' J Elefanten als Kakaoschädlinge in Kamerun. Unterm 1. November 1901 schreibt Herr Pflanzer Eigen von der Moliwe- Pflanzung am Kumei-mi-Berg: „Die Verwüstung dureli Elefanten scheint für die hiesige Pflanzung eine sehr unangenehme Sache zu werden. In der letzten Hälfte vorigen Monats haben diese Tiere geradezu entsetzlich gehaust. Auf . den Abteilungen 17, 15, 16 und dem östlichen Teile der Abteilung 8, welche vollständig mit Planten i Mehlbananen i bepflanzt waren, die bereits reife Früchte trugen, steht keine einzige mehr; auch wurden auf dieser Fläche, besonders in dem älteren Teile, viele Kakaobäume vernichtet." Es wurde übrigens schon bei der Regierung beantragt, dafs einige Karabiner auf der Pflanzung zur Ver- fügung des Leiters eingetragen würden; auch wurde der verwüstete Bestand so- fort gereinigt, der beschädigte zurückgeschnitten und auf den entstandenen Fehlstellen nachgepflanzt. Sansevierafasern aus Deutsch-Südwestafrika. Wir haben uns schon im 3. Jahrgang des „Tropenpflanzer" il899 S. 21) mit dieser Pflanze beschäftigt und auch eine Abbildung der Sanseviera guineensis gebracht. Neuerdings wurde unsere Aufmerksamkeit wieder hierauf gelenkt durch ein Schreiben des kaiserlichen Gouvernements für Südwestafrika, welches Recherchen in Bezug auf das Vorkommen dieser Pflanze hat anstellen lassen. Der Distriktschef von Grootfontein, Oberleutnant Volkmann, berichtet hierüber an das Gouvernement: „Ich habe die Sanseviera im ganzen Distrikt von Waterberg an bis zum Okavango gefunden, doch wird die Faser nur von den Buschmännern verwendet. Die Pflanze bedeckt im allgemeinen keine grofsen Komplexe, sondern steht in einzelnen, allerdings oft sehr dichten Gruppen zusammen. Die Faser wird von den grünen Blättern durch Klopfen oder Schaben des Fleisches gewonnen, die einzelnen Fasern werden dann, je nach dem Zweck, dem sie dienen sollen, zu stärkeren oder dünneren Fäden zusammengedreht. Zum Glätten der gewonnenen Fäden benutzen die Kung-Buschmänner meist Vogelnester aus Baumwolle, von denen sie immer ein Stück in ihrer Tasche mit sich führen. Die gewonnenen Stricke, die aufserordentlich haltbar sind, werden zu Schlingen verwendet; für ihre Güte spricht der Umstand, dafs die Kalahari-Buschmänner selbst Grofswild wie Kudus in der Schlinge fangen. Wenn ich erfahren könnte, ob und welchen Wert die Fasern haben, und in welcher Verfassung sie exportiert werden, würde es vielleicht lohnen, eine gröfsere Menge sammeln zu lassen, oder auch eine Versuchspflanzung anzulegen. Eine Probe fertiger Taue lege ich gehorsamst bei, eine gröfsere Menge Taue in verschiedeneu Stärken habe ich mit meiner letzten Sendung dem Königlichen Museum für Völkerkunde überwiesen." Die eingesandte Probe wurde von der Bremer Tauwerk-Fabrik A.-G. vorm. C. H. Michelsen geprüft, und erhielten wir von derselben folgendes Gutachten : „Wir bekemien uns zum Empfang Ihrer wei-ten Zuschi'ift vom 22. d. Mts. und des uns damit übersandten Musters. — 35 - Es ist nicht leicht, an der Schnur den Wert des zur Verarbeitung heran- gezogenen Rohmaterials festzustellen, da die Schnur mit der Hand gesponnen «nd gedreht ist und man nicht ])eurtheilen kann, ob nicht der Eingeborene während des Drehens der Garne die schlechten, minderwertigen Teile einfach fortwirft, oder auch die nicht ganz gereinigten Teile durch Schaben etc. ver- bessert. Gewöhnlich sind die den Offerten beigegebenen Proben sehr schön auf- gemacht, während gn'ffsere Bezüge, die man auf Grund der vorgelegten kleineren Qualitätsproben macht, viel schlechter als die Proben ausfallen. Um den Wert der Faser festzustellen, halten wir es für angebracht, uns einige hundert Kilogi-amm davon einzusenden, damit wir hier an Ort und Stelle Versuche einleiten können; denn wir bitten Sie, nicht zu vergessen, dafs man in Europa Hanffasern nur lohnend mittelst Maschinen verarbeiten kann. Mit der Hand lassen sich die Fasern niemals lohnend verarbeiten, weil die Löhne etc. viel zu hoch sind. Angenommen, dafs sämtliche Fasern, die zum Versand kommen, mindestens ebenso gut gereinigt und bearbeitet sind wie die, welche in der Musterschnur bearbeitet, ferner, dafs die Fasern mindestens eine Länge von 40 cm haben (je länger die Fasern sind, desto besser ist es), taxieren wir deren heutigen Wert auf etwa 45 Mk. per 100 kg, vielleicht noch etwas höher. Wir bemerken aber, dafs alle derartigen Rohstoffe augenblicklich sehr hoch im Preise sind und bei Herabgehen der Preise für die Konkurrenzfasern, als Manila-, Aloe-, Sisalhanfe etc., diese Faser selbstverständlich auch an Wert verlieren wird. Wie bereits gesagt, empfehlen wir Ihnen, im Falle wir einen gröl'seren Versuch machen sollen, uns einige hundert Kilogramm von den Fasern zu senden, und läfst sich dann die Brauchbarkeit und der Wert der Faser am sichersten konstatieren.'' Kautschuk von Clitandra kilimandjarica Warb. Im 4. Jahrgang des „Tropenpflanzer" (1900, S. (314 1 wurde von Professor Warburg diese neue Kautschukpflanze beschrieben und einige sehr günstige Gutachten über den Kautschuk abgedruckt. Auch eine uns neuerdings zu- gesandte gröfsere Probe bestätigt das günstige Urteil. Das Kabelwei-k Ober- spree der Allgemeinen Elektricitäts - Gesellschaft schreibt folgendei'raafsen darüber: „Die uns zur Begutachtung zugegangene, dem Briefe vom 6. er. beigelegte Probe Kautschuk aus der Liane Clitandra kilimandjarica gehört zu den besseren afrikanischen Kautschuksorten. Seine Gewinnung geschah augenscheinlich mit besonderer Sorgfalt: er enthält deshalb nur etwa 6.5 pCt. Waschverlust. Wir möchten darauf aufmerksam machen, dafs Gummi mit einem derartig geringen Waschverlust im Handel kaum vorkommt. Es ist mit Sicherheit darauf zu rechnen, dafs bei einer massenweisen Gewinnung, wie diese später eintreten würde, sich der Waschverlust bedeutend höher stellen würde. Die Analyse ergab ferner 3.2 pCt. eines nicht sauren und deshalb auch nicht oxydierten und nur besseren Sorten eigenen Harzes. Die unangenehme Eigenschaft der verhältnismäfsig leichten Oxydierbarkeit der afrikanischen Kautschuksorten haftet aucli diesem Clitandra-Kautschuk an. Sein Marktpreis wird sich in Anbetracht dessen unserer Schätzung nach, unter Berücksichtigung der jetzigen Marktlage, auf etwa 6 bis 7 Mk. pro Kilogramm stellen, voraus- gesetzt, dafs die uns zugegangene Probe als Durchschnittsprobe gelten kann." 3* — 36 — Die Hamburger Kautschnkfirma Weber &. Schaer begutachtete die ein- gesandte Probe nicht ganz so günstig: „Wir besitzen Ihr geehrtes Gestriges und teilen Ihnen antwortlich desselben mit, dafs die uns gesandte Probe Kautschuk aus der neuentdeckten Kautschuk- Liane 'Clitacdra kilimandjarica< aus Deutsch-Ostafrika eine ähnliche Qualität zeigt wie Nyassabälle. Der Gummi ist sehr nervig und von guter Beschaffenheit, im Zustande der Probe wertet derselbe etwa 6 Mk. pro Kilogramm. Die Gewinnung ist unserer Ansicht nach keine gute, denn 1. ist der Gummi geschlemmt und nicht gesponnen, die Ware daher feuchter, und 2. ist dem Gummi anscheinend eine Säure zugesetzt worden, welche die Verwendung desselben nachteilig beeinflussen wird. Dies müfste unserer Ansiebt nach vermieden werden, da die Ware, wenn besser gewonnen, etwa 6.50 Mk. pro Kilogramm werten würde." Bockkäferlarven als Schädlinge von Castilloa elastica. Die Castilloa-Pflanzung der Moliwe-Pflauznng in Kamerun wird in neuerer Zeit ernstlich durch Larven eines Bockkäfers bedroht, welche nicht nur das Holz anbohren, sondern auch die Rinde der jungen Bäume verzehren und durch ringförmiges Abnagen die Pflanze töten. Über 20 der ältesten und schönsten Bäumchen sind schon zu Grunde gegangen, und es scheint schwer zu sein, etwas dagegen zu thun, da das Anbohren schon dicht oberhalb oder sogar oft unter- halb des Erdbodens stattfinden soll. Auch im botanischen Garten von Victoria haust dieser Schädling und hat nach einem Privatbriefe von Dr. Preuss von den fünf älteren dort befindlichen Bäumen schon drei angegriffen. Dr. Preuss züchtet die Larven, um die Käfer kennen zu lernen; er meint, es sei vielleicht derselbe riesige Bockkäfer, der auch sämtliche Ficusarten, z. B. F. elastica, religiosa, infectoria und wilde Arten befällt, von dem er bereits eine ganze An- zahl von Prachtexemplaren gefangen hübe; die Freude des Entomologen sei aber jetzt stark getrübt. — Jedenfalls ist es geradezu erstaunlich, wie schnell sich die ebigeborenen Insekten mit den fremden Pflanzenarten bekannt machen. Wg. Jute in Deutscli- Ostafrika. Vor kurzem übersandte uns der Kaiserliche Gouverneur von Deutsch- Ostafi'ika, Graf Götzen, ein Muster Jute, das in Mohorro im Rufiyi-Delta er- zielt worden ist. Der Geleitbrief enthielt im wesentlichen folgendes: Leider konnten die Versuche nicht an dem Süsswasser führenden Rufiyi- Flufs selbst ausgeführt werden, so dafs infolge von Wassermangel das Produkt wohl nicht ganz einwandsfrei sein wird. Forstassessor Grafs schreibt darüber Folgendes: „Es sind drei Proben: 1. eine mit Etikett gezeichnete von Corchorus olitorius; 2. die übrigen Bunde ohne Etikette von Corchorus capsularis; 3. ein kleines Bündchen von Corchorus capsularis, bei dem die Faser auf trockenem Wege ohne Röstprozefs im Wasser gewonnen wurde. Im Besonderen fühi'e ich aus: Die Jute wurde am 5. März ausgesäet. Sie hatte durchaus günstiges Wetter, so dafs sie äufserst rasch heranwuchs. Am 8. Mai war sie bereits reif, das heifst, sie hatte begonnen, Samen anzusetzen. Sie hatte also nur — 37 — zwei Monate gehraucht, wahrend sonst allgemein vier Monate als Zeitdauer gelten. Die Höhe der Pflanzen schwankte zwischen 1,3 m bis 1,8 m. Im Wachs- tum schien mir ein Fehler zu liegen und zwar der, dafs sie sich zu früh ver- ästelte. Es mag dies vielleicht darauf zurückzuführen sein, dafs sie nicht eng genug gesäet wurde. Dieser Mifsstand läfst sich wohl durch engere Saat be- seitigen. Nach der Ernte wurde sie dem ßöstprozefs im Wasser unterworfen, was ziemlich lange Zeit dauerte, vom 9. Mai bis 4. Juni, also nahezu einen Monat. Nun scheint mir die Faser nicht weifs genug zu sein. Ich schreibe diesen Fehler dem Umstände zu, dafs das zur Verfügung stehende Wasser immer schmutzig war. Der Mohorro-Flufs hat gelbes, brackiges Wasser, konnte also nicht beimtzt werden. Das Wasser des Brunnens ist zum Teil salzhaltig und konnte ebenfalls keine Verwendung finden, zumal gröfsere Behälter mangelten. Es mufste deshalb das Regenwasser in einer Grube aufgefangen werden. Die Folge davon aber war ein durchaus erdiges, schmutziges, jedoch weiches Wasser. Bei einer planmäfsigen Produktion müfsten gröfsere Vor- richtungen für die Zubereitung mit reinem Wasser getroffen werden, um eine weifse Faser zu erzeugen. Deshalb glaube ich, dafs das Hauptgewicht auf die Ijänge und Stärke der Faser bei ihrer Beurteilung zu legen sein wird, da der andere Mangel sich beseitigen liefse." Wir übersandten Proben hiervon an die .Jutespinnerei und Weberei Hamburg-Harburg, an die Hanseatische Jutespinnerei und Weberei in Delmen- horst, sowie an Dr. Schulte im Hofe. Wir erhielten folgende Gutachten: Gutachten der Jutespiiuierei und Weberei Hamburg'-Harburg-, Harburij-. Ihr sehr geehrtes Schreiben vom 21. v. Mts. gelangte seinerzeit in unseren Besitz; ebenso die damit avisirten Proben. Die gesandte Jute ist zwar ein brauchbares Produkt, doch zu kurz, wodurch der Preis entsprechend niedriger ist. Die Länge der Stengel müfste gröfser sein, möglichst wie beifolgende Probe indischer Jute, welche allerdings beste Qualität darstellt. Je länger die einzelnen Stengel sind, desto weniger Abfall und desto höher der Preis. Die Stärke der einzelnen Faser ist zwar genügend, könnte aber noch besser sein. Bei der Bereitung der Jute ist zu beachten dafs dieselbe nicht gerauft wird, und dafs die Wurzeleuden, welche bei der gesandten Pi'obe daran gelassen waren, abgeschnitten werden. Diese Wurzelenden, die sogenannten Outtings, werden in Lidien zu Werg verarbeitet, ein Transport derselben nach Deutschland würde sich kaum lohnen. Jedenfalls mufs darauf geachtet werden, dafs die ganze Jute bis zum unteren Ende verspinnbar ist und keine Holzteile mehr enthält. Etwa verbleibende dunklere Farbe der unteren Enden kommt weniger in Be- tracht. Der heutige Marktpreis für beifolgende indische Ware beträgt zur Zeit etwa 12 bis 40 Pfd. Sterl. per Tonne und könnte im Minimum bis zu 9 Pfd. Sterl. fallen. Der Wert der gesandten Ostafrika -Jute ist etwa um 25 pCt. je nach Marktlage niedriger zu taxieren. Gutachten der Hanseatisclu'n Jutespinnerei und Weberei in Delmenhorst. Die uns zugesandte Jute haben wir genau untersucht und gefunden, dafs dieselbe sich vorzüglich zur Herstellung von Jutegarnen und Geweben eignen würde. Die Pflanze mufs unbedingt den Röstprozefs durchmachen und nach- dem wären die Wurzelenden zu entfernen (abzuschneiden), was den Wert der Faser bedeutend erhöht. Die Länge ist zu bemängeln, müfste 1,60 bis 2 m sein, doch ist dieses nicht unbedingt erforderlich. Die Faser ist schlank und stark und sehr ergiebig, enthält also wenig Werg und ist aufserdem holzfrei. o — 38 — Der Wert der ostafrikanischen Jute wird sich, nachdem die Wurzeln ent- fernt sind, etwa 1 Pfd. Sterl. pro Tonne niedriger stellen als die Jute, welche wir in sehr guter Qualität aus Indien beziehen, was heute bei den aufser- gewöhnlich billigen Preisen etwa 91/2 Pfd. Sterl. pro Tonne cif Hbg. aus- machen wird. — Ein nennenswerter Wertunterschied zwischen den uns ge- sandten grofsen Proben ist nicht vorhanden; allerdings ist das kleine Musterchen Jute, welches dem Röstprozefs nicht unterworfen gewesen ist, unbrauchbar bezw. nicht zu verwenden. Grutacliten von Dr. Schulte im Hofe. Die mir übersandte, aus Mohorro im Rufiyi -Delta (Üeutsch-Ostafrika) stammende Jute kann man in Bezug auf die Beschaffenheit und das Aussehen als recht gut bezeichnen. Die Länge der Faser, die bei der von Corchorus olitorius noch nicht 1 m, bei der von Corchorus capsularis etwa IV4 ni beträgt, läfst jedoch noch zu wünschen übrig. Hierauf dürfte es wohl zurückzufühi'en sein, dafs die Fasern der Wurzel und des unteren Stengels — die bekanntlich vor der Bearbeitung abgeschnitten und mittelst besonders konstruierter Maschinen weiter separiert und dann für Gewebe geringerer Qualität verarbeitet werden — verhältnismäfsig lang erscheinen. Sicherlich machen dieselben einen gröfseren Prozentsatz der Gesamtfaser aus, als bei der aus Bengalen stammenden. Dies ist mit ein Grund, warum man diese Juteproben niedriger bewerten wird, als indische von sonst gleicher Qualität. Probe 3, die auf trockenem Wege ohne Röstprozefs gewonnen wurde, ist in diesem Zustande als Gespinnstfaser wertlos. Da der Röstprozefs, das ist die Separierung von Pflanzenfasern mittelst Fermentation, worüber ich im nächsten „Tropenpflanzer'' ausführlicher berichten werde, in; allgemeinen das einfachste und billigste Verfahren ist, die Faser zu separieren, und dieser Prozefs bei der Jute zu sehr guten Resultaten führt, so dürfte es sich nicht empfehlen, betrefl's der Jute andere Versuche zu machen, als diesen Röstprozefs zu vervollkommnen. Wie aus dem mir gleichzeitig übersandten Bericht des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Üstafrika, Herrn Grafen v. Götzen, hervorgeht, war die Jute unter dem Einflufs von durchaus günstigem Wetter sehr schnell ge- wachsen, so dafs dieselbe schon nach zwei Monaten geerntet werden konnte. Aber trotz dieses schnellen Wachsens hatten sich die einzelnen Stengel bereits frühzeitig verästelt. Wie Herr Graf v. Götzen mitteilt, glaubt Herr Forst- assessor Grass, der die Versuche ausführte bezw. ausführen liefs, diesen Fehler darauf zurückführen zu dürfen, dafs die Jute in zu grofsem Abstand gesät war, dafs dei'selbe aber durch engere Saat beseitigt werden kann. Hierzu erlaube ich mir folgendes zu bemerken: Die Beobachtung, dafs die Jutepflanzen auch bei engerem Stande sich verästeln, hat man mehrfach beobachtet. So erzählte mir vor einigen Jahren Herr Walther Tiemann, der damals Anbauversuche mit Jute in Aegypten gemacht hatte, dafs auch hier die Stengel Neigung zum Verästeln zeigten. Nach den mir vorgelegten Photographien war der Abstand der einzelnen Stengel nicht zu grofs. Vor etwa zwei Jahren beobachtete ich dieselbe Erscheinung im Botanischen Garten zu Victoria in Kamerun. Hier schien die Jute, die allerdings zu Be- ginn der Trockenzeit ausgesät war, als Faserpflanze stark degeneriert zu sein. Trotzdem dieselbe täglich begossen und zu Beginn des Wachstums be- schattet wurde, erreichte sowohl Corchorus olitorius als auch Corchorus capsularis nur eine Höhe von höchstens 1 m, im Durchschnitt sicherlieh nicht mehr als — 39 — ^/4 m, und war jede einzelne Pflanze, obwohl dieselben sehr dicht standen, von Grund auf stark verästelt, so dai's sie zur Fasergewinnung vollständig un- brauchbar war. Wie mir nachträglich Herr Stationsleiter Dr. Grüner mit- teilte, machte er auch bei den Kulturversucheu mit Jute bei Misahohe ähnliche Beobachtungen. Nicht unerwähnt will ich hier lassen, dafs Linum usitatissimum, der Lein, der in Europa vorwiegend der Faser wegen, in Indien des Öls bezw. der Samen wegen gebaut wird, in Indien sich sehr stark verästelt, was in Bezug auf Samen- produktion natürlich sehr erwünscht ist. Versuche, die man anstellte, durch engeres Säen zur Fasergewinnung geeignete Pflanzen zu erhalten, mifsglückten bis heute, und luan hat auch mit aus Europa bezogenen Samen, wenigstens bis vor einigen Jahren, keinen Erfolg zu verzeichnen gehabt. Da aber diese Ver- suche nicht immer sachgemäfs ausgeführt sein dürften, so kann man dieselben noch nicht als abgeschlossen bezeichnen. Wenn nun auch in Aegypten das Klima für die Jutekultur im allgemeinen ungünstig, d. h. zu trocken ist, und in Victoria von mir beobachtete Jute zu Beginn der Trockenzeit ausgesät war, so darf man trotzdem wohl annehmen, zumal auch in Ostafrika bei günstigen Witterun gs Verhältnissen die Pflanzen Neigung zum Verzweigen zeigten, dafs es erforderlich ist, zunächst eine den klimatischen und Bodenverhältnissen angepafste Spielart zu züchten. Wie mir bekannt, waren in Ägypten die Samen aus Indien bezogen und ein gleiches darf ich wohl betrefls der mir vorliegenden Jute annehmen. Da ein derartiger Samen auf dem Seetransport je nach der Verpackung fast stets bis zu einem gewissen Grade leiden wird, werden sich dementsprechend die Pflanzen weniger vollkommen entwickeln. Um für die nächste Ernte besseren Samen zu erhalten, nmfs man den Samen nur von den Pflanzen nehmen, die sich am kräftigsten entwickelt und nicht verzweigt haben. In gleicher Weise wird man im zweiten und dritten Jahre verfahren müssen, um so eine für das Klima und den Boden geeignete Spielart zu züchten. Dies mag ja sehr mühsam erscheinen, dürfte aber der einzige Weg sein, ein gutes Saatgut zu erhalten. Wie sehr die Jute als Faserpflanze entarten kann, zumal wenn sie unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen angebaut wird, zeigt die schon oben erwähnte Jute im Botanischen Garten zu Victoria. Da dieser Fall leicht zu der Vermutung Veranlassung geben könnte, dafs Kamerun sich für die Jute- kultur nicht eignet, will ich gleich hervorheben, dafs hier in der Eegenzeit die klimatischen Verhältnisse sehr günstige sind, und dafs in einigen Flufsthälern, z. B. am Wuri, die Jute als Kultur für die Eingeborenen sehr am Platze sein dürfte. Nur müfste man auch hier zunächst die geeignete Spielart züchten, und zwar nicht auf dem vulkanischen Boden Victorias, sondern auf dem Alluvial- boden eines geeigneten Flufsthals. Betreffs der Kultur der Jute will ich hier ferner noch hervorheben, dafs dieselbe als Faserpflanze mehr auf den hohen Feuchtigkeitsgehalt der Atmosphäre, als auf die wirkliche Regenmenge Wert legt. Zumal zu Anfang des Wachs- turas liebt sie keine heftigen Regengüsse, wohingegen, sobald sich die ganze Pflanze genügend gekräftigt hat, solche nicht mehr schaden. Wird die Jute zu früh, d. h. vor der Blüte, geerntet, so hat die Faser allerdings einen gi-öfseren Seidenglanz und ist auch elastischer als zur Zeit des Fruchtansatzes, ist jedoch bedeutend schwächer. Wartet man zu lange mit der Ernte, so wird die Faser allerdings stärker, die geringere Elastizität sowie das Aussehen macht sie jedoch wertloser. Das Rösten der Jute habe ich in einem Aufsatz „Studien über den Röst- prozefs der Jute, sowie über die Separierung von Pflanzenfasern durch Fer- — 40 ^ nientation", der, wie zu Anfang schon erwähnt, demnächst im „Tropenpflanzer" erscheinen wird, ausführlicher besprochen. Die in dem Bericht erwähnte lange Dauer des Röstens dürfte darauf zurückzuführen sein, dafs das gesammelte Eegenwasser verhältnismäfsig kalt und die Jutestengel nur lose, d. h. nicht in dickerer Schicht, hineingelegt waren. Bei einem derartigen Wassermangel dürfte es angebracht sein, die in dem oben erwähnten Aufsatz beschriebenen Versuche fortzusetzen. Die bereits erzielten Resultate sind aber immerhin derart, dafs es sich empfehlen wird, die Anbauversuche in der angegebenen "Weise fortzusetzen, um so in den geeigneten Distrikten unserer Kolonien die Jutekultur gleich wie in Indien zu einer Industrie für die Eingeborenen zu gestalten. Wie sehr die Kultur der Jute unter Protektion der englischen Regierung sich in Bengalen im Laufe der Jahrzehnte gehoben hat, habe ich bereits früher in einer Broschüre über Ramie (Berlin 1898, Deutscher Kolonialverlag i hervor- gehoben. Hiernach expoi-tierte Oalcntta im Jahre 1828 18000 kg . 1838 3 374150 . „ 1848 11702 750 , .. 1858 35 541300 , „ 1868 131405 500 „ „ 1878 268113 350 , „ 1888 411192 950 „ Diese Zahlen beziehen sich nur auf das Gewicht der e.vportierten Jute, nicht aber auf die im Lande selbst konsumierte. Die Gesamtproduktion wird auf etwa 750 Mill. kg geschätzt, die einen Wert von 240 bis 280 Mill. Mk. repräsentieren dürfte gegenüber 1240 Mk. im Jahre 1828. Es befinden sich unter Jute jährlich etwa 700000 ha. Dieses Land erlaubt im gleichen Jahre aber noch eine Ernte von Reis oder dergleichen. =c:->:>:>:> >>T^ Aus fremden Kolonien. , Landwirtschaft auf der Insel S. Miguel. Die Insel S. Migael i^Azoreu) treibt viel Ackerbau; sie ist zum gröfsten Teile bebaut, nur auf den Gebirgen, wo der Boden unfruchtbar, kahl und rauh ist, giebt es keine Kultur. Im Tieflande wird Getreide gebaut, auf den Bergen die Weinrebe und Bäume. Die verschiedenen Arten von Bäumen sind je nach der ihnen zusagenden Höhenlage gepflanzt. S. Miguel produziert auch Legu- minosen und Gemüse für eigenen Gebrauch. Exportiert werden Puffbohnen (Yicia Faba L.) in grofsen Mengen, ferner Zwiebeln, Kartoö'eln, Thee, Tabak etc. Die europäischen Weinreben sind seit Jahren durch die amerikanischen Isa- bella und Catacoba, zwei Varietäten von Vitis Labrusca ersetzt. Isabella ist die Weinrebe, die am meisten kultiviert wird. Der daraus gewonnene Wein wird Vinho de cheiro genannt. Viele Jahre hindurch war die Kultur von Apfelsinen lOrangen) die haupt- sächlichste dieser Insel. Die Ausfuhr betrug 361 700 Kisten, jetzt ist sie auf wenig mehr als 20 000 Kisten beschränkt. Die meisten Bäume sind an einer Krankheit zu Grunde gegangen. Fei-ner hat die Ananaskultur eine grofse Aus- dehnung. Die Ausfuhr beläuft sich jähi-lich auf etwa eine Million Früchte. Die 41 meisten gehen nach England und Deutschland. Diese Pflanze wird nur in Treibhäusern kultiviert. Es giebt Gewächshäuser mit 200 bis 2000 Ananas- pflanzan. Der gröfste Ananaszüchter ist der Graf v. Botelho, grofser Eigen- tümer in Villa Franca de Campo. Die Theekultur wird seit 1878 betrieben und hat sich zu einer der haupt- sächlichsten entwickelt. Der meiste Thee geht nach Lissabon und Oporto. In der Nähe von Ribeira Grande giebt es eine Theefabrik mit Dampfbetrieb, in der viel Thee bereitet wird. Diese Fabrik gehört den Erben von Dr. Jose do Canto. Auf der Insel wird auch Tabak angebaut. Drei Fabriken fabrizieren jährlich 109 327 000 kg Tabak. Die Ausfuhr dieses Tabaks geht nach Madeira und Afrika. Die Kultur von Bataten oder süfsen Kartoffeln ilpomaea Batatas Lam.) wird auch in grofsem Stile betrieben. Alle Bataten ' werden zur Alkohol- gewinnung benutzt. Es sind auf der Insel drei Alkoholfabriken vorhanden, in Ponta Delgada, ßiheira Grande und Lagoa. Diese drei Fabriken produzieren jährlich 7 bis 8 Millionen Liter Alkohol, welche meist nach Lissabon exportiert werden. Endlich wird auch Musa kultiviert, aber nur für den eigenen Gebrauch. Auf der Insel giebt es einige grofsartige Gärten und Parke. Die be- merkenswertesten gehören den Erben des Dr. Jose do Canto, der Witwe von Antonio Borges und dem Grafen Jacome Correia. Der erstgenannte ist sehr reich an Pflanzen, er birgt über 3000 Arten. Anzuführen sind schöne Exemplare von Palmen, Banmfarnen von 8 m Höhe, grofse Magnolien, Araucarien, Bambusen, Ficus, Cryptomerien, Dracaenen, Agaven, Aloe, Musa etc. Besonders ist die Flora von Australien vertreten. Im Garten des Grafen Jacome Correia sind zwei Jubaea spectabilis H. B. et Kunth mit einem Stamm von 10 m Höhe bemerkenswert. Diese drei Gärten liegen bei Ponta Delgada. Im Valle das Furnas besitzt der Marquis v. Praia e Monforte auch einen schönen Garten mit vielen und seltenen Pflanzen. Coimbra. Ad. F. Moller. Baumwollkultur in Ang-ola. Die Ausfuhr von Baumwolle durch die Zollhäuser von Loanda, Benguella und Mossamedes von 1890 bis 1897 gestaltete sich folgendermafsen : 1890 1891 1892 1893 J894 1895 1896 1897 Mossamedes kult Loanda kg 73 137 39 935 9 456 33 276 26 271 54 783 57 241 ' 16178 »enguella Mossamedes kg kg 21910 106 815 20 015 118 051 — 49 445 1587 77 983 — 40 201 — 52 393 — 76 298 1305 44 665 iviert jetzt fast gar keine Baumwolle mehr, wie überhaupt die ganze Provinz von Angola, denn die Hauptkultur ist seit einigen Jahren die Zuekerrohrkultur. Die kleinen Quantitäten von Baumwolle, welche noc'" von Mossamedes und anderswo nach Lissabon gelangen, stammen meist voi subspontanen Pflanzen. Die portugiesische Regierung macht jetzt grofse An- strengungen, um die Baumwollkultur in Angola in die Höhe zu bringen, und — 42 - dazu hat der Minister der Kolonien ein Dekret am 2. September 1901 publiziert, in welchem festgesetzt wurde, dafs die Baumwolle von Angola innerhalb 15 Jahren weder in Angola einen Ausfuhrzoll noch in Portugal einen Einfuhr- zoll bezahlt. Wer mehr als 5000 kg exportiert, erhält eine Prämie von 400 Reis per 100 kg. Die Ländereien, wo Baumwolle kultiviert wird, bezahlen 15 Jahre lang keine Grundsteuer. "Während 15 Jahre sind alle Maschinen und landwirtschaftlichen Geräte, die für Baumwollknltur und Erntebereitung der Baumwolle dienen, in Angola von jedem Zoll befreit. Coimbra. Ad. F. Moller. /SV ^ »»>^»>^>^> Vermischtes. c::<:c:<^c:« «- Westafrikanische Brennhülsen — Mucunas. In den Wäldern von S. Thome habe ich Mucuna urens DC. (Dolichos urens L., Stizolobiura urens Pers.) und Mucuna pruriens DC. (M. prurita Hook.') augetroö'en. Beide leben im tropischen Teil der alten und ]ieuen Welt. Mucuna urens DC. habe ich auf dieser Insel in der Nähe des Fleckens Trindade in einer Höhe von 360 m gefunden. Mucuna pruriens DC. habe ich in der unteren Zone bei dem Orte Caixao Grande gesehen. Wie bekannt, erzeugen die wolligen Haare, welche auf der Hülse dieser Leguminosen sitzen, auf der Haut ein unerträgliches Jucken. In der Medizin werden diese Haare als ein wurmtreibendes Mittel angewandt, ver- mischt mit Sirup oder Honig in der Form von Latwerge, und zwar hauptsächlich die von Mucuna pruriens DC. Die Wurzeln sind harntreibend. In Indien werden die Samen und die Schale von Mucuna pruriens DC. gegen Hämor- rhoiden angewandt. lu Brasilien liefert Mucuna Fasern, von welchen man starke Seile macht. In S. Thome bekümmert sich niemand um diese Pflanzen. Mucuna soll auch in Kamerun und Togo wachsen. Coimbra. Ad. F. Moller. -l-f Neue Litteratur. 4-1— Dr. Rudolf Fitz n er. Deutsches Kolonial-Handbuch. Bandll. Zweite erweiterte Auflage. 271 S. Berlin, Hermann Paetel, Preis des ganzen (zweibändigen) Werkes 8 Mk. Dieser zweite Band umfafst sämtliche nicht afrikanischen Kolonien Deutsch- lands, nämlich Deutsch -Neu-Guinea, worunter der Bismarck- Archipel, Kaiser- Wilhelmsland sowie die Karolinen-, Palau- und Mari anen-Insebi verstanden werden, ferner die Marshall-Inseln, Deutsch-Samoa und Kiautschou. Die Schlufsabschnitte enthalten das Personalverzeichnis dieser Kolonien, der Kolonialbehörden von Deutschland, der kolonialen Institute, Gesellschaften und Vereine, der Missions- gesellschaften sowie Nachträge. Ein Personalregister der beiden Bände sowie ein Register der Ortsnamen des 2. Bandes beschliefsen das handliche und als Nachschlagebuch aufserordentlieh brauchbare Werk. Wg. J — 43 — Max L. Tornow. Die wirtschaftliche Entwickelung der Philippinen. Berlin, Verlag von Hermann Paetel 1901. 8°. 53 S. mit 10 Vollbildern, 4 Tafeln und einer Karte. Diese kleine, von dem Besitzer eines grofsen Handelshauses in Manila geschriebene Broschüre ist aufserordentlich willkommen, da gerade über die wirt- schaftliche Entwickelung der Philippinen im ganzen nur spärliche Literatur- angaben vorliegen. Wenn auch diese Schrift auf gründliches Eingehen in die einzelnen wirtschaftlichen Faktoren der Philippinen keinen Anspruch machen kann, so enthält sie doch sehr viel wissenswerte Einzelheiten und einige recht interessante Statistiken. Erstaunlich und nur durch die schlechte Wirtschafts- politik der Spanier erklärlich ist es, dafs die Zahl der gröfseren Exportartikel so aufserordentlich gering ist und sich nur auf Zucker, Manilahanf, Tabak und Cigarren sowie Kopra beschränkt, wozu man eventuell noch etwas Kaffee und Sappanholz rechnen könnte. Zucker und Hanf machen aber nicht weniger als drei Viertel des gesamten Exportes aus. Es ist dies um so auffallender, als die Philippinen, was Bodenverhältnis und Klima betrifft, überaus reiche Inseln sind, deren Bevölkerung aufserdem noch auf einer relativ hohen Kultur- stufe steht, so dals es einer guten Regierung ein leichtes sein müfste, die Philip- pinen zu einem Land umzugestalten, das Java noch in den Schatten stellt. Hoffentlich wird dies mit der Zeit den Amerikanern gelingen; die wenigen Be- merkungen, mit denen Tornow auf die gegenwärtigen Verhältnisse eingeht, scheinen freilich nicht allzu hoffnungsvoll zu sein. Wg. Auszüge und Mitteilungen. Die Verhütung der Malaria im Congo-Gebiet. Der Direktor des bakteriologischen Laboratoriums zu Leopoldville, H. Broden, giebt eine kurze Anleitung zur Verhütung der Malaria, die den durch die neuesten Untersuchungen gefundenen Resultaten Rechnung trägt. Die wichtigsten Momente seien hier kurz wiedergegeben. Die zu ergreifenden Mafsregeln werden in individuelle und allgemeine geteilt. Die ersteren sind folgende: 1. Man halte sich im Freien nur am hellen Tage auf; ist man gezwungen, nach Sonnenuntergang aufserhalb des Hauses zu sein, so ist dafür zu sorgen, dafs alle Körperteile bedeckt sind. 2. Die Wohnungen sind vor dem Eindringen der Moskitos zu schützen. Die allgemeinen Mafsregeln fafst er folgen dermafsen zusammen: 1. Man sorge für Entwässerung in der Nähe der Wohnungen befindlicher Sümpfe oder Moräste durch Drainage oder zweckmäfsige Anpflanzungen. 2. Es ist darauf zu achten, dafs sich in der Nähe der Wohnungen niemals stagnierendes Wasser befindet, noch Pflanzungen, welche die Insekten anlocken. 3. Die AVohnungen sollen gut erleuchtet sein. Hinsichtlich des Gebrauchs von Chinin während der Krankheit und der Chinin-Prophylaxe spricht er sich am Schlüsse in folgender Weise aus: 1. Am Ende eines Fieberanfalles nehme der Kranke im Minimum ein Gramm Chinin. .« 2. Ein paar Stunden vor dem nmtmafslichen Eintritt des neuen Aufalles ist gleichfalls ein Gramm zu nehmen lim allgemeinen 42 bis 44 Stunden nach dem ersten Anfalle). 3." Zur Vermeidung von Rückfällen unterziehe man sich einer Chininkur von wenigstens zwei Monaten. 4.' Die Chinin -Prophylaxe ist nicht anzuraten. Die oben erwähnten mechanischen Verhütungsmittel sind bei weitem vorzuziehen. (Bull, de la Soc. d'Etud. Colon., 1901, No. S.i 44 •i-f Marktbericht. +• Hamburg, 27. Dezember 1901. Die Preise versteben sich pro 100 kg unverzollt. Alo8 Capensis 78—80 Mk. i Arrowroot 100-120 Mk. Balsam. Covaivae 300—350, Peru 1300—1325, Tolutanus 290-2V'5 Mk. Bauiawolle. Nordamerik. middling fair 92.25 bis 9i.75, fuUy good middling 9ü.25— 90.75, good middling 89.00—89.50, fnlly «7.75—88.25, middling 86..50— 87.00, fully low middling 85.00—85.50, low middling 8.ü.50-«l.i'0 Mk. Ostindische, Bengal snperfine 75.50, fine 73 00, fuUy good t'9, Scinde mach, gined, snperfine 75.5U, fine 73.01, fullv good 6'UJO Mk. [ Peru, mod rongb llO.iiO— 12Ö.00 Mk. ' Westindische 60-8S Mk. Cacao. Caratas 144—176, Gua3'aquil 122—148, Domingo 100—108, St. Thome 110—113, Kamerun 110—112, Victoria 100— HO Mk. Caffee. Kio ord. 64—68, fein ord. 80—84, Santos ord. 62-66, good 70-74, prima 80-86, ßahia 64—78, Guatemala 94—150, Mocca 150—210. Afrikanischer (Lib. native) 70- 80, Java 110-200, Ceylon 130-2 lu Mk. Camphor, raffiniert 435—445 Mk. Canehl. Ceylon 340—3.50, Chips 52-54 Mk. Cardamom. Malabar 700—900 Mk., Saat 500— 520Mk. Cassia lignea 9 {—95, Bruch 78—82. flores 202 Mk. Catechu h9-60 Mk. Chinin sulphuric. 39—40 Mk. per Kilo. Cochenille. Ten. gr. 150-210, Zacatilla 150 bis 210 Mk. Copra. Ostafrikanische 35—37, westafrikaniscbe 28-34 Mk. C ort ex. Cascarillae 115—120, Quiltay. 27—29 Mk. i Curcumae. Chines. 46— 48, Bengal. 36— 38 Mk. ' Dividivi 21—27 Mk. Du ng erstoffe. Fleisch- und Fischmehl 14.50, Knochenmehl 8.80—9.00 Mk. Elfenbein. ö.S'S Mk. für Va^g, für Kamerun- Zähne von 15 Ms 16 Pfd. Erdnufs. Geschälte Mozambiqne 28.00-29.00 Mk. Farbhölzer. Blau, Lag. Camp. 10—20, Rot, Pernamb. 20—30, Sandel 6.00—6.50, Camwood 10 bis 30 Mk. Fibre. Palmyra 36-CO Mk. Folia Coca 200—280, Matico 50-60 Mk. Gerbbolz. Qnebrachoholz, Lohschnitt 7.90, pulv. 7.80, Hirnschnitt 7.80 M. Gummi Damar. elect. 160— 190, Gutli370— 420Mk. Guttapercha. I. 1100-1600, II. 350-1000 Mk. ! Hanf. AlogManr. 72-8S, Manila 88-130, Slsal 92 bis 96, Mexik. Palma 35-36, Zacaton 84 — IbOMk. Holz. Eben-, Ceylon 24-34, Gaboon 14-24, Madagaskar 24—38. Sansibar 14—24, Jaca- randa brasil. 10—50, afrik. 6—10, Mahagoni (per Vjoo cbm), Mexik. 1.3)-3 5o, Westindisches 130 bis 2.50, Afrikanisches 0.70—2.00, Teak, Bangkok 1.50-2.25 Mk. Indigo. Guatemala 500—1000, Bengal., f. blau u. viol. 1300—1400, gut viol. 1050—1100. ord. gef. n. viol. 700-800, Madras 400-800, Java lOoO bis 14O0 Mk. Ingber. African. 68— 70, Bengal 90— 92, Coohin 126 bis 134 Mk. Jute. Ostindische .30-36 Mk. Kautschuk. Kamerun 400. Para 800 Mk. KopaL Sansibar 90—360, Manila 35—110 Mk. Lignum. Quass. Jam. 12—13 Mk. Macis. Blüte 300-370, Nüsse 140-400 Mk. Myrobalanen 9.00—13.50, gemahlene 11—15 Mk. Nelken. Amboina l-'0-130, Sansibar 80—82 Mk. Nelkenstengel 23 Mk. Nuces vomicae 18—40 Mk. Öl. Baurawollsaat 46.00—47.00, Cocosnnfs sup. Cochin 70—72, sup. Ceylon 5y.00-60.00 Mk. Palmöl, Lagos 49.00— .50.00, Accra Togo 47.50—48, Kamerun 47.00 Mk. Ricinus- 69—71 Mk. ölku ch en per 1000 kg. Palm 105-110, Cocos 115 Mb 130, Baumwollsaat 135-140, Erdnufs 125—145 Mk. Opium 1900—1950 Mk. Orlean. Guadeloupe 61—63 Mk. Orseille-Moos. Sansib. 40— 100 Mk. Palnikerne. Kamerun, Lagos 26.50—27.00, Togo 26.10-26.60 Mk. Perlmntterschalen. Ostind. Macassar .340 bis 410, Manila 240-320, Bombay 180-240, Südsee, schwarze 320—450 Mk. Pfeffer. Singapore 121, weifser 186-228 Mk. Piassava. Bahia 8)— 100, Liberia 40—44.00 Mk. Piment. Jamaica 64—70 Mk. Radix. Chinae 40—42, Ipecacuanhae 2450—2500. Senegal 490—500 Mk. Reis. Rangoon geschält 16—24, Japan 26-2S Mk. Sago. Perl- 23-24, Tapioca. Perl- 24—25 Mk. Schildpatt. Unsortiert 20-48 Mk. per Kilo. Sesamsaat. Bunte Mozambiqae 28.00— 28.50 Mk. Stublroh r (Hottan). Sortiert 60— 190, unsortiert 24—64, Flechtrohr 200—900 Mk. Tabak. Havana-Deckblatt 1200-2400, Brasil 80 bis 400, Java und Sumatra 60-700 Mk. Tamarinden. Calc. 20-22 Mk. Thee. Congos, Hankow- und Shanghai-Sorten ord. bis extrafein per Vo kg 0.50—3.50, Souchongs 0.70 bis 3.60, Flowery Pekoes ord. und extrafein 1.50 bis 6.50, Ceylon 0.55—2, Java 0.48-2 40 Mk. Vanille. Bourbon per ' ', kg 23—28, Tahiti 8-13 Mk. Wachs. Caranauba 115—170, Japan in Kuchen 65 bis 67 Mk. Wolle. Cap sn. wh. beste 310-330, gute 280 bis 300, mittel 250—270, Buenos Aires (Schweils) 100-130 Mk. Preise für Altmetalle — unverbindlich per 100 kg cif Hamburg netto Kasse ohne Dekort fco. Emballage. Mitgeteilt von Herrn A. 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Gedruckt und lu Vertrieb bei E. S. Mittler & Sulin in Berlin SWi:-, Koehstr. 68—71. <)hnut" ^ixif^(XJiM}<^ß ^oiniiöe (be^vünbci \S%). Das Kolonial-Älirtscbaftlichc Komitee wurde am 18. Ofuni 1896 gegründet und erhielt am 31. Oktober 1900 die Rechte einer juristischen Person nach M^^ssgabe des ßiirgerlid^en Gesetzbuches« Das Komitee verfolgt den Zweck: die Kolonialwirtsdiaft in den überseeischen Interessengebieten, insbesondere in unseren Kolonien, zu fördern, u. H. durch: Älcrtbcstimmung wirtschaftlich noch unerforschter Gebiete; 8tudium der Cdirtschaftsverhältnisse in älteren fremden Kolonien; e^cpeditioncn nach deutschen Kolonien zvoechs Rentabilitätsnachweises bestimmter wirtschaftlicher Unternehmungen, bezw. möglichster Tcrhütung von -fehlschlagen; Beschaffung und Verteilung von Saatgut; chemische und technische Untersuchungen kolonialer Produkte; "Veröffentlichungen über Kolonialwir tschaft: Zeitschrift „Der Cropen- pf lanzer" — „Kolonial - F)andels - Hdressbuch" — „Kulturen der Kolonien" — „Expeditionen des K. VCl. K." Beteiligung an Kolonialausstellungen und Schulsammlungen, jviit- wirkung an der Errichtung einer Reichs -F>andelsstelle, landwirt- schaftlichen Reichsstelle, Kolonialbank; Stellennachweis für die Kolonien etc. etc. X)cr gc[d?dftsfül]rcnbe 21u5[d]u^ beftcljt aus: Karl Supf, Berlin. Graf Eckbrecht v. Dürckheim, Hannover. — Prof. Dr. Dove, Jena. V. Bornhaupt, Berlin. — Frhr. v. Cramer-Klett, München. — Dr. Hartmann, Berlin. Frhr. v. Herman, Washington. - F. Hernsheim, Hamburg. — Dr. Hindorf, Berlin. F. Hupfeld, Berlin. — C. J. Lange, Berlin. Geh Reg. Rat Prof, Dr. Paasche, M d. R, Berlin. — Dr. Passarge, Steglitz. Justus Strandes, Hamburg. — Prof. Dr. Thoms, Berlin. Johannes Thormählen, Hamburg. — Prof. Dr, Warburg, Berlin. Geh. Reg. Rat Prof. Dr. W^ohltmann, Bonn. Sekretär: Th. Wilckens. Ständige Hülfsarbeiter: Botaniker Dr. Gustav Hegi, Chemiker Karl Mannich. Die Bildung von Ausschüssen für die Kolonien mit dem Sitz in den Kolonien ist in Vorbereitung. Die Mitgliedschaft des Kolonial-Älirtsd^aft liehen Komitees, Berlin, Unter den Linden 40, kann erworben werden durch entrid)tung eines Jahresbeitrags von JM» 10,—. Die Mit- gliedschaft berechtigt: a) zu Sitz und Stimme in der )^litgliederversammlung; b) zum kostenfreien Bezug der Zeitschrift „Cropenpf lanzer"; c) zum kostenfreien Bezug des „Kolonial- Bandeis -Hdressbuches"; d) zur kostenfreien Besichtigung der expeditions-Husstellungcn im Deutschen Kolonial-JVIuseum, Berlin. Anmeldungen sind zu richten an das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee, Berlin NW., Unter den Linden 40. Jalirgang. I>^o. S. Februar 1902. DER O. WARBURG, BERLIN. TROPENPFLANZER. ZEITSCHRIFT FUß TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT ORGAN DES KOLONIAL-WIRTSCHAFTLICHEN KOMITEES. HE RAUSGEQEBEN F. WOHLTMANN, liOKN-POPPELSDORK. Inhaltsverzeicbuis. H. Boeken: Öffentliche Prüfung einer deutschen Entfaserungs- maschine in der französischen Regierungs-Versuchsstation in Paris. Mit 3 Abbildungen. Kaffeedüngungsversuche in Brasilien. Mit 4 Abbildungen. Dr. A. Schulte im Hofe: Tndigokultur und Fabrikation in Britisch- indien. Mit einer Skizze. Koloniale Gesellschaften: Central -Afrikanische Seen -Gesellschaft. — Deutsche Samoa-Gesellschaft — Molyko-Pflanzung, Kamerun. — Swakop- munder Immobilieugesellschaft m. b. H. — Swakopmunder Minengesell- schaft m. b. H. — South African Territories Ltd. Aus deutschen Kolonien: Castilloa-Kautschuk aus Neu-Guinea. — Croton- samen aus Kamerun. — Überführung von Banda- Muskatnüssen nach Neu-Guinea. — Vanille aus dem Gouvernementsgarten in Dar-es-Saläiii. Aus fremden Kolonien: Kautschukexport in Benguella. — Rückgang der Kaffeekultur in Costarica — Die Landwirtschaft in Gaza. Vermischtes: Guttapercha von Tabernaemontana. — Kakaokultur auf alten Kaffeeländei'eien. — Maragogipe-Kaffee. Neue Litteratur. — Marktbericht. Nachdruck und Übersetzung nur mit Quellenangabe gestattet. Erscheint am 1. jedes Monats. Bezugspreis jährlich 10 Mark, einschliefslich der „Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte' (Postzeitangsliste No. 7614.) Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpfianzer" Berlin NW., Unter den Linden 40 >• 6. Jahrgang. IVo. Februar 1902. Mitarbeiter: Dr. K. DO VE, Professor an der Universität Jena. Dr. M. FESCA, Professor, Witzenhausen, Docent für tropische Landwirtschaft. Dr. R. HIN DORF, Cöln, Mitglied des Eolonialrates. Dr. A.KIRCHHOFF. Professor der ErdkuHde an der Universität Halle. Dr. J. Ki'HK, Geheimer Oberregiernngsrat, Professor der Landwirtschaft nnd Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Univer.sität Halle. Dr. C. L A U T E R B A C H , Landwirt, Stahelwitz bei Breslau. Dr. 31. MAERCKER, Geheimer Regierungs- rat, Direktor der Agrikultur- chemischen Versuchsstation, Professor an der Universität Halle. 1!. PARKIKSOS, Landwirt, Kalum in Neu- Pommem. «. und K. PER ROT, Wieshaden-Lindi. Dr. P. PREL'SS, Direktor des Botanischen Gartens in Victoria, Kamerun. Dr. R. SA DEBECK. Professor der Botanik, Direktor des Botanischen Museums und des Laboratoriums für Warenkunde in Hamburg. Dr. H. SCmXZ, Professor der Botanik, Direktor des Botanischen Gartens in Zürich. Dr. K. SCHUMANN, Professor der Botanik, Kustos am Kgl. Botanischen Museum in Berlin. Dr. G. SCHWEINFURTH, Professor, Berlin. Dr. P. SORAUER, Professor der Botanik, Redakteur der Zeitschrift für Pflanzenkrank- heiten, Berlin. Dr. A. STUTZER, Professor der Agrikultur- Chemie, Königsberg. Dr. H. THOMS, Professor der Chemie, Leiter des Pharmazeutisch-chemischen Laboratoriums der Universität Berlin. Dr. A. TSCHIRCH, Professor der Pharmako- gnosie und angewandten Chemie, Direktor des Pharmazeutischen Instituts, Bern. Dr. L. WITTMACK, Geheimer Eegierungsrat, Professor an der Landwirtschaftlichen Hoch- schule, Berlin. Einladung zum Abonnement der Zeitschrift für tropische Landwirtschaft „DER TROPENPFLANZER". Zweck des ,Jropenpflanzer^^ Der „Tropenpflanzer" bezweckt, die landwirtschaftlichen Interessen Deutschlands in den Tropen und Subtropen zu samineln, zu fördern und zu vertreten. Der „Tropenpflanzer" bezweckt insbesondere, die wirt- schaftliche Entwickelung unserer Kolonien thatkräftig zu unterstützen. Inhalt des „Tropenpflanzer". Der „Tropenpflanzer" enthält Original- Artikel: Land- wirtschaft der Europäer in den Tropen und Subtropen — Kul- turen der Eingeborenen und deren Hausindustrien — Förderung der Ausnutzung der Urprodukte, der Viehzucht etc. — Original- abbildungen. — Mitteilungen über „Pflanzungsgesell- schaften" — »Aus deutschen Kolonien" — »Aus fremden Kolonien" — , Vermischtes" — „Neue Lit- teratur" — „Marktbericht" — „ Personalnotizen" — „Auszüge und Mitteilungen" — „Mitteilungen des Komitees" — „Anzeigen". Bezug des „Tropenpflanzer". Die monatliche Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" wird bestellt durch die Post (Postzeitungsliste No. 7614), im Buch- handel oder bei dem Komitee, Berlin NW., Unt er den Linden 401. Bezugspreis jährlich 10 Mk. Sendungen für die Redaktion und Expedition sind zu richten an das Kolonial-Wirtschaft- liche Komitee zu Händen des Sekretärs Th. Wilckens, Berlin NW., Unter den Linden 40 1- DER TEOPENPFLANZEK. ZEIISCHRin FÜR TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. 6. Jahrgang. Berlin, Februar 1902. No. 2. Öffentliche Prüfung einer deutsehen Entfaserungsniasehine in der französischen Regierungs-Versuehsstation in Paris. Von H. Boeken, Civilingenieui'; Düren. (Mit 3 Abbildungen.) In Nogent siir Marne, etwa eine halbe Stunde von Paris an der Eisenbahnlinie Paris — -Vinceunes, hat das französische Kolonial- ministerium auf dem ihm von der Stadt Paris in dem Bois de Vincennes zur Verfügung gestellten Terrain seit Frühjahr 1900 einen Kolonialgarten, verbunden mit einem Museum für Tropenprodukte und chemischen Laboratorien, angelegt. Bis jetzt sind etwa 15 ha dieses Terrains in Angriff genommen und bepflanzt. Ein sehr schöner, stilvoller Bau beherbergt das Museum und die verschie- denen Laboratorien. Reiche Grofsindustrielle, wie Hamel und der Chokoladenfabrikant Meunier, haben dem Garten geschmackvolle Treibhäuser geschenkt, in denen die in ihrer Industrie verwandten Pflanzen eine würdige Wohnung gefunden haben, so dafs man in denselben die Pflanzen von ihren ersten Anfängen bis zu ihrem marktfähigen Produkt verfolgen kann. Verteilt über deu Garten findet mau kleinere Pavillons und Hütten, welche die Eigenheiten der verschiedenen französischen Kolonien auf der letzten Ausstellung veranschaulicht haben und jetzt hier zur Verschönerung des Gartens dienen. Dieser Kolonialgarten bezweckt vor allen Dingen die Ausfüh- rung praktischer Versuche mit den für die einzelnen Kolonien geeignet erscheinenden Pflanzen, und dann direkte und autoritative Mitteilungen der Resultate dieser Versuche au die über die ganze französische Welt verbreiteten Interessenten. Zur Erreichung dieser Zwecke hat mau den Kolonialgarten zu einer Centrale erhoben, bei der alle in den verschiedenen Kolonien gemachten Erfahrungen zu- Tropenpflanzer, 1902, Ueft 2. 4 — 54 — sammeulaufeD, iiud wo öicli jedes in den einzelnen Kolonien fiihlbar werdende Bedürfnis bemerkbar macht, um dort Remedur zu suchen. Unter der energischen und zielbewufsten Leitung des unermüd- lichen Generaliuspektors der Koloniallandwirtschaft, des Herrn Dybowski, hat der Kolonialgarten eine ungeahnte Bedeutung erlangt. Nur dem Kolonialminister unterstehend, ist es dem General- inspektor ermöglicht, seine Untersuchungen durch Hinzuziehung der in den Kolonien vorhandenen staatlichen botanischen Institute mit der gröfsten Genauigkeit zu bewerkstelligen und für seine in Paris selbst zu machenden Versuche sich das nötige Pflanzenmaterial kostenlos zu verschaflen. Glaubt ein Erfinder eine Maschine erfunden zu haben, die sich für irgend eine Tropenkultur eignet, so wendet er sich ebenfalls an den Generalinspektor, welcher die betreffende Erfindung einer vor- läufigen Untersuchung unterzieht und, je nach dem Resultat der- selben, durch den Kolonialminister dem Ackerbauminister den Vor- schlag machen läfst, diese Maschine öffentlich in der Versuchsstation praktisch zu erproben. Um zu verhüten, dafs die A^ersuchsstation leichtsinnig in Anspruch genommen wird, wird eine nominelle Ge- bühr erhoben, von der in besonderen Fällen jedoch entbunden werden kann.*) Diese Versuchsstation für Ackerbaumaschinen besteht in Paris bereits seit einer Reihe von Jahren unter der Aufsicht einer stän- digen, durch Gesetz ernanuten Kommission, unter der Leitung des Professors an dem National - agronomischen Institut zu Paris, des *) In dem Reglement der ministeriellen Versuchsstation für Ackerban- mascliinen in Paris lieifst es: Artikel 1. Die Versuclisstation l'ür Ackerbaumaschinen und Werkzeuge bezweckt die technische Belehrung über den Wert der Maschinen und Werk- zeuge, welche ihr zur Prüfung unterbreitet werden. Artikel 3. Der Direktor giebt demjenigen, welcher eine Maschine vor- führt, ein Prüfungszeugnis, in welchem die festgestellten Resultate dar- gelegt sind. Artikel 7. Die Transportkosten, Bahn, Material sowie alle anderen Un- kosten sind zu Lasten der Eigentümer der Maschinen. Aufserdem wird folgende feste Taxe erhobeii: 15 Franken für Maschinen im Werte von oK) n V 1 •• „ •■ 45 „ .. 60 „ „ „ yu „ „ .. » ,. „ i^u » » » « •• » 150 200 ., „ .. .. » •• 6001 und darüber. 1 bis 100 Franken 101 n 300 w 301 .. 600 tt 601 ^5 900 « 901 V 1500 „ 1501 3000 « 3001 •n 6000 ^ — 55 — Herrn Max Ringelmanu, welcher dem Ackerbauminister unter- stellt. Interessieren sich nun die Pflanzer in irgend einer französischen Kolonie für eine ihren Kulturen dienende Maschine, so wenden sie sich an den Generalinspektor behufs Erlangung von Auskunft über dieselbe. Ist die betreflende Maschine noch nicht erprobt, so ist der Generalinspektor stets bereit, dem Eigentümer der Maschine bezw. dem Erfinder die Gelegenheit und das nötige Material zu einer solchen Probe zu verschaffen. Auf diese Weise erspart die französische Regierung den Pflanzern sowohl wie den Erfindern Zeit, Mühe und Geld und schützt ins- besondere den Pflanzer vor dem Ankauf unerprobter, kostspieliger Maschinen, deren jämmerliches Fiasko auf der Plantage die Pflanzer zur Verzweiflung zu treiben geeignet ist, und was für den Erfinder selbst auch nur von Schaden sein kann. Aber auch für den bei den ersten Versuchen vielleicht nicht Erfolg erntenden Erfinder sind diese Versuche von höchster Be- deutung, denn sie führen häufig zu ganz namhaften Verbesserungen, wodurch die Maschine schliefslich doch noch zweckdienlich und wertvoll wird, Schreiber dieses hat sich seit Jahren mit der Herstellung einer allen Ansprüchen entsprechenden Entfaserungsmaschine befafst. Trotz der Bemühungen verschiedener hochgestellter Interessenten, insbesondere des Herrn Professor Dr. Warburg, ist es ihm nicht gelungen, die endgültigen praktischen Versuche in Deutschland, d. h. Berlin, zu machen. Es fehlt eben hier au der diesem Zwecke dienenden Centrale und der derselben unterstehenden Versuchs- station. Mit Freude begrüfste er es daher, als ihm Gelegenheit geboten wurde, seine deutsche Maschine in der französischen Versuchsstation einem piaktischen Versuche unterwerfen zu können. Der Vorsteher dieser Versuchsstation, Herr Max Ringel mann, hat die Resultate dieser Versuche in einem Berichte an den französischen Ackerbau- minister festgelegt, und wird es auch wohl für die Leser des „Tropen- pflanzer" von Interesse sein, diesen Bericht in der Übersetzung lesen zu können. Derselbe folgt hier in extenso. Die zu den Versuchen verwandten Bananenstämme hatte der Generalinspektor Herr Dybowski von dem Versuchsgarten in Hamma ))ei Algier, nahezu zwei Tonnen, kommen lassen. Die Agaven- und Fourcroyablätter wurden von der Station des botanischen Dienstes in Mustapha bei Algier, welche Dr. Trabut leitet, be- schaö't. — 5ß — Die Versuche fanden statt in Gegenwart der durch Gesetz vom o. September 1900 eingesetzten Kommission und auf Antrag des Kolonialministers, Es ist von Wichtigkeit zu bemerken, dafd die Bananenstämme, welche hier zur Verwendung kamen, wenn sie auch dazu dienten, ein genaues Bild von der Arbeitsweise der Maschine zu geben, doch nur unvollkommene Indikationen von dem geben konnten, was man an Faser aus Bananenstämmen zu ziehen vermag; es waren nämlich nicht die auf den Philippinen zur Faserkultur verwandten Bananen (Musa textilis), sondern die ganz gewöhnliche, fruchtgebende Art (Musa paradisiaca), welche nicht zur Faserkultur, sondern nur ihrer Frucht wegen angepflanzt wird. Versuchsstation für Ackerbaumaschinen, rue Jenner 47, Paris, Prüfungszeugnis No. 263. Name der Maschine: Entfaserungsraaschine, System Hubert Boeken, Ingenieur in Düren, Kheinland. Verkaufspreis 17 500 Franken. Vorgeführt durch Seine Excellenz den Kolonialminister. Allgemeine Beschreibung der Maschine. Automatische, kontinuierlich arbeitende Entfaserungsmaschine, bestehend im Prinzip aus zwei Entfaserungstrommeln, von denen eine jede die Hälfte der Länge der zu entfasernden Blätter oder Stämme zu bearbeiten hat. Jede Trommel dreht sich vor einem Gegenschläger oder Schuh, der fest steht und mit der Trommel konzentrisch ist, aber nur auf 7^ des Umfanges der Trommel. Ver- mittelst Schrauben kann man die Trommeln an den Schuh heran- rücken oder umgekehrt, je nach der Dicke des zu entfasernden Materials. Durchmesser ....Im 510 mm Breite 500 „ Anzahl der Phosphorbronze- Entfaserungsmesser . . . 18 „ Die Zufuhr und Fortbewegung der zu entfasernden Blätter oder Stämme geschieht auf automatische Weise durch Förderriemen und 2 Paar endlose Ketten. Das zu bearbeitende Material wird auf den Zufuhrtisch gebracht, wo zwei Förderriemen es dem ersten Ketten- paare zuführen. Diese Ketten, durch eine Anordnung von Federn gegeneinander geprefst, deren Druck man auch regulieren kann, halten das zu entfasernde Material fest, und indem sie es fort- schleppen, bringen sie einen Teil der Länge dieses Materials vor die erste Trommel zum Bearbeiten. Ein zu den beiden Kettenpaaren quer stehendes Förderband hebt die Faser hoch und führt sie dem Dimensionen einer Trommel — 57 'OL a s .3ä O TS C3 C 'S — 58 — zweiten Kettenpaare zu. Dieses zweite Kettenpaar erfafst das zu entfasernde Material bei dem Teil, der bereits von der ersten Trommel entfasert ist, und führt es der zweiten Trommel vor, welche den Teil bearbeitet, der von der ersten Trommel nicht be- rührt worden ist. Dieses zweite Kettenpaar giebt beim Austritte der Maschine die Fasern automatisch ab, in ihrer ganzen Länge vollständig entfleischt. Die Länge der Ketten von Radachse zu Radachse ist 1 m 325 mm, deren Breite 150 mm. Die Geschwindigkeit der Ketten richtet sich nach der Natur des zu entfasernden Materials und variiert von 1.62 m bis zu 6 m Geschwindigkeit per Minute. Die Versuche beschränkten sich auf die folgenden durch den Kolonialgarten gelieferten Pflanzen: A. Sisalagavenblätter (Agave rigida var. sisalana). B. Mauritiusblätter (Fourcroya gigantea). (". Bananenstämme (Musa paradisiaca\ A. Versuche mit Sisalagaven. Die jetzt folgenden Daten beziehen sich auf zwei Abteilungen Sisalagavenblätter, bestehend jede aus drei Blättern: Länge in Meter Mittlere. Breite in Meter ( T e w i c h t Nu. der drei Blätter der erlialtenen Faser nafs getrocknet k'y ko- kg 1 0.85 0.10 -> 0.90 0.09 1..39() 0.086 0.039 3 o.ül 0.095 4 (».80 0.09 5 0.79 0.10 1.163 0.085 0.036 6 0.82 0.115 7 im Durc hschnitt 1.326 0.085 0.0375 Diese Sisalblätter lieferten 2.83 pCt. trockene Fasern. (Auf den Plantagen nimmt man an, dafs die Sisalblätter im Durchschnitt V/2 kg wiegen und etwa 3 pCt. trockene Fasern geben.) 8 — Zahl der Trommeltouren per Minute . . . 142 9 — Geschwindigkeit der Ketten uud Blätter in Meter per Minute 1.62 10 — Kraftverbrauch per Kilogramm Blätter in Kilogramm-Meter 2890 11 — Leerlauf-Kraftverbrauch der Maschine per Sekunde in Kilogramm-Meter 361 - 59 — 60 Die Bedinguugen der Versuche, nämlich Geschwindigkeit uud Beschaffenheit der Maschine und der Sisalblätter^) ergeben die folgenden Zahlen mit Bezug auf eine fortgesetzte Arbeit: 9 — Geschwindigkeit der Fortbewegung in Metern per Minute 1.62 12 — Gewicht der entfaserten Blätter in 60 Minuten 403 kg 13 — Kraftverbrauch in Kilogramm-Meter per Sekunde 684.68 Kraft verbrauch in Pferdekraft per Sekunde 9.13 B. Versuche mit Mauritius-Hanfblättern (Fourcroya gigantea). Zwei Versuche mit je drei Blättern ergaben die folgenden Zahlen : Länge in Meter Mittlere Breite in Meter Gewicht No. der drei Blätter kg der erhaltenen Faser nafs kg getrocknet kg 14 150 0.11 15 1.40 0.10 3.572 0.500 0.142 16 1.38 0.11 17 1.35 0.12 18 1.32 0.10 3.182 0.480 0.115 19 1.26 011 20 Durch schnitt 3.377 0.480 0.128 Diese Mauritius-Hanf blätter lieferten 3.80 pCt. trockene Fasern. (Auf den Pflanzungen nimmt raan an, dafs die Fourcroya im Durch- schnitt 2 kg wiegen und etwa 2.5 pCt. trockene Fasern liefern.) 21 — Zalil der Trommeltouren per Minute . . . 142 22 — Geschwindigkeit der Ketten und Blätter in Meter per Minute 1.62 23 — Kraftverbrauch per Kilogramm Blätter in Kilogramm-Meter 2422 24 — Leerlauf-Kraftverbrauch der Maschine per Sekunde in Kilogramm-Meter 361 *) Es ist klar, dafs bei Bearbeitung der frischen Blätter auf der Plantage sowohl der Entfaserungsprozefs ein leichterer, als auch, dafs der Prozentsatz der erzielten Faser ein gröfserer sein wird. Die hier verwendeten Agaven- blätter kamen aus Algier und waren mindestens schon fünf Wochen ge- schnitten. 61 62 Die Bedingungen der Versuche, nämlich Geschwindigkeit und Beschaffenheit der Maschine und der Fourcroyablätter,^") ergeben die folgenden Zahlen mit Bezug auf eine fortgesetzte Arbeit: 22 — Geschwindigkeit der Fortbewegung in Metern per Minute 1.62 25 — Gewicht der entfaserten Blätter in 60 Minuten 993.6 kg 26 — Kraftverbrauch in Kilogramm -Meter per Sekunde 1029.47 Kraftverbrauch in Pferdekraft per Sekunde . 13.72 C. Versuche mit Bananenstämmen end Bananenstämmen Die folgenden Zahlen beziehen sich auf Versuche mit drei Zahl Länge in Mittlerer Gewicht ohne Gewicht der erhaltenen Faser Meter Durchmesser das Mark nafs trocken m kg kg- kg 27 1.70 0.10.5 ■2s 1.70 0.115 3147 1..027 0.219 2!i 1.70 0.110 30 Durch schnitt 10.49 1.327 0.073 Diese Stämme Fruchtbauanen lieferten 0.695 pCt. Faser, wo- gegen man auf den Pflanzungen annimmt, dafs die Stämme der Musa textilis im Durchschnitt 30 kg wiegen und etwa 1.7 pCt. Faser liefern. 31 — Zahl der Trommeltouren per ^linute . . . 142 32 — Geschwindigkeit der Ketten und der Stämme per Minute in Meter 1.62 33 — Wirklicher Kraftverbrauch per Kilo Bananen- stämme (in Kilogramm-Meter) 503 34 — Leerlauf-Kraftverbrauch per Sekunde in Kilo- gramm-Meter 361 Die Bedingungen der Versuche, nämlich Geschwindigkeit und Beschaffenheit der Maschine und der Bananenstämme,**) ergeben die folgenden Zahlen mit Bezug auf eine fortgesetzte Arbeit: *j Das, was in der Fufsnote auf S. 60 gesagt i.st. kann auch mit Bezug auf die Fourcroyablätter wiederholt werden. Diese Blätter kamen ebenfalls aus der Nähe von Algier und waren ungefähr um dieselbe Zeit abgeschnitten worden. **) Da die Versuche sich ursprünglich nur auf Bananen erstrecken sollten. so hatte man ein gröfseres Quantum Bananenstämme bereits im Monat Juli von Hamma in Algier kommen lassen, welche, als sie im Monat Oktober zur Ver- o — G3 - 32 — Geschwindigkeit der Fortbeweo-ung in Metern per Minute 1.62 35 — Gewicht der entfaserten Stämme in 60 Minuten 6220.8 kg 36 — Kraftverbrauch in Kilogramm - Meter per Sekunde 1230.1 Kraftverbrauch in Pferdekraft per Sekunde . 16.4 In diesen drei Versuchsserien funktionierten die Ketten mit ihrer geringsten Geschwindigkeit 1.62 per Minute. Wie bereits gesagt, kann man je nach dem Zustand der zu bearbeitenden Blätter oder Stämme die Geschwindigkeit der Ketten auf 6 m per Minute erhöhen, wodurch selbstverständlich die Leistungsfähigkeit dieser für denGrofsbetrieb bestimmten Entfaserungsmaschine vergröfsertwird. Durch ihre verschiedenen Adjustierungsvorrichtungen kann die Maschine Boeken sowohl die feinsten wie die gröbsten Fasern be- arbeiten. Die Organe, deuen die kontinuierliche und automatische Zufuhr des zu bearbeitenden Materials obliegt, erfüllen sehr gut ihren Zweck. Das System der Aufnahme und Portführung des zu be- arbeitenden Materials durch die vier endlosen Ketten funktioniert in tadelloser Weise, und die Paserbündel — vollständig entfleischt auf ihrer gauzenLänge — verlassen dieMaschine in parallelen Strängen. Gesehen und beglaubigt in Paris, den 16. Oktober 1901. Der Direktor der Versuchsstation für Maschinen gez. Ringelmann. Schreiber dieses ergreift mit Freuden diese Gelegenheit, um seinen herzlichsten Dank auszudrücken für das liebenswürdige Ent- gegenkommen, das ihm als dem Erfinder der einzigen deutschen Entfaserungsmaschine in Paris von den Beamten des Kolonial- sowie des Ackerbau-Ministeriums überall bewiesen worden ist. Vor allen Dingen gebührt der herzlichste Dank dem Herrn Generalinspektor der französischen Kolonial-Ackerwirtschaft, Herrn Dybowski, dem verdienten Direktor des Kolonialgartens in Nogent sur Marne, sowie Wendung kommen sollten, bereits bedenklich angefault waren. Es waren dies die Stämme der gewöhnlichen ]Musa paradisiaca, welche bisher nur der Frucht wegen kultiviert worden ist. Trotz des üblen Zustandes, in dem die Stämme sich befanden, lieferten dieselben noch eine vorzügliche Faser, welche durchaus die Eigenschaften des Manilahanfs zeigte, wenn sie auch nicht ganz so stark w'ar. Da die Maschine trotz dieser erschwerenden Umstände doch noch einen vorzüglichen Hanf lieferte, und zwar in einem noch ziemlich normalen Pi-ozent- satze, so kann man bestimmt darauf bauen, dafs dieselbe sich ebenso bewähren wird bei der Bearbeitung der festeren und zäheren Faser der Musa textilis. welche bis jetzt nur mit der Hand entfleischt wird, wodurch der hohe Preis dieser Faser bei den geringen Produktionskosten der Pflanze auf der Plantage sicli erklärt. — 64 — dem Direktor der A'ersuchsstation Herrn Max Ringelmann, die mit wahrer Begeisterung bestrebt waren, die Versuche mit der deutschen Maschine zu recht erfolgreichen zu gestalten, was in Anbetracht der Thatsache, dafs die Zusendung der Maschine sich durch unvorhergesehene Umstände ganz bedeutend verzögerte und wodurch die Qualität des Versuchsmaterials durchweg verschlechtert wurde, gar keine leichte Aufgabe war. Als Deutscher gereicht es ihm zur besonderen Genugthuung, dafs die deutsche Maschine sich allgemeine Anerkennung, sowohl von den Herren der Kommission als auch von den vielen Interessenten, worunter sich auch der um Ägypten so verdiente Boghos Pascha Nubar befand, erwarb. Dem Herrn Direktor Ringelmann insbesondere verdankt die Boekensche Maschine eine Anzahl eingreifender praktischer Um- änderungen, welche teils an Ort und Stelle angebracht wurden, teils in den Neubauten, wie sie hofientlich auf der Düsseldorfer Ausstellung zur Vorführung kommen, verwertet werden. Diese Umänderungen sind rein praktischer Natur, die an dem Prinzip der Maschine, welches als durchaus gut befunden wurde, nichts ändern. Die Boekensche Entfaserungsmaschine empfängt automatisch und kontinuierlich das zu entfleischende grüne Material und liefert ebenso automatisch und kontinuierlich, ohne jede weitere mensch- liche Hülfe, die vollständig gereinigte Faser, welche nur noch getrocknet zu werden braucht, um marktfällig zu sein. Bei der Boeken sehen Maschine sind alle Waschvorrichtungen und Bürsten überflüssig. Die Maschine ist mit einer Vorrichtung versehen, welche das leichte und sichere Einstellen der Entfaserungstrommeln mit Hin- sicht auf den zu ihr konzentrisch stehenden Schlagschuh zu jeder Zeit, auch während des Ganges der Maschine, ermöglicht, wodurch ein Abreifsen oder Plattschlagen der Fasern vollständig vermieden wird. Bei sorgfältiger Behandlung der Maschine ist der Prozent- satz an Verlustfasern daher geradezu unmerklich. Diese Vorrichtung ermöglicht es auch der Boeken sehen Maschine, jede Faser, sei sie noch so dick oder dünn, in derselben leichten Weise zu entfasern. In Paris wurden auf der Boekenschen Maschine gleichzeitig ßananenstämme, Fourcroyen- und Sisalblätter in gleich vorzüglicher Weise entfasert. Dies sagt der Generalinspektor Herr Dybowski wörtlich wie folgt: „Die Schlüsse, welche man aus den Versuchen mit der Boekenschen Maschine in Paris ziehen kann, zeigen, dafs dieselbe sehr gut für die Entfaserung der Bananenstämme sich eignet und ausgezeichnete Resultate giebt in der Be handlung der Blätter von Sisalagaven und Fourcroyen." — 65 Katfeediiiigungsversnelie in Brasilien. (Mit 4 Abbildungen.) Im Dezemberheft des „Tropenpflanzer" 1901 hat G. Helmrich seine Kaflfeedüngungsversuche in Guatemala veröffentlicht. Im An- schlufs an diese wichtigen Mitteilungen mögen im Auszuge einige Er- gebnisse von Düngungsversuchen folgen, welche durch Dr. F.W. Üafert, vormals Direktor des Landwirtschaftsinstituts des Staates Sao Paulo in Campinas (Brasilien) augestellt wurden.*) Die Abbildungen auf S. 66 bis 69 veranschaulichen die Entwickelung gleichaltriger Kaflfeebäume mit und ohne Düngung, sämtliche Bäume wurden am 28. Juli 1894 gepflanzt und Ende März 1897 photo- graphiert. Die Bäume 5r und 17 r (S. 66 und 67) standen in einem humus- armen Sandboden, der ohne Düngung nicht im stände war, das Wachstum der Bäume wesentlich zu fördern. Durch eine jährliche Düngung von 2 kg Stallmist und einer Kunstdüngerbeigabe von 90 g Doppelsuperphosphat, 282 g Chlorkalium und 328 g schwefelsaurem Ammoniak für einen Baum erreichten die Bäume die dreifache Höhe der un- gedüngten, machten kräftigen Holztrieb und gesunde Blätter. Im vierten Jahre nach der Pflanzung brachte der gedüngte Baum bereits eine Ernte von 438 g Marktkaflee, während vom ungedüugteu noch nicht 1 g zu erzielen war. In dem humusreichen Sandboden (vergl. die Abbildungen auf S. 68 und 69), welcher auch wohl einen gröfseren NährstoÖVorrat besafs, hatte sich der ungedüngte Baum ungleich kräftiger entwickelt als in dem geringen Boden. Zu einem reichlicheren Fruchtansatz langte jedoch die im Boden vorhandene Nährstoflmenge nicht aus, und infolgedessen brachte der ungedüngte Baum im vierten Jahre nur 17 g Marktkaflfee; der mit gleicher Düngung wie oben ver- sehene Baum lieferte dagegen die ansehnliche Erntemenge von 1295 g Marktkaffee. Gedüngte Pflanzungen kommen viel früher in Ertrag und weisen eine gröfsei'e Begelmäfsigkeit in den Jahresernten auf, wie der nach- folgende Vergleich zwischen 50 ungedüngteu und 50 gedüngten Kafiee- bäumen in den Versuchsgärten des Landwirtschaftsinstituts zu Campinas deutlich darstellt. *) Dr. F. W. Dafert, „Erfahrungen über rationellen Kaffeebau". Berlin 1899, Paul Parey. 66 — Durchschuittsertrag an Marktkaffee von einem Baum: 1893 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 uugedüugt gepflanzt 2.5 g 35 g 200 g 90 g 605 g 560 g gedüngt „ 40.0 g 120 g 780 g 485 g 700 g 900 g Wenn auch derartige Ertragssteigerungen nur bei intensivster Kultur und sorgfältiger Pflege möglich sind und im durchschnitt- lichen Plantagenbetriebe kaum erreicht werden, so zeigen diese Versuche doch in deutlicher Weise, wie dankbar die Kaffeepflanze für die Düngung ist, und welche Erfolge mit rationeller Anwendung von künstlichen Düngemitteln zu erzielen sind. Die letzteren sollen den Stallmist, welcher die Nährstoffe in schwer aufuehmbarer Form besitzt, in seiner Wirkung ergänzen oder, wo die Erzeugung des Stallmistes, wie es in den meisten Kafleepflauzuugen der Fall ist, nicht ausreicht, ersetzen. Auf huoiusreichen Böden kann der Stall- mist auf längere Zeit entbehrt werden, und auf solchen, welche einer Humuszufuhr bedürfen, wird man in vorteilhafter Weise durch Gründüngung oder Kompost geeigneten Ersatz schaffen. Der Anbau der Gründüngungspflanzen ist zwischen den Eeihen der Kaffeebäume nui- in den ersten Jahren nach dem Aussetzen ausführbar, später aber wegen der Beschattung nicht mehr möglich. Es empfiehlt sich daher, auf besonderen Feldern die Gründüngungspflanzen heran- zuziehen und die grüne Masse entweder in frischem oder in kom- postiertem Zustande in die Kaffeepflanzung zu bringen. Selbst- verständlich wird der Nutzen derartiger Gründüngung erst dann Uiigedüngtev Kaffeebauiii auf bumusarmem Sandboden. Gepflanzt am 28. Juli 1894 Photograpliiert Ende März 1897. Ertrag vom Baum 1897: 0.6 g Marktkaffee. — 67 — voll und ganz zur Geltung kommen, wenn durch Auswahl geeigneter Leguminosen zugleich für eine billige Stickstoifquelle gesorgt wird. Damit aber diese Pflanzen möglichst viel organische Masse mit einem hohen Nährstoffgehalt liefern, ist es notwendig, dafs durch Düngung für eine ausreichende Zufuhr von Kali und Phosphorsäure gesorgt wird. Je mehr Gründünguugsmasse den Bäumen geboten werden kann, um so weniger Stickstoff braucht in dem Kunstdünger ent- halten zu sein. Da nun der Stickstoff im Preise am höchsten steht, so ergiebt sich von selbst, wie wichtig die Einschränkung des Zu- kaufes von Stickstoffdüugemittelu ist, denn bei den aufserordeutlich Gedüngter Kaffeebauni auf humusarmem Sandboden. Gepflanzt am 28. Juli 1894. F'hotographiert Ende März 1897. Ertrag vom Baum 1897: 437.5 ir Marktkafl'ee. — 68 — niedrigen Kaflfeepreisen ist unbedingt danach zu streben, dafs die Düngung bei geringen Auslagen möglichst liohe Mehrerträge und entsprechenden Reingewinn bringt. Die künstlichen Düngemittel werden am einfachsten gleich in fertigen Mischungen verwendet, und ist beim Einkauf derselben darauf zu achten, dafs der Mischdünger nicht nur locker und trocken, d. h. gut streufähig ist, sondern auch alle drei Nährstoffe, Kali, Phosphorsäure und Stickstoff, in leicht aufnehmbarer Form und in einem richtigen Verhältnis enthält. Ein derartiger Kaffeedünger, welcher auf Grund der Unter- suchungen von Dr. Dafert und anderen zusammengesetzt ist, mufs 14.0 pCt. Kali, 6.4 .. Phosphorsäure (3.6 pCt. wasserlöslich), 8.8 „ Stickstoff enthalten. Ung'edün gter K af feeliauni auf liutmisreicheiii Boden. (bepflanzt am 28. Juli 1894. Pliotograpliiert Ende März 1897. Ertrag vom Baum 1897: 17.1g Marktkaffee. — 69 - Aus Chlorkalium, Superpbosphat, Knochenmehl und schwefel- saurem Ammoniak läfst sich die vorstehende Mischung in einer haltbaren Beschaifenheit liefern, welche sich auch bei weiten Trans- porten und im feuchten Tropenklima nicht verändert. Die zu verwendenden Mengen richten sich nach der Boden- beschaiFenheit, Alter und Kulturzustand der Pflanzung. Im all- gemeinen giebt man jährlich für einen Baum von 1 bis 4 Jahren 100 bis 300 g 5 „ 9 . 200 .. 400 ' « w über 10 V n 300 500 55 55 Gedüngter Kaffeebaum auf humusreiclieni Sandboden. Gepflanzt am 28. Juli 1894. Photograpliiert Endo März 1897. Ertrag vom Banm 1897: 1295g Marktkaffee. Tropenpflanzer 1902, Heft 2, — 70 — Indigokoltor und Fabrikation in Britisch -Indien. Von Dr. A. Schulte im Hofe. (Mit einer Skizze.) Als ich mich im Jahre 1891 für eine Reise nach Britisch-Indien ausrüstete, um hier die Kultur und Fal)rikation des Indigos ein- gehender zu studieren, glaubte ich nach allem, was ich über die Indigofabrikation in Erfahrung gebracht hatte, dafs die Bildung des Farbstoffs aus der ludigofeia tinctoria mit der Wirkung von Mikroorganismen in Verbindung stehe. Ich nahm aus diesem Grunde alle erforderlichen Apparate u. s. w. mit, die für eine eingehende bakteriologische Untersuchung erforderlich waren und Rein- züchtuug im grofsen ermöglichten. Glaubte man doch vor zehn Jahren noch mehr als heute, dafs alle derartigen Vorgänge mit der Wirkung von Mikroorganismen in Verbindung zu bringen seien, und stand auch ich noch unter dem Eindruck der Studien, die ich auf dem Gebiete der Gärungsgewerbe gemacht hatte. Aber schon die zuerst angestellten Versuche belehrten mich eines anderen. Als ich nämlich frische Indigoblätter mit Wasser von 28 bis 32 ° C, wie solches gewöhnlich bei der Indigofabrikation verwandt wird, und mit Wasser von 50°, wobei eine Buttersäuregärung praktisch aus- geschlossen, und schliefslich mit Wasser von 65°, wobei auch die Milch- säuregärung sowie überhaupt die Entwickelung fast aller Bakterien ausgeschlossen war, behandelte, fand ich, dafs bei allen diesen Tem- peraturen das Indican aus den Indigoblättern ausgezogen werden konnte, und ferner, dafs bei höheren Temperaturen diese Extraktion schneller von statten und die nachherige Bildung des Indigonieder- schlages ebenfalls schneller vor sich ging. Hierdui'ch war schon der Beweis erbracht, dafs Mikroorganismen irgend welcher Art von keinem wesentlichen Einfluss auf die Indigogewinnung sein konnten, und veranlafsten mich diese, bei meinen ersten Versuchen erzielten Resultate, die Gewinnung des Indigos nicht, wie ich es anfangs thun zu müssen glaubte, vom bakteriologischen, sondern vorwiegend vom chemischen Gesichtspunkte aus zu studieren, wobei ich zu recht interessanten Resultaten kam. Im ersten Jahr meines Aufenthalts auf den Indigopflanzungen galten meine Studien ausschlielslich der Fabrikation, im zweiten Jahre nel)en der Fabrikation der Kultur des Indigos. Es wird aber zweckmäfsiger sein, zunächst meine die Kultur betreflenden Studien, dann die der Fabrikation und hieran anschliefseud die auf den Indigoauktionen in Calcutta gesammelten Erfahrungen zu be- sprechen. — 71 — Inzwischen veröffentlichte Herr H. Molisch seine im bo- tanischen Garten zu Buitenzorg gemachten Studien „Über die so- genannte Indigogärung und neue Indigopflanzen"),^^ die die von mir gemachten Beobachtungen bestätigen. Da ich meine Studien jedoch auf den Pflanzungen selbst machte und zahlreiche Versuche im grofsen ausführte, so war ich in der Lage, Beobachtungen zu machen, die bei Laboratoriumsversuchen im allgemeinen so gut wie ausgeschlossen sind. Kultur des Indigos. Zur Gewinnung des Indigos wird vorwiegend Indigofera tinctoria angebaut. Die Kultur derselben ist in den verschiedenen Distrikten Indiens, je nachdem das Land in einem Überschwemmungs- gebiet liegt, oder ob man auf Kanal- oder Brunnenbewässerung oder schliefslich nur auf Regen angewiesen ist, etwas verschieden. In Unter bengalen tritt im Laufe der Regenzeit, das ist in den Monaten Juni bis September, der Ganges über die Ufer, einen grofsen Teil des mitgeführten Schlammes ablagernd. So werden auf billigste Art und Weise jährlich grofse Flächen Landes gedüngt. Sobald gegen Ende September oder Anfang Oktober der Ganges wieder in seine Ufer zurückgetreten ist, wird entweder sogleich in den noch weichen Schlamm, oder nachdem derselbe mit einem primitiven Holzpflug bearbeitet worden, mit der Hand der Indigosamen eingesät, der alsdann durch seine eigene Schwere genügend tief in den Schlamm einsinkt. Schon nach einigen Tagen beginnt der Samen zu keimen und entwickelt sich im Laufe der folgenden Monate zu einer kräftigen Pflanze. In den Monaten April und Mai, das ist in der heifsen Jahreszeit, trocknet der Boden oft- mals fast ganz ein. Die vorher grünen Felder erscheinen dann wie abgestorben, und mächtige Risse durchziehen das Land. Sobald aber die Regenzeit beginnt und die Erde wieder genügend Feuchtigkeit aufgesogen hat. beginnt der Indigo von neuem zu wachsen, und stehen nach kurzer Zeit die Pflanzen dichter als wie vor der Trockenzeit. Diese Art Kultur gleicht der unseres Klees, der im Sommer eingesät wird, im Winter, durch die Kälte bedingt, sein Wachstum einstellt, um dann im zweiten Jahr die eigentliche Ernte zu geben. Und gleich wie im Plerbst die jungen Kleefelder den Kühen zur Weide dienen, so werden auch in die Indigofelder im Dezember bis März die Kühe getrieban, die aber nicht die Indigopflanze, sondern *) Aus den Sitzungäberichten der Kaiserlichen Akademie der Wissen- schaften. Wien 1898. Carl Gerold's Sohn. 5* — 72 — nur das zwischen denselben stehende Gras und anderes Unkraut fressen. Es ist gewissermafsen eine Gerechtsame der Eingeborenen, in dieser Jahreszeit die Herden in den Jndigofeldern des englischen Pflanzers weiden zu lassen. Anders ist die Kultur in Behar, wo der Ganges oder seine Nebenflüsse nicht gleich wie in Unterbengalen die Fluren über- schwemmen und befruchten und die Bearbeitung des Feldes fast ganz überflüssig machen. Hier wird, sobald im Herbst die Frucht abgeerntet und das Land eventuell mit den zur Indigogewinnung benutzt gewesenen Pflanzenresten gedüngt ist, der Boden tief um- gehackt, mehrmals gepflügt, die dickeren Erdklumpen zerschlagen und dann darch Uberschloifen eines dicken Brettes, das hier an die Stelle unserer Walzen tritt, geglättet. Auch hier sind die Pflüge, die von Ochsen gezogen werden, wie überhaupt in ganz Indien von sehr primitiver Natur, und dieselben bearbeiten nur die Oberfläche des Bodens. Diese Art Feldarbeiten sollen vor Ende der Regenzeit, das ist gegen Ende September, beendet sein, da, wenn der Boden nach der Regenzeit bearbeitet wird, derselbe zu sehr eintrocknet. Gern sieht es der Pflanzer, wenn nach Bestellung des Landes, das ist gegen Ende September, die Regenzeit mit heftigen Regengüssen abschliefst, dg, alsdann der Boden in der Lage ist, eine genügende Menge Feuchtigkeit zurückzuhalten, und sind hierdurch die ersten günstigen Vorbedingungen für die nächstjährige Ernte gegeben. Sobald im darauf folgenden Februar oder März durch die von Zeit zu Zeit auftretenden Gewitterregen der Boden hinreichend auf- geweicht ist, wird das Land durch pflügen zunächst wieder aufge- lockert und dann der Samen mittelst eigens konstruierter Maschinen eingesät. Bleibt dieser Gewitterregen aus, oder fällt er nicht in genügender Menge, so wird dort, wo dieses möglich, das Land künstlich bewässert, und geschieht die weitere Verarbeitung in der soeben beschriebenen Weise. Wie in Unterbengalen beginnt nach etwa drei Tagen die junge Pflanze zum Vorschein zu kommen. Sobald dieselbe 5 bis TVs cm hoch ist, mufs das mit dem Indigo aufwachsende Unkraut entfernt werden. Dieses kostspielige Jäten, das auch in Unterbengalen erforderlich, mufs zwei- bis dreimal wiederholt werden. Ungünstig ist es für die junge Pflanze, wenn in den ersten Tagen des Wachstums heftige Regengüsse nieder- fallen, da alsdann beim nachherigen Sonnenschein die Erdkrume hart wird und die junge zarte Pflanze im Wachstum beeinträchtigt, günstig, wenn es nach dem Jäten regnet. Ein anderer grofser Feind der jungen Pflanzen sind Raupen. Ich habe mehr wie einmal gesehen, dafs im Laufe weniger Tage ganze Indigofelder abgefressen wurden. In dem einen wie in dem — 73 — anderen Falle ist der Pflanzer oft gezwungen, das Land wieder um- zupflügen und von neuem einzusäen. Da aber mittlerweile die Tage immer lieifser werden und der nächtliche Taufall immer mehr nach- läfst, so weiden hierdurch nicht nur mehr Unkosten verursacht, sondern auch die Aussichten auf eine gute Ernte werden immer ungünstiger. Doch wenn auch die Aussaat gut gelungen, wenn auch die Pflanzung von Raupenfrafs verschont geblieben ist, und wenn auch das Wachstum der jungen Pflanze durch rechtzeitigen Regen be- günstigt wurde, so ist der Pflanzer einer guten Ernte doch immer noch nicht sicher. Ende Mai und Anfang Juni treten oft so warme und trockene Winde auf, dafs die Pflanzen immer niedriger werden. Anstatt dafs dieselben wachsen, trocknen die jungen Sprossen ein. Hatte die Pflanze nicht genügend Zeit, z. B. durch verspätete Aus- saat, sich kräftig zu entwickeln, so stirbt dieselbe oft ganz ab. Tritt der Regen rechtzeitig ein, so erholt sie sich schnell wieder. Aber auch zu viel Regen schadet oft in der Zeit des Monsuns, in der die Zeit der Ernte fällt, zumal, wenn die Felder mehrere Tage unter Wasser stehen. Die unteren Blätter der Pflanzen werden dann gelb und fallen schliefslich ganz ab. Die oberen Blätter ergeben nicht die gleiche Menge Indigo, als wie wenn sonnige und regnerische Tage wechseln. Und wenn der erste Schnitt glücklich geerntet, so bangt dem Pflanzer vor dem zweiten. Denn zweimal wird, gleich wie bei uns der Klee, der Indigo im allgemeinen geerntet. Ist das Wetter zu trocken, so schlagen die Pflanzen nicht genügend wieder aus, ist es zu nafs, so gedeihen dieselben ebenfalls nicht gut oder geben einen schlechten Ertrag. Ist zu Beginn des Monsuns die Regenmenge sehr grofs, so tritt der Ganges oft zu frühzeitig aus und vernichtet einen grofsen Teil der Ernte Uuterbengalens. So ist denn für den Indigopflanzer die Zeit von der Aussaat bis zur Ernte eine Zeit des Bangens und Holfens. Und wie bei uns zur Zeit der Ernte der Landmann mit sorgender Miene das Steigen und Fallen des Barometers verfolgt, so beobachtet der In- digopflanzer ßengalens von der Aussaat bis zur Ernte täglich den Regenmesser und trägt die gefallenen Rejjenmeugen in sein Journal ein, um nach der jeweiligen Menge die Arbeit einzuteilen und die mehr oder weniger günstigen Ernteaussichten zu beurteilen. Fast genau ebenso wie in Behar geschieht die Kultur in den übrigen Distrikten Nordindiens, nur dafs dieselbe hier fast aus- schliefslich von Eingeborenen betrieben wird, die die Ernte an die Fabriken, deren Inhaber hier, im Gegensatz zu Unterbengalen und — 74 — Behar, wo die PflanzuDgsinhaber und Leiter ausschlief^lich Eng- länder, zum weitaus gröfsten Teil Eingeborene sind, verkaufen. Auch in Behar und Uuterbengalen wird allerdings ein Teil des Indigos von Eingeborenen kultiviert. Dieselben stehen aber in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnis zum englichen Pflanzer und müssen die Ernte für einen festgesetzten Preis an denselben ab- liefern. In Südindien, woselbst der Indigo vorwiegend in der Um- gegend von Madras angebaut wird, ist, zum Teil durch die klima- tischen A'erhältnisse bedingt, die Kultur von der Nordindiens ver- schieden. Während hier die ganze Ernte ausschliefslich in der Regenzeit stattfindet und zwar in den Monaten Juli (in einzelnen Distrikten bisweilen schon Ende Juni) bis September, kann in Süd- indien, woselbst die Regenzeit von der Nordindiens verschieden und die Temperatur eine gleichmäfsigere ist, mehr oder weniger das ganze Jahr über geerntet werden. Die Bearbeitung des Bodens und die Aussaat geschieht entweder wie in Nordindien, oder mit anderen Feldfrüchten gemischt, oder es wird, entsprechend unserem Klee, der Samen in die mit Reis bestandenen Felder gesät, in welchem Falle alsdann der Reisernte die Indigoernten folgen. Oft erntet man von derselben Aussaat zwei Jahre und erhält dann im ersten Jahr zwei, im zweiten Jahre bis zu drei Schnitte. Kultur und Fabrikation sind hier so gut wie ausschliefslich in Händen von Eingeborenen. ünterbengalen, Behar, Benares und Doab sind die grofsen In- digodistrikte Nordindiens, und Madras ist das Indigocentrum des Südens. Während erstere ausschliefslich Alluvialboden haben, sind die Bodenverhältnisse von Madras verschiedenartig. Allerdings wird auch noch in einigen anderen (rebieten Indiens Indigo angebaut, jedoch in so unbedeutendem Umfange, dafs ich dieselben hier übergehen kann. Ernte und Fabrikation. Der Indigo ist schnittreif, sobald er zu blühen beginnt. Er hat alsdann, je nach den Boden- und klimatischen Verhältnissen, eine Höhe von Vs bis l'/s m. Nachdem der Pflanzer sich über- zeugt hat, dafs eine genügende Menge Indigo dieses Stadium erreicht hat, beginnt die Ernte. Hunderte von Kulis ziehen jeden Morgen in aller Frühe ins Feld und schneiden mit einer Handsichel die Pflanzen so hoch über dem Hoden ab, dafs dieselben noch genügend Seitenzweige für einen zweiten Schnitt aussenden können. Der Indigo wird hierauf entweder in Bündel von bestimmter Gröfse zusammengeschnürt oder sogleich auf Ochsenkarren geladen, zur — 75 — Fabrik gefahren und hier gewogen. Das Bündeln und Wiegen ge- schieht einerseits, um den Ertrag des Landes zu kennen, anderer- seits werden die Eingeborenen, die den Indigo an die Fabrik ver- kaufen bezw. für den Pflanzer vertragsmäfsig zu bauen haben, hier- nach bezahlt. In der Fabrik, die etwa 9 Monate stillgestanden hat, sind in- zwischen die erforderlich gewesenen Reparaturen beendet und ist alles wieder für die Fabrikation in Bereitschaft gestellt. Es würde mich zu weit führen, die Entwickelung, die diese Fabrikanlagen im Laufe der Jahrzehnte durchgemacht haben, hier eingehend zu be- sprechen. Man findet noch heute in den verschiedenen Gebieten der Indigodistrikte, je nachdem der Inhaber ein Eingeborener oder ein intelligenter Engländer ist, Fabriken von den verschiedensten Graden der Vollkommenheit bezw. Unvollkommenheit. Am besten werde ich die Gewinnung des Indigos veranschaulichen können, wenn ich die Einrichtung oder den Betrieb einer gröfseren, wohl- eingerichteten Fabrik beschieibe und hieran anschliefsend auf die verschiedenen Abweichungen eingehe. Umstehende Skizze veranschaulicht die Vorrichtung zum Extra- hieren der Pflanzen sowie zum Oxydieren des Indicans bezw. zum Ausfällen des Indigos aus der Extraktionsflüssigkeit. Die Bottiche 1 bis 10 haben einen Rauminhalt von etwa 25 cbm bei einer Tiefe von 1 '/a bis 2 m und sind derart gelegen, dafs die Karren mit Indigo bequem an dieselben heranfahren können und auch genügend Raum vorhanden ist, die ausgezogenen Pflauzen- rückstände, die später zum Düngen verwandt werden, aufzustapeln. Bei vollem Betrieb werden alle 10 Bottiche zum Extrahieren der Pflanzen benutzt. Bis zu 100 Ochsenkarren sind unterwegs, um den kurz vorher geschnittenen Indigo heranzuholen. Meistens werden zwei Bottiche zu gleicher Zeit gefüllt, und zwar in der Weise, dafs die untere Lage Pflanzen fast senkrecht, die Stengel nach unten, zu liegen kommt. Dann wird der Indigo in mehr oder weniger horizontaler Richtung so fest wie möglich auf- gepackt, und zum Schlufs kommt eine Lage mit den Stengeln nach oben. Auf die oberste Lage werden parallel nebeneinander Bambus- stäbe gelegt und quer hierüber zwei oder drei dicke Balken, die so stark wie möglich heruntergedrückt und durch eine besondere Vor- richtung befestigt werden. Auf diese Weise lassen sich in jeden Bottich etwa 5000 kg grüne Indigopflanzen hineinpacken, und es dauert das Füllen der 10 Bottiche 3 bis 4 Stunden. Man soll wenigstens die Zufuhr des Indigos so einrichten, dafs dies möglich ist. Man hat bei diesen Arbeiten darauf zu achten, dafs der Indigo nicht zu lange auf Karren gepackt stehen bleibt, und ferner, dafs derselbe. — 76 — Längöa 11 sieht Quersclinitt des Wasserreservoirs, der Extraktionsbottiche und des Schlagbottichs auf einer Tndigoplantage in Behar. in die Bottiche eingepackt, möglichst bald unter Wasser kommt, da sich die Pflanzen andernfalls schnell erwärmen und verderben. Sollten einige Karren mehr eingebracht sein als wie erforderlich, so wird der Indigo zweckmäfsigerweise in dünnen Lagen im Schatten eines Baumes ausgebreitet, um am anderen Tage benutzt zu werden. Ferner raufs das Bestreben dahin gehen, die Bottiche in äufserst kurzer Zeit mit Wasser zu füllen, um so eine möglichst gleichmäfsige Extraktion zu erzielen. Um dies zu erreichen, ist — 77 — auf der dem Schlagbottich zugewandten Seitenwand der Bottiche ein oben offener Kanal aufgemauert, der aus dem oberhalb stehenden Wasserreservoir gespeist wird. Zu jedem Bottich führt aus diesem Kanal eine meistens mittelst Schieber verschliefsbare Öffnung. Man läl'st so viel Wasser in die Bottiche fliefsen, dafs der Indigo oben vom Wasser benetzt ist und noch etwa 10 bis 15 cm Steige- raum zur Verfügung steht. Zur Extraktion sind im allgemeinen 9 bis 14 Stunden erforder- lich und hängt die Zeit ab von der Beschaffenheit der Pflanzen und der Temperatur des Wassers. Bei sehr kräftigen Pflanzen und ver- hältnismäfsig kaltem Wasser ist sie oft nach 16 Stunden noch nicht beendet. Steht der Indigo nicht lange genug unter Wasser, so wird nicht alles Indicau ausgezogen, wenn zu lange, so wird durch die inzwischen aufgetretene faulige Fermentation Indican zersetzt. Ich werde später hierauf noch zurückkommen. Am Schlufs der Extraktion, der sogenannten Fermentation, beginnt die Flüssigkeit unter Entwickelung von Blasen zu steigen, und ist dies für den Pflanzer das Zeichen, dafs die Extraktion beendet und das Wasser abgelassen werden mufs. Zu diesem Zwecke befindet sich am Boden eines jeden Bottichs, der nach hier etwas abfällt, eine seitliche Öffnung, die mittelst eines Zapfens oder dergleichen geschlossen werden kann. um das Wesen der Fermentation, die zu dieser Blasenbildung die Veranlassung giebt und somit das Steigen der Flüssigkeit be- dingt, festzustellen, fing ich den Inhalt der Blasen in einer gröfseren Flasche auf, und zwar in gleicher Weise, wie ich als Knabe oft- mals das Sumpfgas in einer mit Wasser gefüllten Flasche mittelst eines Trichters aufgefangen hatte. Das so gesammelte Gas brannte mit wenig leuchtender Flamme, ein genügender Beweis, dafs hier eine Surapfgasentwickelung vorlag, die durch eine reduzierende Fermentation bedingt wurde. Ich werde hierauf später ebenfalls noch zurückkommen. Ich erwähnte schon, dafs das Bestreben dahin gehen mufs, die Bottiche möglichst schnell bezw. die 10 Bottiche in denkbar kurzer Zeit zu füllen und ebenso den Indigo in kürzester Zeit unter Wasser zu setzen. Ich bestätigte nämlich durch Versuche, dafs es am besten ist, alle Bottiche zu gleicher Zeit zu öffnen und den Indigoauszug in den Schlagbottich abzulassen. Es ist hierbei nun nicht zu vermeiden, dafs die zuerst gefüllten Bottiche etwas überfermentiert, die letzten unterfermentiert sind. Je länger das Füllen dauert, je gröfser werden diese Fehler. Würde man die Bottiche, wie dies zu meiner Zeit noch sehr viel ge- schah, einzeln öffnen, und zwar jedesmal erst dann, wenn dieselben den — 78 — richtigen Grad erreicht haben, so müfste die Flüssigkeit aus den ersten Bottichen so lange im Schlagfafs stehen bleiben, bis auch die letzten geöffnet werden. Der hierdurch verursachte indigoverlust ist aber gröfser, als wenn ein Theil der Bottiche etwas iiberferraentiert, der andere uuterfermentiert ist, vorausgesetzt natürlich, dafs das Füllen derselben nicht zu lange Zeit in Anspruch genommen hat Der sogenannte Schlagbottich (Beating vat oder Beating ränge), gleich den Oxydationsbottichen aus Ziegelsteinen und Cement auf- geführt, verdankt seinen Namen dem Umstände, dafs früher allgemein und auch heute noch in kleinen Fabriken sowie fast ausschliefslich in den Fabriken der Eingeborenen für je zwei Extraktionsbottiche (Steeping vats) ein Schlagbottich (Beating vat) vorhanden ist, iu den sich die Arbeiter hineinstellen und mittelst einer runden Holzscheibe, die an einem Stiel befestigt ist, die Flüssigkeit so lange peitschen, bis aller Indigo ausgeschieden ist. Der moderne Schlagbottich entspriclit in seiner Länge den 10 Extraktionsbottichen, ist etwas breiter als diese und in der Mitte der Länge nach von einer Mauer durchzogen, die an beiden Enden auf 1 bis P/s m an die Quer- wand hinanreicht, so dafs die Flüssigkeit frei um die Mauer herum zirkulieren kann. Die eine Seite des Schlagfasses bildet zugleich das Fundament für die Aufsenwand der 10 Bottiche, so dafs die Flüs-^igkeit aus denselben beira Öffnen des am Boden befindenden Auslaufs sogleich in den Schlagbottich fliefst. Letzterer mufs demnach so tief gelegen sein, dafs, wenn derselbe gefüllt ist, die Flüssigkeit noch unterhalb der Ausflufsöfl'nung der Bottiche steht. Der Rauminhalt des Schlagbottichs entspricht dem der 10 Ex- traktionsbottiche nach Abzug des Steigraums, des Raumes, den die Pflanzen einnehmen (das ist per Bottich etwa 5000 Liter), und des Wassers, das von den Pflanzen zurückbehalten wird. An dem einen Ende des Schlagbottichs befindet sich eine mühl- radartige Vorrichtung (vergl. Skizze S. 76), die, mittelst Dampf- maschine betrieben, die Flüssigkeit peitscht und allmählich in die Bewegung eines schnellfliefseuden Baches bringt Man setzt das Rad in Bewegung, sobald hinreichend Flüssigkeit eingelaufen ist, erst langsam, dann allmählich schneller. Der zuerst star-k auf- tretende Schaum verschwindet nach einiger Zeit, und die Flüssigkeit, die beim Auslassen aus den Bottichen grün fluoreszierte, nimmt eine gelbe bis gelbbraune Farbe an. Sobald diese Farbenänderung einzutreten scheint, was bisweilen schon nach P/s bis 2, oft auch erst nach 5 und mehr Stunden der Fall ist, beginnt der hierfür an- gestellte Aufseher, der sogenannte Heating-Mistree, zu prüfen, ob aller Indigo ausgeschieden ist. Er nimmt ein baumwollenes Tuch, — 79 — taucht es in den Schlagbottich ein und fängt dann die abfiiefsende Flüssigkeit, sobald dieselbe klar abläuft, in einem Porzelianteller auf. An der Farbe der FliJssigkeit erkennt derselbe, ob aller Indigo ausgeschieden oder ob noch weiter geschlagen werden mufs. Diese Art der Bestimmung erfordert sehr viel Übung und kann auch nur bei Tage ausgeführt werden. Aus diesem Grunde müssen die Arbeiten in der Fabrik immer so geregelt werden, dafs das Ende des Schiagens bei Tage stattfindet. Denn sowohl ein zu viel als ein zu wenig Schlagen ist vom Übel. Wird zu lange ge- schlagen, so setzt sich der Indigo sehr schlecht ab und geht fast immer ein Teil in dem abfliefsenden Wasser verloren, wird nicht lange genug geschlagen, so bleibt ein Teil des Indicans un- zersetzt. Heute geschieht diese Bestimmung zum gröfsten Teil auf viel einfachere Weise. Ich fand nämlich, dafs, wenn man in einen kleinen Streifen Filtrierpapier etwas von der zu oxydierenden Flüssig- keit aufsaugen und dann Ammoniakdämpfe darauf einwirken läfst, sich das Papier blau färbt, solange noch die geringsten Spuren von Indican unzersetzt sind, und läfst sich an dem Grade der Blaufärbung erkennen, wie weit die Oxydation schon vorangeschritten ist. Ist aller Indigo ausgefällt, so verändert sich die Farbe des Papiers nicht mehr. Auf diese Art lafst sich auf viel einfachere Weise und viel genauer, und zwar sowohl bei Tage als bei Nacht, erkennen, wann das Schlagen bezw. das Oxydieren zu beenden ist. Diese Bestimmung, die auch dadurch lür den Pflanzer von Wichtig- keit ist, dafs jetzt zu jeder Tages- und Nachtzeit mit dem Schlagen begonnen werden kann, fand sehr schnell Eingang. Nachdem man auf die eine oder andere Weise festgestellt hat, dafs alles Indican in Indigo übergeführt worden ist, stellt man das Schlagen ein und läfst den Indigo absetzen. Dies dauert bisweilen nur eine, oft aber zwei und mehr Stunden. Sobald der Beating- Mistree sich überzeugt hat, dafs man damit beginnen kann, das über dem sich absetzenden Indigo stehende Wasser abzulassen, wird das Absaugerohr (vergl. Skizze) so eingestellt, dafs zunächst nur die obere Flüssigkeitsschicht abfliefst. Allmählich wird das Rohr tiefer gestellt, bis schliefslich an der höheren Stelle des Schlag- bottichs der Indigoniederschlag zum Vorschein kommt. Der Bottich hat nämlich zum Absaugerohr hin eine schwache Neigung, so dafs man bei einiger A'orsicht alles Wasser ablassen kann, ohne dafs auch nur etwas Indigo mit übergeht. Hierauf wird das Abflufs- rohr hochgezogen und das Rohr zum Abfliefsen des Indigo- niederschlages geöffnet. Letzterer wird mit Besen oder mit Gummi- schiebern, ähnlich wie sie zum Reinigen der Strafsen Berlins — 80 - gebraucht werden, unter Nachspülen mit Wasser zu der tieferen Stelle des Schlagfasses geschoben oder gespült. Der Niederschlag fliefst von hier über eine siebartige Vorrichtung, die Pflanzen- reste etc. zurückhält, in eine tiefer liegende Cisterne, und ist hier- mit der erste Teil der Fabrikation beendet. Inzwischen sind die Extraktionsbottiche von neuem gefüllt, und der ludigoauszug kann in den wieder leeren Schlagbottich eingelassen werden. Das Wasserreservoir, die Extraktionsbottiche und der Schlag- bottich müssen natürlich so angelegt sein, dafs einerseits das Wasser nicht höher wie notwendig in das Eeservoir gehoben zu werden braucht, dafs aber auch andererseits das Abwasser aus dem Schlag- bottich einen guten Abflufs hat. Wo eben möglich, legt man die Fabrik so hoch, dafs das Abwasser aus dem Schlagfafs zum Düngen des Landes benutzt werden kann. Besonders günstig sollen diese Abwässer für die Tabakkultur sein. Haben doch die Abwässer von l'> Extraktionsbottichen dazu gedient, etwa 50 000 kg Pflanzen auszulaugen. Ist es allerdings nicht möglich gewesen, die Fabrik so hoch anzulegen, oder ist dies versäumt worden, so werden die Abwässer dem nächsten Flufslauf zugeführt. Der in der Cisterne angesammelte Indigoniedersclilag wird in den oder die eisernen Kochkessel, die in einem erhöhten Raum aufgestellt sind, gepumpt, durch direkten Dampf zum Kochen ge- bracht und dann auf ein Tuchfilter abgelassen. Dieses Filter ist folgendermafsen konstruiert: Auf einem nach einer Seite hin geneigten und hier mit einer Vertiefung zum Auf- fangen der Flüssigkeit versehenen Cementboden ist in einer Höhe von etwa 10 bis 15 cm ein flacher Lattenverschlag angebracht, der an allen vier Seiten einen etwa 25 cm hohen Rand hat. Hierüber wird ein angefeuchtetes Tuch derart ausgebreitet, dafs sich das- selbe den Latten und dem Rande anschmiegt und über letzteren noch herüberragt. Je nach der Menge des Indigobreies hat das Filter eine Fläche von 10 bis 20 qra. Das zuerst durchlaufende Filtrat, das noch etwas Indigo mit sich führt, wird entweder auf das Filter zurückgeschöpft, wie dies meistens üblich, oder es wird für sich aufgefangen und, nachdem man im Verlauf von einigen Tagen eine genügende Menge ge- sammelt und das Wasser vom Niederschlag hat ablaufen lassen, nochmals gekocht und für sich auf ein kleineres Filter gebracht. Erst nachdem das Filtrat vollständig klar abfliefst, läfst man es wegfliefsen. Nachdem man allen Indigobrei auf das Filter gebracht hat, wird dasselbe mit einem Tuch zugedeckt, um den Indigo vor Staub — 81 - und zu schnellem Abkühlen zu schützen. Je nach der Qualität des Indigos fliefst das Wasser mehr oder weniger schnell ab, und zwar langsamer bei den minderwertigen Indigos. In letzterem Falle läfst man, sobald sich die Pasta gut abgesetzt hat, das daraufstehende Wasser vorsichtig abfliefsen und bringt die noch möglichst warme Pasta in die Pressen. Zum Pressen der Indigopasta dienen Schraubenpressen mit Handbetrieb. Dieselben sind aus Holz angefertigt, jedoch mit eiserner Schraube, da, zumal bei minderwertigem Indigo, ein starker Druck erforderlich ist. Die Prefsfläche beträgt im Quadrat 67.-5 bis 75 cm. Nachdem der aus festen Balken bestehende Prefskasten zu- sammengestellt ist, wird derselbe mit einem feuchten Tuch gut aus- gelegt, dann bis zu einer Höhe von etwa 25 bis 30 cm mit der warmen Indigopasta gefüllt, hierauf das Tuch vorsichtig auf der Pasta zusammengefaltet, die Prefsplatte aufgelegt und langsam mit dem Pressen begonnen. Nachdem die Pasta etwa bis zur Hälfte zusammengedrückt ist, wird die Presse geöffnet, das Tuch nochmals gut zusammengelegt und dann unter stärkerem Druck so lange weiter geprefst, bis keine Flüssigkeit mehr abfliefst. Das Bestreben geht dahin, Prefskuchen von 7.5 cm Dicke zu erhalten. Je besser die Qualität des Indigos, je weniger Pasta ist erforderlich, um der- artige Prefskuchen zu erhalten, und um so schneller geht das Pressen von statten. Bei geringwertigen Indigos, oder wenn gleich zu Anfang zu stark angeprefst wird, platzt bisweilen das Prefstuch, und die Indigopasta spritzt durch die Fugen bis zur Decke. Wenn möglich, beginnt man so frühzeitig mit dem Pressen, dafs die Arbeit abends beendet ist. Man läfst alsdann den Prefskuchen über Nacht unter Druck stehen und öffnet die Presse am nächsten Morgen. Der Prefskuchen wird auf der Unterlage ins Cakeshaus ge- tragen, die Kanten und Unebenheiten werden abgeschnitten, hierauf vorsichtig umgedreht, auch auf dieser Seite geglättet, und dann mittelst eines dünnen Messingdrahtes in Cakes von 7.5 cm im Quadrat geschnitten, und auf jeden Cake die Marke der Pflanzung und die Nummer des sogenannten Boilings aufgedrückt. Da nämlich die Qualität fast täglich wechselt und nur die Indigocakes von ganz gleicher Beschaffenheit sind, die einer Cisternenfüllung bezw. einer Kesselfüllung entstammen, so werden dieselben in der Weise mit Nummern versehen, dafs z. B. mit No. 1 der Indigo, der am ersten Tage gewonnen wurde, bezeichnet Avird. — 82 — Die so geformten Cakes werden auf Regalen zum Trocknen gelegt, und wird Sorge getragen, dafs das Trocknen nicht zu schnell vorauschreitet, da, besonders bei minderwertigen Indigos, die Cakes sonst leicht brüchig werden. Die beim Formen der Prefskuchen abgeschnittenen Stücke werden entweder sogleich getrocknet und kommen dann als Pipes (Röhren) in den Handel, oder dieselben werden in Wasser aufge- weicht, nochmals geprefst und in Cakes geschnitten, die dann den Namen Chilens führen. Der in den Filter- und Prefstüchern zurückbleibende Indigo wird ausgewaschen und das Waschwasser mit sonst irgendwie ver- unreinigtem Indigo in einem besonderen Bottich angesammelt und, sobald eine genügende Menge Niederschlag vorhanden ist oder die Zeit es erlaubt, nochmals gekocht und geprefst. Dieser Indigo, der durch das längere Stehen in dem Bottiche bisweilen sehr an Qua- lität eingebüfst hat, zudem Sand und andere Verunreinigungen enthält, kommt unter dem Namen Washings auf den Markt. Aus 1000 kg grünen Pflanzen werden 2 bis 5 kg Indigo ge- wonnen. Der beschriebene Fabrikbetrieb ist, wie ich schon erwähnte, der normale auf einer gut geleiteten Pflanzung und die Anlage eine der Neuzeit entsprechende. Man hat natürlich auch gröfsere Fabriken mit 20 und mehr Extraktionsbottichen, sowie auch kleinere. Auf Pflanzungen von bedeutenderem Umfange befinden sich in ent- sprechender Entfernung voneinander mehrere derartige Fabrik- anlagen. Die Fabriken der Eingeborenen sind meist kleiner und nicht so vollkommen eingerichtet. Das Schlagen geschieht mit der Hand, wie es früher auch auf den Pflanzungen ßehars und Unterbengalens allgemein üblich war. Ein englischer Ingenieur, Mr. Buttler, stellte zuerst Versuche an, mit der jetzt üblichen, maschinell betriebenen Schlagvorrichtuug den Indigo auszuscheiden. Als man dann dazu überging, anstatt für je zwei für je zehn Bottiche einen Schlagbottich zu nehmen, stellte sich heraus, dafs die Qualität des Indigos oftmals schlechter wurde, als bei dem vordem üblichen Schlagen. Man war nämlich bei dem alten Ver- fahren gewohnt, die Extraktionsbottiche zu öfl'nen, sobald die Flüssigkeit zu steigen begann bezw. l)is zu einem gewissen Grade gestiegen war, und hatte keine Veranlassung, darauf zu dringen, dafs alle Bottiche möglichst schnell gefüllt wurden, vielmehr nur darauf zu achten, dafs das Ende des Schlngens bei Tage stattfand. Da nun bei der neuen Einrichtung der Indigoauszug von etwa zehn Bottichen auf einmal geschlagen werden mufste, die Bottiche — 83 - mit Indigo zu füllen aber verhältnismäfsig lauge dauerte, so lag zwischen dem Öffnen des ersten und des letzten Bottichs eine ver- hältnismäfsig lange Spanne Zeit. Die reduzierende Fermentation, die beim Öffnen des Bxtraktionsfasses schon eingesetzt hatte, schritt im Schlagbottich weiter voran, und, bevor der letzte Bottich ge- öffnet wurde, war bisweilen schon ein .Teil des Indicans zersetzt. Qualitativ wie quantitativ ei hielt man trotz der verbesserten Schlag- vorrichtung oft schlechtere Resultate. Ahnliche Beobachtungen kann man übrigens des öfteren machen, wenn Europäer Arbeitsmethoden von Eingeborenen verbessern bezw. vervollkommnen wollen. Auf der Pflanzung von Sir William Hudson auf Seeraha er- kannte man zuerst, dafs es von nachteiligem Einflufs war, den Indigo- auszug aus den zuerst geöffneten Bottichen längere Zeit im Schlag- bottich stehen zu lassen, und ging man hier zuerst dazu über, das Füllen der Bottiche möglichst zu beschleunigen, um dieselben nachher zu gleicher Zeit zu öffnen. Hierbei konnte allerdings nicht ver- mieden werden, dafs ein Teil der Bottiche zu lange, der andere nicht lange genug fermentierte. Die hierdurch event. verursachten Verluste sind aber nicht so grofs, als wenn die Bottiche einzeln geöffnet werden und die Flüssigkeit längere Zeit im Schlagfafs stehen bleibt, bevor dieselbe oxydiert M'ird. Da es zudem durch die von mir gemachte Beobachtung möglich war, mittelst eines kleinen Streifens Filtrierpapier den Endpunkt des Schiagens zu jeder Tages und Nachtzeit auf die einfachste Weise und aufs genaueste zu bestimmen, war man nicht mehr so sehr an die Zeit des Indigoeinholens gebunden, hatte vielmehr nur darauf zu achten, dafs möglichst viel Indigo in möglichst kurzer Zeit eingebracht wurde. Es war zu damaliger Zeit vielfach die Ansicht verbreitet, dafs bei der Gewinnung des Indigos aus den Pflanzen bezw. bei der Bildung des Indigoniederschlages Mikroorganismen eine wesentliche Rolle spielten. Dies veranlafste einen Herrn Schrotky, Hefe in die frisch gefüllten Bottiche zu geben, um so die Fermentation zu unterstützen, was darauf schliefsen läfst, dafs Schrotky niemals ver- sucht hatte, das Wesen der Fermentation näher kenneu zu lernen. Diese Versuche führten natürlich zu keinem Resultat. Gröfseren Erfolg hatte er jedoch, als er dem Wasser, das man zum Füllen der Bottiche benutzt, Carbolsäure zusetzte und hierdurch der stets auftretenden Fermentation entgegenwirkte, und soll man durch ein derartiges Verfahren auf einigen Pflanzungen recht gute Resultate erzielt haben. Weitere Verbreitung hat dieses Verfahren jedoch niemals gefunden. — 84 — Ich selbst versuchte in den Jahren 1892 bis 1893 das Verfahren der Indigogewinnung dadurch zu verbessern, dafs ich die Pflanzen mit Wasser von 50° C, also einer für die Milclisäurefermentation günstigen Temperatur, auszog. Vor allem wollte ich hierdurch die Buttersäuregärung, die bekanntlich bei allen Gärungsindustrien auf das sorgfältigste zu vermeiden ist, verhindern. Bei dieser Tem- peratur zog das Indican schon nach wenigen Stunden aus, und fand eine Säuerung, wie dies beim Ausziehen mit Wasser von gewöhn- licher Temperatur der Fall ist, nicht statt. Der geringere Säure- gebalt war ferner die Veranlassung, dafs sich die Oxydation im Schlagfafs viel schneller vollzog. (Ich werde hierauf bei Besprechung meiner Studien noch eingehender zurückkommen.) Ferner war der Indigoniederschlag viel reiner und demnach hochprozentiger. Um dies Warmwasserverfahren mit dem üblichen Verfahren zu ver- gleichen, verarbeitete ich längere Zeit hindurch täglich 10 OuO bis 20 000 kg grüne Pflanzen und verglich die Ausbeute mit der Menge und der Qualität des Indigos, die am gleichen Tage durch Aus- ziehen mit kaltem Wasser erhalten wurde. vSowohl quantitativ wie qualitativ erhielt ich bedeutend bessere Resultate. Dies veranlafste mich im Jahre 1893, diese Versuche zu wiederholen. Im ersten Jahre hatten mir nur verhältnismäfsig schlechte Pflanzen vom zweiten Schnitt zur Verfügung gestanden, jetzt waren die Pflanzen von ausgezeichneter Beschafi'enheit. Die Qualität des so erhaltenen Indigos war wiederum besser, als der nach dem üblichen Verfahren hergestellte, die Ausbeute war jedoch im Verhältnis nicht so grofs wie im Jahre 1892. Auf Grund meiner Studien, die ich inzwischen mit Indigo- pflanzen in den verschiedenen Stadien der Entwickelung gemacht hatte, und auf Gruid der von mir angeführten Versuche im grofsen kam ich zu der Überzeugung, dafs auch bei niedrigerer Temperatur alles Indican ausgezogen werden kann, dafs es aber zweckmäfsig ist, dafs das Wasser mindestens 30 C. hat, und dafs bei be- sonders kräftigen, hartblättrigen Pflanzen Wasser bis zu 40 ° ange- bracht ist. Bei diesen Studien fand ich ferner, dafs, wenn man die Säure im Schlagbottich ganz oder zum Teil neutralisiert, die Oxydation viel schneller von statten geht, und dafs hierbei mehr Niederschlag gewonnen wird, dafs also bei Verwendung von Ammoniak oder kaustischer Soda im Schlagbottich eine gröfsere Ausbeute erhalten werden kann, was mich veranlafste, auf diese Weise eine gröfsere Menge Indigo herzustellen. Als ich den so gewonnenen Indigo analysierte, fand ich aber, dafs beim Titrieren mehrerer dieser In- digos die blaue Farbe anstatt über grün in gelb in rot überging. — 85 — Da aber bei der Analyse von Indigos, die diese rote Endreaktion zeigen, die gefundenen Zahlen nicht mit dem Gehalt an reinem ]n- digoblau übereinstimmen, so ist anzunehmen, dafs der gröfsere Niederschlag, der bei Verwendung von Alkali im Schlagbottich er- halten wird, aus irgend welchen anderen Verbindungen, die neben Indican aus den Pflanzen ausgezogen werden, besteht, dafs aber die Ausbeute an Indigoblau dieselbe bleibt."^) Über die von mir im Jahre 1892 ausgeführten Versuche wurde zur Zeit im Indischen Merkur berichtet, und dürfte dies wohl die Veranlassung gewesen sein, dafs man ein dementsprechendes Ver- fahren in Java einführte, und wird auch wohl das von Hans Molisch in seineu botanischen Beobachtungen auf Java erwähnte Warmwasserverfahren auf die zuerst von mir in Bengalen ange- stellten Versuche zurückzuiühren sein. Wenigstens war, als ich die erwähnten Versuche machte, ein derartiges Verfahren in Java noch nicht bekannt. B. Corentry auf Dalsing-serai in Behar, ein intelligenter Pflanzer, suchte die Qualität des Indigos dadurch zu verbessern, dafs er dem Indigoauszug, sobald derselbe den Extraktionsbottich verlassen hat, Kalkmilch zusetzt. Durch den Kalkzusatz wird ein Teil der organischen Substanzen, die sonst mit dem Indigo im Schlagbottich ausgeschieden werden, sowie noch andere Verbindungen gefällt, und zugleich ein Teil der Säure neutralisiert. Sobald nach dem Mischen mit Kalkmilch sich der Niederschlag abgesetzt hat, läfst er die Flüssigkeit in den Schlagbottich abfliefsen und behandelt dieselbe in üblicher Weise. Der auf diese Weise hergestellte Indigo hat ein vorzügliches Aussehen und wurde in den ersten Jahren auch zu hohen Preisen gern gekauft. Bald fanden jedoch die Färber, dafs der Indigo sich in der Küpe sehr arm erwies, und es waren infolgedessen in den nächsten Jahren für einen derartigen Indigo bei niedrigen Preisen wenig Abnehmer zu linden. Der Zusatz von Kalkmilch wirkt nämlich im Schlagbottich in gleicher Weise wie Atznatron oder Ammoniak, und zeigt beim Ti- trieren mit Chamäleon die schwefelsaure Indigolösung dieselbe Rot- färbung. In einigen Gegenden Indiens setzen die Eingeborenen dem Indigoauszug nach oder während des Schiagens eine Abkochung der Rinde von Eugenia Jambolana zu. Durch den Gerbstoflgehalt derselben werden neben dem Indigo viele eiweifshaltigen Ver- *) Ausführlich habe ich hierüber in den Berichten der Deutschen Pharma- zeutischen Gesellschaft, Heft 2, 1902, berichtet.. Tropenpflaiizer 1902, Heft 2. G — 86 - binclungen gefällt und es wird scheinbar eine bedeutend gröfsere Ausbeute erhalten. Der so erhaltene Indigo, der in schönen, an- sehnlichen Cakes auf den Markt kommt (in den letzten Jahren scheint diese Art Produktion ganz bedeutend nachgelassen zu haben), enthält oft noch kleine Rindenstückchen, und es entspricht der ludigo- gehalt (25 bis 40pCt.) bei weitem nicht dem Aussehen. In Madras schliefslich wird auch Indigo aus getrockneten Pflanzen bezw. Blättern hergestellt. Dieselben brauchen zum Aus- ziehen nur wenige Stunden, ein Beweis dafür, dafs, sobald die Blätter abgestorben sind, das Indican viel schneller in Lösung geht. Auch dieser Indigo ist sehr geringwertig. Der Gehalt des Indigos an Indigoblau ist in den einzelnen Distrikten sehr verschieden. Es enthält: der Bengal- und Behar-Indigo im allgemeinen 50 bis 70 pCt., selten mehr, der Benares -Indigo im allgemeinen 45 bis 65 pCt., selten mehr, der Doab-ludigo im allgemeinen 35 bis 60 pCt., selten mehr. (Schlufs folgt.) W o>^>r>^>:>:> '^ ^4— Koloniale Gesellschaften. ^^^ ^1 — Central-Afrikanische Seen-Gesellschaft. Für diese neu zu gründende Gesellschalt versendet Herr Oberleutnant Schloifer, Berlin, FotsdamerstraCse 49, bekannt durch die mit Geschick durch- geführte Tanganyika-Dampfer-Expedition, einen Prospekt mit der Aufforderung zur Beteiligung, welchem folgendes zu entnehmen ist: Der Zweck der Gesellschaft ist in der Hauptsache ein Transportunter- nehmen durch Träger in Deutsch-Ostafrika von der Küste nach dem Innern und zurück, speziell aber in den Gebieten des Tanganyika- und Nyassa-Sees, sowie der Transport von Gütern auf den beiden grofsen Inlandseen durch die von der Regierung zu mietenden Dampfer „Hermann von Wissmann'' auf dem Nyassa-See, und .,Hedwig von Wissniann" auf dem Tanganyika-See. Die Gesellschaft wird die Bezahlung der Steuer für die Eingeborenen an die Regierung übernehmen, wogegen den Eingeborenen bei der Bezahlung für ihre Trägerdienste diese ver- auslagte Steuer abgezogen wird. , Aulserdem sollen von der Regierung die zwei Tagemärsche von Ujiji am Tanganyika-See gelegenen Salzquellen (etwa 12) auf 50 Jahre gepachtet werden. Das Salz wird bisher auf primitive Weise von den Eingeborenen gegen eine geringe Abgabe an die Regierungsstation gewonnen. Durch die Gesellschaft soll ein Betrieb zur Salzgewinnung nach europäischem Muster eingerichtet werden. Die bisher das Salz selbst gewinnenden Neger sollen alsdann als Träger zum Transport des Salzes verwendet und mit einem Teil der Last be- - 87 — zahlt werden. Salz ist wohl eines der bedeutendsten Handelsartikel in ganz Afrika. AVenu in dem Prospekt aber bemerkt wird, die betreffenden Salzquellen seien ,wohl die reichsten und besten in Afrika und schon wenige von ihnen würden genügen, um mehr Salz zu produzieren, als überhaupt konsumiert wird", so klingt das sehr optimistisch. Jedenfalls hätte es sehr zur Klarheit beigetragen, wenn der Salzgehalt der Quellen durch Analysen festgestellt und in dem Prospekt mitgeteilt wäre, um daraus einen Vergleich mit hiesigen Salzquellen zu ziehen. Da die Träger fast ausschliefslich in Waren (Baumwollstoffen) bezahlt werden, welche die Gesellschaft naturgemäfs direkt aus Deutschland beziehen würde, so wird sich hieraus voraussichtlich auch ein ziemlich bedeutendes "Warengeschäft entwickeln. Ferner ist ein Prospektor Herr Arndt zum pi'ospektieren auf Gold, Kohlen und andere Mineralien engagiert. Das Kapital ist auf 400000 Mk. angenommen, von denen Herr Schleifer selbst 100000 Mk. einbringt. Der Rest von 300 000 Mk. ist in 300 Anteilen ä 1000 Mk. eingeteilt. Als Gesellschaftsform hat Herr Schloifer die einer , Gesellschaft mit beschränkter Haftung" vorgesehen. Die Leitung des Unternehmens in Afrika hat sich Herr Schloifer selbst vorbehalten, er beansprucht für seine Mühewaltung kein Gehalt, dagegen den 20 pCt. übersteigenden Reingewinn, aufserdem 30000 Mk. als Ersatz der Unkosten und für die persönlichen Reisen in den nächsten Jahren in Afrika. Deutsche Samoa-Gesellschaft. Durch ein Syndikat, dessen Geschäftsführer Herr R. Deeken, Berlin, Kurfürstenstrafse 139, ist, wird die Gründung einer Kolonialgesellschaft mit dem Zweck der Anlage von Kakaopflanzungen in Samoa beabsichtigt. Nach dem dieser Nummer beiliegenden Prospekt ist das Land in zwei Komplexen ä 1000 Acres (1 acres=0,4 ha) bereits erworben. Die Kakaokultur bietet nach den bisherigen Erfahrungen gute Aussichten. Seitdem die Inseln unter deutsche Herrschaft gekommen sind, macht die Kakao- kultur dort gute Fortschritte, u. a. hat auch die Deutsche Handels- und Plan- tagengesellschaft der Südsee-Inseln zu Hamburg mit der Anlage einer gröfseren Kakaoplantage, für welche 500 000 Mk. ausgesetzt sind, begonnen. Die bisher dort bestehenden kleineren Kakaopflanzungen haben natürlich, da den einzelnen Bäumen grofse Sorgfalt gewidmet werden konnte, recht hohe Erträgnisse ergeben (bis zu 7 Pfund pro Baum), hiermit kann mau aber bei grofsen Anlagen nicht rechnen. Der Samoa-Kakao wird in der deutschen Industrie recht gut bewertet und dem Ceylon- und Java-Kakao gleich gestellt. In der No. 10 des „Tropenpflanzer" 1901 ist ein durch das Kolonial-Wirtschaft- liche Komitee eingeholtes Gutachten der Firmen Th. Hildebrand & Sohn, Berlin, und Gebrüder StoUwerck, Köln, veröffentlicht. Ceylon-Kakao notierte Mitte .laimar in Hamburg 60 bis 90 Mk. per Centner. Das Kapital soll 300000 Mk. in 3000 Anteilen ä 100 Mk. betragen, von dem 100000 Mk. bereits gezeichnet sind. Es ist kaum zu bezweifeln, dafs das deutsche Kapital sich diesem ersten öfi'entlich zur Zeichnung aufgelegten Unter- nehmen in dem jüngsten deutscheu Schutzgebiet zuwenden und den erforderlichen Betrag aufbringen wird. Wenn nicht zur Zeit noch die Schwierigkeit der Arbeiterbeschaffung auf Samoa bestände, welche wohl nur durch Einführung fremder Arbeiter gehoben werden kann, so wäre im Interesse einer schnellen wirtschaftlichen Entwickelung des fruchtbaren Gebietes die Gründung weiterer derartiger Unternehmungen zu wünschen. — 88 — Von den Gründern der Gesellschaft ist die Angliederimg einer zu gründenden selbständigen Zweiggesellschaft beabsichtigt, welche sich lediglich mit der För- derung der deutschen Einwanderung nach Samoa befassen soll. Samoa hat vor unseren anderen tropischen Kolonien bei grofser Fruchtbarkeit das gesunde Klima voraus. Zwar giebt es in Deutsch-Ostafrika und Kamerun auch gesündere Gebiete, in denen die klimatischen Verhältnisse eine europäische Ansiedelung zulassen würden, doch liegen diese meist weit ab von der Küste und müssen erst durch den Bau von Eisenbahnen erschlossen werden. Über die Aussichten der Ansiedelung in Samoa ist in dem Jahrgang 1900 des „Tropenpflanzer" Seite 505 berichtet worden. Molyko-Pflanzung, Kamerun, In dem einleitenden Artikel der Januar-Nummer des „Tropenpflanzer" hatten wir die Molyko- und Bolifamba-Pflanzung am Kamerunberg als finanziell be- denklich schwach ausgerüstet bezeichnet. Wir werden von der Direktion der Molyko-Pflanzung darauf aufmerksam gemacht, dafs ihre Pflanzung höchstens 200 ha, die Bolifamba-Pflanzung höchstens 500 ha kulturwürdigen Landes besitzt, dafs ferner das ganze Land der Molyko-Pflanzung bereits in Kultur genommen und mit 100 000 zwei- und einjährigen Kakaobäumen bestanden ist. Die noch vorhandenen Geldmittel werden nach Ansicht der Direktion bei der sparsamen und erfahrenen Leitung des Direktors zweifelsohne bis zu den in zwei Jahren zu erwartenden Ernten ausreichen, und dies um so eher, als auf der Molyko-Pflanzung sowohl wie auf den umliegenden Pflanzungen die Arbeiter pro Jahr und Kopf nur etwa 160 Mk. kosten. Wenngleich wir im Interesse der gesunden Bntwickelung des Plantagen- gebietes daran festhalten müssen, dafs ein Stammkapital von 300 000 Mk. für eine Kakao-Pflanzungsgesellschaft in Kamerun wegen der grofsen Direktions- und Verwaltungsspesen sowie der hohen Arbeiterlöhne im allgemeinen nicht genügt, um die Pflanzung zur Prosperität zu bringen, so wollen wir doch gern zugeben, dafs es Ausnahmeverhältnisse giebt. Dafs die Unkosten dieser beiden Pflanzungen thatsächlich recht geringe sind, geht nicht nur aus dem Arbeits- lohn hervor, sondern auch aus dem Umstände, dafs die Direktion einer ganzen Reihe von Pflanzungen in einer Hand liegt und sich dadurch vereinfacht. Wir wollen hofl"en, dafs diese Gesellschaften mit ihi-em Stammkapital auskommen und dadurch den Beweis erbringen, dafs bei vorsichtiger Leitung schon mit verhältnismäfsig geringem Kapital in Kamerun Grofses geleistet werden kann. Swakopmunder Immobiliengesellschaft m. b. H. Der Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb und die Verwertujig von Grundstücken und Liegenschaften in Deutsch-Südwestafrika sowie die Gewährung von hypothekarischen Darlehen auf Grundstücke und Liegenschaften in Deutsch- Südwestafrika. Die Gesellschaft kann auch andere geschäftliche Unternehmungen betreiben, welche mit den vorgenannten Zwecken in Zusammenhang stehen. Das Stammkapital beträgt 30000 Mk. Geschäftsführer ist Herr Dr. jur. Max Rhode in Swakopmund, gleichzeitig Leiter der Deutschen Kolonialgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika und der Swakopmunder Handelsgesellschaft. — 89 — Swakopmunder Minengesellschaft m. b. H. Der Sitz der Gesellschaft ist Swakopmurid. Der Gegenstand des Unter- nehmens ist das Schürfen auf Mineralien aller Art sowie der Abbau und die Verwertung derselben, in erster Linie die Ausbeutung der auf Grund der Schürf- Bcheine der Deutschen Kolonialgesellschaft für Deutsch-Südwestafrika zu er- langenden Rechte auf die Garobmine im Guisibgebiet. Das Stammkapital be- trägt 36 000 Mk. Geschäftsführer sind die Kaufleute Otto Erhard, Georg Schluckwerder und P]duard Wardesky in Swakopmund. Diese Gesellschaft und die Swakopmunder Immobiliengesellschaft sind in das bei dem Bezirksgericht in Swakopmund geführte Gesellschaftsregister ein- getragen. South African Territories Ltd. Die Gesellschaft hielt am 20. Dezember in London ihre Generalversammlung ab. Der Vorsitzende des Direktoriums, Captain James Inman, berichtete unter anderem: Das Direktorium hat davon abgesehen, einen Bericht über die Lage der Gesellschaft zu veröffentlichen, solange nicht die Verhandlungen mit der Deutschen ßeichsregierung betreffs der Minengerechtsame in dem Konzessions- gebiet geregelt sind. In der ersten Konzession war die Bedingung enthalten, dafs bei einer Vei-pachtung oder einem Verkauf von Grundbesitz die Mineralrechte der betreffenden Farm mit einbegriffen sein sollten. Die Verhandlungen seien aber jetzt in einem für die Gesellschaft günstigen Sinne erledigt, indem die Mineralrechte vollständig getrennt von dem oberirdischen Besitz gehalten werden. Der Landbesitz der Gesellschaft, 128 Farmen zu je 10000 Kapmorgen, sei )etzt ausgewählt. Bis jetzt sei der ganze Besitz nur als Weideland geeignet, könne aber durch geeignete Bewässerung erheblich an Wert gewinnen. In den Kharasbergen wurden Anzeichen von Gold und Kupfer gefunden, doch nicht in derartigen Mengen, dafs ein Abbau verlohne. Desgleichen wurde in der Nähe der Kharasberge blauer Grund gefunden, daraufhin jedoch be- stimmte Hoffnungen auf das Vorkommen von Edelsteinen zu fassen, sei verfrüht. Die Agenten und Prospektoren der Gesellschaft sind beauftragt, weitere Unter- Buchungen vorzunehmen und Proben einzusenden. Das Direktorium der Gesellschaft besteht aus zwei englischen und drei deutschen Direktoren, den Herren: Captain James Inman, Vorsitzender, und David N. Shaw in London, Graf Otto v. Baudissin, gleichzeitig Vertreter der Gesellschaft in Deutschland, Oberst a. D. Gurt v. Brandenstein, Berlin, und Dr. Eduard Westphal in Hamburg. :■ > :>:>:> ^ V, Aus (leutseheii Kolonien. ^4<-^<^ sy Castilloa-Kautschuk aus Neu-Guinea. Vor kurzem wurden in Neu-Guinea auf der Pflanzung Stephansort der Neu-Guinea-Compagnie zum ersten Male etwa vierjäln-ige Bäumeheu von Castilloa elastica angezapft, und zwar stammt das Produkt von Anzapfungen an drei auf- finander folgenden Tagen. Die zur Prüfung eingesandten Proben ergaben keine V^^ — 90 — bedeutenden Unterschiede, dock erwies sieh bei allen der Harzgehalt als ziemlich beträchtlich, was offenbar darauf zurückzuführen ist, dafs die Bäume doch wohl relativ sehr jung sind. Die Harburger Gummikaram-Cc, Inhaber Dr. Heinr. Traun, schreibt darüber: Ohne Zweifel repräsentieren die drei Proben einen vorzüglichen Kautschuk und kann man nur wünschen, dafs möglichst viel in dieser Qualität importiert wird. Der Marktwert für diese Ware wird zwischen 5.60 bis 6 Mk. pro Kilogramm liegen, je nach Trockenheit und Sauberkeit der Ware. Ist man durch die planmäfsige Gewinnung im stände, ein vollständig trockenes und reines Produkt zu erzielen, ähnlich den ostafrikanischen feinen Kilwa- bällen, so ist es sehr gut möglich, dafs sich dann für den Kautschuk eine spezielle Verwendung findet und der kommerzielle Wert wesentlich 6 Mk. pro Kilogramm übersteigen wird. Die Hamburger Kautschukfirma Weber -Schär taxierte den Wert der Proben nur auf 4.60 Mk. pro Kilogramm. Die Qualität repräsentiert eine sehr gute Ware, nur nehmen wir an, dafs dieselbe im Stück wesentlich feuchter als die kleine Probe fallen wird, was selbstverständlich den Wert ungünstig beeinflussen würde. Die Vereiuigten Gummiwarenfabriken Harburg-Wien bewerten sämtliche drei Proben als gute Mittelsorten von Rohgummi, jedoch läfst der hohe Gehalt an Harz die Verwendung für manche Zwecke bedenklich erscheinen. Wie sich diese Gummis in der Fabrikation machen würden, könnte erst auf Grund gröfserer bezüglicher Versuche mit je 5 kg Material festgestellt werden. Die Analysen dieser Fabrik ergaben folgendes Resultat: Probe I hatte einen Schmelzpunkt von 150 ° C Waschverlust 910 pCt. Harz 16.90 „ Wachs 4.70 , Asche 1-87 - Reine Gummisubstanz . 67.43 - KW.OO pCt. Probe II hatte einen Schmelzpunkt von 155 ° C. Waschverlust 12.80 pCt. Harz 16.20 , Wachs 5.10 , ^sche 2.27 „ Reine Gummisubstanz . 6363 - 100.00 pCt. Probe III hatte einen Schmelzpunkt von 160 ° C. Waschverlust 6.40 pCt. Harz 14 40 , Wachs 8.20 „ Asche 1-93 „ Reine Gummisubstanz . 69.07 „ 100.00 pCt. Die Untersuchung am pharmaceutisch-chemischen Institut der Universität durch den Chemiker Mannich ergab folgendes: — 91 — Die mit I, II, III bezeichneten Proben entsprechen den Anzapfungen der- selben Bäume an drei aufeinander folgenden Tagen. — Die drei Muster gleichen Bich äufserlich vollkommen; sie sind von aufserordentlicher Dehnbarkeit und Festigkeit, eine 3 bis 4 mm dicke Randpartie ist dunkel, fast schwarz gefärbt, das Innere bedeutend heller. In dem helleren Teile befinden sich zahlreiche kleine Hohlräume, die mit einer dunkelbraunen, anscheinend wässerigen Flüssig- keit angefüllt sind. — Nach dem Zerkleinern und Trocknen gab Probe I 14.85 pCt., Probe II 14.77 pCt., Probe III 15.27 pCt. lösliche Bestandteile an heifses Aceton ab. Also auch in dieser Beziehung verhalten sich die Proben gleich, denn die kleinen Differenzen lassen sich sehr wohl durch Zufälligkeiten erklären. Der Gehalt an Harzen ist für Castilloa-Kautschuk immerhin recht hoch — und das ist als ein Nachteil zu bezeichnen - , doch sind andererseits die physikalischen Eigenschaften des Materials so vorzügliche, dafs an der Ver- wendbarkeit des Produktes gar nicht zu zweifeln ist. Vielleicht ist der Harz- gehalt nicht einmal im »stände, den Preis wesentlich zu beeinflussen. Crotonsamen aus Kamerun. Im botanischen Garten zu Victoria wurde kürzlich eine kleine Partie Crotonsamen geerntet, von der uns zur Ausfindigmachung eines Abnehmers eine Probe zugesandt wurde. Die Hamburger Drogen-Importfirma E. H. Worlee & Co. schreibt uns, dafs Crotonöl fast gar nicht mehr verwandt zu werden scheint, und dafs sie sich selbst vor kurzem ohne Erfolg wegen Placierung einer Partie Crotonsaat aus Ceylon bemüht habe. Die bekannte Fabrik von Gehe & Co. in Dresden schreibt uns, dafs der Artikel früher zu sehr billigen Preisen ge- kauft wurde, dann eine Zeit lang infolge ungünstiger Valuta stieg, aber nachdem die Zufuhren wieder reichlicher wurden, auf die billigen Notierungen zurück- sank. In London konnte diese Firma kürzlich zu 16 sh. kaufen; trotzdem er- klärte sie sich, wohl aus Gefälligkeit, bereit, die kleine Partie zum Preise von 45 Mk. pro 100 kg loco Dresden zu übernehmen. Es scheint daraus hervor- zugehen, dafs auf lohnenden Absatz irgendwie gröfserer Partien, jedenfalls in Deutschland, nicht zu rechnen ist. Überführung' von Banda- Muskatnüssen nach Neu-Guinea. Einem Privatbriefe von Herrn Schlechter aus Neu-Guinea entnehmen wir folgendes : ,.Ich habe, was Sie besonders interessieren wird, auf der Fahrt hierher in Amboina und Banda noch etwa 350 Stück frischer Muskatnufssamen und einige junge Pflanzen erstanden. Dies freut mich um so mehr, als man ganz besonders in Banda, wo ja die besten Muskatnüsse herkommen, alles mögliche versucht hat, die Ausfuhr frischer Saat nach Deutsch-Neu- Guinea zu verhindern. Wie mir Plantagenbesitzer selbst erzählten, wurden alle Nüsse, die ausgeführt wurden, vorher abgetötet." So erfreulich es ist, wenn die Muskatnufskultur auch in Neu-Guinea Fuls fassen würde, so kann man doch kaum annehmen, dafs es in dem Zeitalter des Verkehrs noch solche Thoren giebt, die glauben, durch so kleinliche Mittel die Einführung von Kulturen verhindern zu können. Jedenfalls darf man der holländisch-indischen Regierung als solcher oder den mafsgebenden Faktoren, z. B. der Direktion des Buitenzorger botanischen Gartens, einen solchen Vor- wurf nicht machen, und wir glauben auch, dafs die meisten privaten Pflanzer Niederländisch-Indiens über einen so niedrigen, mittelalterlichen Standpunkt er- haben sind. L/ iy — 92 — yanille aus dem Gouvernementsgarten in Dar-es-Saläm. Bekanntlich ist der Gouvernementsgarten in Dar-es-Saläm, was die Boden- verhältnisse betrifft, recht ungünstig gelegen. Trotzdem wurden Versuche ndt Vanillekultur daselbst gemacht, die eine gute Mittelsorte ergaben, leider wurde aber die Präparation durchaus mangelhaft ausgeführt. Die uns zugesandten Proben wurden, wie folgt, begutachtet. Outachten Ton Theodor Hildebrand & Sohn. Wir empfingen das Muster von Vanille und teilen Ihnen mit, dafs diese 80 trocken war, wie wir sie nicht gewöhnt sind zu verarbeiten, und ist es ans daher leider auch nicht möglich, Ihnen gewünschte Auskunft zu geben. Die Bildung der Schoten ist ja sehr schön und müfste die Ware, danacli zu urteilen, sehr gut von Qualität sein, leider sind die Schoten aber so trocken, dafs man das Parfüm nicht genau beurteilen kann. (iiitachten von Keese & Wiehniann, Hamburg. In höflicher Beantwortung Ihrer gefälligen Zuschrift vom 19. d. Mts. be- ehren wir uns Ihnen mitzuteilen, dafs die uns übersandte Probe Vanille aus Dar-es-Saläm, Deutsch-Ostafrika, eine richtige Beurteilung des von der betreffenden Plantage allenfalls zu erwartenden Produktes kaum zuläfst, da die Präparation derselben eine normale nicht gewesen zu sein scheint, wie das auch durch die uns mitgeteilte Bemerkung des Referenten für Landeskultur, Herrn Regierungs- rat Dr. Stuhlmann, bestätigt wird. Die Probe selbst repräsentiert ein sehr minderwertiges Produkt, indem sie aus kleinen, verkümmerten, bei der Präparation aufgesprungenen Schoten besteht, deren Aroma ein der Tahiti-Vanille ähnliches, dem Gerüche der Tonkabohnen gleichendes ist, und daher mit der edleren mexikanischen und Bonrbonware überhaupt nicht verglichen werden kann. Da Tahiti-Vanille in gleicher Länge, in gesunder, normaler Ware, heute bei einzelnen Dosen mit etwa 14 Mk. an- geboten wird, dürfte der Wert der bemustei'ten Ware im Engroshandel 7 bis. 8 Mk. per Kilo kaum übersteigen. Was dann die allgemeinen in Frage kommenden Verhältnisse betrifft, so erlauben wir uns zu bemerken, dafs wir aus dem Umstände, dafs diese nicht normal präparierte Ware einen Ansatz feiner Diamantkrystalle zeigt, schliefsen, dafs die betreffende Plantage eine haltbare, relativ feine Ware zu liefern im Stande sein wird, d. h. dafs, abgesehen von dem preisbestimmenden Aroma, die Rohware genügend Gehalt besitzt, um bei richtiger Präparation eine markt- fäliige Ware zu liefern. Ob das dem Muster eigentümliche Tonkabohnen-Aroma der Pflanze eigen- tümlich oder eine Folge unrichtiger Behandlung ist, vermögen wir nicht zu be- urteilen, fürchten allerdings das erstere, und wäre es für das Gedeihen der Pflanzung sehr bedauerlich, wenn man etwa für die Kultur minderwertige Tahiti-Stecklinge verwandt haben sollte, anstatt der wertvollen Bourbon- oder Mexikoware. Bei dem Umstände, dafs die uns seiner Zeit spezieller bekannt gewordenen ersten Ernten der Kitopeni-Plantage einen Charakter hatten, den wir der feinen Mexikoware sich annähernd, über der Bourbonware stehend bezeichneten, dürfen wir als Faktum aussprechen, dafs die Verhältnisse in Ostafrika die Kultur feiner, sehr gehalt- und aromareicher Vanille gestatten, d. h. dafs die im Boden und in den Witterungs- und Temperaturverhätnissen beruhenden Bedingungen dafür vorhanden sind. — 03 — Wie weit solche aber durch periodische Abweichungen von den nomialen Witterungsverhältnissen ungünstig beeinflufst werden können, entzieht sich unserer Beurteilung. Bekannt ist uns nur, dafs die späteren Ernten der Kitopeni- und anderen ostafrikanischen Plantagen ein weit unter dem Qualitätsniveau der ersten Ernten stehendes Produkt geliefert haben. Gntjicliten von Oebr. Stolhverck, Köln a. Rh. Die uns gesandte Vanille erhielt ich in Papierumhüllung und war dieselbe bei Ankunft daher ziemlich trocken anzufühlen. Dies<^lbe gab beim Reiben mit den Fingern nichts Fettiges und auch keine färbenden Substanzen ab. Beim Liegen bilden sich auf der Oberfläche kleine glänzende Krystalle von Vanillin. Es wurden folgende analysische Daten erhalten: Asche (Mineralbestandteile ,1 3.84 pCt. Feuchtigkeit 13.68 „ Ätherextrakt 12.66 „ 12.08 pCt. Daraus erhalten: Rohvanillin 2.67 „ 2.60 , Unkrystallisiertes Vanillin . 2.06 , 2.01 „ Ganz chemisch rein ist auch dieses Vanillin noch nicht, und konnte ein konstanter Schmelzpunkt, der dem des reinen Vanillin (81° C.) nahe kam, noch nicht erreicht werden. Zur vollständigen Reinigung reicht das bis jetzt er- haltene Rollvanillin nicht mehr aus, da die Quantität zu gering ist. Die Qualität der Vanille kommt einer guten Mittelsorte gleicii, und wurde dieselbe durch Verreiben mit Krystallzucker im Verhältnis 1 : 5 und Vergleichen mit einer auf gleiche Weise liergestellteu Mischung aus Reunion- Vanille fest- ■^'estellt. Um zu konstatieren, ob das gefundene Vanillin nicht etwa auch Heliotropin enthält, sowie um obige Zahlen nochmals nachzuprüfen, möchte ich mir noch- mals eine Probe von etwa 100 g erbitten, dieselbe müfste in Staniol verpackt und in einem wohlverschlossenen Glase hierhin geschickt werden. jv— : z'^-—r— ^ ^^»>^>»^>^: Aus fremden Kolonien. ^«««««i< - Kautschukexport in Beng-uella. Die Ausfulir von Kautschuk von Benguella hat sich in letzter Zeit be- i3eutend vermindert. Quantität Wert kg Contos de reis 1899 . '. 1882 000 3570 1900 ■ 1 184 000 2241 Weniger im Jahre 19(l0. . 698 000 1329 Am 2. September 1901 hat deshalb der Minister der Kolonien ein Dekret publiziert, um die aus Negern bestehenden Handelskarawanen, welche mit Kautschuk aus dem Inneren nach Benguella und anderen Plätzen kommen, zu beschützen. Den portugiesischen Autoritäten in Angola, welche die Handels- karawanen nicht in Sclmtz nehmen, wird mit Strafe gedroht. Coimbra. Ad. F. Mo Her. J — 94 — Rückgang der KalFeekultur in Costarica. Einem Privatbriefe des Herrn Juan Kumpel, eines als Kafi'ee-Sachver- Btändigen bekannten Verwalters mehrerer Kaifeepflanzungen, entnehmen wir fol- gende bemerkenswerte Mitteilungen: ,Eine Besserung der Marktlage des Kalfees ist meiner Ansicht nach eine Frage absehbarer Zeit. Selbst hier in Costarica, unter teilweise beinahe idealen natürlichen Vorbedingungen und wo infolge der vorzüglichen Arbeiterqualität bei absolut hohen Löhnen (nicht unter 2 Mk. pro Tag von 10 Stunden) die Kulturkosten relativ billig sind (etwa 80 bis 100 Mk. pro Hektar pro Jahr und etwa 12 Mk. pro 50 kg Pflücken und Bereiten), und wo die gute hiesige Qualität immer noch verhältnismäfsig hohe Preise erzielt, ist ein rapider Rückgang der Produktion als natürliche Folge der rückgängigen Konjunktur zu konstatieren. Obige Kulturkosten verstehen sich für sorgfältige intensive Bearbeitung; die kleinereu Produzenten können selbst das nicht mehr daran wenden, da die in besseren Zeiten leichtsinnig kontrahierten Schulden und deren Zinsen sie er- drücken und Vorschüsse von den Exporteuren nicht mehr so leicht wie früher zu erlangen sind, da auch diesen von Europa aus der Brotkorb etwas höher gehängt worden ist. Die Folge davon ist, dafs die Anpflanzungen vernachlässigt werden oder gar dem Anbau von ßrotfrüchten weichen müssen; auf diese Weise ist die bebaute Fläche hier im letzten Jahre um mindestens 1000 ha zurückgegangen und, gegenüber einem Durchschnitt von etwa 250 000 Centner, in der soeben beginnenden Ernte kaum mehr als etwa 150 000 Centner zu erwarten. Ich wüfste nicht, weshalb nicht in den meisten Ländern die Verhältnisse ähnlich liegen sollten, und damit wäre die wirtschaftliche Erholung des Kafifeegeschäftes innerhalb höchstens zwei oder drei Jahren gesichert. Dann aber ist der KaflFee sicher immer wieder der für den Anbau durch Europäer im gesunden Klima der tropischen Hochländer zu bevorzugende Produktionszweig." Die Landwirtschaft in Gaza. Der Distrikt von Gaza, in der Provinz von Mozambique (Ostafrika) gelegen. ■wurde durch das Dekret vom 7. Dezember 1895 organisiert. Er liegt zwischen 22= bis 25° 30' südlicher Breite und 31° 30' bis 34^30' geographischer Länge. Im Norden grenzt er an die Ländereien der Companhia de Mozambique, iro Süden an den Indischen Ozean und an den Distrikt von Lourengo Marques, im Osten an den Distrikt von Tnhambane, und endlich im Westen an Transvaal. Der l)istrikt zählt ungefähr 161 490 Einwohner, welche den folgenden Rassen angehören: Buschmänner, Hottentotten und Bantu: zu den ersteien gehören die Machengas, Mabaluequas und Malaboi, welche am rechten und linken Ufer des Limpopo, oberhalb des Rio dos Elephantes (Elefantenflufs) leben; zu der zweiten Rasse zählen die Mamamas und M'chopes, welche zwischen Limpopo und Inhambane, unterhalb von Chengane, wohnhaft sind, und endlich der dritten gehören die Vatuas und Landins im Gebiete von Bilene und auf dem Plateau von Chianane und Chirramo an. Die wichtigsten Flüsse, weiche diesen Distrikt durchstreifen, sind: Limpopo^ Chengane, Mazi michope, Uanetzi, Massitonto und der Elephuntes. Die Mündung des Limpopo dient den Schiffen, welche zur Fahrt 7 Fufs Wasser brauchen, zur Einfahrt. Immerhin ist die Sc]nö"alirt an dieser Stelle sehr schwer. In dem Distrikt sind 13 kleine Seen vorhanden. Die hauptsächlichsten Orte sind: Xai- Xai, Moyene. Cuio, (/hinane, Mandendelle, Barrame, Magunde und Chirrame. Das wichtigste Dorf in diesem Distrikte ist Cbibuto, woselbst auch der — 95 — Gouverneur wohnt. In allen diesen Orten giebt es ein Militärkommando mit einigen Soldaten. Das Terrain dieser Region besteht meist aus Sedimentärgesteinen. Die Gebirgsregioii zwischen Uanetzi und Transvaal, die ganze Grenze mit dieser Republik und die Zone zwischen Limpopo und Inhambane ist sehr gesund und für Europäer gut erträglich. Dagegen ist Bilene und ein Teil von M'chopes sehr ungesund. Die Landwirtschaft in Gaza ist noch sehr rückständig. Die Kultur beschränkt sich nur auf Mais, Bataten, Kürbisse, Bohnen, Maniok, und zwar wird wenig mehr gebaut als für den Gebrauch der Eingeborenen. Im Littoralgebiet giebt es einige Kokospalmen. Zwar besitzt dieser Distrikt auch etwas Kaffee, Baum- wolle und viel Kautschuk, wovon aber nach den Mitteilungen von 1899 nichts exportiert wird. Hölzer von guter Qualität sind an einigen Stellen vorhanden. Rindvieh und Schweine werden ziemlich viel gehalten, sowie auch Hühner. Früher war die Zahl des Rindviehes bedeutend gröfser als gegenwärtig, da vor einigen Jahren die Rinderpest eine grofse Quantität getötet bat. Eingeführt werden hauptsächlich: Baumwollzeug, Salz, Pulver, Alkohol und Glasperlen, welche an die Eingeborenen verkauft werden. Ebenfalls existieren einige Kaufmannsläden, die aber meistens Indern gehören. Für jede Strohhütte (Pathota) bezahlen die Neger jährlich an die portu- giesische Regierung 1/2 Pfd. Sterl. Gewifs könnte man, da der Boden an vielen Stellen zu Kulturen sehr gut geeignet ist, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle, Kaffee, Kokospalme, Kautschuk, Erdnufs etc. anpflanzen. Dazu kommt noch, dafs es sehr viele gesunde Regionen gieht, wo der Europäer sehr gut leben kann. Auch die Ausbeutung der wilden Landolphien, die es daselbst in -so grofser Menge giebt, würde gewifs gewinnbringend sein. Coimbra. Ad. F. Moller. JV ^>>» Vermischtes. ^ ^,/ :■;<■: c:^ Kalcao und daraus bereitete Schokoladen. Deutsches Salat- und Speise -Oel aus Erdnüssen unserer Kolonien. Ständiger Verbrauch iu den Kaiserlichen Hofküchen. Koramt dem besten Olivenöl gleich nnd ist bedeutend billiger. Neu-Guinea- u. Kamerun-Zigarren. Zigaretten. Kokosnussfett Bestes Back- und Speisefett. Bedeutend billiger als Milchbutter, Talg. Schmalz, Margarine n. s. w. Preislisten kostenfrei. WESimimiK Deutsche Kolonialschule Wilhelmshof Witzenhausen a. d. Werra. Beste Vorbereitung, praktisch und theoretisch, für junge Männer Ton 17 bis 2« Jahren, welche über See einen Beruf als Pflanzungsbeamte, Land- und Viehwirte, Wein- und Obstbauer suchen. Lehr- und Pensionspreis M. 1000 jährl. 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Warburg, Berlin. Verantwortlich für den Inseratenteil Th. Wilckens, Sekretär des Kolonial- Wirtschaftl. Komitees, Berlin. Verlag und Eigentum des Kolonial-Wirtschaftlichen Komiteea, Berlin. Öedmckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn in Berlin SW12, Kochstr. 68—71. or^itial-^irif^afificl^^ ^ijmiiH (bc9rün^et 1(896). l/as Kolotiial-QIirtscbaftUcbc Komitee wurde am 18. 'Juni 1896 gegründet und erhielt am 31. Ohtober 1900 die Redete einer juristischen Person nach IMaassgabe des ßUrgerlid^en Gesetzbuches. Xn Tcrfolg seines Zwcchcs: Unter Terzicht auf theoretische Grörterungen bestimmte wirtschaftliche Unternehmungen auf wissen- schaftlicher Grundlage in den Kolonien und überseeischen Interessen- gebieten auszuführen und deren Ergebnisse für die nationale Kolonial- wirtschaft und Tolhswirtschaft nutzbar zu machen, wirht das Komitee u. H. durch: Cöertbestimmung wirtschaftlich noch unerforschter Gebiete; Studium der Älirtschaftsverhaltnisse in älteren fremden Kolonien; expeditioncn nach deutschen Kolonien zwechsRentabilitätsnad^weiscs bestimmter wirtschaftlicher Unternehmungen, bezw. möglidister Terhütung von -fehlschlagen; Beschaffung und Tertcilung von Saatgut; chemische und technische Untersuchungen kolonialer produhte; Tcröff entlichungen über Kolonialwirtschaft: Zeitschrift „Der Cropen- pf lanzer" — „Kolonial - Randeis « Hdressbuch" — „Kulturen der Kolonien" — „expcditionen des K. Cd. K." Beteiligung an Kolonialausstellungen und Schulsammlungen. JVIit- Wirkung an der Errichtung einer Reichs -F)andelsstelle, landwirt- schaftlichen Reichsstellc, Kolonialbanh; Stellennachweis für die Kolonien etc. etc. i)cr gcfd^äftsfül'jrcnbc 2lu5\d\n% bcfteEjt aus: Karl Supf, Berlin. Graf Eckbrecht v. Dürckheim, Hannover. — Prof. Dr. Dove, Jena. V. Bornhaupt, Berlin. — Frhr. v. Cramer-Klett, München. — Dr. Hartmann, Berlin. Frhr. v. Herman, Washington. - F. Hernsheim, Hamburg. — Dr. Hindorf, Berlin. F. Hupfeld, Berlin. — C. J. Lange, Berlin. Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Paasche, M, d. R, Berlin. — Dr. Passarge, Steglitz. Justus Strandes, Hamburg. — Prof. Dr. Thoms, Berlin. Johannes Thormählen, Hamburg — Prof. Dr. \A^arburg, Berlin. Geh. Reg. Rat Prof. Dr. Wohltmann, Bonn. Sekretär: Th. Wilckens. Ständige Hülfsarbeiter: Botaniker Dr. Gustav Hegi, Chemiker Karl Mannich. Die Bildung von Ausschüssen für die Kolonien mit dem Sitz in den Kolonien ist in Vorbereitung. Die Mitgliedschaft desKolonial-Cdirtschaftlichen Komitees, Berlin, Unter den Linden 40, hann erworben werden durch entrid^tung eines Jahresbeitrags von M» «?,— . Die Mit- gliedschaft berechtigt: a) zu Sitz und Stimme in der jvlitgliederversammlung; b) zum kostenfreien Bezug der Zeitschrift „Cropenpf lanzer"; c) zum kostenfreien Bezug des „Kolonial-Randels-Hdrcssbuchcs"; d) zur kostenfreien Besichtigung der expeditions-Husstellungen im Deutschen Kolonial-lVIuseum, Berlin. Anmeldungen sind zu richten an das Kolonial-Wirtschaftliche Komitee, Berlin NW., Unter den Linden 40. Jahrgang. IVö. 3. März 1902. DER I TROPENPFLANZER. O. WARBURG, BERLIN. ZEITSCHRIFT FÜR TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT ORGAN DES KOLONlAL-WIRTSCHAFrLICHEN KOMITEES. HERAUSGEGEBEN VOS F. WOHLTMANN, BONN-POPI'KLSDÜRF. Inhaltsverzeicbnis. Dr. G. Hartmanu: Über eine am Kuiiene zu errichtende landwirt- schaftliche Versuchsstation. W. Burchard: Über Vorkommen und Kultur des Guttapercha. J. Kumpel: Einiges über die Kontrolle auf Plantagen. A. Papstein: Mate aus Brasilien. M. Schanz: Japan -Kampfer. Dr. A. Schulte im Hofe: Indigokultur und Fabrikation in Britisch- indien. (Schlufs.) Koloniale Gesellschaften: Südwest- Afrikanische Schäferei-Gesellschaft. Pangani-Gesellschaft. — Otavi-Minen- und Eisenbahn- Gesellschaft, deutschen Kolonien: Eine neue Kaffeeart aus Deutsch -Ostafrika. Mit einer Abbildung. — Rindenlaus im Kakao in Kamerun. — Kultur und F'abrikation von Rizinusöl in deutschen Kolonien. — Kickxiakultur in Kamerun. — KalFeeschädlinge aus Westafrika. fremden Produktionsgebieten: Kautschukexport aus Brasilien. — Castilloa als Kakao-Schattenbaum in Java, mischtes: Kauriharz. e Litteratur. — Marktbericht. Nachdruck und Übersetzung nur mit Quellenangabe gestattet. Erscheint am 1. jedes Monats. Bezugsprei.s jährlieli lü Mark, einscliliefslich der , Wissenschaftlichen und praktischen Beihefte* (Postzeitangsliste No. 7G14.) Geschäftsstelle der Zeitschrift „Der Tropenpflanzer'' Berlin NW., Unter den Linden 40 >• 6. Jahrgang. IVo. 3. März 1902. Mitarbeiter: Dr. K. DOTE, Professor an der Universität i Dr. H. SCHI>'Z, Professor der Botanik. Jena. I Direktor des Botanischen Gartens in Zürich. Dr. M. FESCA, Professor, Witzenhausen, , Dr. K. SCHUMAJO', Professor der Botanik, Docent für tropische Landwirtschaft. Kustos am Kgl. Botanischen Museum in Berlin. Dr. R, HI > DORF, Cöln, Mitglied des Dr. G. SC'HW EI>' FÜRTH, Professor, Berlin. r. 1 IT 1 or.u'ortrr' t, e j r jv j Dr. P. S R A U E R , Professor der Botanik, Dr. A. K 1 R C H H OFF, Professor der Erdkunde Redakteur der Zeitschrift für Pfianzenkrank- an der Universität Halle. , i^eiten, Berlin. Dr. J, Ki'HK, Geheimer Oberreeieruncsrat, _, . j,_,„„'^ ^„ „ , . -i,,,. Professor der Landwirtschaft und Direktor des I Dr. A. STUTZER, Professor der Agrikultur- Landwirtschaftlichen Instituts der Universität , Chemie, Königsberg. Halle. ! Dr. H. T H M S , Professor der Chemie, Leiter Dr. C. LAUTERBACH, Landwirt, Stabelwitz ' des Pharmazeutiscli-chemischen Laboratoriums bei Breslau. der Universität Berlin. K. PARK1>S0>', Landwirt, Ralum in Neu- Dr. A. TSCHIRCH, Professor der Pharmako- Pommern. gnosie und angewandten Chemie, Direktor K. und K. PERROT. Wiesbaden— Lindi. i des Pharmazeutischen Instituts, Bern. Dr. V. PREIISS, Direktor des Botanischen Dr. L. WITT»! ACK, Geheimer Regierungsrat Gartens in Victoria, Kamerun. Professor an der Landwirtschaftlichen Hoch- Dr. R. SA DE BECK, Professor der Botanik, schule, Berlin. Direktor des Botanischen Museums und des Laboratoriums für Warenkunde in Hamburg. Einladung zum Abonnement der Zeitschrift für tropische Landwirtschaft „DER TROPENPFLMZER". Zweck des „Tropenpflanzer". Der „Tropenpflanzer" bezweckt, die landwirtschaftlichen Interessen Deutschlands in den Tropen und Subtropen zn sammeln, zu fördern und zu vertreten. Der „Tropenpflanzer" bezweckt insbesondere, die wirt- schaftliche Entwickelung unserer Kolonien thatkräftig zu unterstützen. Inhalt des „Tropenpflanzer", Der „Tropenpflanzer"^ enthält Original- Artikel: Land- wirtschaft der Europäer in den Tropen und Subtropen — Kul- turen der Eingeborenen und deren Hausindustrien — Förderung der Ausnutzung der Urprodukte, der Viehzucht etc. — Original- abbildungen. — Mitteilungen über , Pflanzungsgesell- schaften" ^ «Aus deutsehen Kolonien" — »Aus fremden Kolonien" — „Vermischtes" — „Neue Lit- teratur" — „Marktbericht" — „ Person alnotizen" — „Auszüge und Mitteilungen" — „Mitteilungen des Komitees" — „Anzeigen". Bezug des „Tropenpflanzer". Die monatliche Zeitschrift „Der Tropenpflanzer" wird bestellt durch die Post (Pot^tzeitungsliste No. 7614), im Buch- handel oder bei dem Komitee, Berlin NW., Unterden Linden 40 1- Bezugspreis jährlich 10 Mk. Sendungen für die Redaktion und Expedition sind zu richten an das Kolonial-Wirtschaft- liche Komitee zu Händen des Sekretärs Th. Wilckens, Berlin NW., Unter den Linden 40 1- DER TEOPENPFLANZEE. ZEITSCHRIFT FÜR TROPISCHE LANDWIRTSCHAFT. 6. Jahrgang. Berlin, März 1902. No. 3. Über eine am Kuiieiie zu erriehteiide landwirtsehaftlicbe Versnelisstation. Von Dr. G. Hartmann. Über die Bedeutung eiuer Versuchsstation am Kunene ist nicht viel zu sagen. Einem jeden Kenner des Landes wird es ein- leuchten, dafs eine solche Station von gröfster Bedeutung ist. Ihr Zweck mufs ein scharf umgrenzter sein. Als Aufgabe müfste ihr zunächst nur die Anpflanzung tropischer und subtropischer Nutz- pflanzen gestellt werden. Der Unterlauf des Kunene ist von vornherein wegen der hohen Gebirge, zwischen denen der Kunene fliefst, ausgeschlossen. Auch das Klima steht bereits unter dem Einflüsse der Küstenzone. Ebenso ist der Oberlauf aus politischen Gründen ausgeschlossen. Meiner Meinung nach kommt nur der Mittellauf zwischen Om- pempadiva und der Wasserstelle Otjikoko in Betracht. Dieser Mittellauf zerfällt politisch und geographisch in zwei Teile. Als Trennungspunkt ist der I. Katarakt anzusehen. Der östliche Teil dieses Mittellaufes liegt ganz auf portugiesischem Gebiet und ist total flach. Das Becken des Kunene ist hier überall sehr breit (2—3 km) und in der Regenzeit (von Januar bis April) mit Wasser gefüllt. In der trockensten Zeit schrumpft der Wasser- lauf des Kunene auf 50 m Breite mit 1 bis IV2 m Tiefe zusammen. In der Zeit seines höchsten Wasserstandes (März) erreicht er eine Breite von 2 — 3 km mit einer Tiefe von 20 — 30 m. Das Gefälle ist sehr gering; langsam und träge fliefsen die Wasser in diesem Teile dahin. Der Kunene gehört hier dem afrikanischen Hoch- plateau an, welches durchschnittlich 1200 m hoch sich nach Norden, Osten und Süden in ganz flachen Wellen erstreckt. Dieses Hoch- plateau ist hier eine reine Sandebene, welche nur im Bette des Tropenpflanzer 1902, Heft 3. 8 — HO — Kunene und in dem Bett des nördlichen Zuflusses Caculavar bei Humbe anstehendes Gestein, unter anderem rötlichen Sandstein, zeigt. Der westliche Teil des Mittellaufes beginnt eigentlich schon etwas östlich vom I. Katarakt, dort, wo die Stromschnellen liegen (etwa 15 km oberhalb des I. Katarakts). Dort hat das innerafrika- nische Hochplateau sein Ende erreicht, das Gelände wird wellig und hügelig, und anstehender Felsen tritt dicht bis an den Kunene heran. Hier beginnt das Gefälle sehr rasch zu werden. Die Strom- schnellen, der I. und II. Katarakt folgen sehr schnell aufeinander. Von nun ab ist der Kunene zwischen Hügel- und Bergketten ein- geschlossen, die mehr und mehr den Charakter des Hochgebirges annehmen. Etwa 20 km unterhalb des H. Kataraktes stürzt er zum dritten Male hinab in ein tieferes Niveau. Vom HI. Katarakt ab fliefst er nur noch zwischen hohen Bergen dahin. Ich habe den Kunene zwar nur in der trockensten Zeit gesehen (Oktober- November), indessen kann man sich an den deutlich sichtbaren Flutmarken ein klares Bild von der Gröfse des Überschwemmungs- gebietes machen. In diesem westlichen Teile treten die Felsen oft dicht an den Kunene heran, und der für Garten- und Ackerbauzwecke geeig- nete Anschwemmungsboden drängt sich nur an bestimmten, durch die geologische Konfiguration der Berge bedingten Stellen zusammen. An diesen Stellen zeigt sich selbstverständlich eine üppige Vegetation (herrliche Galeiiewälder, Dschungel- und Riedgras-Vegetation). An diesen Stellen haben auch die hier lebenden Ovahimba kleine Gärten und Kornfelder angelegt. Die hervortretenden Bäume dieser Galeriewälder sind die Faliuen, der Baobab, die Anabäume, die wilden Feigenbäume, die Copaifera Mopane u. a. Die eben er- wähnten Gärten und Äcker der Eingeborenen sind überall auf dem Überschwemmungsboden des Kunene angelegt. Ein Bild von dem Hoch- und Niedrigwasserstand des Kunene konnte ich mir an einem Punkte machen, wo die Hügelketten bis auf 120 m an den Flufs herantreten. Die Stelle liegt nahe unterhalb des IL Kataraktes. Ich habe die Flutmarken selbst ausgemessen. Diese Stelle kann vielleicht als Maximum der Zusammenstauung der Wasser des Kunene bezeichnet werden oder als Minimum der Ex- pansionsfähigkeit, während östlich vom I. Katarakt auf dem Hoch- plateau überall ein Maximum von Ausdehnungsfähigkeit existiert. Zwischen diesen beiden Grenzen bewegt sich der Wasserstand des Kunene. Schon aus dieser allgemeinen Darstellung wird man er- sehen, dafs im östlichen Teil des Mittellaufes eigentlich überall im Becken des Kunene geeigneter Boden in grofsem Umfange zur Errichtung einer Versuchsstation gefunden werden kann, während — 111 — im westlichen Teil dieser Boden sich auf nur wenige Stelleu reduziert und an diesen Stellen auch nur in geringem Umfang auftritt. Da ich den Kunenelauf im westlichen Teile des Mittellaufes nicht dauernd habe verfolgen können und mich aufserdem immer auf der portugiesischen Seite befunden habe, so ist es mir nicht möglich ge- wesen, mir ein klares Bild von dem auf deutscher Seite liegenden Grund und Boden zu machen, der sich für eine Versuchsstation eignen könnte. Auf portugiesischer Seite sind mehrere solcher Stellen vor- handen, und da man annehmen darf, dafs dieses Anschwemmungsland bald auf der einen, bald auf der andern Seite auftritt und sich gleich- mäfsig auf beide Seiten verteilt, so ist die weitere Annahme berechtigt, dafs man auch auf der deutschen Seite sehr wohl geeigneten Grund und Boden zur Errichtung einer Versuchsstation finden dürfte. Selbstverständlich müfste noch eine besondere Expedition zur Aus- wahl einer geeigneten Stelle ausgesandt werden. Die besten Stellen auf deutscher Seite scheinen mir nahe unterhalb des III. Kataraktes zu liegen. Es ist schwer zu sagen, wie grofs eine solche Stelle sein könnte. Ich glaube aber, dafs man geeignete Stellen von einigen Hektaren Gröfse mit bestem Boden finden könnte. Ohne Frage bietet der östliche Teil des Mittellaufes weit und breit in dem ganzen Kunene-Becken den besten und ausgedehntesten Raum für eine Versuchsstation. Die Bodenverhältnisse sind so gleich- artig, dafs es schliefslich ganz gleichgültig ist, wo man in diesem Teil am Kunene eine Station errichten würde. Hindernd im Wege stehen würden zur Zeit die am östlichen Teil des Mittellaufes des Kunene lebenden Eingeborenenstämme; es ist des- halb vorläufig ausgeschlossen, eine solche Station hier zu errichten. In diesem Teile wird es erst möglich sein, wenn die ganze Ovambo- frage von der deutschen im Verein mit der portugiesischen Re- gierung beantwortet sein wird. Inzwischen könnte man sich aber den Grund und Boden an einer geeigneten Stelle sichern. Es ist ganz fraglos, dafs die Ovambofrage innerhalb der uächsten Jahre beantwortet werden mufs. Anders wäre es schon im westlichen Teil des Mittellaufes; hier leben nur kleine Familieugruppen der Ovahimba, die nicht weiter zu fürchten sind. Bis hierher könnte auch die Deutsche Regierung eine Militärstation vorschieben, ohne irgendwie mit den Ovambo in Konflikt zu geraten. Diese Gegend gehört nämlich zu dem nördlichen Kaoko- feld, welches nur von den Ovahimba ganz spärlich bevölkert wird. Sollte sich die Regierung entschliefsen können, im Norden des Kaokofeldes von Sessfonteiu aus, wo schon eine Militäi-station er- richtet ist, eine neue Station bis zum Kunene (und zwar in die 8* - 112 - Gegend unterhalb des IIJ. Kataraktes) vorzuschieben, so würde ich es für die glücklichste und beste Lösung halten, eine Versuchs- station im engen Anschlufs an diese Militärstation zu errichten. über Vorkommen und Kultur des Guttapercha. Von W. Burchard, Indragiri (Südost-Sumatra). Der Guttapercha gehört unzweifelhaft zu den kostbarsten Stoffen aus dem Pflanzenreich, kostbar in jeder Beziehung, in des Wortes wirklicher und ideeller Bedeutung. Er findet in der Kunst, Wissen- schaft und Industrie die mannigfachste Verwendung und hat als scheinbar geringfügiger aber in seinen Funktionen äufserst wichtiger Bestandteil des Unterseekabels an der Vermittlung und Ent- wickelung von Handel, Politik und Kultur, die mit dem Begriffe „Welt" in Beziehung stehen, wesentlichen Anteil gehabt, indem er die durch den Draht laufende Gedankenpost an ein Entschlüpfen in das unendliche Meer verhinderte. Seine Dienste erkennt wohl jeder denkende Mensch heutzutage an, aber um sein Fortbestehen sichern zu helfen, haben sich wohl nur wenige die Köpfe zerbrochen und so gut wie niemand die Hände gerührt, Reuter sagt schon, dafs ein Mensch eine Sache, die ihm noch nicht selbst ans Magere geht, im grofsen und ganzen noch immer sehr kaltblütig ansieht. Die Wälder lieferten bisher ja noch stets soviel Guttapercha, wie man nötig hatte, und die Möglichkeit, dafs darin jemals eine Änderung eintreten könnte, lag den meisten Menschen ziemlich fern. Infolge der von den Malaien beliebten Gewinnungsmethode ist es aber doch nach und nach dahin ge- kommen, dafs die Vorräte in den Wäldern dahinschwanden und jetzt schon lange nicht mehr soviel ergeben, wie zu Industriezwecken erforderlich ist. Die Heimat der Bäume ist trotz der räumlichen Ausdehnung eine immerhin begrenzte; nur in einem Teil des malaiischen Archi- pels, auf ganz Borneo, der südlichen Hälfte Sumatras und den zwischen beiden liegenden Inseln mit Einschlufs der Halbinsel Malacca sind sie anzutrefi'en, aber hier durchaus nicht überall, sondern nur in gewissen Waldgebieten primären Ursprungs, mehr im Innern der Inseln auf hohem, durch Überschwemmungen nicht mehr gefährdetem Land. Auf Java kommen die Bäume wild nicht mehr vor, sind auch wohl nie früher dort heimisch gewesen, ebenso- wenig wie auf den östlich sich anschliefsenden Inseln. Dort, wo sie gefunden werden, stehen sie ziemlich nahe beieinander, wie das meistens bei Baumarten der Fall ist, deren Früchte nicht durch - 113 — Winde fortgetragen oder durch Tiere versclileppt werden können, sondern unter dem Mutterbaum liegen bleiben und aufspriefseu. Die Entwickeluug der jungen Bäume vollzieht aich im Schatten des Waldes äufserst langsam, so langsam, dafs man in einem Jahre kaum einen Fortschritt an ihnen bemerkt. Trifi't man auf Stellen, wo viele Bäume von 4 bis 5 Fufs Höhe beieinanderstehen, so sieht man sich vergebens nach dem Mutterbaum um; er ist längst um- geschlagen und schon vermodert. Man kann darin, auch ohne auf die übereinstimmende Behauptung der Malaien etwas zu geben, den Beweis geliefert finden, dafs man es hier mit 15 bis 20 Jahre alten Bäumen zu thun hat. Damals mögen allerdings noch viele hohe Guttaperchabäume vorhanden gewesen sein, die Früchte trugen und sich fortpflanzten. Heute gehört ein Baum von 20 Fufs Höhe, der spindeldürr dem matt durch die Kronen der Waldriesen hereinfallenden Licht zu- wächst und kaum einen Stamm von Armesdicke aufweist, zu den Seltenheiten, aber selbst diese, so zart an sich, sind vor der Hab- gier der Malaien nicht sicher. Der Eine neidet den Gewinn dem Anderen, und die Folge ist ein unaufhaltsamer Vernichtungskrieg, der gegen diese wertvollen, herrlichen Bäume geführt wird. Die Malaien, die von einer rationellen Ausbeutung nichts wissen und nichts wissen wollen, schlagen die Bäume kurz über der Wurzel um, machen um den Stamm herum in '/s Fufs weiten Abständen ringförmige Einschnitte in die Rinde und fangen in untergelegten, muldenförmig zusammengesteckten Blättern den herabtröpfelnden Saft auf. Derjenige von Palaquium oblongifolium oder gutta, bezw. wie die englischen Botaniker ihn nennen, Dichopsis gutta, ein Guttaperchabaum,*) der das beste und wertvollste Produkt *) Mit „Gutta" oder, wie die Malaien es schreiben, getah bezeichnet man jeden klebrigen Milchsaft; „Pertcha" bedeutet , Streifen", so dafs der Name Guttapertcha sehr richtig die Eigentümlichkeit des Stoffs, sich in Streifen aus den Einschnitten loszulösen, wiedergiebt. Zur weiteren Erklärung des Namens mag noch augeführt werden, dafs der Guttapercha aus Palaquium gutta schon vor seiner Einführung in Europa durch die Engländer Montgomery und d'Almeida zu Beginn der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts von den Malaien praktisch verwertet wurde, und zwar zur Anfertigung von Tragriemen, Taillenbändern, Peitschen und anderen langgestreckten, streifenförmigen Gegen- ständen, bei denen es auf Schmiegsamkeit, Glätte und Dauerhaftigkeit ankam. Sprachkenner leiten den Ursprung des Namens „Guttapertcha" allerdings von „Pulu pertcha", „Streifeninsel" ab, womit früher Sumatra bezeichnet wurde. Pulu pertcha wie Guttapertcha sind aber heutigentags unter den Malaien ganz unbekannte Namen; für jede Sorte des Guttapercha hat man längst eine eigene Benennung, so z. B. für den von Palaquium oblongifolium, gutta merah, roter Gutta, für den von Payena Leerii gutta putih — weifser Gutta, für den von einer anderen Palaquiumart gutta sundu etc. — 114 — liefert, gerinnt sofort beim Austreten aus der Rinde an der freien Luft und wird streifenweise aufgerollt, später dann durch Kochen in Wasser erweicht und zu Stücken zusammengeformt, die zur Er- leichterung des Wiegens mit Ösen versehen sind, wodurch sie das Aussehen von grofsen Ulu'gewichten bekommen. Bei den anderen Sorten gerinnt der Saft erst durch Kochen, wird aber dann weiter ganz ähnlich behandelt wie der vorige. Die Malaien unterlassen es selten, die besseren Sorten in unauffälliger Weise mit schlechteren zu versetzen und aufserdem auch Sand oder Holz zur Erzielung eines höheren Gewichts hineinzumischen, aber die chinesischen Aufkäufer lassen sich schwer hinters Licht führen und freuen sich der ent- deckten Fehler, weil sie nun die Preise entsprechend niedriger stellen können. Infolge der unsinnigen Verwüstung der Guttaperchabestände wird das Produkt aus ihnen in den nächsten Jahren immer seltener und schlechter werden und auch die Hoffnung auf Nachwuchs nicht zu hoch gespannt werden dürfen. Die jungen Bäume wachsen, wie schon erwähnt, im Schatten des Waldes sehr langsam und Tausende von ihnen fallen aufserdem jährlich der Reiskultur zum Opfer, die die Malaien mit Vorliebe auf jungfräulichem Boden zu betreiben pflegen, weil hier die Fruchtbarkeit schon an sich grofs, aber durch die vermehrte Aschenbildung beim Brennen noch gesteigert wird. Waldschutzgesetze giebt es hier nicht und würden auch, wenn solche beständen, der mangelnden Koutrole wegen straflos verletzt werden können. Zwar verurteilen die malaiischen Fürsten und Dorfhäupter das Niederschlagen des Waldes, in denen Guttaperchabäume vor- kommen, aber nur in ihrem Herzen, weshalb denn auch auf ihre Meinung so gut wie gar keine Rücksicht genommen wird. Schreiber dieser Zeilen hatte im Gebietsbereich eines Dorfes, gar nicht fern von diesem, einen alten dickstämmigen Guttapercha- baum auf den Namen des betreffenden Dorfhauptes, eines durchaus zuverlässigen und ehrlichen Mannes, der ihn nur allein kraft seines Einflusses zu schützen vermocht hätte, angekauft, um davon die Saat und versuchsweise auch den Guttapercha durch Anzapfen des Stammes zu gewinnen; einige Zeit darauf wurde der Baum in einer Nacht umgeschlagen, ohne dafs die Thäter je ermittelt werden konnten. Dieser Fall mag als Beweis für die unbezähmbare Hab- gier der Malaien und die Ohnmacht der Obrigkeit gegenüber den Verletzungen von Vorschriften und Eigentumsrechten gelten, zu- gleich aber auch zeigen, welches Loos die in fernen Waldverstecken noch vorhandenen und zur Erhaltung ihrer Art des Schutzes dringend bedürftigen Guttaperchabäume, sobald auch sie erst aufgefunden werden, zu gewärtigen haben. ^ 115 - Im Rliio-Archipel, einer Inselgruppe zwischen Sumatra und Borneo, hat man die Guttaperchabäume zuerst vor Vernichtung zu schützen gesucht, und zwar geschah das durch Fabrikunternehmer, die die Blätter der Bäume zwecks Gewinnung des Guttapercha aus ihnen verarbeiteten und dazu vom dortigen Sultan das Ausnutzungs- recht über die Bäume erworben hatten. Diese wurden nun von dem sie beengenden Unterholz befreit, erstens um ihre Standplätze besser zu kennzeichnen, dann aber auch, um die ßlätterentwickelung zu fördern, worauf es den Unternehmern in erster Linie ankam. Die bei der Verarbeitung in Anwendung kommende Methode beruht auf der Erfindung eines Dr. Ledeboer, der nun auch in Singapore eine neue Fabrik errichtet und aus dem ganzen Archipel Blätter zusammenkaufen will. Ob diese in genügender Menge werden be- schaift werden können, darf mit Recht bezweifelt werden. Durch das Entfernen des Unterholzes werden die Guttaperchabäume zwar etwas, aber nur unwesentlich in ihrer Entwickelung gefördert, da das Laubdach der hohen Waldbäume immer noch viel zu viel Schatten spendet, dieses aber nicht beseitigt werden kann, v/enn man nicht das unter ihnen Wachsende der Vernichtung preisgeben will. Eine völlige Gesundung der durch den Raubbau geschaffenen Lage im Guttaperchageschäft kann nur durch systematische Kulturarbeit erreicht werden. In den Ländern nun, wo die Guttaperchabäume im Urwald heimisch sind, kann von wirklichen Schwierigkeiten bei der Anlage von solchen Pflanzungen keine Rede sein. Man überträgt die jungen Bäume einfach auf den eigenen Grund und Boden, nachdem man die dünnen Stämmchen, die sich nur sehr langsam fortentwickeln würden, abgeschnitten und dadurch das Treiben neuer Schosse ermöglicht hat, von denen der gröfste stehen bleibt, der unter den veränderten Luft- und Lichtverhältnissen kräftig und schnell sich entwickelt. Schwieriger liegen die Verhältnisse in den Ländern, wo die Bäume nicht wild vorkommen, sondern von auswärts bezogen werden müssen. Da alle Bemühungen von Seiten der Regierungen und Pflanzer, um Saat aus den Wäldern zu erhalten, bisher erfolglos blieben, die botanischen Gärten in Buitenzorg, Singapore und Penaug aber von den dort kultivierten Bäumen kein Stück Saat an Fremde abgeben, sondern gezwungen sind, für die von ihren Regierungen geplanten Anpflanzungen noch eine grofse Anzahl junger Bäume zu den selbstgezogenen hinzuzukaufen, bleibt eben kein anderer Weg übrig, als sie von ihrer Heimat nach dem neuen Lande überzuführen, ist dieser Weg auch ein sehr mühsamer und kostspieliger. Die jungen Bäume haben nämlich P/s bis 2 Fufs lange Wurzeln, die gut in Erde stehen müssen, wenn sie am Leben bleiben sollen und von - 116 - denen trotzdem nocli viele eingehen, weil sie infolge ilirer Ge- wöhnung an die im Urwald herrschende feuchte und kühle Luft anfangs gegen Wärme ganz besonders empfindlich sind. Dennoch werden jährlich viele aus ihrer Heimat nach auswärts übergeführt. Die englische Regierung in den Straits bezieht viele von Nord- und West-Borneo, ein Vertreter des Kongostaats hat in diesem Jahre grofse Einkäufe in Süd-Borneo gemacht und auch die deutsche Regie- rung hat durch den Vertreter des Kolonial-Wirtschaftlichen Komitees, Herrn Rudolf Schlechter, hier von Indragiri in Südost-Sumatra gegen 2000 Stück nach Singapore mitgenommen, wo sie inzwischen in Kisten gut angewachsen sind und von da nun nach Neu-Guinea geschafft werden sollen. Schreiber dieses versucht schon seit Jahren junge Pflanzen für den Export aus Reisern aufzuziehen, die in den Kisten, in welchen sie verschickt werden sollen, Wurzeln schlagen, auch allmählich dem Einflufs der Sonne ausgesetzt werden und da- durch den Unzuträglichkeiten des Transports besseren Widerstand zu bieten vermögen. Diese Methode hat sich im allgemeinen gut bewährt, die Ausführung kostet aber viel Mühe und Geduld, da einige heifse Tage den noch wurzellosen Pflanzen trotz des Schutz- dachs und der kühlen Örtlichkeit verhängnisvoll werden können. Für Kulturzwecke kommt in erster Linie Palaquium oblongi- folium in Betracht, dessen Produkt im Preise am höchsten steht und ausschliefslich zur Bereitung von Kabeln verwendet wird. Charakteristisch für den Baum sind die länglichen, auf der Rück- seite goldgelben Blätter und das rötlichbraune, sehr feste und zähe Produkt. Auch Payena Leerii, ein Baum mit kleinen, auch auf der Rückseite grünen Blättern, liefert einen guten Guttapercha, der häufig mit dem ersteren gemischt wird, um diesen bildsamer zu machen. Die anderen Arten kommen für den Pflanzer minder in Betracht, da sie in der Qualität ihres Produkts hinter den vorigen zurückstehen und auch bezüglich der Entwickelungsdauer vor ihnen keine Vorteile voraus haben. Als bester Boden für die Guttaperchakultur mufs ein schwerer Lehmboden mit einer 7^ bis 1 Fufs hohen Humusschicht bezeichnet werden, aus dem die starken, teilweise offen zu Tage liegenden Seitenwurzeln ihre Nahrung ziehen können. Lehmiger Untergrund aber gewährt ihm einen kühlen, feuchten Standort, der seiner Natur besonders zuträglich Ist, und auf solchem Boden findet man ihn auch in seiner Heimat vorzugsweise. Der Guttaperchabaum gedeiht nicht wie viele Kautschukarten auf sumpfigem oder zeitweise über- schwemmtem Land; ie feuchter aber das Klima, desto schneller wird sein Wachstum gefördert. Auf armem Boden kommt er auch fort, — 117 - entwickelt sicli liier aber langsamer und braucht oft lange Zeit, um sich vom Eaupenfrafs und anderen schädlichen Einflüssen wieder zu erholen und die ihm zur Entnahme des Guttapercha beigebrachten Rindenschnitte zur Heilung zu bringen. Am geeignetsten für die Kultur der Guttaperchabäume erweist sich Urwaldboden, auf dem nach Abbrennen des Holzes wieder von selbst junger Wald aufkommt, wie das in Ländern mit ausgestreckten Wildnissen die Regel ist. Auf dem freigewordenen Lande werden die jungen Bäume in Abständen von 12 Fufs nach jeder Richtung ausgepflanzt und dann in den nächsten Jaliren nur um die Wurzeln herum von Gras und an den Kronen von überhängenden Zweigen der jungen im Wachstum schneller voranschreitenden Waldbäume freigehalten; denn jede Beschattung und Beengung mufs, als der Entwickelung der Guttaperchabäume nachteilig, soviel wie möglich vermieden werden, dagegen darf über dem Boden das Buschwerk sich ausbreiten, damit das Gras mehr und mehr unterdrückt und die Erde kühl und feucht gehalten wird. Im dritten Jahre würde sich kaum noch Gras um die Wurzeln herum zu entwickeln vermögen; wo es doch geschähe, müfste es mit den Händen ausgerissen werden, da durch Hacken und Kratzen leicht die Seitenwurzeln beschädigt werden könnten, was in der Entwickelung einen Stillstand zur Folge hätte. In den folgenden Jahren wäre nur noch darauf zu achten, dafs die Waldbäume die Guttaperchabäume nicht allzusehr beengen oder in den Lücken derartig stark würden, dafs, sobald ihre gänzliche Entfernung geboten erscheint, Gefahr bestände, sie könnten im Fallen die Guttaperchabäume verletzen. Je mehr dieser sich ausbreitet, desto mehr wird der junge Wald zurückweichen müssen, bis er etwa nach sechs Jahren ganz verdrängt sein würde. Die Guttaperchabäume sind dann kräftig genug, alle Vegetation niederzuhalten und ohne weitere Hülfe sich zu einem starken Walde auszuwachsen. Die umgeschlagenen, im Holz noch weichen jungen Waldbäume werden aber binnen einem Jahr vermodern und dem Boden nützliche Nahruns zuführen helfen. 'e Rekapitulieren wir vom Tage des Auspflanzens ab bis nach Verlauf des sechsten Jahres den Gang der Arbeiten, fügen wir auch die Gröfsenverhältnisse der Bäume, wie sie vom Schreiber dieses und anderen Herren, unter ihnen auch von Herrn Rudolf Schlechter, ermittelt wurden, nach jedem zurückgelegten Jahr hinzu, so kommen wir zu folgenden Ergebnissen: — 118 Im Jahre Auszuführende Arbeiten Höhe in Fufs Stamm- umfang in Zoll 1. 9 4. 5. 6. Zweimal um die Stämme herum Gras reinigen .... Zweimal um die Stämme herum Gras reinigen und Zweige des Busches kappen Zweimal um die Stämme herum Gras ausreifsen und Zweige des Busches kappen Zweimal die Zweige des Busches kappen Desgl Den jungen Wald ganz entfernen minimal 3 desg 6 3 10 7 14 11 18 15 Im ersten Jahr darf mau sich in Betreif des Wachstums keinen hohen Erwartungen hingeben. Es ist dies erwähnenswert, damit Pflanzer, die den Erfolg oder Mifserfolg einer Kultur oft schon aus ihren Anfängen glauben prophezeien zu können, durch den wenig versprechenden Anfang sich nicht entmutigen lassen. Erst wenn sich Seitenwurzeln zu bilden beginnen, treten die Bäume in die Periode regelmäfsig fortschreitender Entwickelung, die unter normalen Umständen pro Jahr auf 4 Fufs in der Höhe und 4 Zoll im Stammumfang, 3 Fufs über dem Boden gemessen, geschätzt werden kann. Aus obiger Tabelle geht deutlich hervor, dafs die Guttapercha- kultur, in der dargelegten Weise betrieben, keine hohen Unter- haltungskosten erfordert. Eine Anpflanzung von 100 000 Bäumen, umfassend etwa 140 ha, würde von zehn Arbeitern bequem versorgt werden können. Dieser Umstand ist sehr wichtig mit Hinblick auf eine Kultur, deren Ertragszeit ziemlich weit hinausliegt. Privat- pflanzer oder Gesellschaften, die nicht über genügende Mittel ver- fügen, jährlich neue Flächen mit Guttapercha in Anbau zu bringen, sollten sie daher nicht einseitig betreiben, sondern im Verband mit einer anderen, die frühe Erträge liefert, entweder getrennt, was wohl das Beste ist, oder auch vereinigt, wenn diese zweite sich dazu eignet, damit die Administrationskosten und Spesen im Laufe der Jahre die Pflanzung nicht derartig belasten, dafs die Amorti- sierung des Anlagekapitals sich allzusehr verzögert und den er- hofi"ten grofsen Gewinn beschränkt. Es verdient aber hervorgehoben zu werden, dafs man auf Er- träge nicht bis zur Produktion von Stammgutta, die im zehnten bis zwölften Jahre beginnen dürfte, zu warten braucht, sondern vom fünften Jahre ab schon jährlich reichliche Mengen Blätter ernten kann, die an Ort und Stelle verarbeitet werden müfsten, denn ihr Transport über Land und Meer wüi'de sich kaum als lohnend erweisen. — 119 — Versuche im botanischen Garten zu Buitenzorg haben ergeben, dafs man den Bäumen unbeschadet ihres ferneren gleichmäfsigen Wachs- tums die Hälfte der Blätter entziehen kann, was bei einem fünf- jährigen Baum ungefähr 5 Pfund ausmachen würde, von denen 1.6 pCt. reiner Guttapercha gewonnen werden könnte. Was die Vorteile des nach obigem Plan durchgeführten Betriebs der Guttaperchakültur betrifft, so kommen zu den schon erörterten finanziellen noch solche praktischer Art hinzu, die ebenfalls ge- würdigt zu werden verdienen. Die noch kleinen Guttaperchabäume- finden, solange sie ihr Wurzelsystem nicht selbst beschatten und feucht halten können, an der sich um sie her entwickelnden Vege- tation eine zweckmäfsige Unterstützung und Förderung und zugleich in den zahlreich hier vorkommenden kleineren Vögeln und roten Ameisen einen sicheren Schutz gegen Raupen, Stechfliegen und anderes Ungeziefer, deren Umsichgreifen und zerstörende Wirkung, wie jeder Pflanzer zugeben wird, auf feinerem Kulturland sich viel bemerkbarer macht. Die Raupen spinnen die jungen Blätter zu- sammen und vernichten diese sowohl wie die neuen Triebe, so dafs die Zweige erst wieder neue Knospen treiben müssen, und die Stechfliegen, die ihre Eier unter die weiche Rinde der fleischigen Stengelteile legen, bringen diese dadurch zum Vertrocknen, ihre Maden aber, die sich im Mark fortbohren, ganze Aste zum Absterben. Schliefslicii fällt bei dieser Art des Betriebs auch noch der Umstand ins Gewicht, dafs die Guttaperchabäume vom sechsten Jahre ab einen in sich geschlossenen Wald von einheitlichem Gepräge bilden, der leicht beaufsichtigt und bewirtschaftet werden kann und in dem jeder Baum unter den günstigsten Bedingungen sich entwickelt und verwerten läfst. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, dafs auch in Deutschland für diesen Zweig der Tropenkultur ein Verständnis angeregt und thatkräftige Beihülfe geleistet wird. Einiges über die Kontrolle auf Planlagen. Von J. Kumpel, San Jos6-Co8tarica. Die Kontrolle auf Plantagen ist eine so schwierige Sache und wird so sehr von der Qualität des Arbeitermaterials, der Sach- kenntnis des Chefs und der Zuverlässigkeit der Beamten, Aufseher oder Vorarbeiter beeinflufst, dafs es unmöglich erscheint, auch nur einigermafsen allgemein gültige Grundsätze aufzustellen. - 120 — Grofsbetriebe, wie man sie in den Deutschen Kolonien beginnt, giebt es hier kaum. — Hier herrscht intensiver Betrieb, und Ha- ciendas mit 100 000 Kafleebäumen sind selten. Wohl giebt es einige zusammengesetzte Betriebe, und den gröfsten derselben, denjenigen der Herren J. R. R. Troyo Erben, habe ich einige Jahre verwaltet. Derselbe besteht aus zwölf Kaffee- plantagen mit zusammen reichlich 200 ha Kaffeeland mit etwa 300 000 Bäumen, 4 Aufbereitungsaustalten, auf denen aufser den 3000 bis 4000 Centner eigener Ernte 8000 bis 12 000 Centner aus von den Bauern zugekaufter Frucht hergestellt werden, einer Vieh- farm von etwa 1000 ha Weide und dergleichen mehr. — Man sollte glauben, dafs mich dies in die Lage versetzen müsse an der Hand eigener Erfahrungen brauchbare Vorschläge zu machen; aber ich mufs leider sagen, dafs gerade meine Erfahrungen dahin gehen, dafs es unmöglich ist, sich mit gutem Gewissen dar- über so auszusprechen, dafs andere Leute sich auch nur einiger- mafsen danach richten können. Meine Erfahrung geht nun ganz einfach dahin, dafs, abgesehen von der buchmäfsigen Kontrolle, die sich wie in jedem kauf- männischen Unternehmen von selbst ergiebt, eine solche in der praktischen Verwaltung nur durch den Besitzer selbst sich aus- üben läfst bezw., wenn dieser nicht die nötige Sachkenntnis besitzt, oder in Europa wohnt, durch den bevollmächtigten Verwalter, Diesem gegenüber bleibt nichts anderes übrig als unbedingtes Ver- trauen. Umfassende praktische Erfahrung ist das erste Erfordernis für einen solchen bevollmächtigten Verwalter und ferner eine gute Kenntnis von Land und Leuten, welche ihm ermöglicht, bei der Be- setzung der subalternen Stellen den richtigen Mann an den richtigen Platz zu bringen. Es mufs dann seine Aufgabe sein, fortwährend den praktischen Betrieb im Auge zu behalten und sich so häufig wie möglich über den Stand der Arbeiten, durch persönliche Inspektion zu über- zeugen. — Besitzt er die nötige praktische Erfahrung, so wird er die geleistete Arbeit mit den aufgewendeten Geldern vergleichen können und grobe Unehrlichkeit oder die Unfähigkeit der in Frage kommenden Beamten leicht feststellen können. — Unterschlagungen von Geldern, die zur Lohnzahlung auf die Plantage gesandt werden, werden am besten dadurch vermieden, dafs der Generalverwalter selbst die Ablehnung besorgt, was, wenn mehrere Plantagen vor- handen, so zu machen ist, dafs auf jeder derselben an einem anderen Wochentage bezahlt wird. Auf die Weise ergiebt sich von selbst eine Inspektion jeder Plantage einmal in der Woche. — Wo dies — 121 — nicht möglich ist, schicke man einen Zahlmeister vom Hauptbureau. — Der Lokalverwalter hat wöchentlich eine Zahlliste aufzumachen, in duplo, ein Exemplar bleibt auf der Plantage, eins geht ins Bureau. Ein sehr beliebtes Mittel, den Besitzer zu bestehlen, ist es, ein paar Arbeiter mehr aufzuschreiben und dafür fingirte Namen in die Liste zu setzen. — Wird dem Lokalverwalter das Auszahlen über- lassen, so ist das nicht festzustellen, auch nicht, ob er eventl. einem Manne, der zwei Tage gearbeitet hat, die ganze Woche aufschreibt oder ihm einen höheren Lohn ansetzt und die daraus sich ergebende Difierenz in die eigene Tasche steckt. Beim Bezahlen rufe man jeden einzelnen Arbeiter auf und frage ihn vorher: wieviel Tage hast Du gearbeitet? und eventl., falls verschiedene Lohnsätze in Frage kommen: zu wieviel pro Tag? Dann vergleiche man, was er fordert, mit der Liste und bezahle. Auch der dümmste Arbeiter weifs genau, wieviel er zu bekommen hat; bekommt er 5 Pfennige zu wenig, wird er reklamieren; sind ihm aber in der Liste aus Versehen mehr angeschrieben, so wird er den Mund halten und die Difierenz einstecken. Handelt es sich aber um eine Durchstecherei mit dem Verwalter, so versieht der Arbeiter sich leicht in seiner Forderung, und die an die Difi'erenz sich anknüpfende Diskussion bringt die Sache früher oder später an den Tag. Man versammle stets alle Arbeiter zum Bezahlen; fordert einer den ganzen Wochenlohn im Einverständnis mit dem Verwalter, während er einige Tage gefehlt hat, so werden seine Kollegen ihn gelegentlich denunzieren; fingierte Namen in der Zahlliste werden auf die Weise ebenfalls bald entdeckt, denn man mufs darauf bestehen, dafs jeder aufgerufene Arbeiter persönlich zum Empfaug seines Geldes vortritt. Meldet sich jemand anders zum Empfange des Lohnes, weil der Betreffende, etwa sein Sohn oder Bruder oder Freund, gerade nicht da sei, weil krank oder über Land gegangen, so mache mau bei der betreffenden Position in der Liste einen ent- sprechenden Vermerk („bezahlt an , weil krank" oder dergleichen) und forsche gelegentlich unter der Hand nach. Das Pflücken des Kafiees geschieht hier nach Mafs. Für jedes Mafs bekommt der Pflücker eine Blechmarke, die wöchentlich ein- gelöst wird. Der Mann, der fortfährt, um im Felde den gepflückten Kaffee von den Arbeitern zu empfangen, bekommt ein bestimmtes Quantum Marken mit. — Für jede Copiela (20 1) giebt er eine Marke. Der Ochsenkarren nimmt gewöhnlich S^s Fanegas (a 400 1), also 1400 1 oder 70 Copielas. — Am Beueficio wird ihm der Kaftee nach Mafs empfangen. Angenommen, es ergeben sich 7 Doppel- -^ 122 — hektoliter, so mufs er von mitgenommenen 100 Marken mindestens 30 zurückgeben oder mehr, falls schlecht gepflückter (grüner, mit Blättern vermischter) Kaffee dazwischen ist, da es seine Pflicht ist, den unachtsamen Pflücker durch Hochauffüllen des Mafses zu be- strafen. Der Verwalter des ßeneficio hat für allen eingehenden Fruchtkaffee einen Empfangsschein zu geben, auch über den der eigenen Plantage. — Das Quantum dieses letzteren mufs zu den bezahlten Pflückmarken im Verhältnis stehen; für das so durch Empfangsschein bestätigte Fruchtquantum mufs nach Beendigung der Ernte fertiger Kaffee versandt sein, in einem Verhältnis, welches die Erfahrung an jedem Orte lehren mufs, hier in Costarica 12 bis 14 kg reiner Kaffee pro Hektoliter Frucht, wobei 117 bis 118 kg in Pergament für 100 kg reinen Kaffee zählen oder auch das beim Ausschälen in Europa sich ergebende Quantum in Berechnung ge- zogen wird. Die so definitiv erzielte Produktion, verglichen mit den ge- samten Kosten, wird für den sachkundigen Beurteiler endlich den einzig kontrollierbaren Punkt bieten. Sachkundig ist aber nur der aus eigener Erfahrung mit allen in Frage kommenden Ver- hältnissen vertraute Fachmann. Infolge nicht innegehaltener Vor- anschläge und Rentabilitätsberechnungen auf Unehrlichkeit oder Un- fähigkeit der Verwaltung zu schliefsen, wäre sehr verkehrt. Vielmehr sind alle und jede Voraussagungen über die aufzu- wendenden Anlage- und Produktionsunkosten und die zu erwartenden Erträge stets mit der gröfsten Vorsicht aufzunehmen; in Fällen aber, wo — wie in den Deutschen Kolonien — es sich um Ge- genden und Verhältnisse handelt, über die bisher jede wirkliche Erfahrung fehlte, sind detaillierte Projekte von vornherein als vielleicht gutgemeinte, aber lediglich auf Gutdünken basierte Phan- tasie zurückzuweisen. Geht also der Wunsch nach Vorschlägen für die Kontrolle auf den Plantagen in den Deutschen Kolonien aus dem Interesse für die enttäuschten Kapitalisten hervor, so wird es sich, glaube ich, am meisten empfehlen, die Unternehmer bezw. Leiter der betreffenden Gesellschaften auf ihre Befähigung und Leistungen zu prüfen, ge- wifsenlose Projektemacher aber rücksichtslos blofszustellen und ihnen das Heranziehen von Kapital unmöglich zu machen. Dem Unternehmer, dem man dann einmal das Vertrauen geschenkt und sein Kapital anvertraut hat, mufs man es dann überlassen, die- jenigen Kontrollmafsregeln gegen seine Subalternen und Arbeiter zu ergreifen, die in seinem und der Geldgeber Interesse angezeigt erscheinen und unter den in Frage kommenden Verhältnissen durch- führbar sind. Ihn selbst mufs man natürlich so stellen, dafs er — 123 — nicht in Versuchung kommt, seine Einnahmen auf unredliche Weise zu vermehren; stiehlt der Direktor, so ist es wahrscheinlich, dafs aufser ihm noch eine Reihe anderer Beamten stehlen, denen seine Manipulationen bei einer geordneten Verwaltung nicht ver- borgen bleiben können, und denen gegenüber er dann auch ein Auge zudrücken mufs. Zu geringe Gehaltsforderungen gehen meistens nicht aus un- lauterer Absicht hervor, sondern aus dem Wunsch, ein Unternehmen deswegen nicht scheitern zu lassen, weil eine Forderung von 12 000 bis 20 000 Mk. Minimumgarantie auf ein Unternehmen von 300 000 bis 400 000 Mk. Kapital in Deutschland für eine Unver- schämtheit gehalten werden könnte. — Namentlich junge Leute be- gehen diese Thorheit leicht, wenn sie ein paar Jahre draufsen für ein bescheidenes Gehalt sich durchgequält haben, obgleich sie wohl in jugendlichem Enthusiasmus von den besten Absichten beseelt, der zuversichtlichsten Hoffnungen voll sind. Werden aber solche Leute — selbst bei der gröfsten Redlichkeit — den Kapitalisten nicht teurer als andere, tüchtige, erfahrene, selbst wenn erstere 6000 Mk., letztere nicht unter 20 000 Mk. fordern? Ein tüchtiger Mann an der Spitze erspart indirekt das Doppelte seines Gehaltes. Er bietet den Kapitalisten eine bessere Gewähr als ein komplizierter Verwaltungs- und Kontrollapparat. Im allgemeinen sollte man nur für die höchsten Stellen Deutsche verwenden. Der zum Aufseher oder Verwalter avancierte Einge- borene ist hernach so stolz und dünkt sich so etwas Grofses, dafs er aus seinen Landsleuten ein ganz anderes Arbeitsquantum heraus- schindet als der Europäer. Jener, wenn er selbst aus den Reihen der Arbeiter hervorgegangen ist, kennt die thatsächliche Leistungs- fähigkeit der Leute und spornt sie bis an die Grenze derselben an, und wenn ich nach den mir bekannten westindischen Negern auf die schwarze Rasse im allgemeinen urteilen darf, so ist bei ihr dieser Charakterzug ganz besonders scharf ausgeprägt. Die Neider seines Vorzugs unter den ehemaligen Genossen sind gleichzeitig seine Aufpasser, die ihm selbst ohne seine Schuld gerne etwas am Zeuge flicken; gegen einen weifsen Vorarbeiter oder Auf- seher wagt aber der Farbige offen nicht gerne zu reden, wenn, wie es unbedingt nötig ist, der Chef seine Autorität rückhaltlos stützt. 124 Mate aus Brasilien. Von A. Papstein, Curityba-Paranä. Der unter obigem Titel in No. 4 pro 1900 des Tropenpflanzers veröflfentliclite Aufsatz ist in der brasilianischen Presse teils wieder- gegeben, teils besprochen worden und mag wohl mafsgebenden politischen Personen Paranas Veranlassung gegeben haben, das Projekt — Matö direkt aus dem Urwalde nach dem Auslande zu exportieren — in Erwägung zu ziehen. Man holte zunächst die Ansichten hierüber von den südamerikanischen Märkten ein, und es erklärte sich eine Vereinigung hervorragender Matd-Importeure Argentiniens bereit, an den Ufern des Rio de La Plata eigene Mat^mühlen zu erbauen und in denselben das aus Süd-Brasilien importierte Rohprodukt den Ansprüchen der südamerikanischen Märkte entsprechend zu bearbeiten. Agenten jener Vereinigung sollten demnächst in den verschiedenen Matd-Distrikten Paranas den Matd in Blättern ankaufen und den Mühlen am Rio de La Plata übersenden. Durch jene Agenten wäre dann gleichzeitig eine Kontrolle geschaffen, dafs Matd einerseits nur in der Reife geschnitten und andererseits die bessere (aromatische) von der minderwertigen Qualität getrennt versandt und in den Mühlen besonders für den Konsum präpariert werden würde. Dafs die brasilianischen Produzenten demnächst aber auch zu einer sorgfältigeren Arbeit beim Schneiden und Trocknen des Matd wie bisher gezwungen wären, ist selbstverständlich, ebenso aber auch, dafs diese Mehrarbeit durch Erzielung höherer Preise reichlich bezahlt gemacht und dadurch das Los vieler Tausende armer Cabocler, welche sich heute nur kümmerlich vom Matemachen ernähren, gebessert werden würde. Mate wird auf den südamerikanischen Märkten Montevideo, Buenos Ayres, Valparaiso in Gold gezahlt; je niedriger der Wert des brasilianischen Papiergeldes im Vergleiche zu Gold, desto höher ist der Gewinn der brasilianischen Exporteure (Matdmühlen-Besitzer) und desto geringer der Verdienst der armen Herveros, welche ohne Rücksicht auf den Goldkurs nur mit minderwertigem Papiergelde bezahlt werden; diesen letzteren würde bei einer direkten Exportation des Matd aus dem Urwalde dann derjenige Gewinn, welchen die Matemühlen -Besitzer heute einheimsen, zufallen und dadurch die Lage vieler Tausende von Arbeitern gebessert werden. Dieses mögen wohl die leitenden Gesichtspunkte gewesen sein, welche mafsgebende politische Personen Paranas zu dem Entschlüsse veranlafsten, bei dem Staatskongresse einen Gesetzentwurf ein- — 125 — zubringen, nach welchem der Ausfuhrzoll für Matö in Blättern (Rohprodukt) um 75 pCt. gegen denjenigen ermäfsigt werden sollte, welcher in Matdmühlen bearbeitet und erst dann exportiert werden würde. Kaum wurde diese Absicht bekannt, als die Matemühlen- Resitzer Paranäs den geplanten Gesetzesentwurf in der landes- sprachlichen Presse und in öffentlichen Versammlungen auf das heftigste angriflfen und ihren Widerstand damit begründeten, dafs, falls jener Entwurf zum Gesetze erhoben werden sollte, die zahl- reichen in der Mate-Industrie beschäftigten Arbeiter, besonders die Fafsmacher, brodlos werden würden, — Einwände, welche jedoch jeder positiven Grundlage entbehren. Zunächst ist die in den Matömühlen beschäftigte interne Arbeiterzahl sehr gering und kommt deshalb nicht in Betracht, anders diejenige der Fafsmacher, welche eine sehr bedeutende ist; jedoch auch diese Klasse von Arbeitern würde, falls das beabsichtigte Projekt Gesetzeskraft erhält, nicht nur keine Einbufse erleiden, sondern die Lage derselben dürfte sich noch erheblich bessern. Eine bekannte Thatsache ist es, dafs Buenos Ayres seinen Be- darf an Nutzhölzern weit aus dem Norden, dem Gran Chaco, Missiones, selbst Paraguay, herholen mufs, da die näher liegenden Provinzen fast ausschliefslich Pampas (waldlose Flächen) aufweisen; selbst- redend werden derartige Nutzhölzer durch den weiten Transport teuer. Da Matö aber ein billiger Konsumartikel in den südamerika- nischen Ländern ist, so bedarf derselbe auch einer seinem Verkaufs- werte entsprechenden billigen, aber festen Verpackung, welche hier in Brasilien aus Fässern besteht, die aus dem Holze der Araucaria brasiliensis gefertigt werden, d. h. jener Baum wird im Urwalde in die zu 7i Fässern notwendigen Längen geschnitten, zu Dauben (Schindeln) gespalten, welche unter freiem Himmel aufgestapelt, trocknen und durch die Einwirkung der Luft den kienigen Geruch verlieren. Ein derartiges Vi Fafs, welches 100 bis 110 Kilo präpa- rierten Matö aufnimmt, wurde im Jahre 1901 durchschnittlich mit 2.8 Milreis Papier in den Matdmühlen bezahlt. Der Transport des Matti aus dem Urwalde nach den Mühlen erfolgt in Säcken (50 kg), welche je aus 2 m starker Sackleinwand fertiggestellt, pro Stück 1.4 Milreis Papier kosten, so dafs die Verpackung von 100 kg Roh- produkt in Säcken 2.8 Milreis zu stehen kommt. Zur Versendung über See eignet sich eine derartige Verpackung aus Sackleinwand aber durchaus nicht, da der Matö, sei es im Schiffsräume oder aus der Luft, Feuchtigkeit anziehen und seinen natürlichen Geschmack verlieren würde, selbst auch dann, wenn der Matö in Doppelsäcken verschifft werden sollte; es bliebe also nur die Verpackung in Fässern, welche von den Matömühlen am Rio de La Plata schon Tropenpflanzer, 1902, Heft 3. 9 — 126 — deshalb bevorzugt werden würde, als die Fässer zur Weiterversen- duDg des präparierten Matö nach dem Innern von Argentinien, Chile, Uruguay etc. gebraucht werden könnten. Da das Eohprodukt etwa 20 pCt. mehr Raum beansprucht als der präparierte Matd , so wäre auch eine gröfsere Anzahl von Fässern erforderlich und damit das Los der Fafsmacher Paranas gebessert, der gegenteilige Einwand dagegen hinfällig. Mit Rücksicht darauf, dafs die Matdmühlen-Besitzer Paranas mit ihren sehr bedeutenden Kapitalien auch eine hervorragende Rolle im politischen Leben dieses Staates spielen, wir ferner hier in Brasilien kurz vor der Präsidentenwahl (März 1902) stehen, wurde das Projekt — den direkten Export von Matti aus dem ürwalde nach dem Auslande in Parana gesetzlich zu begünstigen, — von seinen Erfindern für die nächste Zeit fallen gelassen, — es fiel aber auch der Preis des Matd, welcher im Jahre 1901 in den Mühlen durchschnittlich nur 2.5 Milreis-Papier pro Aroba (15 kg) erzielte. Japan -Kampfer. Von Moritz Schanz. Die Ausfuhr von Japan-Kampfer, der zu etwa sieben Achteln von der Insel Kiushiu stammt, hat im letzten Jahrzehnt ganz wesentlich nachgelassen, weil der Bestand an Kampferbäumen in Japan selbst durch Raubbau sehr zurückgegangen ist und man nicht rechtzeitig an Neuanpflanzungen gedacht hat. Belief sich die Ausfuhr im Jahre 1891 noch auf 44 000 Pikuls a 60 kg, so war sie 1896 auf 16 000 Pikuls herabgesunken, und wenn seitdem auch wieder eine Zunahme zu konstatieren ist, so liegt die Erklärung dafür darin, dafs man Formosa- Kampfer nach Japan gebracht, dort mit dem ein- heimischen vermischt und dann als „japanischen" Kampfer in den Handel gebracht und verschifft hat. Die damit Hand in Hand gegangene Qualitätsverschlechterung liegt einmal darin, dafs Formosa-Kampfer an und für sich geringer ist als japanischer, dann aber auch in einer Vermischung des Roh- kampfers mit Kampferöl, ein Verfahren, das dazu dient, dem Zoll ein Schnippchen zu schlagen. Die japanische Regierung in Formosa erhebt nämlich auf Rohkampfer einen Exportzoll von 10 Yen pro Pikul, läfst aber Kampferöl frei ausgehen, und um von dieser letzteren Vergünstigung zu profitieren, setzt man dem Rohkampfer etwa ein Viertel seines Gewichtes Kampferöl zu und exportiert diese Mischung als „Öl" zollfrei über Hongkong nach Kiushiu und — 127 — Osaka, wo der Eolikaiiipfer wieder ausgescliieden und alsdann mit Japan -Kampler gemischt wird. Der unvermischte Japan-Kampfer enthielt früher nur Wasser, kein Öl, und die Feuchtigkeit von 6 bis lOpCt. des Gesamtgewichts, welche während der Reise nach PJuropa verloren ging, war durch die Übung und Erfahrung beim Einkauf in Japan ziemlich genau zu taxieren und bei der Preisbildung in Rechnung zu stellen. Das ist seit 1896 wesentlich anders geworden. Denn auch der in Japan „entölte" Formosa-Kampfer behält doch noch immer einen Teil seines Öles bei, und die Wissenschaft hat bislang noch kein Mittel an die Hand gegeben, um diesen Beisatz und seinen Grad beim Einkauf des Produktes in Japan feststellen zu können. Bei der Raffinerie des Kampfers in Europa aber stellt sich dieser Öl- gehalt als ein Übelstand heraus, und die Kampferimporteure in Europa, besonders Hamburg, haben seitdem von ihren Abnehmern so viele Klagen darüber gehört, dafs sie die Forderung stellten, Japan-Kampfer dürfe nicht mehr als 7pCt., chinesischer nicht mehr als lOpCt. Feuchtigkeit, d. h. Wasser und Öl zusammen enthalten j was darüber sei, solle pro rata im Preise gekürzt werden. Diese Mafsregel dürfte sich praktisch aber kaum durchführen lassen; denn wie einerseits die Exporteure in Japan nicht in der Lage sind, den Artikel so scharf kontrollieren zu können, so haben andererseits auch in Deutschland veranstaltete Analysen derselben Partie Kampfer — von verschiedenen Chemikern ausgeführt — die verschiedensten Resultate ergeben, welche zwischen 7 und 13 pCt. Feuchtigkeit schwankten. Dafs in absehbarer Zeit wieder der alte, reine Kampfer geliefert werden kann, ist ganz ausgeschlossen, weil man eben nicht recht- zeitig mit Nachpflanzungen in Japan begonnen hat, und die japa- nische Handelskammer in Hiogo hat denn auch auf die ernsten Vorstellungen der vereinigten fremden Kampferexporteure wegen der Mischung von Japan- mit Formosa-Kampfer ofl'en geantwortet: „Man müsse sich an diesen neuen Standard gewöhnen, weil anderes Material eben nicht mehr zu haben sei", das heifst also, man mufs auf reinen japanischen Kampfer verzichten und sich mit Japan- Formosa-Mischung begnügen. Der Formosa-Kampfer, dessen Ausbeutung im August 1899 als Monopol erklärt worden ist, bat übrigens letzthin an Güte etwas zugen ommen, und man bemüht sich auch weiter, seine Qualität zu heben. Formosa allein liefert etwa fünf Sechstel der gesamten Kampfer- produktion der Erde; der Rest kommt von Java, Sumatra, Borneo, Südchina und Japan. Die jetzigen Kami>ferbaumbestände auf — 128 — Formosa sichern eine jährliche Ausbeute von fast 400 Tonnen auf eine Dauer von 80 Jahren, während wenig Aussicht vorhanden ist, dafs in den nächsten Jahren die sonstige Kampferproduktion nennens- wert wachse, so dafs diejenige Firma, welcher die japanische Re- gierung die Ausbeute des Formosa- Kampfers auf fünf Jahre über- tragen wird, für diese Zeit ein unbeschränktes Monopol auf dem Weltmarkt haben dürfte. Der Ausfuhrhandel in Japan-Kampfer geht fast ganz über Kobe ; hier und in dem benachbarten Hiogo bestehen auch drei Kampfer- raffinerien. Die Kobe-Exporteure untersuchen die ihnen angebotenen Partien Kampfer zunächst auf Salz .hin, welches nicht selten auch zur Fälschung benutzt wird, und lassen sodann die Kübel zwei Tage lang in ihren Lagerhäusern stehen, um das zur Gewichtsbeschwerung übergegossene Wasser ablaufen zu lassen; erst dann wird der Kampfer gewogen und übernommen. Japan-Kampfer wird in Holz- kübeln ohne Blecheinsatz verschiift und verliert auf der Reise meist 8 bis 9 pCt. an Gewicht, während chinesischer Kampfer, in Kisten und Zinkdosen verpackt, während der Seereise nur 1 bis 2 pCt. am Gewicht einbüfst. Das bei der höchst primitiven Destillation des Kampferholzes als Nebenprodukt gewonnene Kampferöl zerfällt in dunkles und helles Öl, und auch hier ist letzthin eine wesentliche Verschlech- terung eingetreten. War das hauptsächlich nach Nordamerika zur Herstellung von künstlichem Sassafras gesandte dunkle Öl früher 1030 bis 1040° schwer, so ist dasselbe letzthin, wahrscheinlich weil mit Formosa-Öl gemischt, zeitweilig bis auf 960 '^ heruntergesunken, jüngst allerdings wieder etwas besser, nämlich 1000 bis 1010° schwer geworden; in früherer Güte ist es aber überhaupt nicht mehr zu haben. Dagegen ist das nur 860 bis 870° schwere helle Kampferöl, welches hauptsächlich zum Parfümieren billiger Seifen verwandt wird, immer erhältlich. Indigokultur und Fabrikation in ßritisch-Indien. Von Dr. A. Schulte im Hofe. (ScMufs.) Einflufs des künstlichen Indigos auf die Indigo-Industrie Indiens. Als im Jahre 1895 die Badische Anilin- und Soda-Fabrik in Ludwigshafen den künstlichen Indigo auf den Markt brachte. — 129 — und zwar zu einem rerhältnismäfsig billi.2;em Preise, entstand unter den Pflanzern und Indigointeressenten eine allgemeine Panik. Auf Umwegen, die ich hier nicht näher erwähnen will, hatte die Leitung dieser Fabrik so gut wie möglich in Erfahrung zu bringen gesucht, zu welchem Preise sie mit dem künstlichen Indigo auf den Markt zu kommen habe, um mit dem Pflanzenindigo konkurrieren zu können. Wenn nun auch in den ersten Jahren im Verhältnis zu dem Weltkonsum nur geringe Mengen künstlichen Indigos hergestellt wurden, so fielen in den nächsten Jahren trotz schlechter Ernten die Preise für den Pflanzenindigo derart, dafs die Pflanzer sich in ihrer Existenz bedroht fühlten. Die Indigopflanzer, die mit Aus- nahme von wenigen, wie unter anderen Sir William und Roland Hudson, Coffin, Still, Coventry, denen ich auch für das Ent- gegenkommen bei allen meinen Versuchen ganz besonders zu Dank verpflichtet bin, es in ihrer Mehrzahl nicht liebten, sich mit Neue- rungen zu befassen, sahen sich plötzlich vor die Thatsache gestellt: „Es mufs was geschehen". Als ich im Dezember des Jahres 1894 in der in Calcutta er- scheinenden Tageszeitung „The Englishmen" in dem Artikel: „How to improve the average price of Indigo" auf die verschiedenen Mängel, die dem Indigo vielfach anhaften, aufmerksam machte, er- widerte in der Wochenschrift „The Planter" ein Pflanzer unter anderem Folgendes: Bei den Preisen, die wir für unseren Indigo bekommen, thuen wir d well und haben nicht notwendig, uns um Neuerungen zu kümmern. Ein Jahr früher hatte ich auf Ersuchen des Herrn Dr. George Watt, „Reporter on economic products with the Government of India", einen Bericht über den Stand der Indigoindustrie abgefafst. Die von mir gemachten Vorschläge, die sich auf die Beschattung besseren Saatmaterials, auf die chemische Untersuchung des Bodens und daran anschliefsende Düngungsversuche sowie auf rationellere Fabrikationsmethoden bezogen, wurden seitens der Regierung als richtig und dringend anerkannt. Ich führte unter anderem aus, dafs diese Studien und Versuche nicht in ein oder zwei Jahren möglich seien, sondern die ganze Arbeitskraft eines Fachmanns für viele Jahre fordere. Auf Grund dieser Vorschläge war damals,, wie mir Herr Dr. Watt mitteilte, die Regierung bereit, einen Fachgelehrten an- zustellen, jedoch unter der Bedingung, dafs die Indigopflanzer die Hälfte der Unkosten tragen sollten. Auf diesen Vorschlag gingen, nach gleicher Qnelh^, die Pflanzer niclit ein, und so blieb es beim Alten. — 130 — Nachdem die erste Pauik, die der kÜDstlicbe Indigo hervor- gerufen, sich etwas gelegt hatte, verbreitete sich unter den Pflanzern die Ansicht, der in Deutschland künstlich hergestellte Indigo sei nicht identisch mit dem aus den Pflanzen gewonnenen und könne aus diesem Grunde mit diesem auf die Dauer nicht konkurrieren. Als sich diese, teilweise auch in England verbreitete Ansicht als irrig erwies und die Preise dauernd niedrig blieben — früher stiegen dieselben in ungünstigen Erntejahren derart, dafs der Quantitätsausfall durch höhere Preise nahezu gedeckt wurde — , begann man ein- zusehen, wie thöricht man gewesen war, die Indigoindustrie nicht durch eingehende Studien der Kultur und Fabrikation zu heben, und so sah man sich plötzlich, wie schon gesagt, vor die Thatsache gestellt, dafs unbedingt in dieser Beziehung etwas geschehen müsse, wenn man nicht vor dem künstlichen Indigo die Waffen strecken wollte. Ein Kultur- und ein technischer Chemiker wurden an- gestellt und diesmal durch die Pflanzer selbst die Regierung er- sucht, zu helfen. Letztere bewilligte eine jährliche Beihülfe von 50 000 Rupien (etwa 65 000 Mark). Wenn nun auch durch rechtzeitige Forschungen auf dem Gebiete der Indigokultur und -Fabrikation der künstliche Indigo nicht vom Markt hätte verdrängt werden können, so würde man auf jeden Fall besser gewappnet gewesen sein, die Konkurrenz auf- zunehmen. Mr. Hancock, der angestellt wurde, die Kultur des Indigo eingehend zu studieren, glaubt durch eine richtige Auswahl von Samen sowie durch eine rationelle Düngung und Fruchtfolge gute Erfolge versprechen zu dürfen, eine Ansicht, der ich mich aui Grund meiner eigenen Studien vollständig anschliefse. Praktische Erfolge dürften aber erst nach Jahren zu erzielen sein. Mr. Rawson, der sich zu gleichem Zwecke mit der Fabrikation des Indigos befafst, hofft unter anderem durch einen besonderen Oxydationsprozefs im Schlagfafs die Ausbeute bis zu 25 pCt. zu erhöhen. Ich bin aller- dings der Ansicht, dafs auch auf dem Gebiete der Fabrikation Ver- besserungen möglich sind, wenn auch nicht mit gleichem Erfolge, wie in der Kultur, dafs aber durch den von Mr. Rawson vor- geschlagenen „Blowingjjrocefs", das ist durch ein verändertes Oxy- dationsverfahren, bis zu 25 pCt. Melirausbeute erzielt werden können, möchte ich bezweifeln. Vielleicht beziehen sich diese Angaben auf vereinzelte Resultate in Fabriken, wo aus irgend welchem Grunde eine zu geringe, also nicht die normale Ausbeute erhalten wurde. Einen zutreffenden, aus einer amerikanischen Zeitschrift ent- nommenen Artikel über den augenblicklichen Stand und die Aus- sichten der Indigokultur Nord-Indiens fand ic]i in dem in Calcutta - 181 - erscbeiueuden Organ der indischen Pflanzer, „TLe Indian Planters Gazette", vom 9. November v. Js. In demselben heilst es unter anderem : „Jetzt, wo eine genaue Schätzung der Indigoernte, die in Calcutta zur Auktion kommt, uns vorliegt, sind diese Angaben natüi-lieh für die Beurteilung der Situation von gi-ofsem Interesse. Das Gesamtareal, das bis Mitte April mit Indigo bepflanzt war, beträgt 119 313 Acres gegen 188 645 im vorigen Jahre.*) Während im vorigen Jahre hiervon 162 298 Acres aus Kanälen bewässert werden konnten, sind es in diesem Jahre nur 78 894. Die Ernte wird in diesem Jahre auf 94 000 Maund,**) das ist 16 pCt. weniger als im vorigen Jahre, geschätzt. Die bedeutend geringere Fläche, die mit Indigo bebaut wurde, deutet darauf hin, dafs die Pflanzer den Mut verloren haben und mehr und mehr die Konkurrenz des künstlichen Indigos fühlen. Grofse Anstrengungen werden aller- dings von den Plantageninteressenten gemacht, die Unkosten zu verringern, und Versuche, die Ausbeute zu erhöhen, die, wenn erfolgreich, von grofsem Nutzen für die Pflanzer sein werden. Aber bis heute wurden noch keine greifbaren Resultate erzielt. Der Konsum des künstlichen Indigos wird immer gröfser, und spricht die Gleichmäfsigkeit der Ware und die Art des Handels mit künstlichem Indigo sehr zu Gunsten desselben. Die Produktion ist nicht abhängig von Witterungs- einflüssen, vielmehr auf das ganze Jahr verteilt, und ist es somit für den Konsumenten auch nicht notwendig, sich grofse Vorräte anzulegen. Der Konsum nimmt derart zu, dafs die Vertreter kaum die gewünschte Quantität liefern können und von einem Vorrath nicht die Rede sein kann." Auch ich bin der Ansicht, dafs die Indigokultur, und zwar trotz der Anstrengungen, die Kultur und Fabrikationskosten zu verringern und die Ausbeute zu erhöhen, immer mehr zurückgehen wird, und zwar schneller in den Distrikten, wo die Kultur und Fabrikation von Eingeborenen betrieben wird, wie in Benares, Doab und Madras, als in Behar und Unterbengalen, wo dieselbe fast ausschliefslich in Händen von Engländern ist. Schon zu der Zeit, als der Preis noch nicht durch den künst- lichen Indigo beeinflufst wurde, konnte man beobachten, dafs nach guten Erntejahren mit niedrigen Preisen in den Gebieten, wo Kultur und Fabrikation in den Händen von Eingeborenen ist, im nächsten Jahre nicht so viel angebaut wurde. Die Eingeborenen, die immer nur einen verhältnismäfsig kleinen Teil ihres Landes mit Indigo bebauen und die Ernte wie irgend eine andere Feld- frucht verkaufen, bauten, wenn ihnen der Erlös für den Indigo zu gering schien, in dem nächsten Jahre an Stelle desselben eine andere Frucht, um in dem darauffolgenden Jahre, falls bei kleinerer Ernte die Preise wieder gestiegen waren, wieder zu Indigo über- zugehen. *) Diese Angaben beziehen sich auf die Indigo-Distrikte Nordindiens. **) Ein Mnund, in diesem Falle Pactory-Maund, gleich etwa 33 kg. — 132 — Etwas schwieriger liegt die Frage allerdings schon für die Ein- geborenen, die die Fabrikation betreiben, wenn die Fabrikations- anlagen auch noch so primitiv angelegt sind. Doch auch diese können immerhin verhältnismäfsig leicht einen anderen Erwerbs- zweig ergreifen. Anders aber sind die Verhältnisse in Behar und Unter- bengalen, wo Kultur und Fabrikation in den Händen der Eng- länder liegt und etwa 50 Millionen Mark englisches Kapital hierin angelegt sind. Auch hier können allerdings die Eingeborenen, die vertragsmäfsig einen Teil ihres Landes mit Indigo bebauen müssen, um denselben für einen festgesetzten Preis an den englischen Pflanzer abzuliefern, mit Genehmigung des letzteren leicht zu einer anderen Kultur übergehen; aber nicht so der P]ngländer, der den gröfsten Teil des ludigos selbst kultiviert. Durch die Verhältnisse bedingt, bebaut derselbe alle Jahre dasselbe Land mit Indigo. An Stelle desselben Reis, Mais oder dergleichen anzupflanzen, wird sich nie- mals lohnen, da der Europäer betreffs dieser Kulturen nicht mit den Eingeborenen konkurrieren kann. Für die schon in Vorschlag gebrachte Ramiekultur ist das Klima während eines grofsen Teils des Jahres zu trocken und für die ebenfalls schon vorgeschlagene Agavenkultur in der Regen- zeit der Boden wahrscheinlich zu nafs. Andere Kulturen, soweit sie für den Plantagenbetrieb in Betracht kommen, sind hier so gut wie ausgeschlossen. So ist es natürlich, dafs der Pflanzer solange wie eben möglich sein Glück in der Indigokultur suchen wird. Dafs auf dem indigomüden Boden durch Fruchtwechsel und Düngung bessere Resultate erzielt werden können, ist sicher und habe ich mich hiervon zur Zeit selbst überzeugt. Bei einer ge- regelten Fruchtfolge wird man aber alle Jahre einen Teil des Landes mit Reis oder einer anderen Körnerfrucht bebauen müssen. Erst alle zwei oder drei Jahre, nachdem das Land eventuell vorher in geeigneter Weise gedüngt worden ist, darf der Körnerfrucht wieder Indigo folgen. Bei einem derartigen Fruchtwechsel wird allerdings viel weniger Indigo angebaut werden, die gleiche Fläche wird aber mehr und besseren Farbstoff ergeben, und werden somit die Pro- duktionskosten geringer. Die Badische Anilin- und Soda-Fabrik in Ludwigshafen wird andererseits nicht in der Lage sein, schon nach einigen Jahren den Indigobedarf der Welt zu decken. Es wird vielmehr in ihrem Interesse liegen, den Betrieb derart zu vergröfsern, dafs der Preis für Indigo resp. für Indigoblau auf einer gewissen Höhe stehen bleibt. — 133 - So wird denn wohl noch für etliche Jahre in Bengalen Indigo angebaut werden, die Kultur aber keine Quelle des Reichtums mehr sein. Die englischen Pflanzer, die auf die dicht bevölkerten Gebiete Unterbengalens und Behars verteilt, für die Regierung eine nicht zu unterschätzende Stütze waren, werden mit ihrer Existenz zu kämpfen haben, und wahrscheinlich wird im Laufe der Jahre eine Pflanzung nach der anderen den Betrieb einstellen. Die Indigoauktionen in Calcutta. Ich habe zu Anfang meines Vortrags die Fabrikation des In- digos bis zu dem Stadium beschrieben, wo die ludigocakes zum Trocknen gelegt wurden. Der Vollständigkeit halber will ich aber auch noch auf die Verpackung näher eingehen und dann die Indigo- auktionen in Calcutta kurz besprechen. Nachdem die Cakes trocken sind, wird von jedem Boiling ein Cakes zu einer von den drei Firmen J. Thomas & Co., William Mo ran & Co. oder W. S. Cresswel & Co. in Calcutta, durch die die Pflanzer ihren Indigo verkaufen lassen, gesandt. Von Indigo- sachverständigen werden hier die Cakes, die wie schon gesagt, mit der Nummer des Boilings versehen sind, der Qualität nach geordnet und diese Reihenfolge dem Pflanzer mitgeteilt. Inzwischen sind auf der Pflanzung die Indigocakes die sich in den meisten Fällen mit Schimmel überzogen haben, sorgsam durch Bürsten gereinigt. Eine genügende Anzahl aus dem Holz des Mangobaums angefertigte Kisten, von denen jede 120 bis 130 Kilo Indigo fafst, stehen fertig. In der von der Firma in Calcutta angegebenen Reihenfolge wird der Indigo aufs sorgfältigste in dieselben verpackt. Hierauf werden die sogenannten Chilens oder Pipes, die in Stücke zerfallenen Cakes, der beim Abbürsten der Cakes erhaltene Staub, und schliefslich die aus den Indigorückständen gewonnenen sogenannten Washings ebenfalls in Kisten verpackt. Dann werden dieselben mit der Marke der Pflanzung sowie mit einer fortlaufenden Nummer gezeichnet. Brutto- Tara- und Nettogewicht auf derselben angegeben und in gleicher Reihenfolge nach Calcutta gesandt. Der Indigo aus Benares und Doab ist zum weitaus gröfsten Teil nach dem eigenen Gutdünken der Pflanzer bezw. der Fabri- kanten verpackt, und bildet der Inhalt einer einzelnen Kiste oft ein buntes Durcheinander. In Madras schliefslich wird der Indigo vielfach in Körben oder dergl. zum Markt gebracht, um hier erst vom Käufer in Kisten verpackt zu werden. In Calcutta trifft der erste Indigo gegen Ende Oktober ein, und Mitte bis Ende November versammeln sich hier die Indigokäufer der Welt. Der gröfste Teil derselben ist deutscher Nationalität oder — 134 — zum wenigsten deutscher Abstammung, und herrscht auf dem Indigo- markt gleichwie auf dem Häutemarkt Calcuttas die deutsche Sprache vor. In langen Reihen sind auf den Märkten der drei obengenannten Firmen die Indigokisten in derselben Reihenfolge wie sie verpackt wurden, aufgestellt, und zwar in den ersten Reihen der Indigo aus Unterbengalen und Behar, dann der aus Benares und Doab bezw. Oude. Frühestens am Tage vor den Auktionen, meistens aber erst am selben Tage von morgens 7 Uhr an sind die geöffneten Kisten dem Käufer zugänglich. Bei gleichmäfsiger Beschaffenheit wird der Indigo von derselben Pflanzung zu je zehn Kisten, sonst zu geringerer Zahl eingeteilt, und kommt derselbe in gleicher Einteilung zum Verkauf. Die Wertbestimmung des Indigos geschieht nach dem Aussehen, weniger nach der Analyse. Da die meisten Käufer in alt herge- brachter Weise den Indigo ausschliefslich nach dem Aussehen zu valuieren gewohnt waren und sich durch die Vorteile, die dem einzelnen durch die Analyse geboten wurden, benachteiligt sahen, wufsten erstere es durchzusetzen, dafs Bestimmungen getroffen wurden, nach denen der Indigo vor der Auktion nicht analysiert werden darf. Der Verkauf des Indigos geschieht auf Auktionen, die nach- mittags 2 Uhr beginnen. Bei Beginn der Saison kommen zunächst nur einige 100, später aber fast jedesmal 1000 Kisten zum Ver- kauf, und werden in der Weise, wie sie vorher abgeteilt waren, dem Meistbietenden zugeschlagen. Die Auktion von 1000 Kisten dauert 2V2 bis 3 Stunden. Wöchentlich finden 4 bis 5 Auktionen statt. Abends oder am nächsten Morgen werden die Kisten wieder zugenagelt, umgedreht und auf der anderen Seite geöffnet, um so dem Käufer für die zwei folgenden Tage Gelegenheit zu geben, sich von der Gleichmäfsigkeit der Verpackung zu überzeugen. Dies ist besonders in Betreff des Indigos von Eingeborenen von Bedeutung, da dieselben nicht selten versuchen, schlechteren Indigo unterzu- mischen. In letzterem Falle wird, wenn eine derartige Beimischung vor der Auktion nicht ohne weiteres zu erkennen war, der Indigo dem Verkäufer wieder zur Verfügung gestellt, oder es werden Preis- abzüge gemacht. Die Auktionen dauern von Mitte oder Ende "^^ovember bis Januar, höchstens Anfang Februar, finden also zu einer Zeit statt, wo in Calcutta, wie überhaupt in Bengalen das herrlichste Wetter herrscht. Die Gewichtseinheit beim Verkauf ist der Factory Maund (etwa 33 kg), die Geldeinheit der Rupie, der in seinem Werte grofsen — 135 SchwaukuDgeii unterworfen ist. Je niedriger der Kurs, um so mehr Rupien kann der Käufer für einen Maund Indigo bezahlen, da der- selbe seine Faktura in Pfund Sterling Cif eines europäischen oder amerikanischen Hafens ausstellt, auch hiernach den Indigo valuiert, und diesen Wert erst vor den Auktionen in Rupie per Maund um- rechnet, so dafs ein niedriger Silberkurs für den Pflanzer günstig ist. Die Indigoernte in den verschiedenen Distrikten Indiens betrug in den letzten 10 Jahren in Behar Unter- bengalen Benares Doab Madras Gesammt- Ernte • Indiens. Fy. Mds. Fy. Mds. Fy. Mds. Fy. Mds. Fy. Mds. Fy. Mds. 1891 87.138 30.814 10.036 22.523 30.088 180.594 1892 42 946 14.411 9.521 20.785 63.182 150.745 1893 47.145 10.971 11.475 46.738 67.885 184.205 1894 92.384 20.843 8.494 38.813 70.498 231.032 1895 73.401 25.772 19.571 42.954 75.592 237.290 1896 63.699 17.655 18.795 58.774 55.217 214.140 1897 40 347 18.310 14.007 37.548 67.783 177.950 1898 75.224 22.533 5.349 21.474 55.970 180.550 1899 45.147 14 974 6.403 20.301 44.800 131.625 1900 62.736 5.991 11.157 31.786 42.889 154.559 Für das Jahr 1901 liegt folgende Schätzung vor. 56.600 11.700 9.000 16.700 Gesammt- ernte Nordindiens 94.000 Calcutta ex sortierte in den letzten 10 Jahren nach Britannien Frankreich Deutschland] Oesterreich Holland u. Belgien Italien u. Schweiz Rufsland Amerika i Suez, Persischer Golf etc. Japan Saison Kisten Kisten Kisten Kisten Kisten Kisten Kisten Kisten Summa Kisten **) 1891-1892 8.449*) 5.288 11.087 376 2.204 7.892 3.138 — 38.443 1892-1893 2.926 3.293 4.594 625 1.741 6.274 1.495 — 20.948 1893-1894 6.363 3.225 10.389 588 1.642 4.208 1.321 — 27.731 1894-1895 8.931 5.039 11.463 933 1.815 8.917 2.876 — 39.974 1895 189G 8.181 6.348 14.558 1.088 2.774 6.735 826 — 40.510 1896-1897 12.150 4.142 11.720 1.303 1.677 7.878 1.003 39.873 1897-1898 6 918 2.505 7.146 S95 1.023 7 652 1.145 -- 27.284 1898-1899 6.585 3.064 8.745 1.104 1.659 6.936 2.678 400 31.171 1899-1<)()0 4.218 3 570 4.927 780 1.127 3.950 1.034 2.145 21.75^1 1900-1901 5.060 2.720 (].0M 807 1 .005 6.385 3.724 1.813 27 528 *) In London finden vierniJil jährlich Auktionen Teil des Indigos wieder exportiert. **) Kisten von 120 bi.s 130 kg Inhalt. 5tntf, und wird ein grofser — 136 - Madras exportierte in den letzten 10 Jahren nach: Euro- . Suez, Britannien päischer Kontinent Amerika Persischer Golf etc. Japan Summa Saison Kisten*) Kisten*) Kisten*) Kisten**) Kisten***) Kisten 1891-1892 3 296 240 32 10195 — 13 763 1892-1893 10 678 1204 1244 10121 — 23 257 1893—1894 10 488 2 006 200 13 714 — 26 408 1894—1895 8 875 2 622 1161 15 291 — 27 949 1895-1896 10158 3 900 1510 12 405 — 27 973 1896—1897 3 666 1648 890 14 597 4 000 24801 1897—1898 3 269 1905 744 16 904 8 649 31471 1898—1899 1894 780 996 14 569 8 612 26 851 1899—1900 1500 520 160 13 850 7 070 23100 1900-1901 2 756 923 630 13 473 2 208 19 954 Der Indigo ist, wie ich schon erwähnte, grofsen Preis- schwankungen unterworfen, und werden die Preise wesentlich durch den jährlichen Ernteausfall beeinflufst. Folgen mehrere gute Jahre auf einander, so gehen die Preise oft ganz bedeutend herunter, um in schlechten Brntejahren ebenso schnell wieder zu steigen. In den letzten Jahren wurden die Preise noch ganz besonders durch den künstlichen Indigo beeinflufst und blieben trotz schlechter Ernten dauernd niedrig. Folgende Tabelle veranschaulicht am besten diese Preis- schwankungen. Die Preise beziehen sich auf ein englisches Pfund „Good middling Behar und Bengal" sowie auf „Good ordinary Oude (Doab)" Indigo. - Für „Good midd- ling" Bengal- und Behar-Indigo Für ,Good ordi- nary" Oude- (Doab-) Indigo Gesamternte des vorhergehenden Jahres in Nord- Indien Preis im Januar 1889 4 sh 7 d 3 sh 9 d 132 354 Maundsf) V V n 1890 4 , 1 „ 2 „ 11 „ 144 718 ». T, n 1891 4 „ 11 „ 3 „ 9 „ 100 733 n r> » 1892 4 , - „ 3 . 4 „ 150 506 V )1 Tl 1893 5 » 8 „ 5 „ - „ 87 663 rt n n 1894 5 . 5 , 4 . 4 „ 116 329 •n V 1895 4 . 8 .. 3 , - , 160 534 •^ •n n 1896 4 ., 9 „ 3 „ 2 „ 161 698 » ri r) 1897 4 „ 8 „ 3 „ 1 „ 158 923 T! 1> T 1898 4 .- 2 „ 2 „ 5 „ 110 212 •^ •0 n 1899 3 „ 8 , 2 „ 5 , 124 580 y ■» 1 1900 3 „ 8 „ 2 , 10 , 86 825 » y> r> 1901 3 „ 8 „ 2 „ 10 „ 111 670 r> » r> 1902 3 ,, 8 „ 2 . 10 , 94 000 *) Kisten von 110 bis 120 kg Inhalt. Von England aus zum Teil wieder exportiert. **) Kisten von 65 bis 70 kg Inhalt. Kisten von 55 kg Inhalt. t) 1 Factory Maund zu 72 engl. Pfund berechnet. ^■**\ — 137 — Für das Jahr 1902 sind die Preise nur schätzungsweise an- gegeben. Die Indigoproduzenten hielten zu Anfang der Saison, die in diesem Jahre erst zu Anfang Dezember begann, da sie höhere Preise als im Vorjahr zu erzielen hofften, sehr zurück. Wenn zu- nächst auch geringe Mengen zu höheren Preisen verkauft wurden, so war es den Produzenten doch nicht möglich, die zu Anfang geforderten Preise zu behaupten, und entsprachen die zu Anfang Januar bezahlten Werte den Durchschnittspreisen der letzten Saison, so dafs auch in dieser Saison, trotz der kleinen Ernten der letzten Jahre, keine höheren Preise erzielt werden dürften. Seit einigen Jahren gehört dank der rastlosen Thätigkeit der deutschen Chemiker, auch Deutschland zu den Indigo exportie- renden Ländern, und wird es wahrscheinlich nicht lange mehr dauern, dafs die Ausfuhr die Einfuhr überwiegt und für Indigo nicht nur kein Geld mehr ins Ausland geht, sondern für den expor- tierten künstlichen Indigo Geld nach Deutschland fliefst. Anhang. Studien über den Gehalt der Indigofera tinctoria an Indican sowie über die Gewinnung des Indigo. Im ersten Jahre meines Studiums hatte ich mich, wie ich in obiger Ab- handlung schon hervorgehoben habe, hauptsächlich der Fabrikation gewidmet und hierbei unter anderem gefunden, dafs die Ausbeute an Indigo oft eine sehr verschiedene war, so dafs aus der gleichen Menge Pflanzen auf der einen Pflanzung oft die doppelte Menge Indigo erhalten wurde als auf der Nachbar- pflanzung, und dafs zudem die Qualität noch eine bessere war, dafs aber auch auf ein und derselben Pflanzung Ausbeute sowohl wie Qualität sehr variierten. Dies veranlafste mich, im zweiten Jahr zunächst die auf verschiedenem Boden gewachsenen Pflanzen in den verschiedenen Wachstumsperiodeu auf ihren Gehalt an Indigo, bezw. Indican zu untersuchen. Zu diesem Zwecke war es aber zu- nächst erforderlich, einen Analysengang auszuarbeiten, der mir dies ohne zu grofse Schwierigkeiten ei'möglichte. Denn es stand mir kein reichhaltiges Labo- ratorium zur Verfügung, sondern ich war auf eine Einrichtung angewiesen, die ich bequem auf meinen Reisen mit mir führen konnte. Über diese, auf den Pflanzungen in Bengalen ausgeführten Analysen habe ich ausführlich in den Berichten der Deutschen Pharmaceutischen Gesellschaft*) Mitteilung gemacht und will hier nur die Ergebnisse dieser Analysen und Beobachtungen, soweit dieselben von praktischem Interesse sind, wiedergeben. Zunächst untersuchte ich die Indigofera tinctoria in verschiedenen Wachs- tumsperioden sowie die verschiedenen Ländereien entnommenen Pflanzen auf ihren Gehalt an Indican, resp. ihren Ertrag an Indigoblau. Hierbei fand ich, dafs die verschiedenen Ländereien ein und derselben Pflanzung entnommenen Pflanzen in ihrem Gehalt an Indican ganz bedeutend differiei'en. Konstatierte ich doch Unterschiede von nahezu 100 pCt. Bei der Analyse von guten, schnitt- reifen Pflanzen, zu gleicher Zeit verschiedenen Pflanzungen entnommen, fand *i Heft 2, 1902. Verlag von Gebr. Bornträger. — 138 — ich auf der einen 0,15 auf der anderen 0,25 pCt. Indigoblau. Die praktischen Resultate im Grofsbetrieb entsprachen diesen Zahlen. Von grofsem Einflufs scheint es zu sein, ob die Pflanzen schnell oder langsam wachsen. So fand ich, dafs bei verhältnismäfsig trockenem Wetter der Gehalt an Indican zunahm, dahingegen, wenn abwechselnd Regen und Sonnen- schein das Wachstum begünstigten, der Indicangehalt wieder abnahm. Ferner konstatierte ich. dafs die Pflanzen am Abend mehr Indican enthielten als am Morgen. Ich habe weiter die Beobachtung gemacht, dafs kräftige und schnell wachsende Pflanzen nie so ergiebig sind, wie die langsam wachsenden, und dafs dementsprechend die Pflanzen zur Zeit der Blüte am ergiebigsten sind. Es giebt allerdings Ländereien, auf denen unter besonders günstigen Wachs- tumsbedingungen die Indlgofera tinctoria auch zur Zeit der Blüte, aber ohne Samen anzusetzen, immer weiter wächst und eine Höhe von 2'/2 bis 3 m erreicht. Eine solche Pflanze ist aber immer sehr arm an Lidican. In regenarmen Jahren wächst auf einem derartigen Boden, der meistens verhältnismäfsig schwer ist und das Wasser nicht so leicht abgiebt, der Indigo normal und giebt eine ver- hältnismäfsig gute Ausbeute, wohingegen auf leichterem Boden alsdann die Ernte höchst unsicher ist. Da aber die kräftige, schnell wachsende Indigofera tinctoria mehr Pflanzen vom Acre resp. Hectar giebt, so wird hierdurch die Differenz vielfach wieder ausgeglichen. Dies bedeutet aber betreffs der Fabri- kation mehr Arbeit, und die Qualität des daraus gewonnenen Indigos ist niemals so gut als von ertragreichen Pflanzen. Düngungsversuche hatte man damals noch so gut wie gar nicht gemacht. Allerdings werden die Indigorückstände zum Düngen gebraucht. Diese Art Düngung ist aber eine sehr einseitige und geschieht oftmals auf Ländereien, wo eine derartige Düngung gar nicht angebraclit ist. Dafs aber durch eine richtige Düngung eine bessere Ausbeute erzielt werden kann, ist ganz gewifs, und es werden die von mir konstatierten Unterschiede im Indicangehalt der zu gleicher Zeit, aber von verschiedenen Feldern entnommenen Pflanzen wohl wesentlich auf die verschiedene Zusammensetzung des Bodens zurückzuführen sein. Dafs aber auch schon durch eine rationelle Fruchtfolge gute Resultate erzielt werden können, habe ich ebenfalls bereits konstatieren können. Mittlerweile hatte die Ernte begonnen, und nahm die Fabrikation im Grofsen meine ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Ich führte die schon er- wähnten Versuche, die Pflanzen bei einer Temperatur von 50° zu extrahieren, im Grofsen aus und beobachtete zu gleicher Zeit die übliche Extraktions- methode mit kaltem Wasser. Da bei letzterem Verfahren immer eine saure Fermentation einsetzt resp. einsetzen mufs, um eine normale Ausbeute zu er- halten, beim Arbeiten mit Wasser von 50° jedoch nicht, so stellte ich zunächst die verschiedenen Säuregrade des warmen wie auch des kalten Auszuges fest, und zwar bestimmte ich die Säure durch Titration mit Vö Normal-Natronlauge. Ich werde der Einfachheit halber die Kubikcentimeter 1/5 Normal-Natron, die verbraucht wurden, um 100 ccm des Pflanzenauszuges zu neutralisieren, mit Grade bezeichnen. Dieser Säuregrad betrug beim Extrahieren der Pflanzen mit warmem Wasser 31/2 bis 6°. Beim Extrahieren mit kaltem Wasser nahm derselbe zunächst, langsam dann schneller zu und schwankte zum Schlufs zwischen 15 und 25°. Ich machte hierbei die Beobachtung, dafs die Pflanzen im allgemeinen, und zwar immer, wenn sie ganz frisch geschnitten waren, das Indican erst dann abgaben, wenn die Fermentation eingesetzt hatte. Ich führe dies darauf zurück, dafs lebende Pflanzen das Indican überhaupt nicht an Wasser abgeben, dafs aber durch die Fermentation und durch die liierbei gebildete — 139 — Säure die Pflanzen schneller zum Absterben gebracht, werden, zumal durch die Fer- mentation dem Wasser der Sauerstuö', der zum Lel)cu der Pflanze erforderlich ist, schneller entzogen wird. Sobald aller im Wasser vorhandene Sauerstoff verbraucht ist, tritt an Stelle der sauren Fermentation eine reduzierende. Es entwickeln sich erst wenige, dann immer mehr Blasen, und es beginnt hierdurch das Wasser zu steigen, ein Zeichen für den Pflanzer, dafs der ßottich reif ist und das Wasser abgelassen werden mufs. Durch die eingetretene faulige Gärung — die aufsteigenden Blasen sind mit Sumpfgas gefüllt - wird, wenn man dieselbe länger einwirken läfst, Indican zersetzt, und es geht somit Indigo verloren, wohingegen die saure Gärung in dieser Beziehung ohne Einflul's auf das Indican ist. Zugleich wii'd durch die reduzierende Wirkung dieser fauligen Fermentation etwa schon ge- bildetes Indigoblau in Indigoweifs übergeführt, um nachher im Schlagbottich wieder zu Indigoblau oxydiert zu werden. Die Ausbeute, die beim Arbeiten im Grofsen mit warmem und kaltem Wasser erhalten wurde, differierte nicht sehr. Allerdings war der durch warmes Ausziehen erhaltene Indigo hochprozentiger und die Qualität der Kakes eine bessere, als der nach dem üblichen Verfahren hergestellte. Die Ausbeute an Indigoblau war jedoch ziemlich gleich. Beim Arbeiten mit kaltem Wasser wird es sich empfehlen, dahin zu wirken, dafs eine saure Gärung möglichst schnell einsetzt, und dafs die zum Schlafs auftretende Gärung möglichst hinausgeschoben bezw. vermieden wird. Es wird zweckmäfsig sein, darauf zu achten, dafs das zum Extrahieren ver- wendete Wasser mindestens 30° hat. Am günstigsten wird die Temperatur von 30 bis 35, bei Verarbeitung von besonders kräftigen Pflanzen bis 40'' sein. Eine Oxydation des Indicans zu Indigoblau im Extraktionsbottich findet um so weniger statt, je saurer die Flüssigkeit ist. Ich machte nämlich die Beobachtung, dafs das Schlagen um so länger dauerte, je hoher der Säuregrad des Auszuges ist. Während nämlich zur Oxydation des warmen Auszuges nur 30 bis 60 Minuten erforderlich waren, mufste der kalte Auszug l*/2 bis 2V2, oft sogar bis z;u fünf Stunden geschlagen werden. Hierbei ging der Säuregrad stets herunter. Dies veranlafste mich, durch Zugabe von Alkali in den Schlagbottich, einen Teil der Säure zu neutralisieren, um so das Sehlagen zu beschleunigen. Je mehr Alkali hinzugesetzt wurde, je schneller verlief das Schlagen, und um so besser setzte sich der Niederschlag zu Boden. Zudem war die Ausbeute eine gröfsere. Zu dem Warniwasserauszug von je etwa 10 000 kg grünen Pflanzen wurde in steigenden Mengen bis zu 13 kg konzentrierte Ammoniaklösung und bis zu 7 kg Atznatron gesetzt, und hierbei ging der Säuregrad auf 2V2 bis 1° herunter. Der so ge- wonnene Indigo zeigte, zu Kakes geformt, ein sehr gutes Aussehen. Bei der Analyse verhielt sich derselbe aber ganz verschieden von dem in üblicherweise mittelst kalten oder warmen Wassers hergestellten Indigo. Beim Titrieren ging die Farbe der Lösung nämlich nicht über grün in gelb über, sondern die Lösung nahm eine rote Farbe an, die um so intensiver war, je mehr Alkali zur Her- stellung benutzt worden war. Von Herrn Dr. Lup in Düsseldorf war ich bei früherer Gelegenheit darauf aufmerksam gemacht worden, dafs bisweilen Java^Indigos vorkommen, die beim Titrieren eine rote Farbenreaktion zeigen, und dafs bei Verarbeitung der- artiger Indigos die Resultate in der Küpe nie mit denen der Analyse überein- stimmen, und zwar derart, dafs beim Analysieren immer zu hohe Zahlen ge- funden werden. Der unter Zusatz von Alkali gewonnene Indigo zeigte demnach ganz die- selbe Reaktion, wie sie Dr. Lup bei einigen Java- Indigos beobachtet hatte. — 140 — und ich erfuhr später auch, dafs schon damals in einigen Indigofabi-iken Javas Indigo unter Benutzung von Alkali hergestellt wurde. Diese auffallende Er- scheinung veranlafste mich, durch Versuche im Kleinen die Einwirkung von Alkali im Schlagbottich näher zu ergründen. In kleinen Verauchsbottichen wurden Indigopflanzen mit Wasser von 53° C. ausgezogen und vor der Oxydation je 500 ccm verschiedene Mengen Natronlauge zugesetzt. Hierbei fand ich, dafs die zur Oxydation bezw. zum Entfärben der schwefelsauren Lösung des je- weilig erhaltenen Niederschlags erforderliche Menge Chamäleonlösung um so gröfser war, je mehr Alkali dem Pflanzenauszug zugesetzt bezw. je geringer der Säuregrad des Filtrats war. Sobald die Acidität nur noch etwa 2,5° betrug, begann die schwefelsaure Lösung des Niederschlags sich rot zu färben, und es war die Kotfärbung um so intensiver, je mehr Alkali zugesetzt war, bezw. je niedriger der Säuregrad war. Ganz dieselben Resultate erhielt ich, als ich dem Kaltwasserauszug vor dem Oxydieren Alkali zusetzte, nur dafs hier, entsprechend der höhereu Acidität, mehr Natronlauge erforderlich war. Da nun nach den schon erwähnten Beobachtungen von Dr. Lup bei der Analyse von Indigos, die diese Reaktion zeigen, zu hohe Zahlen gefunden werden, so ist anzunehmen, dafs durch Zugabe von Alkali zum Pflanzenauszug eine Mehrausbeute von Indigoblau nicht erhalten wird, dafs vielmehr durch Zu- satz von Alkali zum Schlagbottich Verbindungen gefällt werden, die diese rote Reaktion bedingen. Es würde von Interesse sein, die Substanz, die die rote Reaktion bei der Analyse bedingt, in der Weise von Indigoblau zu trennen, dafs man aus dem sauren Pflanzenauszug in üblicher Weise zunächst das Indigoblau ausscheidet, und dann durch Behandlung mit Alkali die fragliche Verbindung fällt. Leider fehlte mir hierzu die Zeit, bezw. standen mir, da die Ernte mittlerweile beendet war, keine Pflanzen mehr zur Verfügung. Einige Jahre später kam in Calkutta ein Indigo auf den Markt, der beim Analysieren ebenfalls diese rote Reaktion zeigte. Durch Zusatz von Kalkmilch zu dem Pfllanzenauszug hatte man bei Herstellung dieses Indigos zujiächst die eiweifsartigen und andere Verbindungen gefällt und dann die geklärte Flüssig- keit geschlagen. Durch die Kalkmilch wurde aber zugleich ein Teil der Säure neutralisiert und so dieselbe Verbindung mit ausgefällt, wie bei Verwendung von Atznatron oder Ammoniak. Dieser Indigo hatte ein vorzügliches Aussehen, zeigte aber, wie gesagt, beim Analysieren dieselbe rote Reaktion, und zwar bald stärker, bald schwächer. Ich sprach damals meine Ansicht dahin aus, dafs dieser Indigo für die ersten Jahre hohe Preise erzielen würde, nach einigen Jahren zu niedrigen Preisen aber kaum Abnehmer finden würde, was sich be- stätigte. Wie diese meine Studien zeigen, sind sowohl auf dem Gebiete der Kultur als der Fabrikation von Indigo noch höchst interessante und für die Praxis wichtige Fragen zu lösen. Füi* die Praxis am erfolgreichsten werden die Studien auf dem Gebiete der Kultur sein. Durch Auswahl eines besseren Saat- gutes, durch rationelle Düngung und eine geregelte Fruchtfolge wird man es dazu bringen, den Indicaugehalt der Pflanzen zu erhöhen und somit die Fabrikationskosten zu verringern. Geringere praktische Erfolge verspreche ich mir betreffs der Fabrikation. Man wird allerdings dazu kommen, einen Indigo mit höherem Indigoblaugehalt und von besserem Aussehen herzustellen, eine wesentlich höhere Ausbeute an Indigoblau wii'd in den weitaus meisten Fällen jedoch nicht möglich sein. Von — 141 — gröfserem Interesse werden hier die wissenschaftliehen Resultate sein. Ich wünsche in dieser Beziehung den Herren Hancock und Rawson, die sich seit einigen Jahren im Auftrage der Regierung und der Pflanzer mit dieser Frage beschäftigen, recht viel Erfolg. Ich bezweifle aber, dafs ihre Erfolge mit denen der Chemiker, die sich in Deutschland mit der Herstellung des künstlichen Indigoblaus befassen, konkurrieren können. Denn schon wird dieser künstliche Indigo so billig auf den Markt gebracht, dafs die Indigopflanzer mit ihrer Existenz zu kämpfen haben. Dazu sind auf den Pflanzungen wesentliche Er- folge erst im Laufe von Jahren möglich. Denn nur einmal im Jahre wird der Indigo ausgesät, und nur kurz ist die Zeit der Ernte bezw. der Fabrikation. Dahingegen kann sich der Chemiker mit der Herstellung des künstlichen Indigos das ganze Jahr über befassen. Und so ist es nicht ausgeschlossen, dafs durch die Erfolge der deutschen Chemiker eine einst blühende Plantagen- industrie zu Grunde gerichtet wird. ^/ ''''' : VI o>^>^> ■>:>■> ■r^.^^^. Koloniale Gesellschaften. Südwest- Afrikanische Schäferei-Gesellscliaft. Anfang Januar sind die Beauftragten der Gesellschaft, Herren Klendgen und Houssfeld, im Schutzgebiet eingetroffen, um zunächst sich über die ört- lichen Verhältnisse zu orientieren, geeignetes Farmland zu kaufen, überhaupt alle Vorbereitungen für das Unternehmen zu trefi'en. Auf Grund der von Herrn Klendgen einzureichenden Berichte und Kostenanschläge soll dann ein be- stimmter Plan für die Ausführung des Unternehmens festgesetzt werden. Pangani-Gesellschaft. Die diesjährige Verai'beitung an Zuckerrohr beträgt 48 000 Centner, im Preise von ca. 17 100 Rupien, aus denen 2000 Centner Zucker im Werte von li)200 Rupien, aufserdera 40 000 Liter Rum gewonnen wurden. Der Wert des Rums läfst sich erst nach längerer Fafslagerung feststellen. Für die nächste Kampagne wird ein erheblich gröfseres Quantum von Zuckerrohr erwartet, welches die Fabrik alsdann auch unter Ausnutzung ihrer sämtlichen Maschinen und Apparate wird verarbeiten können. Bei dem derzeitigen niedrigen Zuckerpreis wird in der Hauptsache Rum fabriziert werden. Otavi-Minen- und Eisenbahn-Gesellschaft. Dem in der Generalversammluni^ am 28. Dezember v. Js. erstatteten Bericht der Direktion über das Geschäftsjahr vom 6. April 1900 bis 13. März 1901 ist zu entnehmen, dafs die Gesellschaft zur Erreichung ihrer Zwecke zwei Expedi- tionen entsandt hat. Zur Untersuchung des Kupfervorkoramens im gesamten Otavigebiet wurde der im Kupferbergbau erfahrene Mineningenieur C. James mit mehreren Beamten Tropenpflanzer 1901', Heft 3. IQ — 142 — und 27 Bergleuten im Juni 1900 entsandt. Das Ergebnis der umfangreichen Arbeiten in den Minen in Asis, Suchab, Nagaib und Tsurneb liegt in ein- srehenden Berichten des Herrn James vor. Zur Feststellung einer geeigneten Eisenbahnverbindung wurde eine Ex- pedition unter Führung des Herrn Dr. G. Hartmann und des Eisenbahn- Ingenieurs T. Toennesen ausgerüstet. Durch dieselben wurde die Tigerbai und Umgebung bis zum Kuneneflufs auf portugiesischem Gebiet und auf deutschem Gebiet die Fortsetzung dieser Linie bis Otavi, aufaerdem eine zweite Linie von Otavi durch das Kaokofeld bis zur Khumimündung und nach Angra Fria an der Westküste untersucht. In Ergänzung dieser Arbeiten wurden auch Untersuchungen der letzten beiden Punkte von der Seeseite durch den Kapitän Schade von der Woermann- Linie und durch den Wasserbau- Ingenieur Saelz angestellt. Der Expedition zur Untersuchung einer Linie nach der Tigerbai war der Mineningenieur Speak beigegeben. Ferner wurde neben der Untersuchung einer Eisenbahnverbindung nach Port Alexandre auf portugiesischem Gebiet mit Übergang über den Kunene am letzten Katarakt durch Dr. Hartmann der Eisenbahnanschlufs in Karibib an die von Swakopmnnd nach Windhoek führende Linie in Erwägung gezogen. Für die Expeditionen sind über 500 000 Mk. verausgabt worden, davon allein etwa 400000 Mk. für die Untersuchung der Minen durch die Expedition James. In den Aüfsichtsrat wurden erneut gewählt die Herren Geh. Kommerzien- rat von Hansemann, Wirkl. Geh. Rat Dr. Paul Fischer, Generalkonsul Dr. Paul Schwabach und Kommerzienrat Dr. Max Steinthal, Berlin, Dr. Scharlach, Hamburg und J. H. Lubach und Edmund Davis, London. Der Direktion gehören an die Herren Direktor Paul Boettger, Eisenbahn- direktor Carl Ploetz und Dr. Hartmann. Das Bureau der Gesellschaft be- findet sich in Berlin, Unter den Linden 35. - ^>>>>;>>»>» ■^ \A Aus (leutsehen Kolonien. <: vertreten ist, war in den benachbarten Teilen von Deutsch-Ostafrika wilder Kaffee bisher nicht nachgewiesen worden. Als ich Ende Februar v. J. das Gebiet des unteren Rovuma bereiste, traf ich in der Nähe des Mbangala-Flusses eine Coffea-Art an, die sich bei näherer Untersuchung als neu erwies. Ich lasse die Beschreibung der Pflanze, die ich zu Ehren "des hiesigen Mouographen der Rubiaceen, Prof. Dr. Schumann, benannt habe, hier folgen. Coffea Schumanniana ist ein Baumstrauch von krummem Wüchse, mit gebogenen, hängenden Asten und schlanken, rutenförmigen Zweigen. Seine Rinde ist 143 10* — 144 — braun und glatt. Die Blätter sind eiförmig bis länglich-eiförmig, zugespitzt, dünn papierartig, beiderseits kahl, oberseits schwach glänzend, unterseits matt und von hellerer Farbe. Der Blattrand ist leicht gewellt. Der Blattstiel ist 3 bis 5 mm lang, die Spreite 6 bis 13.5, meist 10 cm lang und 2.5 bis 6, meist 4 bis 5 cm breit. Yon Mittelnerven gehen beiderseits 4 bis 5 unregelmäfsig alternierende, auf der Blattunterseite hervortretende Seiteunerven I. Ordnung ab. Die Neben- blätter sind 1.5 bis 2 mm lang, mit breiter Basis und scharf zugespitzt. Die ovalen Früchte stehen einzeln oder zu zwei in den ßlattachsen; sie haben einen 4 mm langen Stiel, sind 10 bis 11 mm lang und 5 bis 6 mm breit. Die kleinen, fast halbkugeligen oder schwach länglichen Samen sind 5 bis 7 mm lang, 5 bis 6 mm breit und 3 bis 3.5 mm dick; häufig ist nur ein Same entwickelt. (Fig. B und C stellen die Frucht vergröfsert dar, Fig. D und F Same in natürlicher Gröfse, E und G vergröfsert und im Querschnitt, D und E sind gewöhnliche halb platte Bohnen, F und G kugelige Perlbohnen.) Die Pflanze wächst im schattigen feuchten Uferdickicht. Ich fand sie ohne Blüten, aber mit reifen Früchten unmittelbar an dem einzigen Wege, welcher in der erwähnten Gegend den Verkehr am linken Rovuma-Ufer vermittelt. Von Coffea arabica ist die Art aufser durch ihren Habitus dadurch unterschieden, dafs der arabische Kaffee dickere Blätter mit zahlreicheren Seitennerven I. Ordnung besitzt, dafs er reichblütiger ist, gröfsere Früchte und länglichere Samen hat als Coffea Schumanniana. Coffea Schumanniana ist die dritte bis jetzt aus Deutsch-Ostafrika be- kannte wilde Kaffeeart. Aufser Coffea arabica, deren Varietät Stuhlmannii Warb, als Stammpflanze des „Bukoba-Kaffees" bekannt ist, bleibt noch Coffea Zanguebariae Lour. zu nennen, welche von Stuhlmann in Usaramo nach- gewiesen wurde. Ob die neue Kafifeeart sich zur Kultur eignet und dabei ein brauchbares- Produkt liefern würde, mufs vorläufig dahingestellt bleiben. Dr. Walter Busse. Rindenlaus im Kakao in Kamerun. Auf den Kakaopflanzungen von Victoria macht sich jetzt eine Rindenlaus höchst unangenehm bemerkbar. Auf dem ältesten Bestand der Moliwepflanzung^ hat sie z. B. 35 bis 40pCt. der Kakaobäume befallen, und weit über 1000 der schönsten Bäume dieses freilich auch erst dreijährigen Bestandes mufsten unter- halb der Krone gekappt werden. Wirklich wirksame Mittel gegen diese Krank- heit sind derzeit in Kamerun noch nicht bekannt. Kultur und Fabrikation von Rizinusöl in deutschen Kolonien. Aus der unter dieser Überschrift (in No. 10 des „Tropenpflanzer" — Oktober 1901) von Herrn Dr. Schulte im Hofe gegebenen eingehenden Aus- kunft auf meine Anfrage, ob die Fabrikation von Rizinusöl nach indischem Vorbild in Deutsch-Südwestafrika Aussicht auf Gewinn bieten würde, geht leider mit ziemlicher Gewifsheit hervor, dafs dieselbe — vorläufig wenigstens — hier nicht in Betracht kommen kann. Der Hauptgrund dafür sind die im Verhältnis zu dem niedrigen Markt- preis für Rizinusöl in Deutschland viel zu hohen Herstellungs- und Transport- — 145 — "kosten. Der Preis für Rizinusöl beträgt, wie Herr Dr. Schulte im Hofe angiebt nach den letzten Notierungen im „Tropenpflanzer" frei Hamburg 59 bis 80 Mk., also durchschnittlich etwa 70 Mk. für 100 kg. Nach Fertigstellung der Bahn (die in etwa zwei bis drei Jahren zu erwarten ist) soll die Landfracht von Windhoek nach Swakopmund, wenn ich nicht irre, etwa 14 Mk. für 100 kg be- tragen. Von Keetmanshoop nacli der Lüderitz-Bucht, wo nur Wagenverkehr ist, beträgt dieselbe dagegen z.B. augenblicklich 34 Mk. für 100 kg; für weiter von der Küste entfernte Orte entsprechend noch mehr. Die Seefracht auf den Wörmanndampfern beträgt von den deutsch-südwest- afrikanischen Häfen nach Hamburg etwa 5 Mk. für 100 kg; das würde — im allergünstigsten, erst in einigen Jahren eintretenden Falle an Fi*achtkosten bis Hamburg allein schon etwa 19 Mk. für 100 kg ausmachen. Rechnet man dazu die einmaligen Kosten für die notwendigen Maschinen und Gefäfse und deren Transport, sowie die laufenden Ausgaben für die hier wegen des Holzmangels recht kostspielige Feuerung, für Löhne etc., so ist da- mit die Frage der Rizinusfabrikation für Deutsch-Südwestafrika unter den heutigen Verhältnissen leider abgethan. Keetmanshoop, Deutsch-Süd westafrika. Gentz. Kickxiakultur in Kamerun. Herr Eigen, Leiter der Moliwepflanzung in Kamerun, schreibt über die Kickxiakultur: Diese Kautschukart findet hier jetzt immer mehr Anklang, und halte ich ein Anpflanzen derselben, wenn auch nicht als Separatkultur, da sie sieh bei dem vielen Reinigen nicht besonders rentieren dürfte, so doch als Alleebaum, Schattenbaum mit J]rythriua gemischt und an Flufsrändern für sehr angebracht. Anfangs wächst sie ja nicht besonders schnell, aber bei'eits im zweiten und dritten Jahre ist dieselbe, besonders wenn sie genügend Licht hat, dem Kakao bald über. Kaffeeschädlinge aus Westafrika. Als solche sind uns von Begoro an der Goldküste einige Bockkäfer ein- gesandt worden, welche von Herrn Professor Kolbe vom Königl. Museum für Naturkunde in Berlin bestimmt wurden. li Bixadus sierricola White, ein von Togo bis Sierra Leone verbreiteter Bockkäfer (Cerambycide); es war schon bekannt, dafs dies ein gefährlicher Schädling des Kaffees in Westafrika ist; namentlich hat er mehrere Kaffee- pflanzungen in Victoria am Kamerunberg zerstört. Desgleichen ist er im Kaffee in Aburi an der Goldküste gefunden, und zwar sowohl im arabischen Kaffee als im liberischen. In den Kew bulletins 1897, S. 179, wird darauf hingewiesen. Bixadus ist eine Untergattung von Monohammus. einer grofsen Bockkäfergattuug, von der zwei Arten, M. sartor und M. sutor, in Europa den Coniferen schädlich werden. 2. Moecha büttneri Kolbe, bisher nur aus Togo bekannt. 3. Moecha molator F., von Togo bis Sierra Leone verbreitet. Ob die beiden Moecha-Arten an morschem oder lebendem Holz leben, ist noch unbekannt, hoffentlich wird ihre Lebensweise bald in den westafrikanischen Plantagen festgestellt werden. Zur Bekämpfung dienen Schwefelkohlenstoff oder Petroleum, welche Flüssig- keiten mittelst eiupr Ausflnfaröhre in die Frafsgänge am Stamm der befallenen 146 Kaffeebäuine geleitet werden. Wichtig ist auch das Aufsuchen und Sammeln der Käfer, vielleicht durch Abschütteln der Bäume am frühen Morgen, durch Ausfindigmachen und Benutzung von Ködern oder durch Hinlegen von die Käfer anlockenden Stämmen toter Kaffeebäume in den Pflanzungen. Eventuell können die Larven auch mit Draht aus den Gängen gezogen oder in denselben getötet werden. Auch könnte man den Ort an der Rinde suchen, wo die Käfer ge- wöhnlich die Eier ablegen, und die Kafifeebäume daselbst mit Teer, Lehm, Kuhdünger oder Kalk, der durch Reiswasser klebrig gemacht ist, bestreichen. /^. t.««C - - %>^> ^ Aus fremden Produktionsgebieten. Kautschukexport aus Brasilien. Die neuesten Statistiken zeigen, dafs der Kautschukexport Brasiliens noch immer laugsam steigt. Nachdem sich der Kautschukexport des Amazonasgebiets von 1882/83 bis 1892/93 von 10 018 auf 19 050 Tonnen erhoben hatte, und 1899 schon 25403 Tonnen betrug, wurden 1899 1900 26 690 Tonnen, 1900/1901 27 650 Tonnen exportiert. Es haben sich jedoch die Verhältniszalilen der beiden Verschiffungshäfen, Manaos und Para, zu Gunsten des ersteren Platzes geändert. Es verschifften nämlich Para Manaos 1899/1900 19 252 7 438 Tonnen 1900/1901 14 729 12 921 Castilloa als Kakao-Schattenbaum in Java. über diese vielfach ventilierte Frage liegt eine Notiz vor von Mac Gillivray, in einem Vortrag über Nebenkulturen (Bycultures ), speziell über Kakao, der am 26. September 1901 auf dem vierten Kaffee- und Bergkultur- Kongi-efs in Malang auf Java gehalten wurde. Er teilt mit, dafs in einer Castilloapflanzung von zehnjährigen Bäumen die dazwischen gepflanzten sieben- jährigen Kakaobäume sowohl wie die Castilloabäume gut stehen. Er rät, die Castilloabäume in Abständen von 36 Fufs zu pflanzen. Dadap lEi'ythrina) und Maniok empfiehlt er als vorläufigen Schatten; kein Dadapbaum kann so lange leben wie der Kakaobaum, der 40 bis 50 Jahre alt wird. Hingegen empfiehlt er Caesalpinia dasyrhachis als dauernden Schattenbaum, da er auch m der Trockenzeit lOstmonsum) auf Java seine Blätter nicht verliert. JV ./^s. Vermischtes. '\^ Kauriharz. C:«««««c Von Ernst Henning, Halle a. S. Unter der Rubrik: ..Auszüge und Mitteilungen" brachten wir in No. 9 des -Tropenpflanzer" 1900 die Nachricht, dafs im Auekland-Distrikt auf Neuseeland gi-ofse Lager von fossilem Harz der Kaurifichte, die eine Ausbeutung lohnend — 147 — erscheinen lassen, entdeckt worden seien. Da bereits schon seit Jahrzehnten jenes fossile Produkt einen Hauptanteil am Export neuseeländischer Erzeugnisse hat, so dürften neben denen des Verfassers die Mitteilungen einer auf diesem Gebiet erfahrenen Autorität, des ehemaligen Konservators der nenseeländer Forsten, Professors T. Kirk, wie er sie im „New Z. Off. Y. B." folgen läfst, von Interesse sein. Obgleich ein thatsächliches Harz, bezeichnet man es fälschlicherweise mit Kaurigummi. Es stellt den verdichteten Terpentin der Kaurifichte dar, findet sich in grofsem Überflufs in fossilem Zustande im nördlichen Teil der Provinz Auckland vom Nordkap bis Mittelwaikato und wird sowohl auf den trockensten Farnhügeln als auch in den tiefsten Sümpfen gegraben. Die reinsten Specimen werden auf der Kap Colville Peninsulagefunden. Gegenwärtig dürften gegen 7000 Menschen einschl. der eingeborenen Maoris durch dieses Harzgraben ihren lohnen- den Erwerb finden. In fossilem Zustande findet sich Kauriharz in gi-öfseren und kleineren Klumpen voi', von Wallnufsgröfse bis zur Gröl'se eines Menschen- kopfes; sogar Stücke im Gewicht von über 100 Pfd. hat man gefunden neben durch- scheinenden, fast durchsichtigen Specimen mit eingeschlossenen Blättern, Samen oder kleinen Insekten. Stammt das Harz aus sumpfigen Gegenden, so ist es sehr dunkel gefärbt oder beinahe schwarz und steht als solches im Preise sehr niedrig; Waikatoharz ist das dunkelste von allen. Durchsichtige oder halb- durchsichtige Stücke stehen dagegen hoch im Preise, da sie als Ersatz für Bernstein bei der Erzeugung von Mundstücken für Pfeifen, Cigarrenspitzen etc. sich gut verwenden lassen. Der Hauptteil jedoch wird zur Bereitung von 01- firnifs verarbeitet und nimmt deshalb in allen Ländern, wo viel Firnifs fabri- ziert wird, die erste Stelle auf dem Markte ein. Der Export erstreckt sich hauptsächlich auf England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Im ganzen umfafst das Gebiet, wo Kauri gegenwärtig gefunden wird, eine Fläche von etwa 100 000 Acres, doch dürften noch grofse Flächen als harzhaltig entdeckt werden. So segensreich die Harzindustrie für den Auckland-Distrikt in vielen Beziehungen gewesen ist, so schädlich hat sie ihn aber auch in kul- tureller Beziehung beeinflufst. Der Grund und Boden ist, wo immer man Harz vermutete, umgegraben woi-den, wobei auf die gewöhnlich 2 bis 3 Zoll starke Humusschicht keine Rücksicht genommen worden ist, indem diese einen und mehrere Fufs tief umgearbeitet wurde; ferner liegt es dem Harzgräber fern, die Vegetation des betreffenden Stückes Land, das er bearbeiten will, auszuroden; da ihm das zu viel Mühe macht, so ergreift er die bedeutend weniger mühselige Methode, indem er einfach ein Streichholz ansteckt und die Vegetation nieder- brennt. Würde er nur das betreffende Stück, welches er zu bearbeiten gedenkt, niederbrennen, so sollte ihn kein Vorwurf treffen; doch das Feuer läfst er einfach über Hunderte, ja Tausende von Acres verheerend wirken, wenn es sich mitunter nur um wenige Meter handelte. Dies mutwillige Abbrennen wirkt fürchterlich zerstörend auf das Erdreich, denn es vernichtet die kleinen Wurzeln, pulverisiert den wenig vorhandenen Humus, den der Wind scliliefslich samt der Asche fortträgt. So existieren weite Strecken von diesem Harzland, wo durch wiederholtes Abbrennen jede Humusschicht verschwunden und nichts weiter übrig gel)lieben ist alsder blofse weifse Pfeifenthon. Aber nicht nur in dieser Beziehung haben die Feuer grofsen Schaden angerichtet, sondern auch den Ansiedlern V^erluste zugefügt, indem es auf deren Einzäunungen übersprang und ihre Heim- stätten in unmittell)are Gefahr brachte; selbst Telegraphenstangen fallen dem so entfachten Elemente zuweilen zum Opfer. Wenn zwar die Vegetation auf diesen Ilarzländereien eine sehr kümmer- liche ist, so haben doch Versuche in den letzten Jahren mit Grasaussaaten, — 148 — besonders mit Poa Brownii, sich erfolgreich erwiesen; doch da, wo die wenigen Zoll Humus durch obige Ursachen verschwunden sind, waren auch diese Aus- saaten erfolglos. Ist auch Poa Brownii kein besonders nährendes Gras, so ist es doch besser als der natürliche Wuchs dieser liarzländereien, der zur Hauptsache in Farnkräutern besteht, die weder Schaf noch Rind fressen will. Betreffs des noch zu bearbeitenden Vorrats an Harz gehen die Meinungen sehr auseinander; fest steht, dafs die gegenwärtige Generation das Ende der neuseeländer Kauriharzindustrie nicht erleben wird. Neue Felder und Lager werden beständig entdeckt, und immense Strecken von den bekannten alten Harzfeldern sind nur hier und da ausgebeutet oder oberflächlich abgebaut. Sicher ist, dafs ein systematisches Bearbeiten der Felder in Jahren platzgreifen wird, und dafs solche, die jetzt verlassen sind, noch einmal werden bearbeitet werden, ein Beispiel, wie es zur Zeit bei den Goldgräbern in Centralotago Thatsache ist, die dort schon bearbeitete Strecken jetzt gründlich mit aber- maligem Erfolg bearbeiten. Die mit Graben nach Kauriharz beschäftigten Leute lassen sich in drei- Klassen einteilen, nämlich in die eigentlichen Gräber, deren Unterhalt aus- schliefslich vom Harzgewinn abhängt, — die Ansiedler, die nur dann und wann mit diesem Erwerbszweig sich beschäftigen, um den Ertrag ihrer Ländereien zn steigern, — und schliefslich die Maoris (Eingeborenen"), die sich hiermit nur beschäftigen, wenn ihre Ernten einen Mifserfolg liefern oder ihre Lebensmittel vorzeitig sich zu Ende neigen. Die Ausrüstung eines Harzgräbers ist sehr primitiv: ein Harzspeer, bestehend aus einem leicht gespitzten Eisenstab mit bequemem Griff, dient zur Untersuchung des Bodens, der Spaten sodann zum Ausgraben und ein Sack, um das Harz nach Hause zu tragen. Für Konzession auf Kronland zahlen Gräber 5 Mk. pro Juhr, 10 Mk. für die Erlaubnis, während der Wintermonate in Staatsforsten zu graben; solche, die Privatland bearbeiten, zahlen 20 bis 80 Mk. pro Jahr und sind verpflichtet, das Harz an den Eigen- tümer bezw. Pächter des Landes zu annehmbarem Marktpreise zu verkaufen. Für den arbeitsamen Arbeitslosen ist das Harzgraben stets eine sichere Ein- nahmequelle gewesen und hat dem Auckland-Distrikt die Möglichkeit gegeben, über Zeiten ernster konmierzieller Depression mit verhältnismäfsiger Leichtigkeit hinwegzukommen; für Hunderte von Ansiedlern mit nur geringem Kapital ist dieses Naturprodukt eine unbegrenzte Wohlthat gewesen, und nicht wenige, jetzt zu Wohlstand gelangt, sehen dankbar zurück, da ihnen die Harzfelder gelegent- lichen Verdienst gewährten. Was das durchschnittliche Einkommen des Gräbers auf Pacht- oder Privatland angeht, so beträgt dasselbe ungefähr 30 Mk. pro Woche, während der tliatsächliche Unterhalt sich auf 10 bis 12 Mk. wöchentlich beläuft. Da bei ihm der Mietszins — denn der Gräber findet stets die Möglichkeit, sich selbst eine regendichte Hütte zu konstruieren — in Wegfall kommt und ihn die gütige Natur frei mit Feuerholz versorgt, so verbleiben ihm nach Abzug der Lebensmittel etwa 18 bis 20 Mk. pro Woche. Selbstverständlich befindet sich der fleifsige Gräber in bei weitem günstigerer Lage als der eben be- sprochene, und es ist schwer, irgend ein anderes Produkt zu nennen, welches in so remunerativen Mengen ohne irgend welche vorherigen Auslagen gefunden werden kann. Für Leute mit Lust zum Umherstreifen besitzt das freie, unabhängige Leben grofse Anziehung, und bei der Gewifsheit, genügend zum Lebensunterhalt zu verdienen, ist es kein Wunder, dafs so viele es der ein- tönigen Existenz eines gewöhnlichen Ansiedlers vorziehen. Der Handel mit Kauriharz geht auf das Jahr 1847 zurück, und betrug der Preis von diesem Jahr bis 1853 etwa 100 Mk. pro Tonne. Dann aber weisen — 149 — die Schwankungen einen interessanten Charakter auf so wohl in Bezug auf Wert als auch auf Gewicht des Harzes. Die Menge des exportierten Harzes nämlich stieg von 1440 Tonnen im Jahre 1856 auf 8317 Tonnen im Jahre 1893 und fiel von da ab wieder auf 6641 Tonnen im Jahre 1897, um dann wieder auf 11 116 Tonnen im Jahre 1899 zusteigen. Der Preis hierfür ist indessen in beständigem Steigen gewesen und jetzt auf der bisher höchst erreichten Stufe, nämlich 1200—1400 Mk. pro Tonne für beste Ware. Einige Konkurrenten hat das Kauriharz auf dem Markte, im Manila-, im Zanzibar- und einigen anderen afrikanischen Harzen, die jedoch infolge Mangels genügender Produktion nicht in entscheidenden Wettbewerb treten können. Mr. Ingham Clarke, ein berühmter englischer Firnifsfabrikant, äufsert sich über letzteres folgendermafsen : Der jährliche Totalimport von Firnifsharz in England, von dem ein Teil reexportiert wird, beläuft sich auf un2;efähr 4000 Tonnen, wovon ziemlich zwei Drittel auf Kauriharz von Neu- Seeland entfallen. Etwa 4()0 Tonnen kommen von der westafrikanischen Kolonie Sierra Leone, 400 bis 500 Tonnen von den Philippinen und den naheliegenden Inseln (gewöhnlich als Manilaharz bekannt), der übrige Teil von verschiedenen Weltteilen. Primaharz ist das von Zanzibar, dessen Quantität jedoch sehr be- schränkt ist; es holt seiner vorzüglichen Eigenschaft wegen in London 4000 bis 7000 Mk. pro Tonne. Das durch Anzapfen der Vateria indica, deren Samen nebenbei einen vegetabilischen Talg liefern, gewonnene Manilaharz*) gleicht dem Kauriharz im Aussehen so sehr, dafs es fast unmöglich ist. beide von Ansehen zu unterscheiden; die Experten unterscheiden daher nur nach dem Geruch. Mit den gei'ingeren Kauriharzsorten konkurrieren die Manilaharze zwar, doch wohnen ihnen Eigenschaften inne, wodurch den Fabriken oft Monate nach Herstellung des Firnifs Verdrufs erwächst, indem sie nämlich meistens scharfe Säuren und sonstige nicht wünschenswei"te Substanzen enthalten, durch deren Anwendung in der Industrie den betreffenden Artikeln sehr oft Schaden zugefügt wird; auf dem deutschen Markt konnten sie sich infolgedessen nicht befestigen. So sind gleich den Damarharzen verschiedene Arten von ihnen znr Herstellung von Ölfirnifs ungeeignet, weshalb sie in der Spiritusfirnifsfabrikation Verarbeitung finden; das sind Eigenschaften, durch die dem Kauriharz das Übergewicht auf dem Markte vorbehalten bleibt, wie ferner die, dafs es mit Leinsamenöl eine schnellere Verbindung bei niedrigerer Temperatur eingeht und einen helleren bezw. blasseren Firnifs produzieren läfst, so dafs es von den gi-öfseren Fabri- kanten ganz ausschliefslich verarbeitet wird. Das von der Sierra Leone kom- mende Kopal wird nicht im fossilen Zustande, wie die meisten Firnisse und Lackharze, gefunden, sondern wird direkt von der Copaifera Guibourtiana, die auf den höheren Bergi'egionen wächst, gewonnen. Der Preis für dieses bewegt sich doppelt so hoch als der des Kauri, und zwar, weil ersteres für den Handel ganz spezielle Firuifsarten liefert, wo Kauri nicht zu verwenden ist, und ferner, weil der Export sehr minimal, nämlich auf etwa 800 Tonnen jährlich, beschränkt ist, da die Bäume nicht beständig angezapft werden können, sondern ilinen ge- wisse ßuheperioden gelassen werden müssen. *i Dies ist nicht richtig; das Manilaharz stammt ebenso wie das Kauri- harz von Arten der Coniferengattung Agathis oder Dammara. (Red.) äSSÖ-^ — 150 — 4- Neue Litter atur. -f— :- Ja ar verslag der GouvernenientKine-Ondernemiug in deResidenlie Preanger-Regentschappen. 1899 und 1900. Batavia 1900 und 1901. Der Verfasser der beiden obigen Jahresberichte, der Direktor P. van Leersum, befindet sich dadurch in einer besonders günstigen Stellung, dafs er über ein für alle chemischen Untersuchungen geeignetes Laboratorium verfügt, und dafs sich dies Laboratorium und sein Wohnsitz mitten zwischen den grofsen Regierungsplantagen befindet, die seiner Leitung unterstehen. Hierdurch wird natürlich das Anstellen von Versuchen jeder Art sehr erleichtert. Auch kann eine derartige Verbindung von praktischen und wissenschaftlichen Arbeiten für die auf einer Versuchsstation im wahren Sinne des Wortes zu lösenden Auf- gaben nur von Vorteil sein. Die zum gröfsten Teil einigermafsen zweifelhaften Vorteile, welche von* den Vorkämpfern einer möglichst weitgehenden Centrali- sation aller Versuchsstationen angeführt werden, können demgegenüber jeden- falls nicht in Betracht kommen, und es ist somit auch wohl zu begreifen, dafs die holländische Regierung den Centralisationsgelüsten, die auch die Cinchona- Versuchsstation in eine mehr abhängige Stellung zu bringen suchten, nicht nachgegeben hat. Für die Regierung dürfte allerdings wohl in erster Linie der Umstand ausschlaggebend gewesen sein, dafs die Regierungsplantagen in den letzten Jahren grolsen pekuniären Gewinn abgeworfen haben. Derselbe betrug im Jahre 1898 etwa 219 000 und im Jahre 1899 etwa 406 000 Gulden. Ein der- artiger Gewinn wäre nun allerdings bei den augenblicklichen hohen Chinin- preisen leicht zu erzielen gewesen, wenn man, ohne für die Zukunft zu sorgen, einfach grofse Bestände abgeholzt hätte. Dafa dies aber auf den Regierungs- plantagen nicht geschehen, dafs hier vielmehr nach einem festen Plane ge- arbeitet wird und die Anpflanzungen in den letzten Jahren mindestens auf dent gleichen produktionsfähigen Zustande gehalten wurden, kann Ref. auf Grund eigener Anschauung nur vollauf bestätigen, übrigens war auch die Anzahl der auf den Plantagen befindlichen Cinchonabäume im Jahre 1900 von 2 567 000 auf 2 932 000, also um mehr als 350 000, gestiegen. Ferner sei aus dem reichen Inhalt der beiden Jahresberichte noch hervor- gehoben, dafs Verf. sich namentlich auch um die Auswahl und Züchtung der hochgradigen Cinchonavarietäten verdient gemacht hat. Wie sehr die in den Regierungsplantagen gezüchteten Samen von den Praktikern geschätzt werden, geht wohl am besten daraus hervor, dafs auf der öffentlichen Samenauktion im Jahre 1900 für Packete von 25 g Samen bis zu 555 Gulden, also 37 Mk. pro Gramm, bezahlt wurden. Auch auf die rationelle Bearbeitung des Bodens hat Verf. grofses Gewicht gelegt und dadurch eine bedeutende Steigerung des Ertrages erzielt. Speziell gilt dies auch von der Düngung der älteren Plantagen und zwar wurde durch Anwendung von Rizinuspresskuchen nicht nur eine viel kräftigere Entwicklung der Bäume, sondern auch eine bedeutende Steigerung des Chiningehaltes erzielt. Auch diese Resultate sind bereits mit P]rfolg auf den in Privatbesitz befind- lichen Plantagen angewandt. Bezüglich des Chiningehaltes bei zunehmendem Alter fand Verf., dafs derselbe bis zum fünften Jahre zunimmt, um dann wieder ganz allmählich ab- zunehmen. V^on mehr theoretischem Interesse ist endlich eine Anzahl von Versuchen, durch die der Einflufs der Entblätterung auf den Chiningehalt festgestellt wurde. Verf. fand hierbei, dafs jedenfalls der prozentische Chiningehalt durch längere Zeit hindurch fortgesetzte Entblätterung nicht vermindert wird, wie man erwarten müfste, wenn die Cinchonaalkaloide wirklich, wie dies von Lotsy — 151 — aus mikrochemischen Untersuchungen abgeleitet wurde, in den Blättern gebildet würden und von hier aus in die Stamm- und Wui'zelrinde wanderten. Bezüglich der weiteren Details der durch verschiedene sehr instruktive graphische Darstellungen illustrierten Jahresberichte nmls auf das Original ver- wiesen werden. Prof. Dr. A. Zimmermann. Prof. Dr. F. Plehn, Trupenhygiene mit spezieller Berücksichtigung der deutschen Kolonien. Ärztliche Ratschläge für Kolonialbeamte, Offiziere, Missionare, Expeditionsführer, Pflanzer und Faktoristen. 20 Vor- träge, gehalten am Seminar für orientalische Sprachen, Winter -Semester 1900/1901. 282 S. 8o. Mit 5 Tafeln und 5 Abbildungen im Text. Verlag von Gust. Fischer, Jena 1902. Preis broschiert 5 Mk., geb. 6 Mk. Man kann dem als Tropenarzt rühmlichst bekannten Verfasser aufser- ordentlich dankbar sein, dafs er seine reichen, in den verschiedensten tropischen Gegenden und zwar speziell in unseren afrikanischen Kolonien gewonnenen Erfahrungen in so einfacher, klarer und ansprechender Ausdrucksweise dem grofsen Publikum zur Verfügung stellt. Ich glaube, jeder, der längere Zeit in den Tropen gelebt hat und der dieses Buch durchblättert, wird bedauern, dafs ihm seinerzeit nicht ein ähnliches populäres Hülfsmittel zur Verfügung ge- standen hat. Wenn auch viele der in dem Buche enthaltenen Ratschläge erst neueren wissenschaftlichen Untersuchungen ihren Ursprung verdanken, was speziell natürlich für die Behandlung der Malaria und die Schutzmafsregeln gegen dieselbe gilt, so sind doch auch längst bekannte Schutz- und Heil- methoden, wie z. B. diejenigen der Magen- und Darmkrankheiten, Parasiten und Hautkrankheiten, überaus plastisch und gemeinverständlich dargestellt. Was die Einteilung des Inhaltes betrifft, so folgen nach drei allgemeinen, übrigens höchst interessanten Abschnitten über das Tropenklima und dessen Einflufs auf den Menschen vier wichtige Kapitel über Malaria sowie eins über das Schwarzwasserfieber. Es werden in denselben die Ergebnisse der neuei'en Forschungen sehr klar mit ihren praktischen Konsequenzen dargestellt, und auf drei Tafeln werden die gewöhnlichen Mücken (Culex) sowie die Malariamücken (Anopheles) nebst der Entwickelung der Malariaparasiten im Menschen und in der Mücke abgebildet. Die 9. bis 12. Vorlesung behandelt Pocken und Pest, tropische Hautkrankheiten, Magen- und Darmkrankheiten sowie die tierischen Parasiten des Menschen in den Tropen. Die 13. Vorlesung handelt über Schlangen- und Pfeilgift in den Tropen, es wird dort auch die Immunisierung dagegen sowie Calmettes Heilserum besprochen. Der folgende Abschnitt be- handelt die Augen- und Ohrenkrankheiten sowie die Verletzungen. Das 15. bis 19. Kapitel ist der eigentlichen Hygiene gewidmet, und zwar gelangen nach- einander zur Besprechung: die Vorbereitung für den Kolonialdienst und das Aufsere der Tropenhäuser, die Stationsanlage in den Tropen, das tropische Stationsleben sowie die Expeditionshygiene. Lehrreich sind die Abbildungen der zweckmäfsig und unzweckmäfsig konstruierten Tropenhäuser, auch solche mit Moskitoschutz, sowie transportable Stationshäuschen und Expeditionszelte, gleichfalls mit Moskitoschutz, gelangen zur bildlichen Darstellung, erstere in der Form, wie sie von F. H. Schmidt in Altona angefertigt werden, letztere, wie sie die Firma v. Tippeiskirch & Co. nach den Angaben des Verfassers zu einem sehr billigen Preis herstellt. Die letzte Vorlesung bespricht die Tropenapotheke und die Benutzung der einzelnen Medikamente. Wir sind überzeugt, dafs das Buch sich einer grofsen Verbreitung erfreuen und einen weitgehenden Nutzen stiften wird. Wg. — 152 ►i-f Marktbericht. +>-f- Hamburg, 21. Februar 1902. Die Preise verstehen sich pro 100 kg unverzollt. Aloe Capensis 70—72 Mk. Arrowroot 100-120 Mk. Balsam. Copaivae 370-380, Peru 1250—1260, Tolutanus 270—275 Mk. Baumwolle. Nordamerik. middling fair 94.00 bis 94.50, fully good middling 91.75—92.25, good middling m50-91.00, fully «9 25— 89.75, middling 88.00— 88..50, fully low middling 86.50-87.00, low middling 85.00—85.50 Mk. Ostindische, Bengal superfine 72.50, fine 7000, fully good h7, Scinde mach, gined, superfine 69.50, flne 67.00, fully good 64.00 Mk. Peru, mod rough 110.1)0-126.00 Mk. Westindische 60-88 Mk. Cacao. Caracas 140—176, Guayaquil 124—148, Domingo 90—100, St. Thnm^ 111—113, Kamerun 112—114, Victoria 102-106 Mk. Caffee. Rio ord. 52—58, fein ord. 70—74, Santos ord. 48—54, good 60-64, prima 68—72, ßahia 52—66, Guatemala 88—120, Mocca 1.50—210. Afrikanischer (Lib. native) 54—64, Java 110—200, Ceylon 100-180 Mk. Camphor, raffiniert 435—445 Mk. Canehl. Ceylon 340—3.50, Chips 52-54 Mk. Cardamom. Malabar 600— 800 Mk., Saat 400 Mk. C a s s i a lignea 90— 91.Bruch 44— 58,floresl92— 197Mk. Catechu 59-60 Mk. Chinin sulphuric. 39—40 Mk. per Kilo. Cochenille. Ten. gr. 150-160, Zacatilla 150 bis 210 Mk. Copra. Ostafrikanische 37—39, westafrikanische 28-34 Mk. Cortex. Cascarillae 105—150, Qniltay. 27— 29 Mk. Curcumae. Chines. 46-48, Bengal. 36-38 Mk. Dividivi 21-27 Mk. DUngestoffe. Fleisch- und Fischmehl 14.50, Knochenmehl 10.00—10.50 Mk. Elfenbein. 6.75-6.80 Mk. für !/■> leg, fdr Kamerun- Zähne von 15 bis 16 Pfd. Erdnufs. Geschälte Mozambique 28.00-29.00 Mk. Farbhölzer. Blau, Lag. Camp. 10—20, Rot, Pernamb. 20-30, Sandel 6.00—6.50, Camwood 10 bis 30 Mk. Fibre. Palmyra 36— 70Mk. Folia Coca 160—300, Matico 15—50 Mk. Gerbholz. Qnebrachoholz, Lohschnitt 7.75- 8.00, pulv 7.65—7.90, Hirnschnitt 7.65-7.90 M. Gummi. Damar. elect. 160—190, Gutli 370-420 Mk. Guttapercha. I. 1100-1600, IL 350-1000 Mk. Hanf. A log Maur. 76-92, Manila 88-130, Sisal 90 bis 92, Mexik. Palma 35-36, Zacaton 84 — IbOMk. Holz. Eben-, Ceylon 20-30, Gaboon 14-24, Madagaskar 24—38. Sansibar 10-20, Jaca- randa brasil. 12—50, afrik. 6—10, Mahagoni (per Vjoo cbm), Mexik. 1.00-3.00, Westindisches l.OC bis 2.50, Afrikanisches 0.70—2.00, Teak, Bangkok 1.50-2.25 Mk. Indigo. Guatemala 500— 1000, BengaL , f. blan u. viol. 1300-1400, gut viel. 1050—1100, ord. gef. u. viol. 700- 800, Madras 400-800, Java lOoO bis 14U0 Mk. Ingber. African. 64, Bengal 90—92, Cochin 114 bis 150 Mk. Jute. Ostindische 30-36 Mk. Kautschuk. Kamerun :W0, Para 710 Mk. Kolanüsse 42.50-45.00 Mk. KopaL Sansibar 90—360, Manila 35—110 Mk. Lignum. Quass. Jam. 13—14 Mk. Macis. Blüte 300-370, Nüsse 140—400 Mk. Myrobalanen 9.00— 13.5U, gemahlene 11—15 Mk. Nelken. Amboina 116-128, Sansibar 75-77 Mk. Nelkenstengel 30 Mk. Nuces vomicae 18—40 Mk. öl. Baurawollsaat 51—51.50, Cocosnufssup. Cochin 70—71, sup. Ceylon 64.00-64.50 Mk. Palmöl, Lagos 50.50—51, Accra Togo 48.50, Kamerun 48.00 Mk. Ricinus- 68—70 Mk. ölku ch en per 1000 kg. Palm 105-110, Cocos 115 bis 130, Baumwollsaat 130-135, Erdnufs 130—150 Mk. Opium 1775—1800 Mk. Orlean. Guadeloupe 61—63 Mk. Orseille-Moos. Sansib. 40—100 Mk. Palmkerne. Kamerun, Lagos 28.00-23.10, Togo 27.60-27.70 Mk. Perlmntterschalen. Ostind. Macassar 340 bis 440, Manila 240-320, Bombay 180-240, Südsee, schwarze 320—450 Mk. P f e f f e r. Singapore 116, weifser 196—228 Mk. Piassava. Bahia 80—100, Liberia 46—49 Mk. Piment. Jamaica 60—66 Mk. Radix. Chiiiae 40—42, Ipecacuanhae 2350—2400, Senegal 480—490 Mk. Reis. Rangoon geschält 16—24, Japan 26—28 Mk. Sago. Perl- 23—24, Tapioca. Perl- 24—25 Mk. Schildpatt, unsortiert 20-48 Mk. per Kilo. Sesam saat. Bunte Mozambique 28.00— 28.50 Mk. Stuhlrohr fRottan). Sortiert 60—190, unsortiert 24-64, Flechtrohr 200—900 Mk. Tabak. Havana-Deckblatt 1200-2400, Brasil 80 bis 400, Java und Sumatra 60-700 Mk. Tamarinden. Calc. 20—22 Mk. T h e e. Congos, Hankow- und Shanghai-Sorten ord. bis extrafein per Vo kg 0.50—3.50, Souchongs 0.70 bis 3.50, Flowery Pekoes ord. und extrafein 1.50 bis 6.50, Ceylon 0.55-2, Java 0.48-2 40 Mk. Vanille. Bourbon per '/okg 23—28, Tahiti 8-13Mk. Wachs. Carananba 115—170, Japan in Kuchen 65 bis 67 Mk. Wolle. Cap sn. wh. beste 310-330, gute 280 bis 300, mittel 250-270, Buenos Aires (Schweils) 100-130 Mk. Preise für Altmetalle — unYerl)iii(llieli per 100 kg cif Hamburg netto Kasse ohne Dekort fco. Emballage. Mitgeteilt von Herrn A. Auerbach, Metalle, Export und Import, Hamburg, 28. Februar 1902. Altkupfer, rein, unverzinnt und frei von Lötung ä 110 Mk. do. verzinnt, aber frei von anderen Bestandteilen ä 106 Mk. do. rein und lötfrei in dicken tiegelrechten Abschnitten ä 113 Mk. Yellowbleche und Bolzen, rein in Bündeln oder Fässern ä 70 Mk. Rotgufs von Maschinenteilen, kleinen Stucken ä, 97 Mk. Altblei von Wasserleitnngsröhren etc. ä 18.00 Mk. 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